Zwischendecke

15.11.2010



Guten Abend,
in unserem ländlichen Altbau (~ 1840) mussten wir die alten Lehmwickel entfernen, weil sie an vielen Stellen morsch oder durch langjährigen Wassereintrag verfault waren; manche Balkenenden müssen angelascht werden. So sehen wir im Moment vom EG durch die Balken bis zu Decke des OG.
Das Haus soll nur im Bestand gesichert werden; es dient uns jetzt vorübergehend als Bleibe (bis wir die Scheune nach energetischen Standards zum Wohnraum umgebaut haben) und soll künftig lediglich außerhalb der Winterzeit als zwei Ferienwohnungen vermietet werden. Eine bescheidene Sanierung ist hier also das oberste Ziel!

Zur Geschossdecke zwischen EG und OG nun folgende Überlegungen:

(1) Die Balken der Geschossdecke sind auf der ganzen Länge eingekerbt (für die Lehmwickel). In diese Kerben würden wir gerne 22mm OSB einsetzen.
(2) Darüber soll eine Schüttung zur Reduzierung des Luftschalls bis zur oberen Kante der Balken verfüllt werden.
(3) Die eingesetzten OSB-Platten-Stücke würden wir von unten einfach nur mit einer Kalkfarbe Streichen oder einer dünnen Kalkputzschicht versehen.
(4) Über die Schüttung (also auf die Balken) käme eine weiter Schicht OSB.
(5) Es folgt eine Kokosfasermatte gegen der Trittschall.
(6) Darauf würde dann schwimmend das Parkett verlegt; die Frage wäre, ob hier Click geeignet ist.

Ist das ein passabler Aufbau? Vielen Dank für die Antworten!



Das iss kein passabeler Aufbau



OSB- Platen sind recht Dampfdicht, darum würde ich einen Schüttung beidseitig so nicht einpacken.
Ganz abgesehen von den technologischen Schwierigkeiten in die Schlitze OSB- Platten zu bekommen (das könnten dann bestenfalls Streifen sein) würde das ohne weiteren Verputz oder Bekleidung von unten doch recht wüst aussehen.
Ich würde rechts und links an die Balken Latten schrauben, darauf einen Fehlboden aus Rauspund o.ä., darauf einen Rieselschutz und dann eine Füllung mit Masse z.B. Lehm einbringen.
Oben drauf könnten dann Dielen, und die Decke von unten kann bekleidet oder verputzt werden.

Grüße aus Schönebeck



Nachfrage



Vielen Dank für die erste rasche Antwort. Darf ich nachfragen? Die Idee mit den Latten an den Balken dürfte ein effektives Arbeiten ermöglichen. Sie schlagen vor, von unten Rauspund anzuschrauben. Verstehe ich richtig, dass ich die Rauspundbretter in kurze Brettchen säge, die danmn quer zu den Balken an die Latten geschraubt/genagelt werden? Dann schrieben Sie, diese Lage könnte von unten "bekleidet oder verputzt" werden. Kann ich tatsächlich auf Rauspundbretter direkt (oder mit Haftgrund) einen dünnen Putz aufbringen ohne dass es an jedem Stoß Risse gibt?





Die Brettchen (der Fehlboden) immer so lang wie der Abstand von Balken zu Balken ist müssen dann von oben auf die angeschraubten Latten gelegt werden.
Diese sollen ja die Last der Deckenfüllung aufnehmen.
Wenn man die Decke Verputzen wollte müssen unter die Latten nochmals Bretter sowie ein Putzträger z.B. Schilfrohrmatten aufgebracht werden, entweder so das nur Füllungen verputzt werden, die Balken also sichtbar bleiben.
Oder das die Balken (Kölner Decke) mit verputzt werden.
Wenn die Decke grade werden soll müssen die Bretter unter die Balken geschraubt werden.

Grüße aus Schönebeck

Fotos: Kölner Decke
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Und hier noch ein Foto mit sichtbaren deckenbalken.

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Ergänzung:



auf eine Kokosfasermatte können Sie kein Parkett verlegen. Eine Dielung auf der Balkenlage entspricht Ihrem Häuschen bestimmt besser. Ist ein Trittschallschutz überhaupt erforderlich?

Grüße

Thomas