Fundament/Fussboden

08.09.2003



Hallo, guten Abend,

wir sanieren gerade ein altes Bruchsteinhaus. Nachdem wir uns zunächst um DG und OG gekümmert haben, ist nun das EG dran. Die eine Hälfte des EG hat einen alten Dielenboden (40 mm stark).
Ca. die Hälfte ist unterkellert. Der Boden des Kellers ist Erdreich, d. h. es ist ein recht feuchtes Klima. Das wollen wir durch eine bessere Belüftung verbessern (vier 20 cm grosse Lüftungsöffnungen). Frage 1: wie könnte man die Kellerdecke (Balken plus den Dielen) von unten sinnvoll Isolieren - diffusionsoffen ja-nein, Materialien etc.
Im nicht unterkellerten Teil liegen die Balken bis Oberkante in der Erde und sind durchgegammelt.
Das heisst sie müssen raus. Wir möchten gerne die alten Dielen vom Ochsenblut befreien und sie dann wieder nutzen; will heissen neue Balken plus alte Dielen. Meine Laienidee ist folgende: alte Balken raus, Erdreich in einer bestimmten Höhe (wieviel?) abtragen, neue Balken rein plus Dielen, ein mir symphatischer offener und einfacher Aufbau. Nun soll der Bereich später als Praxis genutzt werden, sodass es bei dieser Lösung im Winter recht fusskalt werden könnte.
Frage 2: a) ... ist dem so? b) wenn ja, welchen sinnvollen Aufbau könnten wir wählen, ohne typische Abdichtungsfehler zu begehen?
Im Voraus vielen Dank für hoffentlich eingehende Antworten, freudvolle Grüsse und alles Gute

Jörg Kerll



Fussbodenaufbau



Hallo,
für den nichtunterkellerten Bereich in meinem Haus habe ich folgende Lösung von unten nach oben: Sauberkeitschicht Kies 8 cm (Kapilarbrechend), PE-Folie,bewährter Beton 8cm,
Schweissbahn,Lagerhölzer mit Dämmschüttung (Isofloc - nicht hygroscopisch, k-wert annähernd Steinwolle, keine Bindemittel), OSB-Platte (begehbar während Bauzeit), Vollholzdiele.
Das sind rund 30cm Aufbau, das bedeutet buddeln bis zum abwinken, ich habe bereits 34t Erde mit Schaufel und Schubkarre aus dem Eg geschafft. Wenn sie ihre Lagerhölzer wieder in den Dreck legen werden sie kalte Füsse und kurze Freude am Fussboden haben. Den Boden den ich aus dem Eg entfernt habe war nur 40 Jahre eingebaut und die Lager bereits verrottet. Zur Kellerdecke habe ich leider keine Idee.



Boden, Übergang KG/EG



Guten Tag Herr Kerll,
Lüftung ist immer richtig und wichtig. Nur damit kann Feuchtigkeit aus den Mauern geholt werden.
Eine ausreichende Wärmedämmung zum Boden ist sinnvoll, spart Geld und ist im Übrigen bei der Erneuerung kompletter Bauteile auch vorgeschrieben. Der k-Wert sollte kleiner als 0,5 sein. Quelle: Wärmeschutzverordnung/Energieeinsparverordnung. Soll später ein Arbeitsplatz eingerichtet werden, so schreibt auch die Arbeitsstättenverordnung einen ausreichend fußwarmen Boden vor.
Wie erreichen:
1. Decke
wenn es eine reine Holzbalkendecke ist, sollte unterseitig nicht weniger als 10 cm nichtbrennbarer Dämmstoff (Brandklasse A) angebracht werden. Dies ist aus begreiflichen Gründen wichtiger als die Baubiologie. Den Brandschutz erreichen Sie unterseitig mit einer 20 mm dicken Feuerschutzplatte. Die Feuerwehr wird es Ihnen danken !
Boden:
mehrere Möglichkeiten, die sich in den Kosten nicht unerheblich unterscheiden. Wenn Sie die alten Dielen auf Lagerhölzern wiederverwenden wollen, fallen mir folgende Alternativen ein:
abgezogenes Sandbett
10 cm Schaumglas-Boards T 4 der Dt. Pittsburg Corning
Lagerhölzer, Dielen

massiver:
Sandbett
Folie
25 cm wärmedämmender Fließbeton von Readymix
(Estritherm) WLG ca. 0,18; Festigkeit 1,5 N/cm²
darauf Lagerhölzer und Dielen.
Damit wär es warm und trocken.
Sollten die fläche nur klein sein, kann man statt Estritherm oder thermocell (Sackware aus dem baumarkt) für etwa 15.--€ pro 80l-Sack zum Selbstanmachen nehmen.
Viel Spaß beim renovieren !



vielen Dank



Hallo Herr Beckmann, hallo Ziggi,

vielen Dank für Ihre Antworten. Aufwand und Kosten scheinen da ja nicht ganz unerheblich zu sein. Vom Aufbau schlagen Sie beide "massive Schichten" vor zwischen Erdreich und Dielen.
Was ich mich frage, ist, ob es nicht auch möglich wäre, nach entsprechendem Erdaushub und einem dämmenden Aufbau sinnvoll sein könnte, die Balken dennoch in der Luft aufzuhängen. Der Luftraum wäre dann doch ein Vakuum, der bei so dicken Aussenwänden dann nicht mehr so stark auskühlen könnte; und die Balken und Dielen hätten Luft, denn durch die fehlende Horizontalsperre im Mauerwerk könnte ja doch mal Feuchtigkeit an die Balken gelangen.
Ansonsten wäre natürlich auch denkbar, nicht nur nach unten, sondern auch seitlich zu den Wänden hin abzudichten ... mehr Aufwand und Kosten.

Freudvolle Grüsse Jörg Kerll



vielen Dank



Hallo Herr Beckmann, hallo Ziggi,

vielen Dank für Ihre Antworten. Aufwand und Kosten scheinen da ja nicht ganz unerheblich zu sein. Vom Aufbau schlagen Sie beide "massive Schichten" vor zwischen Erdreich und Dielen.
Was ich mich frage, ist, ob es nicht auch möglich wäre, nach entsprechendem Erdaushub und einem dämmenden Aufbau sinnvoll sein könnte, die Balken dennoch in der Luft aufzuhängen. Der Luftraum wäre dann doch ein Vakuum, der bei so dicken Aussenwänden dann nicht mehr so stark auskühlen könnte; und die Balken und Dielen hätten Luft, denn durch die fehlende Horizontalsperre im Mauerwerk könnte ja doch mal Feuchtigkeit an die Balken gelangen.
Ansonsten wäre natürlich auch denkbar, nicht nur nach unten, sondern auch seitlich zu den Wänden hin abzudichten ... mehr Aufwand und Kosten.

Freudvolle Grüsse Jörg Kerll



vielen Dank



Hallo Herr Beckmann, hallo Ziggi,

vielen Dank für Ihre Antworten. Aufwand und Kosten scheinen da ja nicht ganz unerheblich zu sein. Vom Aufbau schlagen Sie beide "massive Schichten" vor zwischen Erdreich und Dielen.
Was ich mich frage, ist, ob es nicht auch möglich wäre, nach entsprechendem Erdaushub und einem dämmenden Aufbau sinnvoll sein könnte, die Balken dennoch in der Luft aufzuhängen. Der Luftraum wäre dann doch ein Vakuum, der bei so dicken Aussenwänden dann nicht mehr so stark auskühlen könnte; und die Balken und Dielen hätten Luft, denn durch die fehlende Horizontalsperre im Mauerwerk könnte ja doch mal Feuchtigkeit an die Balken gelangen.
Ansonsten wäre natürlich auch denkbar, nicht nur nach unten, sondern auch seitlich zu den Wänden hin abzudichten ... mehr Aufwand und Kosten.

Freudvolle Grüsse Jörg Kerll



Boden / Wandabdichtung



Wie denn, aufhängen ? Unter Technikern gibt es dafür den begriff "SIEMENS"-Luftanker. So was Ähnliches wie das pfund haumichblau, das der Lehrling holen soll.
Vakuum ? nein, nein. Versuchen Sie mal ganz praktisch, im Labor eins herzustellen: Aufwand riesig und mit Baustoffen nicht machbar. Die Traghölzer sind auch auf einer massiven Unterlage ausreichend von Luft umspült.