Schwingender Fußboden

24.04.2012



Hallo zusammen!
Ich benötige euren Rat bezüglich einer Altbausanierung. Das Haus ist in etwa 110 Jahre alt Es ist kein Fachwerkhaus, sondern ein Altwienerzinshaus. Es geht um den Fußboden im Wohnzimmer im 1. Stock, der bei jeden Schritt nachschwingt. Die Konstruktion ist folgendermaßen aufgebaut:
tragende Holzbalken längsverlaufend, darauf quer Vierkanthölzer ( 7cm x 7cm) genagelt im Abstand von ca 80 cm, Schüttung mit Bauschutt bis Oberkante Vierkanthölzer, darauf wieder längs Bretter dicht an dicht genagelt, darauf Parkett.
Folgende Idee hab ich nun: Parkett habe ich bereits entfernt,Bretter wegnehmen, neue Vierkanthölzer im Abstand von 30 cm auf die Holzbalken schrauben, darauf Verlegeplatten mit 2.5 cm Dicke mit Nut und Feder verleimt, darauf Trittschalldämmung und Parkett.

Denkt ihr das wird reichen um die extreme Schwingung rauszunehmen (ist klar, ganz geht sie nicht weg)?

Bin dankbar für eure Meinungen!



Fußbodenaufbau



Wahrscheinlich werden sich die Schwingungen noch verstärken da die Masse der Decke sich verringert. Der Deckenaufbau bleibt sonst im Prinzip der alte, auch da wird sich wohl nichts ändern.
Finden Sie die Ursachen der Schwingungen heraus, erst dann kann man über Gegenmaßnahmen nachdenken.

Viele Grüße





Hallo, danke für die rasche Antwort!
Nachdem ich den Parkett entfernt habe sieht man wie sich die Holzbretter beim herumgehen aufgrund des großen Abstandes der Vierkanthölzer extrem durchbiegen. Die tragenden Holzbalken sind soweit ich das beurteilen kann trocken und in Ordnung. Die Idee war durch Versteifung der Konstruktion über den tragenden Balken die Schwingungen weg zu bekommen. Aber wenn es die tragenden Balken sind die schwingen wird das nichts helfen, meinten Sie das? Dann müsste man diese Verstärken in dem man diese zusätzlich seitlich mit Holzbalken versieht.
Masse sollte eigentlich genug da sein, die Schüttung ist etwa 35 cm hoch.
Also meine nächsten Schritte: Holzbretter entfernen und die tragenden Balken auf Schwingung untersuchen. Oder auf was sollte ich noch schauen?

Danke und liebe Grüße!!



Ein



gewisses Maß an Schwingung wird man einer Tramdecke nie nehmen können, das gehört zum leben dazu (auch Betondecken schwingen übrigens merklich, ist mir im Neubauteil meiner Schule immer aufgefallen).

Die Konstruktion klingt allerdings recht ungewöhnlich. Normalerweise ist auf den Balken eine dichte (mehr oder weniger) Bretterschalung genagelt, auf der die Schüttung liegt, zwischen den Balken ist keine Schüttung. Nach deiner Beschreibung liegt die Schüttung auf der Sparschalung an der Deckenunterseite, das kommt mir ungesund vor.

Es gibt allerhand Versteifungsmethoden, die sind allerdings ein Fall für Fachleute wenn das in irgend einer Form funktionieren soll (Aufbeton). Auf alle Fälle würde ich den alten Parkett retten, wäre jammerschade, den zur Müllverbrennung zu geben!





Also, hab nun die Bretter entfernt und einen Teil der Schüttung beiseite gebracht, und Kellergassenkatze hatte recht! Ich konnte solange die Bretter nicht weg waren nicht hinlangen. Auf den Tragebalken sind Bretter, da drauf die Schüttung.

Hatte nun auch einen Altbausanierer da, der meinte 2 Möglichkeiten: 1. Tram seitlich verstärken; 2. 6 cm Estrich draufschütten.

Er meinte das hält die Decke locker aus, wenn ich da drüber gehe und die schwingt so hab ich da meine Zweifel :-)

Was sagt ihr dazu? (Ich weiß Statiker- aber gibt`s da jemanden der das schon mal gemacht hat? Wie ist das Ergebnis?)
Beton oder Estrich? Was sagt ihr?



Was ich sage?



Balkenköpfe untersuchen (lassen), wenn die ok sind an die schwingende Decke gewöhnen.

Estrich betonieren geht natürlich auch (und nimmt der Decke einen Teil ihrer Schwingungsneigung), ist aber (außer in Küchen und ehemaligen Küchen, sprich von der Küche abgeteilten Badezimmern) in solchen Häusern meiner Meinung nach ein grober Stilbruch.