Einbau von Balken ohne Bodenunterkonstruktion zu entfernen

08.04.2013 Martin



Hallo,

ich habe ein älteres Haus gekauft (EG und OG)- Das EG habe ich das letzte Jahr schon renoviert, ist alles fertig. Nun gehe ich das OG an und habe schon mal den gesamten alten Fußboden rausgerissen, nun kommen die Balken zum vorschein. Das ganze Haus ist mit Holzbalkendecken aufgebaut. Diese sind ind das Mauerwerk eingearbeitet, liegen also jeweils bei den Ziegelwänden auf. Leider sind die Abstände sehr unterschiedlich und ich werde nicht drum rum kommen hier weitere Balken zwischen den bestehenden einzubauen.
Decken/Bodenaufbau ist mit Kantholz, Einschubrettern und Lösch/Schlacke darauf- ist hier aber nicht relevant bzw. wir entfernt. An der Unterseite der Balken (also Decke im EG) sind Holzdielen sowie eine weitere Schickt(sichtbare Decke von unten).

Da ich im UG schon alles fertig habe, möchte ich es unbedingt vermeiden hier die ganze Decke/ den ganzen Boden zu entfernen. Im optimalen Fall soll also der Deckenaufbau also die zwei Schicht Holzdielen, die unterhalt der Balken angebracht sind, erhalten bleiben bzw. nicht angegriffen werden.

Nun zur Frage:

Weiß wer eine gute Möglichkeit, wie ich Balken nachrüsten kann ohne den unteren Aufbau öffen/zerstören zu müssen.
Balkenauflager oder einbinden in das Mauerwerk sind ja hier nur möglich, wenn ich auch die Bodenunterkonstruktion/meine Decke im EG entferne.

Ich danke im Voraus!

lg martin



Balkeneinbau



In welchem Abstand liegen denn die Balken jetzt und wie sehen die Balkenköpfe im Mauerwerk vom Zustand her aus?

LG





Ja, der Abstand der Balken und der Zustand wäre schon wichtig zu wissen.

Das dumme ist, wenn man jetzt zusätzliche Balken einzieht, obwohl die Unterkonstruktion schon drin ist, dass unten alles runterkommt (oder wenigstens reisst) wenn die neuen Balken zu tief kommen.

Die Schlacke würde ich drin lassen! Eine bessere Trittschalldämmung gibt es nicht und ohne das Gewicht der Schlacke fängt der Boden beim darüberlaufen an zu wippen.

Wann die Balken weiter als 60cm auseinander liegen, sagen wir mal, bis 1 Meter oder 1,20m, dann würde ich aus Baubohlen (oder vergleichbar) 40mm dick, selbst Dielen bauen.
Bis 1,60m dann Bohlen in 50mm Stärke.
Das kann ich mir aber nicht vorstellen.

Was auch noch geht, dünnere Balken schwimmend in die Schlacke legen.





hallo,

danke mal für die Antworten,

Abstände sind eben unterschiedlich von Raum zu Raum (leider)- von ca. 60 cm was ja ok ist bis über 1m, was zu viel ist.
Balkenköpfe im Mauerwerk sind soweit ich sehen kann ok. Eben halt nur zu wenige Balken auf zu viel Raum und da noch mehr Gewicht als zuvor noch mehr Durchbiegung.

Ich werde hier ausbauen bzw. wird mehr Gewicht rauf kommen als bis dato war, also alles neu, im zukünftigen Bad auch eine Fußbodenheizung, wenn es hier (zu viel) federt wird bei Trockenfu´bodenheizung der Belag reißn, bei Nassestrick kommt nur noch mehr Gewicht drauf...

@ Klaus
wo die Baubohlen befestigen/verankern?
Schlacke auf jeden Fall raus, mach da alles neu inkl. Abdichtung und hier und da bröckelt mir dieser Scheiß im EG schon runter, dann für immer und Ewig eine Ruh!

Wer eine Idee wie ich da Balken einbauen kann ohne die Bodenkonstruktion anzugreifen, im Ziegel verankern wirds wohl nicht spielen...

danke



Klaus meint



so wie ich ihn verstanden habe: Aus Baubohlen vorgeschlagener Stärke selber Dielen herstellen um so über die höhere Dielenstärke die großen Balkenabstände wettzumachen.
Welchen Querschnitt haben denn die Deckenbalken und welche Spannweite?





Genau, mit stärkeren Dielen kann der Abstand der Balken grösser sein - vorausgesetzt, die Balken haltens.
Und ob Du die Dielen dann nagelst, schraubst oder schwimmend verlegst, ist erstmal egal.

Anders lagern als in den Wänden wirst Du vergessen können. Frei schwebend geht nicht. Und an Seilen an der Decke aufhängen, sieht auch doof aus



Decke sanieren



Falls die alte Decke keine Defekte (zerstörte Balkenköpfe, undichter Rieselschutz o.ä.) aufweist und in Waage liegt, dann alles wieder so aufbauen wie es war, also neuer Dielenbelag oder ein anderer Fußbodenaufbau, z.B. OSB und dann Nutzschicht. Die Schüttung sollte verbleiben, wo was fehlt ergänzen.
Bis 1 m Spannweite zwischen den Balken kann man mit entsprechend dicker Dielung oder OSB überbrücken.

Viele Grüße





@ Klaus:
meinst du mit Baubohlen, die bestehenden Balken links/rechts seitlich verstärken, sodass in Summe ein wesentlich größerer Querschnitt erziehlt wird? Und nur die Balken verstärken, also vom Punkt weg, wo sie aus der Mauer ragen die Verstärkung anbringen, nicht aber in die Mauer rein (da ja das nicht geht...).

@Georg:
das wäre natürlich mein Wunsch. Oder einfach wie oben beschrieben die Balken selber verstärken.
Schüttung auf jeden Fall raus da im EG schon leicht durchrieselt und sollte ich IM EG die Decke neu machen wollen, versau ich mir alles. Außerdem will ich den Zustand jedes Balkens sehen, da muss das Zeug so oder so weg.

Abstand ca. 1-1,2 m Balkengröße ca. 16x13 mm, Spannweite ca. 4m. Dort wo es am schlimmsten ist, wird das Bad kommen

lg martin



Deckensanierung



Wenn der Rieselschutz generell defekt ist dann wird wohl nichts anderes übrigbleiben als die Decke komplett bis auf die Balken zurückzubauen, sonst liegt irgendwann die Schüttung auf der Sparschalung und dem Putzträger.
Wenn es nur ein paar kleine undichte Bereiche sind kann man die Schüttung aus diesen Feldern vorsichtig aufnehmen, die Einschubbretter ausbauen und mit einem Industriestaubsauger das was durchgerieselt ist von der Schalung saugen.
Als neuen Rieselschutz empfehle ich Unterspannbahn, an den Balkenflanken festgetackert.
Wieso sind Sie so auf die Deckenverstärkung fixiert?
Haben Sie ein Foto vom aktuellen Zustand?

Viele Grüße





Nein, ich meinte mit den Bohlen, dass man diese auf die Balken legt, wie Dielen.
Also sowas was ja auch Georg Böttcher mit seinen OSB Platten meinte.
Allerdings halte ich 16x13 Balken auf einen Abstand von 1,2m mit 4 Meter Überspannung etwas gewagt





eine dickere OSB Platte (oder was auch immer ich für die Balken rauf mache für den Fußbodenaufbau) bringt mir ja nur noch mehr Gewicht auf die Balken, hilft zwar den zu großen Abstand zwischen den Balken zu überwinden, bringt aber nichts gegen die Durchbiegun der Balken aufgrund der zu geringen Dimension bei dem Abstand.

@ Grund Deckenverstärkung:
Ich habe keine statische Berechnung durchgeführt aber meiner Meinung nach ist es offensichtlich, dass der Balkenabstand zu weit ist/die Balken für diesen Balkenabstand zu klein dimensioniert sind. Und wie gesagt kommt dort wo es am kritischsten ist das zukünftige Bad hin.

Es ist generell kein Rieselschutz vorhanden nur eben die Schalung. Primär kommt es am Randbereich unten durch, also bei den Deckenleisten. Deswegen möchte ich, wenn ich schon im OG alles neu mache auch die Schlacke vollkommen entfernen und den Aufbau neu machen.

danke und lg

Foto kommt heute Abend.



Deckensanierung



Hallo Martin,
ich versuche jetzt mal trotz der dürftigen Angaben und ohne Fotos etwas Licht in die Sache zu bringen.
Anscheinend wohnen Sie in Östereich, das macht die Sache nicht einfacher. Bei einem Brandenburger bzw. Berliner hätte ich z.B. bei dem Balkenquerschnitt recht genau gewußt wie alt die Decke ist und nach welchen Vorschriften bzw. Lastannahmen und Abmaßen sie gebaut wurde. Die Bemessungen erfolgten früher nach Tabellen. Welche bei Ihnen damals in Österreich galten weiß ich nicht.
Nach den heutigen Maßstäben wäre bei einem Balkenabstand von 1 m und 4 m Spannweite ein Widerstandsmoment von ca. 800 cm³ erforderlich, das entspricht in etwa einem Querschnitt 10/22. Der vorhandene Querschnitt hat ein Wy von ca. 550 cm³, das ist zu wenig.
Nun weiß ich auch nicht ob ein Teil des OG als einfacher Dachboden ausgelegt war und nicht als Wohnraum oder ob es sich bei den großen Balkenabständen um einfache Ausreißer handelt, also ob die Decke insgesamt ertüchtigt werden muß oder nur einige Felder oder ob früher mal ein Unterzug oder eine Zwischenwand die Spannweite halbiert hat.
Wenn ich das alles wissen würde (inklusive der Auflagersituation und der Art der Verankerung an der Traufwand) könnte ich Ihnen Möglichkeiten der Ertüchtigung nennen. Wenn in dem Bereich ein Bad eingebaut werden soll kann man das darauf anpassen.

Viele Grüße



Deckenertüchtigung



Hallo Martin
hier mal drei Möglichkeiten zur Deckenertüchtigung. Seitliche U-Profilverstärkung ist auch üblich. In dem jetzigen Zustand
wird die Gebrauchstauglichkeit (Tragfähigkeit, Durchbiegung, Dauerhaftigkeit) mit geplantem Umbau nicht erfüllt.
Falls Bedarf ist, ich habe einen Statiker den ich fragen kann.

gruß Michael