Deckenaufbau mit Lehmputz

01.08.2007


Wir bauen gerade unser 200 Jahre altes Bauernhaus in der alten "Kuhstall-Hälfte" aus. Meine Frage zielt auf den Deckenaufbau zum 1.OG und zum Dachgeschoß. Dabei geht es in der Decke zum 1.OG nur um Schallschutz und zum Dachgeschoß v.a.um Wärmedämmung.
In beiden Decken sollen die Balken zum Teil sichtbar bleiben. Dafür habe ich seitlich an die Balken Dachlatten genagelt, um daran Bretter zwischen die Balken schrauben zu können. An diese Bretterdecke werden nun Schilfmatten getackert und dann Lehmputz aufgebracht. Der Balkenabstand beträgt 90-100 cm.
1. Frage: Decke zum 1. OG: Kann ich direkt auf diese Bretterdecke einen Rieselschutz und dann erdfeuchten Lehm als Schallschutz zwischen die Balken einbringen oder ist ein Fehlboden zwingend? Ist Split eine gute Alternative?
2. Frage: Decke zum Dachgeschoß: Hier schwanke ich zwischen Zellulose- und Hanfdämmung. Eigentlich soll diffusionsoffene Folie darunter - aber macht es Sinn Streifen diffusionsoffener Folie zwischen die Balken zu legen - das wird doch eh nicht dicht, oder?

Für Kommentare, Anregungen und Tipps zu diesem Vorhaben vielen Dank schon mal.

Grüße aus Sachsen
Ronny



Fehlboden



ich würde eine zusätzlichen Fehlboden einbringen:
1. ist der sicherlich mühsam gestaltete Deckenputz somit unabhängig vom restlichen Deckenaufbau (Rissbildung!)
2. hätte ich bei von unten geschraubten Brettern Bedenken bezüglich der Tragkraft der Schüttung.

Überlegenswert ist auch das direkte Anbringen einer Heraklithplatte (aka Sauerkrautplatte) als Putzräger für den Lehmputz der Decke statt Bretter und Schilf.

Zum Thema Erdfeuchte Lehmschüttung: In meinem Profil finden sich einige Bilder dazu. Ich habe bezüglich der langen Trockenzeit schlechte Erfahrungen mit dem Quellen von angrenzenden Bauteilen gemacht. Ich würde nur noch trockene Materialien einbringen (z.B. Grünlinge in Sand eingekehrt).

Zur Dämmung im DG:
Mit 'diffusionsoffene Folie' ist sicher die Dampfbremse gemeint? Diese macht nur Sinn, wenn sie vollflächig (wannenförmig) über die Balken gelegt wird. Man wir sich nicht die Mühe machen, an jedem Deckenbalken die Dampfbremse abzukleben - soweit das überhaupt möglich ist.
Alternativ kommt oben erst mal eine Lage OSB auf die Balken = Dampfbremse. Diese sollten an den Fugen und am Rand dicht verklebt werden. Darauf kann man dann dämmen wie man will.

Ein Versuch wäre evtl. noch, komplett ohne Dampfbremse zu arbeiten. Dabei sollt die Oberfläche des Dämmstoffes aber sehr gut belüftet werden, so dass Kondenswasser schnell wegtrocknen kann. Die Nutzung des Dachgeschossen (Lager?) muss sich danach richten.



eine Alternative zur kritischen Dampfbremspappe kann auch



z.B. als erstes eine ca 2-3 cm dicke Lehmschicht aufgelegt werden. Danach dann die Wärmedämmschicht.
Sofern der Lehm nur erfeucht aufgelegt wurde, habe ich bisher gute Baustellenerfahrungen damit gemacht. Sicherheitshalber kann auf die Rieselmatte aus 5-10mm Hanffilz die Bodenfläche mit Weißkalk abgestreut werden, bevor der Lehm aufgelegt wird.



Zellulose - Hanfwolle



Ich würde immer (wieder) auf Hanfwolle zurückgreifen! Läßt sich sehr gut Verarbeiten ist auch ohne Fugen und vor allen Dingen ohne jegliche Zusatzstoffe (Kein Borsalz, keine Druckerschwärze, keine Pflanzenschutzmittel beim Anbau etc.) = "reine" Natur. Ist einfach ein gutes Gefühl und durch die Förderung auch gut im Preis.
Mit Feuchtigkeit kann Hanf auch ziemlich gut umgehen!



Ich hab`s befürchtet...



dass ihr mir den Fehlboden empfehlt. Ich hatte Hoffnung mich darum drücken zu können. Trotzdem vielen Dank

Gruß Ronny