Auflager für Balken/Kontaktstelle Holz

23.08.2004



Hallo Forum!

Bei uns ist eine tragende Innenwand erneuert worden. Ursprünglich war diese eine bunter Mischung aus Lehm, Ziegelsteinen, Feldsteinen usw. Aufgrund des sehr schlechten Zustandes der Wand haben wir einen Maurer beauftragt, die Wand zu erneuern. Dies wurde auch mit Kalksandsteinen im Format NF erledigt (sind nicht so schön wie Ziegel, sollen aber mit Lehm verputzt werden). Oben drauf liegt ein Balken. Zwischen "Mauerkrone" und Holz wurde eine Folie eingelegt. Meine erste Frage: Was bringt die wirklich? Verhindert sie die schädlichen Einflüsse des "modernen" Mörtels? Die Zweite: Wie sähe die Kontaktstelle (Auflager) eigentlich idealerweise aus? Könnte man den Balken auch in eine Lehmschicht betten?



Fehler-Musterwand



Wahrscheinlich hat dieser "Fachmann" auch noch Zement-Mörtel verwendet?!?.

Die Folie bringt schon einiges: Zwischen Folie und Balken ensteht ein Feuchtestau, der auf Dauer garnicht bekömmlich für den Balken ist.

Welche Funktion har der Balken da überhaupt ?

Interessant wird sicherlich auch noch, den Lehmputz auf die Wand zu bekommen.

Gruß aus BS



Balkenauflager



Balkenauflager auf massive Bauteile müssen grundsätzlich unterlegt werden, um Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk vom Balken fern zu halten. Ich verwende an dieser Stelle allerdings lieber Bitumenpappen, da diese keine gleitende Wirkung haben.
Alle anderen Seiten des Balkens sollen mit dem Mauerwerk nicht in Kontakt kommen, damit evtl. auftretende Feuchtigkeit problemlos ausdiffundieren kann. Bei Außenwänden ist es evtl. sinnvoll den Balkenkopf nach außen hin durch eine Dämmschicht (z.B. Kork) vor Kondensat zu schützen.
(ich spreche hier nicht von einem Fachwerk sondern von einem Massivbau mit Balkenlage oder von einer hölzernen Dachkonstruktion mit massiven Balkenauflagern)



Balkenauflager



Erst mal vielen Dank für die schnellen Reaktionen!

Hier noch ein paar zusätzliche Infos. Es handelt sich um ein Umgebinde- Fachwerkhaus. Dieses Haus hat auf einer Seite das Umgebinde und auf der anderen Seite ein "massives" EG. Es handelt sich um einen innen liegenden Balken, der darauf aufliegt. Darüber geht es mit Fachwerkinnenwänden weiter.

Die neue Wand wurde im unteren Bereich mit einer Horizontalsperre versehen. Muß dann eigentlich oben noch wegen "aufsteigender Feuchtigkeit" eine Sperre hinein? Mir ist schon klar, das der direkte Kontakt Mörtel/Holz nicht sein darf. Aber was sinnvolles statt dessen? (Idee: Lehmbett?)

@Bernd Froehlich
Wieso soll es eigentlich interessant werden, den Lehmputz auf dieses Material zu bekommen?



Jetzt ...



... frage ich mich aber, warum eine Horizontalsperre im Schwellenbereich 1 oder zwei Steinlagen unterhalb des Schwellbalkens angebrachr werden sollte. Beim Einsatz von Lehm und Kalkmörtel gibt das dann kein Problem - bei Zementmörtel wird's jedoch kritisch.

Lehm haftet nicht auf Kalksandsteinen. Also Fugen mindestens 1,5 cm tief auskratzen und ggf. noch Putzträger anbringen.

Gruß aus BS



Balkenauflager



Es geht nicht um die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundament, sondern es geht um die Feuchtigkeit, die von dem massiven Bauteil aus der Raumluft aufgenommen wird. Im Innenbereich gibt es seltener Probleme, aber je dichter die Balkenauflager an die Aussenwand kommen um so größer ist das Problem einer Kondensatbildung. Natürlich auch bei Innenwänden zwischen beheizten und schlecht, nur zeitweise, oder gar nicht beheizten Räumen.
Da diese Dinge schlecht einzustufen sind lasse ich alle Balken mit einer Bitumenpappe unterlegen und habe damit keine Schwierigkeiten.
Bernd Froehlich habe ich bzgl. der Abdichtung nicht ganz verstanden.



Alles i.O.



Ich kann mich Fred nur anschliessen. Am einfachsten ist es vorm Mauern an den zu untermauernden Balken die Bitumenbahn (ich verwende nur die mit zusätzlicher Alueinlage) anbringt. Anschliesend Mauern, dann mit Trockenen Zement (Kugeltest) den Spalt zwischen Bitumenbahn und Mauer ausstopfen, einseitig ein Brett anbringen. Das Ausstoppfen soll wirklich kräftig sein (mit Holzstück und Hammer am besten. Der Balken liegt dann flächig auf und alles ist wieder gut. Die Variante hab ich schon auf ca.40m Schwellenholz angewendet und wurde von Architekt, Statiker und Denkmalpfleger empfolen. Ein Vorschlag noch zum Putz, warum nicht !reinen! Kalkhaarputz? In Küchen,Bädern und Treppenhäusern kann ich von Lehmputz nur abraten, der ist einfach zu weich auch wenn er mehrfach gekalkt ist.