Holzbalkendecke sanieren und isolieren!

02.02.2009



Ich muss bei meiner 120 Jahren alten Bauernkate auf einer Seite des Gebäudes die Holzbalkendecke sanieren. Der Dachboden ist nicht ausgebaut und soll es auch nicht werden. Es wurde von oben die alte Dielung abgenommen und anschließend die Lehmstaken zwischen den Balken entfernt. Die gesamte jetzt freiliegende Fläche beträgt 60qm verteilt auf zwei Räume mit einer Wand zwischen den Räumen auf der die Balken aufliegen. Ein Balken wurde über die gesamte Länge von 10m ersetzt und bei 5 Deckenbalken wurden die Köpfe gemacht. Alles wurde von einem Zimmermann ausgeführt. Jetzt will ich die Decke neu aufbauen. Die Deckenbalken sollen von unten sichtbar bleiben. Eigentlich wollte ich in die alten Fugen der Deckenbalken neue Bretter einklemmen und anschließend von oben auf die Bretter mit Hanf-Dämmwolle isolieren. wie gesagt der Boden muss nicht begehbar sein und das Dach ist Luftoffen also ohne Dampfbremsfolie. Muss ich bei der Decke eventuell eine Dampfbremsfolie einbauen oder kann ich darauf verzichten? Welch einfache Isolierung kommt in Frage, da ich das Haus nur als Ferien- und Wochenendobjekt benutze. Freue mich auf zahlreiche Antworten...Jo



Wenn der Dachboden gut belüftet ist...



sehe ich keine Notwendigkeit einer Dampfbremse. Diese wird kaum perfekt in den Anschlüssen verlegt werden können. Lieber flächig diffundieren lassen als sich punktuell Feuchtenester einhandeln.

Als Dämm-Material wurde Hanf genannt. Warum nicht? - www.hanffaser.de

Alternativ ist noch die Dämmung von www.flachshaus.de zu nennen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wie wäre es mit:



Die alte Lehmstakendecke auf den Balken wieder herstellen bzw. rekonstruieren und, soweit noch verwendbar, die alten Dielen wieder aufbringen.

Eine bessere Dämmung werden Sie kaum bekommen und es dürfte meiner Ansicht nach auch wesentlich kostengünstiger, wenn auch etwas arbeitsintensiver sein, als die Hanf- bzw. Flachsvariante.

Am Dachboden selbst würde ich sonst auch nichts ändern und mich dem vorherigen Beitrag von Herrn Lipfert anschließen.

Viele Grüße
Achim Hecke



So sah es aus bevor der Zimmermann da war...



...wiederverwerten der alten Dielung und der Lehmstaken schließt sich aus da einige Bereiche mit Hausschwamm befallen waren. Muss der Boden auf dem Dach nach der Isolierung zwischen den Balken mit Holz belegt werden wegen der Luftdurchlässigkeit des Daches und dadurch auch der isolierung? Gibt es eine kostengünstige Isolierung?

Grüße und Danke für die bisherigen Antworten...Jo



Bei uns schaut das so aus.



Der Spitzboden ist bei uns ebenfalls Kaltdach. Die Staken sind auf die Balken aufgebracht und dann mit Lehm verstrichen. Die Lehmschicht ist ca. 5 bis 8 cm dick und hat allerbeste Isolierungseigenschaften sowohl in Temperatur- als auch in Schallhinsicht.

Mehr braucht es an sich nicht.

Ferner kann alles in Eigenleistung aufgebaut werden und ist, wie gesagt, verglichen mit Hanf oder Flachs recht kostengünstig, allerdings arbeitsintensiver.

Bei Interesse schauen Sie doch mal nach www.claytec.de. Die bieten alles für eine Stakendecke an (Strohlehm, Eichestaken)





ich schliesse mich der Meinung meiner Vorredner an. Der Lehm (oder eine verputzte Decke) fungiert auch als Dampfbremse.
Allerdings warum nicht von oben noch eine Schicht Hanf aufbringen? Schaden wirds sicherlich nicht.
Es gibt bei hanffaser.de auch eine Hanf-Dämm-Schüttung.



Die Lehmfüllung...



der Decke wiederbenutzen! Wie geht das? Gibt es eine Anleitung zum recyceln der Lehmfüllung?



Erfahrungen



Solche Herangehensweisen sind uns nicht fremd.
Doch sollte auch hier einiges Beachtung finden und die Lösungen sollten dazu noch funktional und einfach erscheinen.
Wir haben solche Dinge in der Uckermark bereits ausgeführt und auch an bestehende Decken ergänzt.
Das nebenstehende Bild soll einen kleinen Eindruck verschaffen.

Handwerklicher Gruß
Udo



Zusatz!



Der ausgebaute Lehm sollte frei von sämtlichen Verunreinigungen sein (Hölzern, Fremdstoffen etc. und vor allem aber Pilzfrei!!) und dann trocken und gut zerkleinert.
Mittels eines großen "Bellos" ist dies problemlos machbar.
Dann vollflächig ein Rieselschutzvlies einbauen und darauf dann die zerkleinerte Füllung bringen und mit zusätzlichem Frischfüllmaterial (MauermörtelUnterputz) oberflächenbündig auffüllen und anstampfen.

Gruß Udo



Handstmpfer selbst gefertigt



Gewisse Werkzeuge kann man auch selbst schnell herstellen.

MfG Udo



Es gibt verschiedene Möglichkeiten



Hier auch noch eine, die einfach selbst zu realisiern ist.

Grüsse Thomas



@ Thomas



Hier wäre mir Deine Messe zu gering!
Die Hobelspäne sind mind. 80% und der Rest ist ein bisschen Lehm!

Sorry!
Grüße Udo



@ Udo



unterschätze mir die Schallabsorbtionsfähigkeit des Materials nicht.
Ausserdem sollte man an den Dämmwert denken, vorallem wenn es sich hierbei um die thermische Hülle handelt.
Da bringt ein Lehmgemisch eben nicht das was eine dementsprechende Dämmung bringt

sorry
Grüsse aus dem verschneiten Allgäu
Thomas



@ Thomas



Bei uns gibt es auch sehr viel Schnee.
Doch der ist auch leicht und trotzdem ist manche Halle darunter eingefallen.

Grüße in die Nacht,
Udo