Holdecken Sanierung

05.04.2005



wir planen eine etwas zu schwach dimmensionierte Holzbalkendecke
(Balken 10x15cm, Spannweite 4,3m, Balkenabstand 0,7m)
zu verstärken.
Ziel:
die Durchfedererung verringern.
Es soll Träger-Systeme geben, welche quer auf die Balken verschraubt und anschließend vergossen werden. Dieses Trägersystem aus Metall soll eine Kunststoffumhüllung haben. Vermutlich als Schallschutz.
Dieses System soll aus der Schweiz kommen. Dort liegen ja auch bekanntlich sehr gute Erfahrungen in der Altbau-Sanierung vor.
Fragen:
ist dieses Trägersystem bekannt und liegen hierzu Erfahrungen
vor ?
(LEWIS-Platten sind uns bekannt)

Vielen Dank für gute Informationen



Decke zu schwach



Guten Morgen,

alles was Sie zusätzlich auf die Decke aufbringen, bringt auch zusätzliche Lasten anstatt zu tragen. Also vergessen wir das mal.
Die zulässigen Spannungen sind bei Ihrem System selbst unter günstigsten Annahmen um mehr als 100 Prozent überschritten.
Zur Verbesserung gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Verzinktes Sannband in den Drittelpunkten abwechselnd auf und unterspannen (das Gerät dazu haben Zimmerleute), hierdurch wird eine bessere Gleichverteilung der Lasten bewirkt. Das reicht hier aber nicht.

2. Einen Balken in den Zwischenraum zusätzlich legen. Da kommen Sie schon recht nahe an eine Vollholzdecke (Abstand im Lichten nur noch 25 cm.
Das könnte aber schon knapp hinhauen (habe mal überschlägig gerechnet).

3. Beidseitig Furnierschichtholz (z.B. KERTO FSH) in vom Statiker zu bestimmender Dimensionierung andübeln, z.B. 5/25.

Der exakte statische Nachweis sollte selbstverständlich sein.

mit besten Grüßen



Deckenbalken verstärken



Dachog. Mein "Vorschreiber" gab schon einige nützliche Hinweise. Abgesehen davon sind aber die Deckenbalken vollkommen unterdimensioniert und deuten auf keine solide fachliche Arbeit hin, sondern auf Eigenbau Marke Baumarkt. Ich wage dies zu behaupten, da zwar die Tragfähigkeit der Decke gegeben sein mag, aber andere wichtige Bemessungsgrößen unberücksichtig blieben. Meiner Ansicht nach wurde allein das Widerstandsmoment als maßgebender statischer Wert herangezogen. Für einen Deckenbalken in Wohnräumen sollte aber das Trägheitsmoment als Grundlage der Bemessung gelten. Das ermittelte Trägheitsmoment bestimmt die Durchbiegung des Bauteiles die bei Deckenbalken l/300 betragen sollte. Die vermeintliche "Durchfederung" rührt daher, daß die Balken sich bei Belastung durchbiegen. Dieses Auf und Ab der Balken kann letzlich zum Bruch führen. Handeln ist also angesagt. Die von Ihnen vorgeschlagene Maßnahme führt nur zur Erhöhung der Belastung sprich Bruchgefahr. Alle von Ihnen in Angriff zu nehmenden Maßnahmen sollten das Ziel haben, das Trägheitsmoment der einzelnen Balken zu erhöhen. D.B. hat einige genannt. Ich werde keine weiteren hinzufügen um nicht zum experimentieren zu verleiten. Mfg ut de ole Mark.



Vielen Dank für die fachlichen Ratschläge



auf Grund der Aussagen, die vorhandene Decke sei wesentlich überbelastet, haben wir die Decke weiter geöffnet.
Hierbei hat sich gezeigt, dass die Höhe der Deckenbalken höher ist als angenommen.
Das Balkenmass ist tatsächlich 10 x 22cm.
Nach einer "Faustformel": h = 3 x L + B = 20cm müssten wir eigentlich im Soll liegen und die Balken richtig dimensioniert sein.
Für das "durchfedern" beim begehen der Decke haben dabei noch keine Erklärung.
Eine Fachfirma ist der Meinung, durch das Aufbringen einer schwimmend verlegten Schicht Heißasphalt soll das Durchfedern wesentlich verringert sein. Grund für diese Verringerung sei das eingebrachte Flächengewicht.
Nochmals vielen Dank

Helmut Winkenbach



Heißasphalt



Guten Abend,

10 mal 22 klingt doch gleich ganz anders. Wenn es Ihnen um das Gewicht geht, welches tatsächlich die Erregerfrequenz der Decke verändert, dann nehmen Sie bitte alles mögliche, nur keinen Heißasphalt. Die dann diffusionsdichte Deckschicht wird in kurzer Zeit dafür sorgen, daß aus den Brettern Krümel werden.
Sehen Sie mal hier im Forum nach ! gerade passiert.

Mit besten Grüßen



Alternative Estrich ?



Hallo,
wenn ich den Holzschadensfall richtig verstanden habe, ist dieser dadurch entstanden, dass der Heißasphalt als dichte Dampfsperre gewirkt hat und dadurch die Holzbohlen mit der Zeit zerpröselten.
Der anbietende Fachbetrieb hat uns folgenden Aufbau empfohlen:
keine Bretter auf den Balken
auf Oberkante Balken 10mm Trittschallmatte
dann 8mm festere Matte zur Aufnahme des GA
GA 25 bis 30 mm
das ganze schwimmend verlegt

Durch die schwimmende Verlegung sehe ich die Möglichkeit, dass der GA nicht als diffusionsdichte Deckschicht das ganze abschliesst.
Liege ich da falsch ?

Wäre die Verwendung von Estrich sinnvoller ?

Vielen Dank und Grüsse aus Südhessen





Das ist so eine Sache. Aus Gründen der Konstruktionssicherheit wg. Diffusion würde ich Zement bevorzugen. Der hat aber die Neigung zum unkontrollierten reißen und macht dann furchbare Geräusche, so richtig unorganisch (anorganisch ? - jedenfalls geht das durch Mark und Bein).
Die Alternative sind fertige Estrichplatten z.B. Brio von Knauf und ein ähnliches Produkt von Perlit, die sind schwer genug in der Fläche, noch gut handhabbar und werden in Nut und Feder verschraubt, können sich mithin auf Holzbalkendecke in der Fuge immer noch bewegen. Aber Ihre Konstruktion sollten Sie nochmal auf Durchbiegung berechnen.

mit freundlichem Gruß



Gußasphalt in der Altbausanierung



Guten Tag,

erst Herr Kurz, jetzt Herr Beckmann. Ich wiederhole mich sicherlich, es stimmt, der Gußasphalt ist dampfdicht!!!!

Jedoch wird jeder Estrich mit einer Randfuge eingebaut. Dient zwar hauptsächlich dem Schallschutz, aber durch diese Fuge wird die Unterkonstruktion belüftet. Gegenfrage: Ist denn eine herkömmliche Holzbalkendecke dampfdicht. Sicher nicht!!! Also kann auf diesem Wege etwaige Feuchtigkeit verdunsten.

Und wenn doch eine "Havarie" mit undichten Rohren etc. passieren sollte, so ist kein Estrich dagegen immun. Denn bei jeden Estrich wird die Dämmschicht dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, daß der estrich komplett entfernt werden muß!

Noch etwas zu Herrn Winkenbach.

Ich ziehe vor Ihnen den Hut. Sie sind ein Mensch, der sich nicht durch unqualifizierte Aussagen beirren läßt. Das mit der Dampfdichtigkeit habe ich ja schon erklärt. Nun zum Trittschall.

Natürlich kann man keinen Zementestrich auf eine Holzbalkendecke aufbringen. Erstmal wird er ja "naß" eingebaut, was ja für einen Altbau nicht gerade zuträglich ist. Zum Anderen reißt er Ihnen kurz und klein (was ja von Herrn Beckmann richtig geschildert wurde), durch die Schwingungen, die ein Holzfußboden nun mal mit sich bringt.
Aber nun Trockenestrichplatten als Alternative zum Schallschutz "verkaufen" zu wollen, ist doch etwas sehr weit hergeholt. Ich bin, sorry, kein Fachmann für diese Art von Estrich. Aber nach meinem Kenntnisstand hat eine 2 cm starke Platte ein Gewicht von ca. 15 kg/m². Der Gußasphalt hat dagegen ein Gewicht von ca. 65 kg/m². Da ja die Masse eines Estriches sich positiv auf den Schallschutz auswirkt, erübrigt sich eine weitere Erläuterung.

Mit freundlichen Grüßen


Cord Pallasch

Hampel Asphaltierungen in Göttinegn



Gewicht



Hallo Herr Pallasch,
die Perlcon-Floor hat eine Masse von 34 kg/m², ist doch schon ein akzeptabler Kompromiß bei meistens reduzierten Resttragfähigkeiten.
Gruß



Holz-Beton-Verbundsystem



Es gibt so ein System. Bei dem werden in die Deckenbalken Bolzen schräg eingebracht und dann wird darauf betoniert. Durch die Bolzen ist ein Schubverbund zwischen Betonschicht und Balken gegeben. Das statische System wandelt sich vom Einfeldträger in einen Plattenbalken.
Anbieter: http://www.sfsintec.biz/web/sfsint_d.nsf/vwFraSet/SystemVB_holzbau
Lt. Homepage gibt es in D einen Partner: http://www.finnforest.de/default.asp?path=10232;10436;10455;10456;10485;10806

J. M.