Holzbalkendecke, die 1001.




Wir überlegen uns gerade unser Dachgeschoss auf Vordermann zu bringen. Das ist größtenteils noch in dem Zustand, in dem es vor 50 Jahren erstellt wurd. Natürlch plus dem Zahn der Zeit, der daran genagt hat...

Auf jeden Fall muss der Boden erneuert werden. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir den Deckenaufbau am besten gestalten. Ich habe natürlich auch schon die 1000 Threads dazu hier gelesen, aber je mehr man liest, umso unsicherer wird man...

Heute sieht der Aufbau folgendermassen aus:
Holzbalken 95x250mm (laut Bauplan Kehlbalken), Einschubboden ca. 150mm unterhalb Oberkante Balken, bestehend aus 2mm Heraklith-Platten (zweischichtig, mit Styroporschicht dazwischen), darauf eine dünne Lage (ca 40mm) Stein- oder Glaswollematte, darüber ca. 90mm Luft :-) Oben drauf dann Dielen 100x30 und schließlich Linoleum verklebt.
Der Balkenabstand beträgt ca. 615mm (von Balkenmitte zu -mitte), die Balken überspannen auf der einen Seite 2m, auf der anderen ca. 4,70m.

Das Linoleum muss natürlich raus. Genauso die Dielen, da diese ziemlich verzogen sind.

Und jetzt fangen die Fragen an:

Die alte Glaswolle raus? Oder drin liegen lassen? Und wie füllt man am besten (weiter) auf? Zu Gewicht will ich eigentlich nicht einbringen... Wie sieht es mit Rieselschutz aus?

Dort, wo die Balken nur 2m überspannen, sind sie ziemlich im Wasser. Auf der anderen Seite fallen sie ziemlich ab - ca. 5cm auf die 4,70m. Deshalb ist geplant, an die Balken seitlich Bohlen zum Ausgleich zu schrauben. Einseitig oder zweiseitig (was den Auflageabstand auf ca. 50cm verringern würde)? Was für Bohlen eignen sich?

Oben drauf sind bis jetzt 22mm OSB-Platten, auf die Bohlen geschraubt, geplant (ich weiß, dass die hier im Forum nicht sehr beliebt sind...). Anschließend 5mm Trittschallschutz, dann noch einmal quer dazu 12mm OSB schwimmend. Erneut Trittschallschutz und dann Laminat.

Beim Aufbau bin ich aber noch offen - es sollte nur ein paar Randbedingungen erfüllen:
- Da die Raumhöhe eingeschränkt ist (heute 220cm und viel Schräge), möchte ich max. 2 (oder 3) cm höher kommen als heute.
- Beim zulässigen Gewicht bin ich mir nicht sicher, daher würde ich gerne "leicht" bleiben.
- Natürlich sind die finanziellen Mittel beschränkt. Die restlichen Arbeiten kosten auch... ;-)

Schließlich soll dort oben auch noch ein kleines Badezimmer (WC + Dusche) rein mit ca. 8qm Bodenfläche. Hier habe ich noch gar keine Vorstellung, was man dort machen kann. Normalerweise würde ich Fliesen - die Frage ist, ob man das dort (ohne viel Zusatzhöhe) schwingungsfrei hinbekommt. Eventuell könnte man in dem relativ begrenzten Raum mit Zwischenbalken arbeiten (?)

So - ich hoffe, das sind genug Informationen. Ich hoffe, dass ich damit einige Tipps und Hinweise erhalten kann.

Schon mal vielen Dank!



Hallo Joe,



Heute mal in Kurzform:
Dämmung raus, neue Mineralfaser in voller Höhe rein.
Rieselschutz brauchst Du keinen, da Heraklitplatte staubdicht ist.
Seitlich an den Balken zum Ausgleichen mindestens 40 mm Bohlen schrauben oder nageln, zweiseitig wäre besser.
Dann Fußbodenaufbau wie geplant.
Im Bad ohne Trittschalldämmung und oberer OSB, stattdessen eine Gipsfaserplatte (z.B. Fermazell).

Viele Grüße



Belüftung vs. Wärmedämmung



Hallo Gerhard!

Danke für die Antwort.

Auf beiden Seiten 40x60-Bohlen zum Ausgleich ist inzwischen "gesetzt".
Für die Füllung bin ich mir noch nicht sicher. Ich habe mir die Heraklitplatten noch mal angeschaut. Es sind Schichtplatten (5mm Heraklith, 12mm Styropor, 5mm Heraklith), deren Qualität noch ganz gut ist. Allerdings sind sie so schlampig eingepasst, dass sie teilweise durchfallen können, wenn man nicht aufpasst (d.h. zu schmal). Vielleicht sollte ich hier einzelne tauschen (durch was? Pressspan? welche Stärke?).

Glaswolle wird entfernt und ersetzt. Was wäre der Vorteil von Mineralfaser im Vergleich zu z.B. einer Perlite-Schüttung? Wie sieht es mit Schallschutz im Vergleich aus?

Dann habe ich gelesen, dass man besser nicht die ganze Höhe füllen soll sondern ca. 2 cm Luft zur Belüftung lassen soll.

Dabei bin ich bei der nächten Frage: Da das Dach heute so gut wie nicht gedämmt ist (muss ich finanziell auf später verschieben), streicht heute ziemlich kalte Luft durch die Decke. Sollte man den Durchzug verhindern - d.h. bessere Wärmedämmung, aber dafür auch keine Belüftung mehr? Wie groß ist die Gefahr von Kondensat in der Decke, wenn unter der Decke eine normale Wohnung ist und die Räume darüber nur zeitweise genutzt wird?

Danke für Eure Hilfe.



Weiterhin Belüftung


Weiterhin Belüftung

Ich habe noch jede Menge Threads durchgelesen - und umso mehr Fragen stellen sich ;-)

Noch einmal ein paar "Rahmendaten": das DG wird zeitweise benutzt sein, d.h. meist warm, aber durchaus auch mal einige Zeit unbeheizt (und dann sicher unter 10°, da das Dach quasi ungedämmt ist).

Eine Zwischensparrendämmung des Daches ist im Augenblick praktisch nicht möglich (sonst müsste ich die gesamten Wandschrägen abbauen) - außerdem könnten wir sowieso nur die obere Hälfte des Daches dämmen, da die untere Hälfte auf Höhe der darunter liegenden Wohnung liegt. Geplant ist irgendwann mal eine Dachdämmung von außen - aber das muss noch ein bisschen warten.

Aufgrund der fehlenden Dämmung besteht allerdings eine sehr gute Belüftung. Der Wind streift quasi ungestört durch die Decke.

Jetzt stellt sich mir die Frage, wie es aussieht, wenn man jetzt mit OSB, Trittschall und Laminat eine "Diffusionssperre" einbaut? Reicht die Belüftung? Sollte man am Rand dennoch etwas dämmen? Oder besser so lassen und warten, bis mal das ganze Dach gedämmt sein wird?

Und dann noch einmal die Frage zur Schüttung: Wie hoch auffüllen? 3cm für die Belüftung lassen? Und was ist der Unterschied zwischen Perlite, Liapor und Mineralwolle bzgl. Wärme- und Schalldämmung?

Vielleicht kann mir ja noch jemand Tipps geben. Vielen Dank.





Letzter Planungsstand war jetzt ein Aufbau wie in Bild 1.

Wäre das grundsätzlich ok? Oder wo sollte man optimieren?
Oben drauf käme dann noch eine Schicht Trittschallschutz und das Laminat.





Jetzt habe ich aber noch überlegt, ob man die tragenden Bohlen nicht einfach "tiefer legen" könnte und dann über einer Ausgleichsschüttung schwimmend eine OSB drüber legen.

Vorteil: 1cm weniger Höhe über den Balken als bei der vorherigen Lösung.

Ich habe jetzt in einigen Threads über die Notwendigkeit einer Scheibenwirkung gelesen (da es sich laut Bauplan auch um Kehlbalken handelt). Wäre die - falls es überhaupt relevant ist - bei diesem Aufbau noch gegeben?

Was ist sonst von diesem Aufbau zu halten? Und ist die Schüttung auf dem Originaleinschub (Heraklith) überhaupt sinnvoll bzgl. Schalldämmung? Oder besser "mit Luft" füllen?



Hallo Jörg,



Version nach Bild 1 wäre besser.

Bei Bild 2 käme es zu Knarzgeräuschen durch die Reibung der Ausgleichsschüttung mit der Unterkonstuktion auf Grund der zu geringen Dicke der Schüttung.

Viele Grüße





Ich habe den Aufbau jetzt noch einmal ein bisschen konkretisiert.

Unschlüssig bin ich mir immer noch, ob ich die Blähglas-Schüttung machen soll oder mit einer Glaswollematte (z.B. Isover Akustic TP1) dämmen soll.

Vom Preis her stehen hier 3,50 EUR (Glasfaser) gegen 15 EUR (Blähglas) pro m2 (bei je 10 cm Füllhöhe). Beim Gewicht 5 kg (Glasfaser) gegen 19 kg (Blähglas).

Beim Thema Schallschutz heißt es immer, nur Masse bringt etwas. Lohnt sich hier also der Mehrpreis für das Blähglas bzgl. besserem Schallschutz? Oder ist das so marginal, dass man das gesparte Geld besser in eine andere Maßnahme investiert?

Sollte man eigentlich - egal, welches Material - bis zur Dielung füllen oder ist es besser, noch ca. 2 cm Luft zu lassen (z.B. zur Belüftung)?

Und noch eine Frage: Auf welche "Schicht" sollte man eine Ständerwand montieren? Ich hätte sie jetzt auf die untere Trittschallschicht (Damtec) montiert - ist das so richtig?

Danke für Eure Hilfe.



Schallschutz



lohnt sich immer.
Als Schüttung reicht aber auch normale Trockenschüttung (Perlite) oder Blähton (FIBOPHON Schallschutzschüttung) aus.
Die Ständerwand auf die Dielung montieren!
Der Fußbodenaufbau muß Luft zur Ständerwand haben, damit sich der Trittschall nicht über die Wand in die Decke überträgt (ist am einfachsten mit Randdämmstreifen zu machen).

Viele Grüße



Eine weitere Altenative



wäre nach Kontrolle der Statik z.B. eine Betonplatte auszubilden.
Das Ziegelgewebe bildet hier gleichzeitig Schalung und Bewehrung. Eine zusätzliche Bewehrung der Platte kann mit vorgesehen werden. Dann haben Sie die notwendige Masse für den Schallschutz.
Den Rest so belassen und die Einschübe mit Schüttung wie Perlite füllen.
Der Bodenaufbau kann somit frei gewählt werden.
Bei dieser Methode entfallen vorallem aufwendige Ausgleicharbeiten.

Grüsse Thomas



@ Thomas



Damit wird aber viel Baufeuchte eingebracht.

Viele Grüße, Gerhard



@ Gerhard



Das will ich gar nicht bestreiten, aber hier verhält es sich ähnlich wie beim einbringen eines Nassestrichs auf einer Balkenlage.
Die entstehende Feuchtigkeit sehe ich nicht unbedingt als Problematisch an.

Grüsse Thomas