Trittschalldämmung auf Holzbalkendecke mit Sandfüllung, Statik, Brio Trockenestrich

02.01.2005



Schwimmender Brio Trockenestrich mit Trittschalldämmung direkt schwimmend auf Holzbalkendecke? Geht das?

Der Boden gaagst und quitsch in meinem Altbau mit Holzbalkendecke. Also das Parkett raus, drunter die Lattenkonstruktion, die auch 5cm Gefälle bei 30qm ausgeglichen hat und direkt auf die Holzbalken vernagelt war, abreissen.
Deckenaufbau ist:
- Holzbalken mit Sandschüttung, die auf kleinen Brettern liegt, die zwischen den Holzbalken verkeilt sind.

Ich glaube an die Raumschalldämmung durch das Sandgewicht in der Decke. Also brauch ich nur noch ne gute Trittschalldämmung. Für den gesammten Aufbau mit Fliesenbelag hab ich 8 cm.
Meine Idee ist, erstmal alles mit Schüttung ausgleichen, dann Trittschalldämmplatten, ne Brio Trockenestrichplatte von Knauf und dann Fliesen drauf oder Parkett mit noch ein wenig Dämmung drunter.

Hab das Problem gedanklich mit der Statik, weil ich am Anfang bestimmt nen Druck auf die Schüttung bekomme, die den Druck nicht nur an die Holzbalken weitergibt, sondern auch an die Verlattung in der Sandfüllung. Auch aus anderen Gründen überlege ich deshalb, noch direkt auf den Holzbalken, schallentkoppelt durch Dämmstreifen, 19er Spannplatten zu verlegen. Das klaut mir aber den Raum für den Aufbau darüber.
Also hält der Sandaufbau dem erstmaligen Verdichtungsdruck stand oder verteilt der Trockenestrich den Druck soweit, das es derartige Belastungen nur gibt, wenn man die 300kg/qm voll über die ganze Raumfläche ausnutzt?

Danke für eure Antworten

Ekke



Trittschalldämmung auf Holzbalkendecke mit Sandfüllung



Die Estrichelemente sollten so formstabil sein, dass sie keine punktuellen Belastungen weitergeben. (Würde ja sonst auch Probleme bei Befliesung geben).
Eventuell drückt sich die Schüttung in den Sand und die Deckenbalken (60-80 Abstand) fangen die Last ab.
Wenn eine untere Plattenkonstruktion auf den Balken noch zur weiteren Gewichtsverteilung dienen soll, wäre sie durch deine Massnahmen ja schon entkoppelt, so dass der obere Aufbau mit weniger Dämmung auskommt.
Ich weiss aber nicht genau, ob so eine aufgesplittete Dämmung den selben Effekt wie eine geschlossene hat.
Jedenfalls solltest du die untere Plattenkonstruktion höchstens an den Balken fixieren aber bloss nicht verschrauben.

Schneider



Holzbalkendecke



1. unbedingt Statiker hinzuziehen, der ermitteln kann, welche Lasten die Decke überhaupt verkraften kann.
2. kraftschlüssig mit den Deckenbalken verbunden (ohne Dämmstreifen, wg. Statik) eine Lage OSB-Platten oder Rauhspundbretter (Dicke je nach Balkenabstand); also ausgleichende Latten wieder einbauen.
3. 40 mm Holzweichfaserplatten als Trittschalldämmung mit Zwischenleisten, dann Dielenboden. Gesamtaufbau incl. OSB-Platten ca. 82 mm

Warum Fliesenboden und Estrich, es gibt soviel bessere Aufbauten!



Holzbalkendecke



Hallo Herr Heim,
danke für ihre Antwort.
Einige Anmerkungen hätte ich noch und wäre dankbar, wenn sie mir hierzu noch Tips geben könnten.
- die Deckenbalken sind nach Sichtung noch einwandfrei und sollten meiner Ansicht nach das zusätzliche Gewicht von ca. 35kg/m2 (Trockenestrich, Dämmung und Schüttung) vertragen. Die Überspannweite beträgt (Abfang durch darunterliegenden Querbalken) nur ca. 2,5 m.
- Aufgrund der "Schräge" des Bodens (Balken sind nicht in Waage), habe ich teilweise nur 4-5cm für den Aufbau. Hieraus entsteht das Problem, das ich Unterbodenverlattung nicht durchführen kann (mein derzeitiger Stand).
- meine Intension ist, soweit möglich, ein Optimum an Trittschalldämmung zu erreichen (ohne jedoch das Haus abzureissen und neu zu bauen)

Mir ist nicht ganz klar, warum ich auf den Deckenbalken noch eine Lage OSB Platten aufbringen muss, bzw. die "kraftschlüssigkeit wegen der Statik" ist mir nicht ganz klar.
Prinzipiell würde ich den von ihnen angesprochenen Aufbau (Verlattung und OSB Platten als Untergrund für den Boden, obendrauf der eigentliche Aufbau) auch als Optimum sehen, jedoch habe ich nicht die entsprechende Höhe zur Verfügung.

Konkrete Frage hierzu:
Was ist an der von mir vorgeschlagenen Konstruktion (frei schwimmend verlegter Trockenestrich mit Trittschall und Schüttung direkt auf den Holzbalken) als kritisch zu bewerten? Der Trockenestrich sollte die Kräfte doch gleichmässig über dir Fläche verteilen?

Für eine nochmalige Antwort wäre ich ihnen sehr dankbar.



Antwort



> - die Deckenbalken sind nach Sichtung noch einwandfrei und sollten meiner Ansicht nach das zusätzliche Gewicht von ca. 35kg/m2 (Trockenestrich, Dämmung und Schüttung) vertragen. Die Überspannweite beträgt (Abfang durch darunterliegenden Querbalken) nur ca. 2,5 m.

--> Kann man ohne weiter Informationen natürlich nicht beantworten.

> - Aufgrund der "Schräge" des Bodens (Balken sind nicht in Waage), habe ich teilweise nur 4-5cm für den Aufbau. Hieraus entsteht das Problem, das ich Unterbodenverlattung nicht durchführen kann (mein derzeitiger Stand).

--> Geht natürlich schon, wenn man die Balken entsprechend aufdickt, hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

> - meine Intension ist, soweit möglich, ein Optimum an Trittschalldämmung zu erreichen (ohne jedoch das Haus abzureissen und neu zu bauen)

--> Dazu muss man wissen, welche Lasten die Decke vertragen kann.

> Mir ist nicht ganz klar, warum ich auf den Deckenbalken noch eine Lage OSB Platten aufbringen muss, bzw. die "kraftschlüssigkeit wegen der Statik" ist mir nicht ganz klar.

--> Damit eine Holzbalkendecke ihre Funktion als aussteifendes Element erfüllen kann, benötigt sie eine entsprechend aufgebrachte Schalung.

> Prinzipiell würde ich den von ihnen angesprochenen Aufbau (Verlattung und OSB Platten als Untergrund für den Boden, obendrauf der eigentliche Aufbau) auch als Optimum sehen, jedoch habe ich nicht die entsprechende Höhe zur Verfügung.

> Konkrete Frage hierzu:
> Was ist an der von mir vorgeschlagenen Konstruktion (frei schwimmend verlegter Trockenestrich mit Trittschall und Schüttung direkt auf den Holzbalken) als kritisch zu bewerten? Der Trockenestrich sollte die Kräfte doch gleichmässig über dir Fläche verteilen?

--> das ist sicher richtig, ich darf die Lasten auf einer Holzbalkendecke aber nicht gleichmäßig verteilen, sondern ich muss dafür sorgen, dass die Lasten in die Holzbalken eingeleitet werden. Die kann in aller Regel nicht über den Fehlboden geschehen. Außerdem fehlt die oben beschriebene aussteifende Wirkung komplett. (Zu diesem Thema gibt es übrigens schon einige Diskussionen in diesem Forum)

--> Sie haben geschrieben, dass 8 cm zur Verfügung stehen. Mein Vorschlag macht 8 cm aus, oder kommt es wirklich auf den mm an?
Hier noch ein anderer Vorschlag:
OSB-Platte, Holzweichfaser-Pavapor 17/16, Fermacell Trockenestrich, Kork (ca. 7,0 cm)



Weitere Variante...



Hallo, wir überlegen uns gerade ob wir im Zuge der Dachsarnierung den Dachboden für meine Tochter ausbauen. Da darunter Mieter wohnen wünschen wir uns eine gute Schalldämmung.
Die Balken sind 250x300mm Fichte hochkant. Der bisherige Aufbau der Decke ist folgender (von unten nach oben): fermacell von unten an Ausgleichslattung befestigt. Dann kommen 80mm Akkustik-Mineralwolle-Platten zwischen den Balken. Darauf eine in die Balken berschraubte 30x60-hochkant-Lattung auf die ein Zwischenboden mit 18mm Stärke vernagelt ist.

Das besteht also bereits. Nun die Frage. Mein Architekt sagt ich soll darauf eine Schüttung aus gewaschenem und getrockneten Kalksand mit 2-3mm Körnung geben, in den Sand 80x60mm Latten mit 500mm Abstand legen auf die ich dann die Dielen nageln soll. Er meint das reicht dicke für Trittschall und der Luftschall sei mit der bestehenden Unterkonstruktion schon geregelt. Ach ja... der Statiker hat den Sand genehmigt!

Irgendwelche Iddeen, Bedenken oder Verbesserungsvorschläge?

Vielen Dank schon mal...



Schallschutz



ein Sachverständiger muss ihnen den Schallschutz gem. DIN 4109 bestätigen. Mit dem beschriebenen Aufbau dürfte dies nicht möglich sein (muss überprüft werden).
Mir ist gerade gestern ein Gerichtsurteil auf den Schreibtisch geflattert, nachdem ein Mieter Recht bekommen hat, der auf Grund der Nichteinhaltung des Schallschutzes, nach der o.g. DIN die Miete um 20% gekürzt hat.
BGH vom 06.10.2004 - VII ZR 355/03