Imprägnierung des Baslken im Dachstuhl 1934

24.07.2003



Hallo, wir haben uns ein haus Bj. 1934 gekauft und möchten jetzt die dunklen Balken im Dachstuhl Abschleifen und neu lasieren.ältere bewohner sagen, dass die balken in vorbereitung auf einen krieg imprägniert wurden ( schwere Entflammbarkeit)beim ersten anschliff roch es wie die vergußmasse von alten zeilentrafos aus der ddr Zeit( sie ist weiß und wachsähnlich). was könnte das für ein stoff sein uind ist er noch schädlich



DAS interessiert mich auch!



welche Farbe haben die balken denn?
unsere balken etwa aus der zeit sind pechschwarz und riechen beim abschleifen verbrannt (wie die vergussmasse riecht weiss ich leider nicht). wir vermuten, dass sie damals mit teeröl gestrichen wurden (früher wurden anscheinend telefonmasten zur Imprägnierung in teeröl ausgekocht. wenn das öl dann dafür nicht mehr zu gebrauchen war konnte man es sich kostenlos abholen und zuhause zum Streichen nehmen - so wurde mir jedenfalls erzählt...).

viele grüße,
christine



Dachbalken



hallo christine, die balken sehen oberflächlich wie gebeizt aus nach dem Schleifen kommt das Holz zum vorschein, jedoch sieht es nicht aus wie fichtenholz sondern bleibt eher bräunlich.nach einer umfrage bei älteren mitbewohnern habe ich erfahren, dass die gefährlichkeit nach 70 jahren nicht mehr so sei. weiß mann es aber sicher? wo wohnst du eigentlich?



ups!



die region hab ich garnicht beachtet.
ich komme aus baden-württemberg (hart an der bayrischen grenze). hier wurde damals sicher einiges ganz anders gemacht als in sachsen-anhalt...

unsere balken sind/waren teilweise - wie schon gesagt - pechschwarz, aber nur relativ oberflächlich. die "farbe" (?) ist recht dick aber nicht sehr tief in das holz eingezogen. allerdings ist die oberfläche des holzes nach entfernen der dicken farbschicht (so dass noch etwas farbe in der struktur der balken drin ist) noch immer so geschlossen, dass Leinöl nicht so aufgesaugt wird wie von den unbehandelten balken...

viele grüße,
christine





im dachstuhl meines hauses (200 jahre alt) roch es auch irgendwie teerig; nach der entfernung der Verkleidung und der neueren bodenbeläge stellte sich heraus, dass einst ein offener rauchabzug von der Küche im Erdgeschoss über eine (räucher-)kammer im Obergeschoss in denn offenen dachbereich ging. kamine wurden in unserer region (unterfranken) erst ab mitte des 18. jahrhunderts in bauernhäusern allgemein gebräuchlich. die geräucherten Dachbalken sind perfekt konserviert. es könnte sein, dass manche üble gerüche in alten häusern auch davon kommen, dass in den öfen später alles mögliche verschürt wurde.
günter flegel, wagenhausen



Brandschutzimprägnierung



Guten Tag, vor bzw. im 2. Weltkrieg wurden oft Brandschutzbehandlungen mit Kalkschlämmen oder Kali-Wasserglasanstrichen verwendet. Dies sollte zu einer art "Versteinerung" der obersten Holzschicht führen. Es wurde aber oft auch aller möglicher anderer "Kram" aufgestrichen. In der DDR wurde in öffentl. Gebäuden oft eine Brandschutzbehandlung mit unterschiedlichen Slzkomponenten vorgenommen.
mfG. Ulrich Arnold