guter Fußbodenaufbau mit Echtholzdielen

16.12.2011



Hallo,

wir renovieren gerade ein fränkisches Bauernhaus mit mit relativ niedrigen Decken (zw. 2,00m und 2,30m). Nun haben wir vor, im EG die Deckenbalken komplett auf Sicht zu lassen und den Fußbodenaufbau für das 1.OG erst auf den Deckenbalken aufliegend beginnen zu lassen (die Lehmgefache hatte der Vorbesitzer leider schon entfernt). Auf jeden Fall würden wir auch wieder alte Dielen verwenden wollen.

Nach was wir suchen ist ein Aufbau, der uns nach oben hin nicht zu viel an Raumhöhe kostet und trotzdem einigermaßen! effizient in Sachen Trittschall ist. In Sachen Trittschall sind wir jedoch auch kompromissbereit. Dennoch möchte ich vielleicht keine vollständigen Gespräche zwischen den Geschossen verfolgen können.

Wer hat Erfahrungen, für Antworten bin ich Euch sehr dankbar.

Grüße
Monika Fersch



Fußbodenaufbau



Hallo Monika,
ein detailliertes "Kochrezept" kann es leider nicht geben, da die konkreten Bedingungen vor Ort nicht bekannt sind.

Ich kann ihnen nur ein paar grundsätzliche Konstruktionsprinzipien nennen:
- Scheibenbildung, Lastverteilung
Das geht mit einer Lage Rauhspund, besser OSB- Platten o.ä. auf der Balkenlage.

- Luftschalldämmung, Schwingungsdämpfung
Das geht nur mit Masse auf der Scheibe. Da es um einen minimalen Höhenzuwachs geht wäre Beton die beste Lösung. Man kann z.B. Verbundpflastersteine oder Betongehwegplatten auf einen Rieselschutz setzen und dann Dielung darüber aufbauen. Zwischenräume werden mit geglühtem Sand verfüllt.
Eine andere Variante wäre ein Gußasphaltestrich.
Eine besonders platzsparende Möglichkeit ist eine Holzbeton- Verbunddecke. Die Holzbalken werden mit einer Ortbetonplatte schubfest verbunden. Das ergibt zusätzlich noch eine Erhöhung der Tragfähigkeit.
Eine weitere Variante wären Schwalbenschwanzplatten mit Estrich. Die können direkt auf die Balkenlage gesetzt werden und liefern die Scheibenbildung gleich mit.

Ob und welche Variante für Ihr Problem in Frage kommt kann Ihnen ein Statiker sagen.
Die Dielenverlegung erfolgt dann auf Weichholzfaserplatten in die Traglattung integriert ist.
Bei diesen Lösungen ist die Dielung nur noch Belag und kein tragendes Element mehr.
Einen machbaren Kompromiss zwischen Aufbauhöhe, Dämmwirkung und Preis sehe ich im direkten Aufbau der Dielung auf die Scheibe mit den o.g. Stufenfalzplatten.

Zum Schluß noch zwei Billigvarianten nach Heimwerkerart:
Auf die Scheibe wird Trockenestrich mit kaschierter Dämmmatte aus Mineralwolle verlegt, darauf dann Teppichboden oder Laminat auf Trittschallfolie. Das sollte dämmtechnisch innerhalb einer Wohnung ausreichen

Wenns noch einfacher werden soll: Auf die Scheibe einfach direkt Trittschallfolie und Laminat.
Die letztere Lösung hat sehr dann sehr begrenzte Leistungen hinsichtlich Schalldämmung und Schwingungsdämpfung.



Viele Grüße



Wieviel Aufbauhöhe...



...gibt es denn ab der höchsten Balkenstelle?

Grüße

Thomas





@ Georg Böttcher
danke für Ihre Tipps.

zur Statik: Die Zimmermänner, die bisher die Balken begutachtet hatten, meinten bisher immer, dass sämtliche Balken ca. 3-mal so stark sind, als sie es statisch sein müssten und Unterzüge bzw. Wände, die die Deckenbalken tragen gibt es auch mindestens alle 2 Meter, so dass die Deckenbalken keine großen Strecken frei überspannen müssen. Statik sollte daher eigentlich kein Problem sein.

@ Thomas,

An den niedrigsten Stellen der Räume sind es so um die 2,00-210m.

Eine feste Aufbauhöhe gibt es nicht. Im Schnitt sind die Räume ca. um die 2,20m hoch (von der Oberkante der Deckenbalken her gemessen), von denen wir gerne nur so viel wie nötig, so wenig wie möglich verlieren wollen würden.
Grüße
Monika Fersch



Dann...



...wäre ein besonders flacher und trotzdem entkoppelter Aufbau, der auch noch Masse bekommt, dieser:

Auf die Balken eine OSB25mm, pedantisch nivelliert mit Keilleisten auf den Balken, 2mm Rollkork, 15mm Dreischichtdiele (geht auch raumlang) in der Optik Euerer Wahl, schwimmend verlegt. Das kann auch gealtert, gebürstet etc. sein. Nutzschicht 2,5-4mm. Wenn's richtig geölt wird, muß über Jahrzehnte nicht geschliffen werden.

Von unten werden an die OSB-Platten Lehmpaneele (z.B. 30mm) geschraubt und mit Lehm verputzt.

Grüße

Thomas



Danke



Dank euch. Das sind ja schon mal einige Alternativen, die es gilt abzuwägen.

Grüße
Monika