Abmessungen Deckenbalken

23.10.2008



Hallo,

ich überlege eine Holzbalkendecke im Neubau einzubauen. Das Außenfachwerk soll aus Eiche sein. Die Deckenbalken aus Douglasie. Nun habe ich gelesen, daß die größte Spannweite, die man mit Holzbalken freitragend überbrücken kann, bei 6 Metern liegt.
Die Douglasienbalken sollen mit ca. 11 Metern Länge über die gesamte Hausbreite von 10 Metern gelegt werden. Durch eine Stützwand im inneren des Hauses ist die größte freitragende Strecke aber nur 5,90 Meter lang. Wie müssen die Abmessungen der Balken dann sein bzw. wie weit müssen sie auseinander liegen? Reichen als Dimension 20cm mal 20cm bei den Deckenbalken wenn man sie im Abstand von 70cm zueinander legt? Müssen sie dann scharfkantig sein oder kann auch Waldkante vorhanden sein?
Danke für alle Antworten!



Moin,



Ihr freundlicher Statiker berechnet Ihnen Ihre Decke gerne



Deckenbalken- was ist möglich?



Nun ja, daß ein Statiker hilft war mir schon klar. Da ich aber erst in der Planungsphase bin und einige Ideen noch wieder verworfen werden, wäre ein unverbindlicher Rat von jemandem hier aus dem Forum nicht schlecht. Das wird nicht als Grundlage zur sofortigen Umsetzung angesehen. Eher würde es mir als Laien helfen einzuschätzen was machbar ist und was nicht. Ein freundlicher Hinweis- auch auf andere Informationsmöglichkeiten- würde mich freuen.



Abmessungen Deckenbalken



Hallo Thorben,

eine alte Faustformel zur Bemessung von Deckenbalken lautet:
Höhe h des zu bemessenden Balkens = Spannweite in m mal 4 in cm + 4 cm Sicherheit.

Bei 6 m Spannweite wäre die Balkenhöhe also:
6 x 4 + 4 = 28 cm.
Eine andere Fausformel lautet:
Größte Raumtiefe halbiert in dm entspricht der Balkenhöhe.

Die Breite wird aus dem Verhältnis b:h = 5:7 ermittelt.
Das ergäbe 20 bzw. 21 cm.

Die Spannweite ergibt sich aus der Auflagerung auf der Mittellängswand, die gesamte Hausbreite zu wählen ist nicht erforderlich.
Solche langen Profile wie von Dir gewünscht sind unwirtschaftlich, da teuer. Außerdem besteht die Gefahr des Verwerfens und Verdrehens bei so großen Vollholzprofilen.
Ich rate Dir deshalb auch bei der halbierten Spannweite von 6 m zu Brettschichtholz anstatt zu Konstruktionsvollholz.
Die genaue Dimensionierung ergibt sich aus der Wahl des Materials, der Belastung und des Deckenaufbaues und ist wie schon gesagt Sache des Statikers.

Viele Grüße



Vielen Dank!



Hallo Georg,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Ich habe darüber nachgedacht mir Douglasienstämme (zum Beispiel Mittendurchmesser ca. 30 cm) kantig sägen zu lassen und sie dann zum trocknen an der Luft auf zu schichten. Natürlich so, daß überall Luft dran kommt und nur oben abgedeckt. Die Lagerhölzer würde ich im Abstand von etwa 1,5 m auseinander legen. Nach 2 Jahren dürften die doch trocken sein?!
Oder sollte man die Stämme erst dann sägen wenn sie getrocknet sind um das Verwerfen während des Trocknens schon einmal vorweg zu nehmen? Da befürchte ich allerdings, daß sich Insekten einnisten die technische Holzschäden verursachen. Oder reicht es die Rinde von den Stämmen ab zu schälen um Insektenbefall zu vermeiden? Letztlich suche ich nach einer Möglichkeit lange Vollholzbalken für meine Decke zu verwenden, wie es früher üblich war. Die Stämme sollen dann so gesägt werden, daß noch etwas Waldkante verbleibt. Das sieht optisch besser aus und lehnt sich an die Optik behauener Balken an. Gibt es da eine Möglichkeit oder ist das für den Fachmann völliger Unsinn?



Abmessungen Deckenbalken



Von dieser Art Heimwerkelei halte ich gar nichts.
Der Statiker, der die Decke bemessen wird, sicher auch nicht.

Balken dieser angedachten Dimension sind nicht billig und auch nicht in ein paar Jahren an der Luft richtig durchgetrocknet.
In dieser Zeit sind sie potentielle Nahrungsgrundlage für Pilze und Insekten.
Insektenbefall schränkt die Tragfähigkeit ein bzw. macht Stämme unbrauchbar für Tragwerke, dazu reichen schon ein paar Fraßgänge.
Nun kann man sie zwar in deinem speziellen Fall (theoretisch) auch halbtrocken einbauen, aber das eben mit der Konsequenz von erheblichen Schwindrissen, Verdrehungen, Verwerfungen sowie der Gefahr von Schädlingsbefall.

Fehlkantige Profile wird der Statiker in eine niedrigere Sortierklasse einstufen, damit sinkt die der Bemessung zugrundeliegende Materialfestigkeit.
Auf Grund der Heimwerkelei wird er wahrscheinlich zusätzlich mit größeren Sicherheitsabständen rechnen, um sich abzusichern.
Das gibt noch größere und teurere Profile.

Also:
KVH oder BSH ist billiger, sicherer und schneller verfügbar.

Über die von Dir angedachte Disneylandoptik kann man geteilter Meinung sein.
Ich jedenfalls halte nichts davon, in einem Neubau neue Materialien einzubauen und sie auf "alt" zu trimmen.

Viele Grüße



Deckenbalken



Danke für die informativen Antworten!
Das hilft mir schonmal etwas weiter.

Gruß