Hausbock




Hallo
Ich habe mir vor 2 monaten ein haus gekauft .
baujahr 1960 .
der Dachstuhl wurde von drei bekannten zimmermaennern gruendlich untersucht und vor Kauf fuer (sehr) gut befunden.
er ist frueher beim bau behandelt worden (roetliche faerbung) ein paar risse sind vorhanden .
nun nachdem wir eingezogen sind wollte ich auf dem Dachboden von den unbehandelten bodenbrettern einen teppigboden entfernen . der ganze boden war mit alten resten verlegt und vernagelt .
dann bemerkte ich an 5 stellen einen aktiven hausbockbefall.
am naechsten tag kam mein Zimmermann und gab mir ein wenig ratschlaege.
dann habe ich die ganzen bodenbretter entfernt und entsorgt .
an den deckanbalken darunter keinerlei ausflugloecher und auch keinerlei knabbergeraeusche . habe ca 2 stunden sehr genau gehorcht und geschaut.
doch dass alles war mir nicht genug , da ich frueher schonmal in einem alten Bauernhaus gewohnt habe , bei dem der kompl dachstuhl und alle decken kompl zerfressen waren.
deswegen hatte ich etwas angst , dass in meinem neu erworbenen heim auch bald alles zerfressen ist.
habe dann den ganzen dachstuhl 12x6m sammt dachlatten 2x mit remmers holzwurmfrei behandelt . im spruehverfahren .
dann habe ich mir einen schaedlingsbekaempfer bestellt , welcher auch keinen aktiven Befall auf die schnelle sehen konnte.
er wollte , dass ich jeden Balken mit druckinjektion behandel .
zuerst wollte ich das auch machen , doch sinnvoll ist es erst , wenn ich auch weiss dass noch ein befall vorhanden ist.
diese auskunft gab mir auch herr ruepkes vom holzwurmforum.
nunhabe ich mich entschlossen zu warten und regelmaessig zu schauen ob alles i.o ist .
im gleiche zuge hatte ich die moeglichkeit die bodendecke zu Isolieren (gott sei dank) . denn die obere Wohnung habe ich warm vermietet.
bodenbretter kommen aber vorerst nicht drauf.
so kann ich alles weiter beobachten.
wer hat ähnliche erfahrungen oder kann ratschlaege geben .
vielen dank
mfg
brueggemann

ps schaedlingsbekaempfer war fa poppens

danke



Überprüfen



Sie sollten zunächst die Balken abklopfen (kann manchmal ein Hinweis sein) und dann die Balken an einigen Stellen Abbeilen um zu sehen was sich unter der Holzoberfläche befindet.
Ich nenne Ihnen gerne einen Zimmermann, der sich das ganze mal anschauen kann.





hallo
danke fuer die schnelle antwort
wurde schon vo drei zimmermaennern ueberprueft und auf (neuware) beurteilt.
ist wirklich auch top in schuss der dachstuhl.
was meinen sie ? druckinjektion vorbeugend ?



Bodenbretter nicht wieder drauf?



Beachten sie, dass die Bodenbretter sehr wahrscheinlich eine statische Funktion (Aussteifung des Gebäudes) hatten. Kommen die Bodenbretter vorläufig nicht mehr drauf, sollten provisorisch einige Diagonalen aufgebracht werden.
Darüber hinaus bedenken sie, dass alle chemischen Holzschutzmittel auch ihre Wirkung auf die Menschen haben. Daher nur einsetzen, wenn nicht anders möglich.



Strategie


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Hallo Herr Brückemann

Ihre Schilderung zeigt mir noch einmal deutlich welche Bedeutung eine fundierte fachkundige Beratung und eine daraus resultierende durchdachte Strategie hat.

Im Nachhinein ist es zwar einfach zu kritisieren, aber sie hätten sich durch die Einladung eines versierten Holzschutzsachverständigen zu einem Ortstermin so zweifelhafte Aktionen wie das Einsprühen des Dachstuhls sparen können

Ich denke das Herr H.J. Rüpke ihnen anläßlich eines Ortstermin bestimmt eine klarere Strategie vorgeschlagen hätte. Das "Beobachten" ist übrigens eine langjährige Angelegenheit. Vielleicht sollten sie sich aktuell über eine grundlegende Verhaltensstrategie Gedanken machen.

Gruß

L. Parisek





hallo h. parisek
was meinen sie genau mit ihrer antwort?
ich hatte einen sachverstaendigen vor ort , welcher mir sofort zu einer druckinjektion geraten hat . VORBEUGEND.
h. ruepkes riet mir davon aber ab , weil es auch laut gestz nicht erlaubt sei , weil kein Befall erkannbar ist.
ich moechte aber nur vorbeugen.
meinen sie auch ich soll weiterhin beobachten und erst handel, wenn ich etwas bemerke?
oder doch etas unternehmen .
danke



bodenbretter



hallo
nein die bodenbretter sollen voerst nicht wieder drauf.
vielleicht haben sie etwas falsch verstanden.
es ist die Decke vom ersten geschoss.
sie ist von unten mit latten verkleidet und mit Stroh . dann verputzt.
selbst ich als konstukteur kann es mir leider nicht vorstellen , dass die bodenbretter eine funktion auf die Statik haben sollen.



Mit der Vorstellung ist das so eine Sache



ich bin Statiker und sie können mir glauben, dass es in den meisten Fällen so ist!
Diese aussteifende Funktion wird heute von den Betondecken übernommen.An vielen alten Häusern kann man das Ausbeulen der Außenwände dort feststellen, wo die Wirkung der Balkenlage mit dem Dielenbelag nicht beachtet wurde.



Viele Köche



Druckinjektionen sind keine vorbeugender Schutz und trotz ihrer beschränkten Wirkung eine rein bekämpfende Maßnahme. Wenn sie keinen aktiven Befall haben also wirklich unnötig.

Sie schreiben anderseits, dass sie an 5 Stellen einen aktiven Befall festgestellt haben. Wer hat dies getan, anhand welcher Merkmale und wie erfolgte die Abgrenzung? Verzeihen sie mir, aber dies hört sich alles ein wenig sonderbar und diffus an. Hier helfen auch keine 20 Zimmerleute sondern nur eine einzige richtige Aufklärung über die Zusammenhänge. Vorraussetzung ist natürlich das diese Beratung wargenommen wird.
Hat der hinzugezogene Holzschutz-Sachverständige sie eigentlich über die Zusammenhänge und Gesamtaspekte genau aufgeklärt ?

Gruß

L. Parisek



Hausbock und Statik



@Fred Heim
Hallo Herr Heim,
gerade habe ich mit Erschrecken Ihre Antwort auf o.g. Beitrag gelesen. Sie schreiben, daß die Bodenbretter Auswirkung auf die Statik des Gebäudes hatten/haben können. Verstehe ich Sie richtig - reden Sie von den Dielen, die früher einfach auf die Balkenlage genagelt wurden?
Ist es für einen Laien ersichtlich, ob diese Bretter die Statik beeinflussen, oder nicht?
Falls dies so wäre, dann...die zerfressenen Bretter wurden (fast) alle entfernt...ich mag gar nicht dran denken. ;-)

@Lutz Parisek
Hallo Herr Parisek,
auch wir hätten wohl vorher einen Holzsachverständigen hinzuziehen sollen. :-)
Bei der ersten Besichtigung des Hauses hatten wir zwar einen "Gutachter" dabei, aber der Hausbockbefall wurde nicht erkannt bzw. vom "Gutachter", wie andere Schäden auch, "übersehen/überhört".
Es handelt sich um ein altes Bauernhaus - Baujahr in den 20er-Jahren, in den 50ern aufgestockt - mit Fehlböden und "wunderschönen" Balken.
Das sah allerdings auch der Hausbock so. Sämtliche Balken und Holzböden sind zerfressen. Decke EG und OG, sowie alle Stützen im Dachstuhl. Einzig die Sparren sind vor ca. 15-20 Jahren erneuert worden und zeigen keinen Befall.
Ich hatte einen Käfer (identisch mit den Fotos eines Hausbockkäfers hier im Forum) gefangen und machte mich auf den Weg zu diversen Fachleuten.
Der regionale Schädlingsbekämpfer empfahl das Abbeilen und Besprühen sämtlicher Balken. Das Besprühen hätten wir selber machen sollen, mit einem Mittel von ihm und einem Sprühgerät aus dem Baumarkt.
Der erste Zimmermann wollte gar nicht kommen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Seine Meinung war, man könne die Balken bis zu 50% abbeilen, die Statik wäre trotzdem nicht gefährdet und der Holzschädling wäre weg.
Die weiteren Zimmerer erstellten Angebote über das Auswechseln der Balken und einen neuen Dachstuhl.
Tja, und nun sind wir etwas ratlos. :-)
Wenn nur alle Balken ausgewechselt werden, kann der Hausbock sicher noch die vorhanden Sparren und die neuen Balken befallen?
Ist der Hausbock in Bayern noch meldepflichtig? Falls nicht, wüssten wir gerne, wie lange schon nicht mehr.

Vielen Dank
P. Staudacher



Angst Geld Ungeziefer



Hallo Herr Brüggemann.
Lassen Sie sich keine Angst machen, es gibt immer
einen Weg.
Wenn Sie einen Befall mit Borkenkäfer oder ähnlichen Mistviechern festgestellt haben, dann sollten Sie handeln.
Aber davon stürzt die Welt nicht ein, und ihr Häuschen auch nicht. Jedenfalls nicht in nächster Zeit.

Übrigens hat mir einmal ein "anerkannter Statiker" weismachen wollen, daß ein STAHLBOLZEN keine Scherkräfte aushält, bzw. nicht für Scher-Belastung eingesetzt werden dürfe, weil ich einen Balken mangels seitlichem Platz mit einer 8 mm dicken Stahlplatte bzw. Lochblech, 110cm lang, 20cm breit, und jeweils 16x 8mm dicke Holz-gewindeschrauben (12 cm lang) pro Seite oben und unten verlängert habe (ich hör schon die "Baubiologen" aufheulen - Eisen auf Holz - schlimm !). "Vorschriftsmäßig" wäre eine seitliche Beilaschung gewesen. Laut diesem superschlauen, ausgebildeten "Fachmann" hält also ein Stahlbolzen keinen Scherkräften stand. Wir haben anschließend die Verlängerung von oben mit einem 1000 Liter Regenwassertank belastet (nach einigen Regenfällen), ohne die geringsten Probleme mit Scherkräften. DA ZUCKT NIX... aber der Statiker wollte auch den scherkraftmäßig nicht belastbaren Stahlbolzen in meinem Schraubstock nicht mit der Hand abscheren... dürfte ja kein Problem sein, wenn der Stahl das nicht aushält, offiziell. Was für ein Blödsinn.
Naja. War wohl ein "Fachidiot".
Mit der Angst der Menschen wird viel Geld verdient.
Bedenken Sie das, bevor Sie den nächsten "Fachmann" zur Begutachtung bestellen. Vorerst empfehle ICH ALS LAIE, die betroffenen Stellen einfach mit dem giftigsten erhältlichen Holzschutzmittel zu tränken, das sie auftreiben können. Flug- und Fraßlöcher mit einer Spritze vollpumpen und das ganze 2 - 3 mal wiederholen. Möglich wäre auch, die behandelten Balken -sofern freiliegend- mit Folie zu umwickeln, um die Verdunstung einzuschränken. So dringen Imprägniermittel von selbst tiefer ein.
Auf Wertstoffhöfen kriegt man, wenn man die Leute ein bischen beschwatzt und das Problem schildert, manchmal noch richtig gute alte "verbotene" Xylomon-Pampe, die auch wirklich WIRKT. (Was erwarten die Leute denn - daß ein Meersalz-wässerchen die MISTVIECHER KILLT ? Vielleicht, wenn die darin ERSAUFEN...)
Sollte dann immer noch was kreuchen und knabbern, müssten Sie wohl die betreffenden Balken abkeilen und den Vorgang wiederholen oder die Balken austauschen. Kern-Druckimprägnierung: Löcher bohren, Schlauch bzw. Rohr rein, mit Imprägniermittel vollpumpen (am besten mit Kompressordruck) und fertig. Das Geschäft mit der Angst. Denken Sie dran, bevor Sie Unsummen ausgeben.
Oder denken Sie selbst und machen sie Selbst. Ist garnicht so schwer.
Das Gift muss halt irgendwie an die Viecher ran, weiter nix.
Da es Instekten sind, müssen Sie Insektizide einsetzen. Fragen sie mal einen Bauern...

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Schöne Grüße aus Bayern, Jo.



Oh nein, bitte nicht !!!


Oh nein  -  Bitte nicht !!!

@ Petra Staudacher

1. Die Meldepflicht ist aus der bayerischen Landesbauordnung im Herbst 1999 herausgenommen wurden.
2. Natürlich kann der Hausbock auch bereits Holzbauteile befallen haben an denen jetzt noch keine Spuren sichtbar sind.
3. Haben sie schon einmal über eine Bekämpfung im Heißluftverfahren nachgedacht? Der Vorteil liegt in der sofortigen, vollständigen Abtötung ohne Einbringung persistenter chemischer Wirkstoffe.


@Jo
Ist ihnen eigentlich bewußt das im Erteilen von Ratschlägen ein gerütteltes Maß an Verantwortung liegt?
Ansonsten sind dies "Rat- Schläge"

Ohne auf die haarsträubend üble Form, den extrem unsachlichen, beleidigenden Stil und den fachlich vollkommen unsinnigen Inhalt ihres Beitrages näher eingehen zu wollen, stelle ich für meine Person fest:
Ich würde sie bei einer anstehenden Hausssanierung keinen Hammerschlag machen lassen, dass wäre ich schon dem Respekt vor diesen Bauwerken und den darin wohnenden Menschen schuldig.

Gruß

L. Parisek



Danke...



...für die Infos.
@Lutz Parisek

Über ein Heissluftverfahren haben wir bereits nachgedacht uns allerdings über sämtliche Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung (für unsere Begriffe) noch nicht genügend informiert, um eine Entscheidung treffen zu können.

zu Punkt 2: das hatten wir vermutet

zu Punkt 1: das heißt, daß der Hausbockbefall vor 1999 meldepflichtig gewesen ist? Wo musste das gemeldet werden?

Vielen Dank
P. Staudacher



Gesetzliches



Meldepflicht bestand gegenüber den zuständigen unteren Bauaufsichtsbehörden, dies waren z.B. das Landratsamt oder die städtischen Bauämter.
Ich bin nach Sichtung meiner Unterlagen etwas verunsichert ob nach Streichung der Meldepflicht der Vollzug des neuen Artikels 3 Abs. 2 Satz 1 der Bayerischen Bauordnung (BayBO)nicht doch schon am 21.7.1997 einsetzte.

Gruß

L. Parisek



Vielen Dank



...für Ihre Recherchen.

Vielleicht können Sie mir noch eine Frage zur Meldepflicht beantworten? Wenn der aktive Hausbockbefall in den meldepflichtigen Jahren nicht gemeldet wurde, mit welchen Konsequenzen hatten die Leute zu rechnen?
Konnten/können sie sich heraussreden, nicht von der Meldepflicht oder dem Befall gewusst zu haben? Oder gilt hier der Spruch "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"?

Vielen Dank
P. Staudacher





Nun ich denke hier sind die Juristen unter den Forumsteilnehmern gefragt.
Ich denk dies wäre lediglich eine Ordnungswidrigkeit gewesen. Éntscheident scheint mir allerdings die Frage ob der Befall entdeckt wurde, ob Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet wurden und ob sich letztenendes dieser ganze Vorgang nachweisen lässt.

Gruß

L. Parisek



Tja, nachweisen...



...werden wir das Ganze wohl nicht können. Die Vermutung liegt nahe, daß der Befall entdeckt, aber einfach ignoriert wurde. Wie etliche andere Dinge auch, die eine geplante Renovierung zur kompletten Sanierung/Entkernung verwandeln.
Auf sämtlichen Balken lagen Holzdielen (komplett zerfressen), darauf Spanplatten (von unten leicht angefressen)und dann noch ein Linoleumboden.
Was man nicht sieht, kann auch nicht da sein. ;-)
Aber wie in meinem Motto beschrieben - wir sind körperlich gesehen sowieso nicht die Grössten - dann wachsen wir halt noch. ;-)

Viele Grüße
P. Staudacher