OSB Dampfbremse

28.05.2006


Hallo,

ich habe Schwierigkeiten Informationen hinsichtlich der Plattenqualität und verarbeitung zu finden, um meine Kombination Pavetex-Plus(80mm) und Thermo-Hanf (140mm) raumseitig vor Feuchtigkeit zu schützen. (Auf die OSB soll dann noch 10mm Gipsfaser-Platten)

Frage 1 --> Material Qualität:
Was für eine Qualität (OSB/2 oder OSB/3 oder OSB/4) muß man mindestens bei Plattenstärke 15mm nehmen? Kann man jede OSB aus dem Baumarkt nehmen?

Frage 2 --> Verkleben der Nut und Federn:
Oft wird geschieben, dass die Fungen mit Weißleim zu verkleben sind und dann noch ein zusätzliches Dichtband notwendig ist. Diese Bänder haben meine Informationen nach Lebensdauern von NUR 20 Jahren. Geht das nicht auch mit einfachem BAU-Silikon? Wenn nicht, was für ein Band müßte man nehmen?

Frage 3 --> Abdichtung der Übergänge:
Hier habe ich richtig Bauchschmerzen bei den quer durch das Dach laufenden Balken, die die Dampfbremse "durchstoßen". Die Balken sehen nicht so schön Dicht aus wie Leimbinder und haben auch keine glatte sondern rissige Oberfläche. Was gibt es hier für Möglichkeiten? Eventuell mit Harz dichte und glatte Balken herstellen?

Sorry, trotz intensiver Suche bin ich bisher hinsichtlich detailierter Informationen nicht fündig geworden. Vielleicht sind die Fargen zu banal.

Danke Ega



versuchen wir es mal...



Zu Frage 1:
OSB-Platten sind bezüglich ihrer Belastbarkeit in unterschiedliche Klassen eingeteilt und zwar wie folgt:
OSB/1 bezeichnet Platten für den Innenausbau (einschließlich Möbel) zur Verwendung im Trockenbereich,
• OSB/2-Platten eignen sich für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich,
• OSB/3 kennzeichnet Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtebereich,
• OSB/4-Platten sind hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtebereich.
Theoretisch müßten Sie mit einer OSB/2 oder /3 auskommen. Die Plattenstärke richtet sich nach der gewünschten Aussteifung. Baumarkt-OSB-Platten kann man nehmen, wenn sie gem. Stempel auf der Rückseite entsprechend zertifiziert sind.
Zu Frage 2:
Nur Leim reicht nicht, Abkleben der Fugen soll schon sein. Hier bietet der FACHhandel beispielsweise Produkte der Fa. SIGA an. Ggfs. kann man sogar auf den Leim verzichten, hauptsache die Fugen, Durchdringungen und Anschlüsse an andere Bauteile sind fachgerecht und luftdicht abgedichtet. Wer auf diese Weise baut, muß auf höchste handwerkliche Qualität achten, sonst sind Schäden vorprogrammiert. Silikon, Acryl und Schäume (als reine Montagehilfen und nicht dauerelastisch bleibende Anschlüsse) sind selten bis nie gute Lösungen.
Zu Frage 3:
Durchstoßen rissige Balken die Luftdichtebene sollten die Risse in der Übergangszone mit Holzspänen ausgekeilt und mit Wachs oder Holzersatzmasse abgespachtelt werden. Keine Ideallösung und es bleibt eine Problemzone, aber andere Varianten sind mir da nicht bekannt.
Generell: All diese Empfehlungen sind nur dann brauchbar, wenn diffusionsoffene Bauteilaufbauten auch gegeben sind: innen diffusionsdicht und außen auch, funktioniert dann nicht mehr.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Problem Durchdringungen



Das Siga Rissan Band haftet nach meiner Erfahrung auf fast allen Untergründen, jedoch nicht auf alten Balken im Bereich von Durchdringungen.Diese sind meisst porentief verstaubt=Trennmittel. Bänder fallen dann wieder herunter. Der Hinweis des Siga Kundendienstes (mehrfach Primern) brachte auch keine endgültig sichere und vertrauenerweckende Verklebung.

Der Hinweis eines befreundeten Trockenbauers (Balken anfeuchten und mit SIGA-Spritzkleber (Primur glaube ich) die Folie darauf anzukleben, haben wir nicht vertraut.

So haben wir uns dann geholfen:

Balken primern

Folie (oder eben OSB Anschlüsse) mit Balken verkleben, so dass eine Manschette um den Balken entsteht

Im Baumarkt erhältliches verzinktes Locheisenband innen mit Kompriband versehen und als Ring über die Folie ziehen. Dazu passende Länge abschneiden, an einem Ende einen Nagel rein, um den Balken mit der Hand leicht straff ziehen und dass andere Ende mit einer in Zugrichtung schräg angesetzten längeren Schraube durch die Löcher des Bandanfanges straff und fest anziehen.

Klingt komplizierter als es dann tatsächlich war. Hilft insbesondere auch bei runden Balken, gleich ob im Fussboden oder Kehlbalken. Kommt der alten Methode (Anpresslatte) nahe. In komplizierten Bereichen kann so auch mit aneinandergefügten einzelnen Bandstücken gearbeitet werden.

An einigen wenige Bereiche sind wir dann doch nicht richtig herangekommen (Zwischenräume zwischen den aufgedoppelten Kehlbalken, Balkenrisse). Auf Ausspanen sind wir nicht gekommen, wir wären dan auch immer noch nicht fertig.
Mehrere mir bekannte Sachverständige haben mir dann eine Kompromisslösung empfohlen, die zwar oft abgelehnt wird, jedoch besser als gar nichts ist: Diese Zwischenbereiche, an die kein rankommen ist, mit einem Wassersprüher (bei uns Gartenspritze) gründlich vornässen und mit einem hochwertigen Bauschaum für Fensteranschlüsse ausschäumen :-( = Haben wir dann so gemacht, da uns auch nichts besseres mehr einfiel.

Eckard Zöllner



Bauschaum ?


Bauschaum ?

da ist mir Primur doch viel Sympathischer als Bauschaum und auf lange sicht auch beständiger! Primur kann auch ohne Wasser aufgetragen werden, und wen man mit ihm, eine Folie auf ein Bauteil anbringen will lohnt es sich den Primur 24h trocknen zu lassen bevor man die Folie anklebt. Eine mechanische Befestigung ist immer eine gut Variante.



Gruss Raphael



OSB Dampfbremse 2



Hallo,

vielen Dank für die Antworten. Bei mir entstehen aber neue Fragen insbesondere zu den Antworten von Herrn Malangeri:

zu Frage 1:
Ich hatte Vermutet, dass es Erfahrungen hinsichtlich der Dampfbremswirkung der einzelen Qualitätstufen oder sogar Hersteller gibt. Dem ist wohl nicht so. Richtig oder Falsch?

zu Frage 2:
Mein Verständniss ist folgendes:
Wenn OSB_Platten NUT\Feder gut (viel Kleber) untereinander verklebt sind und bleiben, dann dürfte sich das "TEURE" Überkleben erübrigen. Wenn das Material aber schrumpft und die Klebestelle reißt, dann entstehen 2 Probleme:
A. mechnische Belastbarkeit reduziert sich
B. Luftdichtheit nicht mehr gewährleistet
Bei B hilft das Abkleben aber nur mit elastischen Band, was über die Lebensdauer mitarbeitet, sonst reißt der Kleber des Bandes oder das Band selber.
Gerade bei Lebensdauer (>15 Jahre) und der Elastizität habe ich starke bedenken. Im Badezimmer gibt es Fugenband, dem würde ich dies sogar zu trauen. Gibt es zu dem Abkleben mit Band nicht Alternativen (Silikon-Anstrich, Bitumium, .....)?

Zu Frage 3:
Die Sache mit dem Spachtel halte ich auch für zwingend. Gibt es da Materialempfehlungen?

Vielen Dank für Beiträge im voraus.

Gruß

Tschiskale



neue Fragen - neue Antworten



Die Diffusionsfähigkeit ist bei den unterschiedlichen Plattenklassen vernachlässigbar gleich. Je höher die Qualitätsstufe ist, umso geringer wird jedoch die Dickenquellung im 24h-Wassertest.
Soweit mir bekannt ist diese Einstufung nach EN 300 geregelt und damit für alle Hersteller gleich vorgegeben. Marktführende Hersteller mit hohem Qualitätsstandard sind z. B. Egger, Agepan oder die LivingBoard von Pfleiderer.
Da die Klebebänder im Normalfall eher tageslichtscheu eingebaut werden, ist schon mit einer größeren Haltbarkeit zu rechnen, genau wissen tue ich es jedoch nicht. Man sollte wenigstens mal eine Anfrage bei SIGA oder einem der anderen starten, damit man weiß wie die Firmen ihre Produkte selber einschätzen. Trotzdem halte ich von einem alleinigen Verleimen nicht viel, da eine Kontrolle über Fehlstellen beim Abkleben eher gegeben ist. Silikon-Anstriche bleiben auch nur über einen gewissen Zeitraum flexibel, Bitumen würde mich wegen der stinkigen und ausgasenden Inhaltsstoffe ausscheiden.
Mein Fazit: ich würde mit einem Qualitäts-Klebeband abkleben.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri