Dielenboden begradigen

16.01.2010



Hallo zusammen,

habe eine Frage zum unserem Dielenboden.
In unserem Haus, Baujahr 1920, befindet sich eine
Holzbalkendecke. Unten an den Balken sind Bretter welche von unten Verputzt sind, welche wiederum mit einer Rigipsdecke verkleidet sind.
Zwischen den Balken befindet sich irgendso ein Strohgemisch.
Auf die Balken sind Dielen genagelt. Da die Balken "schief" sind ist auch die Oberfläche der Dielen "schief", was auf die Raumlänge ungefähr 4cm ausmacht.
Ich habe mir jetzt gedacht auf den vorhandenen Dielen Latten als als Augleich aufzubringen und darauf neue Dielen, welche dann 90° zu den alten Dielen verlegt sind, zu verlegen. Ich habe eine kleine Skizze gemacht ich hoffe man erkennt was ich meine.
Ist so ein ansetzbar aus eurer Sicht sinnvoll?
Gibt es sonst noch etwas was ich bedenken sollte?

Vielen Dank





nimm die alten Dielen runter und begradige die "schieflage" direkt an den Balken, indem du seitlich Bohlen/Bretter anschraubst. Diese kannst du dann auch exakt in der Waage befestigen.
Dann die alten Dielen Schleifen und wieder draufnageln.



Dielenboden begradigen



Hallo,

Danke für die schnelle Antwort.
Der neue "alte" Dielenboden wird dann an den Balken oder an den angebrachten Brettern angeschraubt?
Welche Abmaße sollten die Bretter ungefähr haben?

Sollte sonst noch irgendetwas berücksichtigt werden, hab schön des öfteren gelesen Korkmatte dazwischen legen, bringt das was?

Vielen Dank





Maße der Bohlen etwa 3x12 cm, da der Boden ja einen Unterschied von 4 cm hat, sollten die Bohlen noch etwa zweidrittel an den Balken liegen, also etwa 12 cm gesamtbreite. Naja und 3cm stark. Von Korkmatte weiß ich nichts.
Könntest höchstens einen Sterifen von der Korkmatte auf die Bohlen takkern, zwecks Schallschutz, oder so.



Dielenboden begradigen



Jetzt hab ich gerade das Bild vergessen.

Wäre so eine Lösung auch Möglich?





wäre event. auch machbar. Jedoch muß dabei jedes Unterleg Hölzchen genau gemessen werden. Wenn der Boden jetzt aber vielleicht auch in der anderen Richtung schieflage hat, wirds schon schwerer, alles ins Lot zu bekommen, daher denke ich das das anlaschen von Bohlen exakter und stabiler wird.
Aber im Endeffekt liegt es in deinem Ermessen, welchen Arbeitsaufwand du machst.



Bodenausgleich,



alter Belag entfernen bis auf Balken.
Rieselschutz enbauen
auflaschen mit Dielen,
Hohlraum mit Lehm-Hobelspan-Dämmung füllen
neuer Belag (Rauhspund, Riemenboden etc.) verlegen.

Grüsse



Der Maler



wirds schon richten...(alter westdeutscher Bauspruch)

Gruß...j.

PS (Edit)...das sollte vor Th.Kehles Vorschlag erscheinen, ach ja, Schildgen...auch richtig.

wer bauen kann ist klar im Vorteil ;-)



Dielenboden begradigen



Hmm aus der Antwort werd ich nicht schlau????





Wenn die Raumhöhen gering sind und das ganze Haus schief ist, kann man oft nicht mehr den Boden exakt waagrecht machen, weil dadurch auf der tieferen Seite zuviel Raumhöhe verloren gehen würde. Viel wichtiger ist, dass der Boden in sich gerade wird.
Wenn andersrum viel Raumhöhe da ist, kann man mit einer Trockenschüttung arbeiten und den Boden auf er Dielung neu aufbauen.
Wenn man alte Dielenböden aufnimmt, gehen die oft ziemlich kaputt dabei (Nägel brechen ab, ziehen sich mit dem Köpfen durchs Holz oder die Nut/Feder bricht).
Neue Dielen direkt oder nur mit Latten auf alte Dielung ist nicht so gut, man sollte lieber den Bodenbelag ganz neu aufbauen und dann auch gleich an Trittschalldämmung denken.



Auch ich...



...würde den alten Boden aufnehmen. 20er Jahre Dielen sind optisch zumeist keine Prachtstücke, auch oft schwach dimensioniert. Die (Wieder)Verlegung alter Dielen ist aufwendiger, zudem hoher Schleifaufwand.

Vermutlich ist eine neue Diele hier sinnvoller.

Grüße

Thomas



seitliches Anlaschen von Bohlen ..



Hallo Sascha !

Ich hab bisher nur bei Balkensanierung mit Anlaschungen gearbeitet, aber so, daß die Bohle selbst auch noch im Mauerwerk aufliegt und die Oberkante eine Flucht mit dem Originalbalken bildet.

Bei einem Höhenausgleich nach diesem System reduziert sich doch die Auflagerfläche des Dielenbodens an dieser Stelle erheblich, z.B. von 200 mm Balken auf 30 mm Bohle. Ist das statisch wirklich unbedenklich ? Vorne im Bild haben die Erbauer den Höhenausgleich mittels aufgelegter Leisten umgesetzt. Rein gefühlsmäßig würd ich sagen, daß der Auflast in diesem Fall auch der darunterliegende große Balkenquerschnitt zur Verfügung steht, während sich beim Anlaschen alles auf die Bohle konzentriert und zusätzlich Scherkräfte auf die Bolzen wirken. Bin leider kein Statiker, deshalb entschuldigt die laienhafte Formulierung.

Ich würde auch gerne mittels Anlaschungen einen Höhenausgleich vornehmen, aber der neue Dielenboden wird künftig schwer belastet (uralter Massiv-Doppelschreibtisch, bei dem alleine die Platte ca. 120 kg wiegt, an den Wänden tonnenweise Bücher in Regalen).

Hast Du Erfahrungen, wie es sich mit der Belastbarkeit bei der Anlaschungs-Lösung verhält ?

Welche Vor- / Nachteile hat eine "Leistenlösung" ?

Grüße



Vor- Nachteile



Das Auflaschen der Balken ist weniger aufwendig, weil die Laschen gleich auf der richtigen Bodenhöhe befestigt werden und den Balken noch zusätzlichen Halt bringt.

Das Aufleisten ist wesntlich mehr Arbeit, da jede Leiste teilweise unterschiedlich hoch und alle ca. 30-40 cm unterlegt werden muss. Bei geringer Aufbauhöhe ist diese Methode etwas zu Aufwendig.

Grüsse



@AallRounder :



Ich bin ja nun kein Statiker, wird aber mehr und mehr zum Hobby.....

Wenn du beim seitlich anlaschen statische Bedenken hast, kannst das ja von beiden Balkenseiten her tun, 4cm Bohlen verwenden etc. - die Last "hängt", wie du richtig sagst, an den paar Schrauben/Bolzen mit denen du die Bohle an den Balken festschraubst.

Wenns mit der Balance nicht so schwer wäre könntest du deinen 250Kg Schreibtisch auch auf ein hochkant gestelltes 2cm Brett stellen - das würde nicht biegen oder brechen. Ein weiches Fichtenbrett würde vielleicht ein paar mm gestaucht.

Gruss, Boris



Von beiden Seiten angelascht...



...wäre schon die "Komfort-Variante".

Mit 120er Schrauben (Vorbohren) aller 50cm sollten Sie (dieser Tip soll dem Statiker aber nicht die Butter vom Brot nehmen, ist mein Bauchgefühl) auf der sehr sicheren Seite sein.

Soweit das lichte Maß 1m nicht übersteigt, sind 28er Dielen ausreichend.

Gutes Gelingen

Thomas



Danke für das konstruktive Echo, Thomas & Boris & Thomas,



ich bin halt ein vorsichtiger Mensch (auch wenn ich mein Dach mit 20 m Firsthöhe ungesichert neumachte) :-)

Da fehlts mir an statischem Grundverständnis, daß eine schmale 30-40 mm Kante genauso trägt wie ein 20 cm breiter Balken. Ans doppelte Anlaschen hatte ich auch schon gedacht, aber damit hängt auch doppelte Last am Balken. Durch mind. einseitiges Einschieben in die Wandauflager würden die Bohlen nicht ausschließlich durch die Bolzen gehalten, dann müsste der Balken (s. Bild) das erst recht packen.

Dann sind meine Bedenken wohl grundlos. Die Arbeit mit den Unterschiebleisten hab ich schon öfters gehabt, deshalb vermeide ich das gerne ...

@Selberbauer123
Ich wollt jetzt nicht von der Ursprungsfrage ablenken, aber falls doch die Lösung Totalabriß / Neuaufbau in Betracht kommen sollte, paßt's ja wieder.

Grüße, schönen Sonntag !





Auch eine schmale Brettkante hat genügend Widerstand gegen Pressung auf gesamter Oberfläche quer zur Faser. Guck mal in einer Sägerei, was die da für bescheidene Stapelhölzer für ihre meist recht hohen Bretterstapel nehmen.
Begrenzender Faktor ist die Biegefestigkeit bzw. die Durchbiegung unter Last, die klein bleiben soll (damit bei der Party nicht die Gläser aus dem Regal kippen).



Die Wandauflager...



...der 20er Balken können weit mehr tragen, als die paar Möbel. Der Balken selbst wird durch die angelaschten Bohlen statisch ertüchtigt, d.h. er wird weniger schwingen und sich unter Last weniger durchbiegen.

Grüße

Thomas



Ja das hört sich alles sehr gut an,



vielen Dank für das rege Echo. Dann kann ich ruhigen Gewissens die Anlaschungs-Lösung umsetzen und mach mir nicht mehr Arbeit, als ich ohnehin schon hab ...

Grüße aus dem momentan auftauenden Brandenburg



Nachtrag



Schraubenlänge 2/3 von Kanntholz + Kanntholz/(z.b.40mm-120mm Schrauben) Schraubenabstand alle 15cm,wie oben erwähnt das ganze doppelt,schrauben am besten immer wie ne 3 auf dem Würfel(unten,mitte,oben)
das ganze ist Statisch so berechnet das man dan den Balken incl. anlaschung so sehen kann als wenns aus einem Stück wäre