innovative Holzbalkendecken-Sanierung???

05.01.2004



Hallo,
um sowohl das lästige Schwingen der Holzbalkendecke (verbunden mit hoher Trittschallübertragung) in meinem Siedlungshaus zu minimieren, schwebt mir folgende Lösung vor:
- Winkeleisen zu beiden Seiten der Holzbalken zur Versteifung verschrauben, ggf. sogar leicht ins Mauerwerk einlegen
- auf die nach innen zeigenden Schenkel der Eisen Lewis-Platten mit Estrich aufbringen, bis auf Oberkante Balken. (quasi der Lewis-Platten-Bodenaufbau zwischen die Balken tiefergelegt)
- Trittschalldämmung über die komplette Decke und dann wieder Dielen auf die Balken genagelt.

Ziel des komplizierten Aufbaus ist letztendlich, möglichst viel an Raumhöhe zu behalten. Mit dem konventionellen Lewis-Plattenaufbau würde ich gegenüber der hier beschriebenen Lösung sicherlich 5-6 cm mehr Aufbau bekokmmen.

Ich würde mich über Meinungen zu meiner Idee sehr freuen,

viele Grüße, Joachim



Von nix



kommt nix (erster Hauptsatz für Alles. Gehen Sie ersteinmal der Ursache des Schwingens nach, dann bieten sich die Lösungen von selber an. Also:
Balkenköpfe verfault ? Lasten zu hoch ? Balkenabstand über 60 cm ? Balken zu dünn ? Spannweite über 4 m ?
Vielleicht auch alles einmal kurz rechnen, aber nicht erst basteln !



Hallo Joachim,



Schall überträgt sich durch Schwingungen. Um diese Schwingungen wirksam zu bekämpfen nutzt man das Masse-Feder-Masse Prinzip, d.h. möglichst alles schwimmend Verlegen ohne Schrauben, Nagel und Dübel in die Unterkonztruktion. Das sind nur Schallbrücken. In Ihrem Fall würde ich vorschlagen Dämmstreifen auf die Balken legen. Danach Spanplatten ( oder ähnliches was Masse mit sich bringt, eventl. zementgebunden Platten ) ab 22mm je nach Sparrenbreite dann mit den Balken verschrauben ( ist in diesem Fall nicht anders möglich ). Anschließend, es gibt ein System, von Glunz oder Pavatex glaub ich, da werden Weichfaserdämmplatten etwa in 40 mm Dämmstärke über Nut und Feder mit einem gehobelten Kantholz verlegt, wobei das Kantholz zwischen der Platte frei schwebt, also nur von Nut und Feder gehalten wird. Danach kann ich meine Dielen in das Kantholz Schrauben. Weichfaser Dämmplaten haben eien hohen Schallschluckwert. Außerdem können Sie Ihren Holzdeckezwischenraum noch mit Glas oder Steinwolle auslegen. Das bringt zwar kaum etwas für den Trittschall, jedoch für den Körperschall. Je nach Fußbodenaufbau muß eventuell variert werden. Am besten mal im guten Baufachhandel umhören in welchen Dicken es dieses System gibt.



Nachtrag



greife grad nochmal die erste Antwort von Dieter Beckmann auf: die groben Daten sind etwa: Balken 10cmx18cm, Balkenabstand ca. 65cm und die Spannweite ca. 3,80m. Die Balken sind alle knochentrocken und in sehr gutem Zustand, ebenfalls die Balkenköpfe. Ich tu mir schwer, mit den Daten eine Tragfähigkeit zu ermitteln. Ich müßte also einen Statiker aufsuchen, oder jemand kann mir das grob überschlagen. Zu Torsten´s Antwort: wenn ich´s richtig verstehe würde also eine "Masse" zwischen den Balken aufgelegt die Schwingung nicht reduzieren? Selbst, wenn man diese Lewis-Platten auf den Winkeleisen schwimmend auflegen würde? Ihr Vorschlag gefällt mir an sich gut, wenn man das Ziel verfolgt, nach der Maßnahme wieder Dielen aufzulegen. Einzig mein anderes Ziel, nämlich möglichst wenig Aufbau auf die Balken zu bekommen, läßt sich so nicht realisieren. Ich such also weiterhin nach einer Möglichkeit, Schwinung und Schall zu reduzieren, ohne wesentlich den Aufbau zu erhöhen. Aber für die beiden Antworten schon mal vielen Dank!

Gruß, Joachim



Balken, Schallschutz



Guten Tag,

mit Lewis-Platten würden Sie die Tragfähigkeit der Decke überschreiten. Der beschriebene Trockenaufbau scheint mir ganz brauchbar zu sein.

mit besten Grüßen



Holzbalkendecke



Ich mache das demnächst so (Sanierung im DG):
Zwischen die Balken kommt ein Holzeinschub. Auf die Balken ein Hanffilzstreifen (10mm) darauf schwimmend neue Lagerhölzer (30mm) für die Dielung. Der gesamte Balkenzwischenraum wird vom Einschub bis zur Oberkante der Lagerhözer mit einer Lehm-Holzmischung gefüllt(Höhe Füllung 100mm + 10mm + 30mm = 140mm). Zum Schluss Dielung drauf. Somit habe ich den Bodenbelag komplett von der Konstruktion entkoppelt und ordentlich Masse zur Belastung der Decke. Der Aufbau beträgt auch nur 40mm + Dielung.
Von Lewis-Platten habe ich noch nichts gehört, aber die Sache mit den Winkeleisen betrachte ich mit Skepsis. Die Balken benötigen von sich aus keine Versteifung, nur eine Grundlast.


@die Macher: Macht eine schicken Eindruck das Forum ... alles so neu hier :-)



Nachtrag



Das Problem mit den Schwingungen können Sie durch seitliches Annageln von KERTO-FSH beseitigen. Das verbessert die Tragfähigkeit der Decke, damit wird auch die Durchbiegung verringert.



2. Vorschlag etwas dünner



Eine weitere Idee wäre zwischen den Balken auf halber Höhe etwa, links und rechts eine Dachlatte oder 3/5 Rahmen ( sicherer ) und dann zuschalen danach mit Trockenschüttung ( z.B. Bituperl oder sonstiges )auffüllen, wobei die Schüttung etwa 2-3 cm über die oberkante Balken geschüttet wird ( eventl. vorher verdichten ). Jetzt eine Weichfaserdämmplatte 19 mm auf die Perlite legen. Danach eine ab 25 mm starke Spanplatte drauflegen. Darüber nochmal ca. 2-3 mm starken Rollkork. Dann den Dielenboden direkt drauflegen und mit kurzen Schrauben in die Spanplatte schrauben. Gesamter Aufbau über Deckenbalken ca. 5 cm zzgl. Dielenbodenstärke. Achtung ! Ich habe diese Variante mit Dielen in Spanplatten direkt verschrauben und dazwischen Rollkork noch nicht angeboten, jedoch mit der Schüttung das funktioniert. Prinzip ist wie meine 1. Variante. Alles schwimmend verlegen. Unbedingt auf Randdämmstreifen achten, damit der Schall nicht über die flankierenden Bauteile übertragen wird. Dies ist nicht die billigste Variante aber spart an Fußbodenaufbau von 1-2 cm zu Variante 1. Bin gespannt was die Anderen von meiner Idee halten. Grüße aus Bad Sobernheim



Sanierung von Holzbalkendecken



Schauen Sie bitte unter
www.windimnet.de ==> H.NET ==> UHB-Decke

Hier wird ein neuartiges Verfahren vorgestellt, das
nahezu alle technischen Eigenschaften einer vorh.
Holzbalkendecke verbessert.

ibh Dr.Heller



Erzählen Sie doch mal,



Herr Dr. Heller. Wenn Sie uns ein wenig darüber erzählen, könnte ich nicht auf den Gedanken kommen, dass es sich nur um einen Werbeeintrag hält. Weil - Werbeeinträge löschen wir hier.



UHB-Decke



Herr Stöpler, hier einige Infos zur UHB-Sanierung:

==> neuartiges lizenziertes Verfahren nach Prof. Berg, Schallschutzspezialist
==> Sanierung ohne Öffnung der Decke
==> Sanierung von unten
==> kein Schmutz, keine Entsorgung der Ausfachungsmassen
==> Anpassung an jedes Sanierungsziel
(Schallschutz, Lasterhöhung, Schwingungsminimierung u.a.)
==> Unter jedem Deckenbalken wird ein Verstärkungsholz
(NH oder KERTO-S) plaziert (UHB-Verstärkung), mit einer Hydraulikpresse 10 bis 15 mm zurückverformt (Ausschaltung des Schlupfes) und
anschliessend mit Vollgewindeschrauben (ds = 8, 10,12 mm
Längen bis 600 mm) schräg verschraubt. Mit der 45/90 grad
Verschraubung wird der Schubfluss im System in axiale
Zug- und Druckbeanspruchung umgewandelt. Dies bringt eine
wesentlich grössere Schubsteifigkeit des nachgiebig ver-
bundenen Querschnittes als eine reine senkrechte Ver-
schraubung. Wir erreichen damit Steifigkeitserhöhungen
(EJ)längs bis zu 500 %. Dies ist sowohl in statischer als
auch in dynamischer Hinsicht relevant für die Verbesserung
der Deckeneigenschaften. Die Eigenfrequenz und die Dämpfung
werden erhöht. Bei entspr. Quersteifigkeit verringern wir
massgebend die Schwingbeschleunigung und die Schwing-
geschwindigkeit.
Mit der gedrückten Schraube in
jedem Schraubenkreuz werden auch nicht druckfeste Schichten
(Sparschalung, Rohrgeflecht, Putz) überbrückt, d.h. wir
müssen diese Schichten bei der Sanierung nicht entfernen.
Schalltechnisch kommen unten auf die Verstärkungshölzer
Federschienen und i.d.R. 2 Lagen Gipskartonplatten.
Falls besonders hoher Trittschallschutz gefordert wird,
sind von oben entkoppelte grössere Massen gefragt.
Normale ältere Deckenbalken sind hier überfordert.
In Kombination mit der UHB-Verstärkung können wir leicht
grössere Lasten aufnehmen, z.B. 16 mm LEWIS-Platten mit
35 mm Estrich. Diese Massen werden mit einem dauerelastischen PUR-Streifen vom Deckenbalken bzw. der
alten Dielung entkoppelt.
Auch ohne diese Sondermaßnahme erreichen wir nach Prof. Berg Schallschutzwerte von R' w > 60 dB und L'n,w H.NET ==> UHB-Decke

ibh Dr.Heller