Schädlinge im Dachbalken




Vor zirka 2 Wochen wurde ich nachts wach und hörte komische Geräusche in meinem Schlafzimmer. Ich stand auf und lokalisierte, dass die Geräusche aus einem meiner Holzbalken kamen. Um das Geräusch zu beschreiben: Es klingt ein wenig nach knarren, kratzen oder schaben. Das Geräusch ist an mehreren Stellen des Holzbalkens hörbar. Gestern Abend vor dem einschlafen klang es vergleichbar mit einem Heimchen, jedoch nicht das typische zirpen. Ich wohne hier seid über einem Jahr aber die Geräusche sind mir bis dato noch nie aufgefallen.
Als ich die Wohnung gekauft habe, wurden folgende Aktionen an den Holzbalken von mir durchgeführt:
1. mit einem Bandschleifer abgeschliffen
(an den anderen Balken wurden sehr viele verlassene Gänge mit Sägemehl sichtbar).
2. Es erfolgte ein Anstrich mit einer Lasur inklusive Holzschutz ( glaube ich zumindest)
3. einen Balken musste ich stark abbeilen, der war an der Oberfläche sehr morsch und mehlig.
Der Balken um den es geht hat sehr viele Risse und alte Löcher, also genug Möglichkeiten für Schädlinge um Unterschlupf zu finden. Es sind keine Tiere, Kot oder ähnliches sichtbar.

Kann mir jemand sagen, um welche Art von Schädling, es sich handeln könnte?
Wie werde ich sie wieder los? Wie effektiv sind die Methoden? Wie kann ich das Holz für die Zukunft vor Schädlingen schützen? In meinem Haushalt leben zwei Kleinkinder, aus diesem Grund, würde ich sehr ungerne mit agressiver Chemie arbeiten.


Susanne



Unheimliche Geräusche


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

Liebe Susanne

Tut mir leid, aber es scheint sich bei dir um die typische Fraßgeräusche der Larven des Hausbocks (hylotrubes bajulus)zu handeln, der zu Recht als der gefährlichste Bauholzschädling Europas gilt.
Siehe rechtes Bild !
Die erfolgreiche Bekämpfung ist nicht unbedingt einfach. Nachdem du aus verständlichen Grund den Einsatz von chemischen Mitteln vermeiden willst bleibt eigentlich fast nur noch die Heißluft.



Doch erst einmal zu Details der Holzschädlingsabekämpfung:

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass nur der Einsatz von Neurotoxinen (Nervengifte) wie die Phyrothroide einigermaßen eine Gewähr auf eine erfolgreiche chemische Bekämpfung geben. Daher stehe ich einer chemischen Bekämpfung mit Boraten und erst recht mit Chitinsyntheshemmern in den letzten Jahren immer skeptischer gegenüber.

Das einfache, aber schweißtreibende Abbeilen bis auf das gesunde Holz scheint die einzige Methode einer kostengünstigen Eigenleistung zu sein. (Aber wehe es wird ein Fraßgang übersehen.)
Ansonsten bleiben nur kostenintensive Methoden wie Begasung, Heißluft, Mikrowelle, wobei ich aus den verschiedensten Gründen der Heißluft meist den Vorzug gebe.
Vielleicht rufst du mich einfach einmal an (09549 8266), weil zur differenzierten Empfehlung einer Sanierungsstrategie viel mehr Informationen gehören.

Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



Larven sind die eigentlichen Schädlinge



Hallo Susanne,

Lutz der ,,Holzwurmmassenmörder" könnte(hat) recht haben,es handele sich um den gemeinen Hausbock.Versuch doch mal, dein Gebälk(Holzbalken) abzuklopfen! Klingt es dumpf und rieselt Holzmehl heraus, ist die Wahrscheinlichkeit einen Hausbock(Larve)zu besitzen, gegeben.Sind an den Holzbalken sogenannte ovale 6-10 mm Ausfluglöcher zu erkennen,sind dies weitere Merkmale eines Befalls.Zu deiner Frage zwecks loswerden und behandeln:
chemische Bekämpfung schließt du ja selber aus, ist auch nicht unproblematisch(Chemiekeulen töten nicht nur Tiere).
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem sogennanten Heisluftverfahren gemacht, auch in bewohnten Bereichen.
Um die Beseitigung/Bekämpfung deines Mitbewohner erfolgreich durchzuführen,erkundige Dich doch mal in deiner Nähe nach einer Fachfirma.Wichtig!!! Laß Dir Referenzen bezüglich chemiefreier Bekämpfung etc. vorweisen.

mit besten Grüßen aus Berlin
vom Zimmergesell Michael



Hallo!



Identifiziert ist der Störenfried ja bereits, jetzt geht's ans Bekämpfen! Der erste Mitbewerb hat ja bereits seine Dienste angeboten.
Wie schon gesagt, ist die Heißluft sicher die beste und auch sinnvollste Variante. Man muss nur beachten, dass das reine Heißluftverfahren für heikle Teile (Möbel etc.) nicht geeignet ist (sehr scharfe Bedingungen über längere Zeit; d.h. Schäden können entstehen). Für normale Dachstühle und Teile die unempfindlich sind, bzw. wo der ein oder andere Riss nichts ausmacht ist es das beste Verfahren. Wir wenden es recht häufig an.
Bei heiklen Sachen kommt bei uns das sog. THERMOLIGNUMVERFAHREN zum Einsatz. Das ist ein kontrolliertes Heißluftverfahren, bei dem neben der Temperatur auch die Feuchtigkeit genau geregelt wird. Dadurch gibt es keine Schäden und Möbel usw. sind behandelbar. Nähere Informationen gibt es unter
www.thermolignum.at bzw. unter www.feuchtemauern.at

Gruß aus Salzburg



Schaden und Nutzen


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Lieber Bernhard

ich möchte nur mal kurz gerade rücken, dass ich nicht als "Mitwerber meine Dienste angeboten habe" und irgendwelches Werbegeplupper von mir gebe.

Ich halte hier bewußt meine durchaus vorhandenen geschäftlichen Interessen und Bedürnisse zurück, weil ich dieses Forum nicht als billiges Geschäftsanbahnungsmedium verstehe.

Es tut diesem Forum auch sehr gut, dass Fachkollegen nicht als "Mitbewerber" sondern als "Kollegen" betrachtet werden.

Das Fragesteller nicht als einzuwickelnde "potentielle Kunden" sondern als ratsuchende und debattierende Fachwerkenthusiasten empfangen werden, gibt diesem Forum seine schöne Leichtigkeit und Offenheit.

Ich hoffe, du verstehst meine Bemühungen dies klar zu stellen.

Mit besten Grüßen aus Oberfranken


Lutz