Unser langersehnter Traum...........ein Fass ohne Boden?????

22.12.2004


Seit Oktober sind wir nun endlich glückliche Hausbesitzer, und meine Vorbesitzerin hat es bis Anfang November tatsächlich geschafft, ihre unglaublichen Müllmengen aus dem Gebäude zu schaffen, sodaß wir mit dem Renovieren beginnen konnten.
Als erstes ließen wir die Außenwände untersuchen. Wir hatten Glück, denn trotz styropor-beschichteter Rigipsplatten als Wandverkleidung (seit etwa 12 Jahren) konnte bisher kein Schaden gefunden werden.
Viel schlimmer war aber die genauere Untersuchung des Dachstuhls und der ziemlich durchhängenden Deckenbalken. Der Zimmermann war ebenso skeptisch wie wir und riet uns, die alte Geschossdecke herauszunehmen. Mutig gingen wir ans Werk, jahrhundertealten Strohlehm und ebenso alte Holzstaken auszubauen. Wir wußten zwar, dass Lehm sehr staubt, aber die Realität potenzierte unsere Vorstellung noch um einiges. Aber zum Glück folgten wir dem Rat des Zimmermanns, denn es ist kaum ein Balken in Ordnung. Sie sind so verrottet, dass wir eine komplett neue Balkendecke einziehen lassen müssen. Vor 12 Jahren wurde also ein neues Dach auf eine völlig morsche Unterkonstruktion gebaut. Irgendwie ist das nicht zu fassen!!!!!!!!!!!
Außerdem ist der Schwellbalken an der Straßenfront morsch und muss ebenfalls erneuert werden.
Diesen ganzen Renovierungsaufwand haben wir in unserer Finanzierung nicht eingeplant.
Zur Zeit ist unser Mut etwas geschrumpft. Aber ich hoffe, das ändert sich noch wieder, denn eigentlich gefällt uns das Haus immer noch. Wir haben nur wirklich Angst, dass es sich zu einem Fass ohne Boden entwickeln könnte. Es ist sehr tröstlich zu lesen, dass andere Mitglieder in diesem Forum teilweise ähnliches erlebt haben.

Viele Grüße
Birgit Sillus





Habt Ihr noch einen zweiten Fachmann zu den Balken befragt? Die hätten vor 12 Jahren bestimmt nicht das neue Dach auf einen verrotteten Dachstuhl gepackt. Obwohl, alles ist möglich.

Viele Grüße und trotzdem schöne Weihnachten
Stephan Schöne



Dachbalken



Das gesamte Dach incl. Dachstuhl ist neu (nur ein geringer Teil vom alten Sprengwerk ist erhalten geblieben und bildet eine stützende Funktion für einige neue Balken des Dachstuhls). Die Deckenbalken zwischen dem 1. OG und dem Dachgeschoss sind in der Tat teilweise pulverisiert und stellenweise nur noch leistendick. Das Haus hat keinen Drempel und daher wurde auf diese morsche Geschossdecke tatsächlich ein neues Dach errichtet.
Vorsichtshalber hatten wir auch noch einen weiteren Fachmann um einen Rat gebeten. Eigentlich sind wir ja auch froh, dass wir diesen Aufwand betrieben haben, denn wir wollen das DG ausbauen und hätten es wohl nicht lustig gefunden, später ein Bücherregal eine Etage tiefer wiederzufinden. Und genau das wäre sehr wahrscheinlich irgendwann passiert.
Es ist nur ziemlich frustrierend, gleich am Beginn der Renovierungsphase solche Überraschungen zu erleben.
Vielleicht sehen wir alles im Januar wieder etwas positiver.
Aber dennoch, vielen Dank für die Mail.
Viele Grüße, schöne Feiertage und alles Gute für das neue Jahr
Birgit Sillus