Balkenlage zu weit bei Fussbodenaufbau/Deckenaufbau ?

19.09.2008



Hallo...
leider zum x-ten Mal, und hab schon tagelang im Forum gesucht, aber ich bin mir nicht schlüssig.

Also:
In meinem Haus ist die Balkenlage freigelegt (Balken 25 Jahre alt und gut). Der untere Teil der Balken (ca 3 cm) bleibt sichtbar von unten. Balken sind etwas verdreht und haben geringfügig verschiedene Höhen.

An die Balken werden Dachlatten längs geschraubt/genagelt (4 cm ab UK Balken) für die Decke und den Blindboden.

Ich plane den Aufbau von unten nach oben:

- Fermacellplatten zwischen die Balken (werden dann mit Kalk-Gips Haftputz verputzt) von unten an die Dachlatten schrauben
- Blindboden (Fehlboden) aus 25 mm Rauhspund auf die Dachlatten legen
- Rieselschutzvlies Verlegen tackern, kleben
- Kalksplitt getrocknet (ca. 5 cm hoch) zwischen die Balkenlage
- Ausgleichschüttung drauf bis ca. 2 cm über Balkenlage
- OSB Platten (???) schwimmend verlegen
- Dielenparkett mit Trittschall schwimmend.


Nun meine Fragen:

1. Der Balkenabstand ist teilweise gute 60 cm. Damit meine Fermacellplatte nicht duchhängt/schüsselt, möchte ich von unten an den Blindboden mittig eine dritte Latte anschrauben. Dann könnte ich die Fermacellplatte 3mal (linker + rechter Balken + Mitte) schrauben. Wenn sich jedoch der Blindboden aus Rauhspund durch die Deckenfüllung durchbiegt, dann biegt sich die Fermacellplatte wegen der 3.Latte auch. Gibts ne bessere Möglichkeit oder anderes Material, welche gute 60 cm überspannt ??

2. Durch die Schüttungen und die schwimmende Verlegung der OSB Platten überträgt sich das Gewicht (auch von Möbel, usw.) nicht auf die Balken, sondern überwiegend auf die Zwischenräume und den Blindboden.
Ich möchte aber mit einer Ausgleichsschüttung arbeiten, damit ich die verschiedenen Höhen (ca. +/-1 cm) der Balkenlage einfach ausgleichen kann.

3. Welche diffussionsoffene Alternative gibts zu OSB-Platten (Holzweichfaser mit Lattung?? wie stark??)

4 Welche Rieselschutzvliese sind zu empfehlen? Hab nur eines von dem Plattenhersteller (Fermacell) gefunden (Geotextil oder sowas noch ?!?)

5. Wird bei einem Vollholzdielenboden der Aufbau genauso?

Vielen Dank für Eure Antworten und sorry, wenns schon gefragt wurde. Ich bin mir echt total unsicher... besonders wegen dem Balkenabstand und der Fermacellplatten.

Herzlicher Gruss

MARKUSSIE



Deckenaufbau



Hallo Herr Klinger

zu 1.: Das kann so funktionieren. Ich glaube zwar nicht, dass sich der Rauspund durchbiegt, aber um den von Ihnen beschriebenen Effekt auszuschließen können Sie ja für die Lattung zwischen den Balken ein geringeres Lattenmaß als 24/48 wählen.
Beim Verschließen meiner Decke habe ich auf Heraklith zurückgegriffen. Lässt sich gut überputzen, ist diffusionsoffen und biegt sich kein stück durch.

zu 2.: Hier würde ich vermeiden die Last auf den Blindboden zu führen. Die Ursprungsidee des Konstrukteurs die Balken einzubauen ist gar nicht so schlecht. Die Last über die Schüttung, dann über die Dachlatten in die Balken spazierenzuführen halte ich nicht für praktikabel.
Die Tragschicht für den späteren Bodenbelag gehört entweder auf die Balken (entkoppelt) oder falls mehr Schüttung gewünscht ist und der Raum es zulässt auf eine entkoppelte - ggf. ausnivellierte - Lattung.

zu 3.: Statt OSB kann auch hier der Rauspund benutzt werden

zu 4.: Da gibt es verschiedene Ausführungen, eben Glasfaser, Pappe (Kraftpapier mit oder ohne Gewebe) usw. Mal unter pro clima RB oder RS googeln. Habe schon vom Einsatz von Backpapier als Alternative gehört ...

zu 5.: siehe 3.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Balkenlage / Fußbodenaufbau



Hallo Herr Klinger,

statt der OSB - Platten für den Fußbodenaufbau können Sie auch DUOFOR - Schwalbenschwanzplatten einsetzen.
Hier wäre der relativ große Balkenabstand gar kein Problem.

Gerne beantworten wir Ihre technischen Fragen unter
Tel.: 030 - 351 375 48.
Vorab können Sie sich selbstverständlich auch im Internet unter www.duofor.de informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DUOFOR - Team



Plant DOUFOR am Kunden vorbei?



Zitat - Frage von Herrn Klinger:

"3. Welche diffussionsoffene Alternative gibts zu OSB-Platten (Holzweichfaser mit Lattung?? wie stark??)"

... und Herr Christoph bietet DUOFOR an. Die ist doch dampfdicht - oder ?

Na ja, ...

Frank



Deckenaufbau



Hallo...
DANKE für die schnellen Antworten.

@ Christoph Kornmayer :

ZITAT: "Die Tragschicht für den späteren Bodenbelag gehört entweder auf die Balken (entkoppelt) oder falls mehr Schüttung gewünscht ist und der Raum es zulässt auf eine entkoppelte - ggf. ausnivellierte - Lattung."

Das ist mir auch sehr einleuchtend. Aber wie kann ich die Tragschicht gut entkoppelt auf die Balken aufbringen? Filzstreifen o.ä. ist denk ich zu mickrig für ein gutes Entkoppeln, oder ?? Und dann hab ich noch die verschiedenen Balkenhöhen...? :-(

Wie schaut denn "die entkoppelte - ggf. ausnivellierte - Lattung" aus ?

Ich hab mir gedacht:
Damit die komplette Last nicht auf den Blindboden geführt würde ich ändern (von unten nach oben)
- Kalkschüttung bis ca. 1 cm unter Balken-OK
- Rauhspund 20 mm auf Balken (1 cm Luft zum Durchbiegen)
- nochmal Rieselschutz (damit Ausgleichsschüttung nicht auf Splitt rieselt)
- Ausgleichsschüttung 20-30 mm
- Rauhspund 20 mm
- Dielenboden oder Parkett

Ist echt aufwendig, aber mir ist das Entkoppeln und die Trittschalldämmung sehr wichtig, damit man wenig nach unten hört. Wärmedämmung ist egal, da oben und unten Wohnraum.

Noch ne Frage: Rauhspund-Bretter sind doch ganz normale ungehobelte Bretter vom Sägewerk ? Oder müssen sie Nut+Feder haben oder sonst was ??

DANKE EUCH !!!

MARKUSSIE



Deckenaufbau





alternativer Aufbau



Wenn wirklich OSB und "Dielenparkett" gewünscht ist, hätte ich folgende Alternative ab dem Blindboden:

- Blindboden (Fehlboden) aus 25 mm Rauhspund auf die Dachlatten legen

- ca. 40mm Ausgleichsbohlen nach Meterriss an beiden Seiten der Balken anschrauben mit folgenden Vorteilen:
-a) Verstärkung der Balken - ich vermute die sind die z.Zt. nur 16 - 17cm dick.
-b) Verjüngen des lichten Abstands für die OSB-Platte
-c) Höhenausgleich ist erledigt

- Rieselschutzvlies - wir bevorzugen 5mm Jutefilz - wannenförmig in das Gefach eingelegt (=leichte Entkopplung der Schüttung zur tragenden Konstruktion

- ausfüllen des Faches mit Blähschiefer (guter Kompromiss zwischen Füllung und Gewicht)

- Holzweichfaserplatte je nach Möglichkeit der Aufbauhöhe flächig verlegen

- OSB Platten (22mm) schwimmend verlegen
- Dielenparkett mit Trittschall schwimmend

Alternativ geht natürlich auch auf den Holzdämmplatten ein Konstruktionsholz anstatt der OSB und eine massive Diele - das würde ich auch vorziehen. Dafür gibt es ein gutes System von Gutex mit Holzdämmplatten und Verlegeleisten.

Am Schluss natürlich ölen, Ölen und ölen

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de