Holzbalkendecke / Geschoßdecke

06.09.2011 Michael F.



Guten Morgen!
Das neue Dach ist drauf, die Fachwerksanierung und Sanierung der Holzbalkendecke zw. EG und DG soweit abgeschlossen. Nun stehen wir vor neuen Unklarheiten:

Die Holzbalkendecke wurde in weiten Bereichen saniert, d.h. die Balken angeblattet. Dort liegen nun nur die blanken Holzbalken. Dort wo die Hölzer noch i.O. waren, sind dazwischen noch die Lehmwickel, das soll auch so bleiben und von unten neu verputzt werden, die Untersicht der Balken soll Sichtbar bleiben.
Also Aufbau im DG ist Estrich mit Fußßbodenheizung vorgesehen.
Nun habe ich zwei Fragen (siehe Bild):
Plan ist von unten nach oben:
-Kalkputz auf Streckmetall
-seitlich Latten 24x48 Hochkant an die Balken,
-darauf OSB 20mm
-darauf z.B. Holzleichtlehmschüttung o.ä.

1. Frage:
Was mache ich mit der Luftschicht zwischen den Latten (an denen das Streckmetall befestigt wird)? Ist die schädlich/ungünstig/egal?

2. Frage:
Ist die OSB Platte an dieser Stelle geeignet oder ungeeignet? Alternativen? OSB wäre als Plattenware leicht&schnell zu Verarbeiten und spart mir den Rieselschutz.

EG und DG werden ständig bewohnt sein, eine Wohneinheit.

Wäre super, wenn Ihr was zum geplanten Aufbau sagen könntet oder mir Alternativen aufzeigen könnt!

Danke & viele Grüße
Michael



Deckenaufbau



Frage:
Haben sie schon mal versucht, über Kopf mit Kalkputz auf Streckmetall zu putzen?

Viele Grüße



Ja,



hab´ ich.
Gerade aktuell außen zwischen den Deckenbalken-Überständen und dem Rähm. Wie man den Bereich fachlich korrekt nennt, kann ich nicht sagen. Hier sagen wir "Käppchen". Verputzt hab ich da mit tubag HKP.

War eig. kein Probelm.

Gegenfrage:
Haben Sie einen alternative Vorschlag?

Danke & Grüße
Michael



Deckenaufbau



Wozu?
Sie haben doch schon eine Lösung.



Hmm..



...kann ich daraus ableiten, dass Sie bei dem geplanten Aufbau keine Probleme sehen?

OSB und Luftschicht kein Problem?





Hallo,

der Hohlraum oberhalb des Fehlbodens ist so schon richtig, schließlich darf die Last vom Fußboden darüber nicht auf die Putztragende Verschalung unten geleitet werden.
Das würde kein Deckenputz lange mitmachen.
Physikalisch ist, da die Decke nur zwei beheizte Räume trennt, gegen den Hohlraum auch nichts einzuwenden.
Die OSB würde ich allerdings gegen Schalung oder Hobeldiele tauschen.
Das garantiert im Schadensfall eine Rücktrocknung in beide Richtungen.

Grüße
Oliver Struve



Statt Heizestrich...



...würde ich OSB nivelliert auf die Balkenlage bringen, und dann FBH "Ripal" im Trockenaufbau. Weniger Last, geht schneller, weil kein Trockenheizen, weniger regelträge.

Link: www.ripal.de

Grüße

Thomas





Hallo Herr Fendrich,



da beide Geschosse beheizt werden sehe ich im Hohlraum hinsichtlich Kondensatbildung auch kein Problem. Durch den geplanten Estrichaufbau auf der Decke wird diese recht massiv, weshalb auch nicht mit einem Trommeleffekt zu rechnen ist.

Die OSB-Platte wäre nicht unbedingt meine Wahl, aber hinsichtlich des Mehraufwandes bei der Montage kann ich das gut verstehen.

Aus optischen Gründen würde ich die Putzlage einige Zentimeter nach oben zurückspringen lassen. Auf diese Weise kann man die Deckenbalken noch als Deckenbalken erkennen und es kann nicht passieren, dass die Decke wie eine nachgeahmte Holzdecke eines Frühstücksraumes in einem Landhotel wirkt.

Die Angabe "12 cm Estrich" auf der Zeichnung kommt mir ziemlich viel vor. Ich nehme an, da ist noch die Trittschalldämmung enthalten. Woraus besteht diese und um welche Entkopplungsmatte handelt es sich?

Die Gefahr bei einem nicht formstabilen Aufbau oberhalb der Balken ist, dass sich nach dem Vergießen des Estrichs möglicherweise Hochpunkte der Dämmung auf den Balken bzw. Tiefpunkte oberhalb der Schüttung zwischen den Balken ergeben. Dies wiederum kann zu unterschiedlichen Estrichstärken respektive unterschiedlichem Schwindverhalten und somit zu rissgefährdeteren Bereichen führen.
Dies könnte umgangen werden, wenn auf der Balkenlage noch eine Schalung eingebaut würde.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Der...



Estrich bzw. der Gesamte Aufbau Oberhalb der Balkenlage ist noch nicht zuende Gedacht. Es soll aber in jedem Fall ein Estrich werden.

Ich möchte nun im nächsten Schritt den Fehlboden erstellen, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, da wie erwähnt momentan Bereichsweise nur die Deckenbalken vorhanden sind.

Eine nivellierte OSB-Lage bzw. Schalung oberhalb der Deckenbalken scheint sinnvoll, so wäre der Estrich letzlich überall gleich Dick.

Mit dem zunächst zu erstellenden Fehlboden möchte ich drei Dinge erreichen:
-das DG für weitere Arbeiten wieder sicher begehbar machen
-Die Unterkonstruktion für nachfolgenden Putz zw. den Deckenbalken schaffen
-mir für den Bodenaufbau im DG keine "Eier legen"

--> Daher auch meine Frage hinsichtlich der OSB und des Luftraums.

@Herr Kornmayer:
Sie schreiben "..Die OSB-Platte wäre nicht unbedingt meine Wahl, aber hinsichtlich des Mehraufwandes bei der Montage kann ich das gut verstehen.."
--> Ist die OSB-Platte hier nun einsetzbar oder würden Sie abraten? Die Schüttung wäre dann letztlich zwischen OSB unten und OSB/Schalung oben eingeschlossen.

Bzgl. Putz zurückspringen lassen: In den Bereichen, in denen die Lehmwickel noch vorhanden sind, wird der Putz auch bündig mit den Balken abschließen. Um nun am Ende alles einheitlich zu haben, wollte ich den Putz hier auch bündig machen. Hatte bzgl. der optischen Trennung an eine Art Kellenschnitt zu den Balken hin gedacht?!

@Thomas:
Danke für den Hinweis bzgl. Ripal, habe ich mich noch nicht mit beschäftigt, werd´ ich mir mal anschauen!

Danke & Viele Grüße
Michael





Hallo Herr Fendrich,

die OSB-Platte ist einsetzbar wenn Sie ausreichend dimensioniert ist. Aus meiner Sicht besser wären eingelegter Nut- und Feder-Rauspund, da dieser sich sicher nicht durchbiegt. Wenn der Fehlboden sich durchbiegt senkt sich die gezeichnete mittlere Leiste des Putzträgers, was zur Rissbildung führen kann.

Aus diesem Grunde sollte die Schüttung oben bündig abgezogen werden; der Hohlraum darf nicht "überfüllt" werden um keinen Druck auf den eingelegten Fehlboden zu provozieren. Die Deckenbereiche würde ich erst verputzen, nachdem der Estrich eingebracht wurde.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Plan 'B'



Planänderung:
Da die Bestandsbalken ohnehin noch Keilförmige Nuten hatten, hab ich nun die augetauschten Balken seitlich genutet und erstelle den Fehlboden aus Brettern, die ich in die Nuten schiebe. Geht ganz gut, dauert eben seine Zeit. von unten kommt später ein Putzträger (Heraklith od. Streckmetall) dran und Putz, Aufbau oben wie geplant.
Es gibt jedoch ein neues Detailproblem:

Auf der Skizze sieht man den Bereich der Geschoßdecke zur Außenwand. Die Außenwände werden mit Rahmen abgestellt, darauf Lehmbauplatten, zwischen FW-Wand und B-Platte eine Leichtlehmschüttung.

-Kälte- (Wärme-) Brücken technisch habe ich keine Bedenken.
-Die Rahmen für die Leichtlehmschüttung an den Außenwänden werden an die Wand geschraubt, die Platten an die Rahmen. Die Wand trägt also die Innenschale.
ABER:
-die OSB und alles darüber liegt dann seitlich zum Rähm nirgends mehr auf. Die Konstruktion wird also Giebelseitig nicht durch einen Deckenbalken/Rähm den ich als äußeres Auflager nutzen könnte abgeschlossen.

Wie kann ich das gelöst kriegen?

Danke für Tipps und Hilfestellungen!

Gruß
Michael



Deckenaufbau



Sehen Sie noch mal in Ihrer Decke nach. Normalerweise liegt parallel vor der Wand ein Streichbalken, die Dielen müssen ja irgendwo aufliegen.

Viele Grüße



negativ



..da ist nichts ausser dem Rähm und der ist nur so breit wie die Außenwand.

Das äußere Deckenfeld ist gegenwärtig über die ganze Giebelbreite ausgebaut.
Meine Idee war nun, ein KVH 100x200 auf den Traufseitigen Rähm und die beiden Unterzüge auzulegen.
So könnte ich die OSB bis zur Außenwand laufen lassen und die Rahmen und Lehmbauplatten von oben auf die OSB. Der Estrich läuft dann nur bis an die Lehmbauplatte.

So wie auf der Skizze.
Das wäre dann wohl der beschriebene Streichbalken?





Am elegantesten wäre sicher einen Streichbalken einzubauen.
Der gehört allerdings nicht ans Rähm sondern, wie die Deckenbalken verlegt nur eben unmittelbar vor die neu aufgebaute Giebelwand.
So würde auch die Innendämmung homogen durch die Geschossdecke führen.

Grüße
Oliver Struve



Alternativ...



reicht auch eine 40er Bohle an den Rähm geschraubt.

Grüße

Thomas



Der..



Fehlboden ist drin, hier mal zwei Bilder vom aktuellen "Zwischenstand".

Danke mal wieder für die Unterstützung!

Viele Grüße
Michael



Und...



.. das noch!





Interessant wäre jetzt wie das Detail an der Wand gelöst wurde.

Grüße



Wie



auf der zuletzt geposteten Skizze. Also einen Streichbalken auf den Unterzügen direkt am aüßeren Rähm.

Der Tipp mit der Bohle lies sich nicht umsetzen, da zu einen der Rähm innen schalkantig ist und ich die Aufbauhöhe des KVH nutze um die Innenwandschale von unten und oben dranzustoßen. Die Bohle hätte ich sonst an meine UK schrauben müssen.

Bzgl. der Wärmebrücke habe ich da keine Bedenken, das KVH wird nicht soviel schlechter "dämmen" wie die Holz-Leichtlehmschüttung. Die Trennung des Wandaufbaus erleichtert mir auch das ausgleichen der Wände. Ausgleichen vom Schwell bis zum First wäre wegen der schiefen Giebel ohnehin nicht gegangen.
So kann ich Geschoßweise relatib gerade Wände aufbauen.

Gruß
Michael



Das kann man so machen.



Allerdings: würde ein Lehmputz zwischen den Deckenbalken nicht auch gehen? Ich finde Lehm ist einfacher zu putzen. Der Hauptnachteil von Lehmputz zu Kalkputz im Innenbereich ist ja die leicht geringere Stoßfestigkeit. Aber an der Decke dotzt man ja selten an. Und: da die Wände ja auch Lehm kriegen....
Zur Holzleichtlehmmischung: Die ist bestimmt gut!!!
Schwere Materialien geben aber einen besseren Schallschutz. Wenns die Statik der Deckenbalken mitmacht würde ich eher eine schwerere Mischung oder Lehm pur nehmen.
Gruß aus dem Nordosten
Ralph Schneidewind