Fußbodenaufbau mit SGS, Fußbodenheizung - Sperre, oder nicht?

28.10.2010



Moin zusammen!

Viel habe ich erfahren beim Suchen und Lesen schon hier im Forum, dennoch bin ich noch nicht auf unsere genaue Situation gestossen.

Wir sanieren ein Altbau (ca 1900) und haben den Kriechkeller (1m tief, ca 50 cm davon unter Erdoberfläche) mit 45 cm Sand befüllt. Darauf soll Geoflies, 40 cm Glasschaumschotter verdichtet, Lagerholzer, OSB, Ripal Fußbodenzeizung, Dielung kommen.

Der o.g. Fußbodenaufbau ist mein Vorschlag. Unser Architekt möchte den evt. Schaden nicht verantworten, wenn keine Sperre gegen Feuchtigkeit eingebaut wird. Er schlägt Verkieselung vor. Der Fußbodenaufbau ist so ohne Sperre von mir erwünscht weil wir dann ohne Bitum auskommen.

Der kalte 1,00m Kriechkeller hat über die letzten 100 Jahre die darüberliegenden Dielen scheinbar nicht geschadet - nur die Lagerhölzer waren im Berich der Auflagerpunkte am Mauerwerk teils verrottet. Allerdings war der Kriechkeller belüftet -- mein Aufbau würde keine Belüftung der Dämmebene enthalten.

Meine Fragen an die Community:

1. Ich hätte bei dem Aufbau OHNE Fußbodenheizung wenig Bedenken wegen Feuchtigkeit. Der SGS ist kappilarbrechend, die Diffusion ergibt einen Taupunkt in bzw. auf der Sandschicht. Was ist wenn die Fußbodenheizung hinzukommt? Macht das der unbelüftete Bereich unter den Dielen trockener, oder verursacht ein richtiges tropenklima inkl Schimmel wegen hohe Temperaturen und mangelnde Sperre zum Erdreich hin?

2. Wie kann eine nicht-bituminöse Abdichtung bei einem solchen Fußbodenaufbau überhaupt realisiert werden? Eine Dachbahn, die durch die Dielung an die Raumluft ausgasen kann, kommt für uns nicht in Frage. Dann lieber Estrich und verklebtes Parkett oder was auch immer.

Würde mich über Vorschläge und Erfahrungsberichte zu diesem Thema sehr freuen.

Gruß,

Matt



Moin Matt,



mach doch einfach ne Folie zwischen Schotter und Lagerhölzer und gut is.
Eventuelle Feuchte bleibt dir sonst unterm OSB hängen, deine Lagerhölzer meucheln und es fluchen bereits deine Kinder und nicht erst die Enkel.

Gruss, Boris



Die Bitumenbahn...



..."gast" nicht aus. Folie auf Glasschotter funktioniert nicht dauerhaft.

Auf dem (gut verdichtetem) Glaschotter sollten sie wenigstens 5cm Magerbeton sauber abziehen, darauf kann alternativ zur Bitumenbahn eine "Gefitas PE3/300" selbst verlegt werden.

Grüße

Thomas



Eine PE Folie wird es sein, Danke!



Ich habe jetzt ein Problem weniger, danke!

Thomas, weißt du wie es oben auf einem Flachdach im Sommer riechen kann? So nach Teer? Das ist meine Sorge mit der Schweißbahn, die über die kleine Fugen der Dielen mit der Raumluft verbunden wäre und ordentlich warm gehalten wird von der Fußbodenheizung. Die PE Folie ist wohl die Lösung - so brauchen wir aber doch keine Sauberkeitsschicht oder?

Gruß,

Matt



Bitumen...



...ist nicht Teer.

Jedenfalls brauchts den Beton, auf dem Glasschotter liegt die Dichtbahn nicht vollflächig auf, kann schon bei der Montage beschädigt werden. Lagerhölzer können auf dem Boden nicht befestigt werden, können mit dem Boden schwingen und die Bahn durchreiben. Immerhin liegt das Ganze auf mehr oder minder abrasivem Schaumglas. Für 10 Jahre ist es ohne Magerbeton ok, wenn's länger halten soll, gleich richtig bauen. Statt Magerbeton kann auch Leichtbeton mit Blähtonanteilen genommen werden, dämmt besser.

Frohes schaffen

Thomas



Ach ja,



die FBH vergessen:

Auf dem gut verdichtetem Glasschotter also wenigstens 5cm Mager/ Leichtbeton (planeben abgezogen) und Dichtbahn. Darauf dann wenigstens eine 25er Holzweichfaserplatte, besser 2 überlappend. Darauf 25mm OSB. Auf die OSB werden dann die 23er Latten geschraubt, die die Wärmeverteilbleche und die Dielen tragen. Tip: Keine nassen Dachlatten nehmen, sondern getrocknetes Holz (12%). Kostet nicht viel mehr.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

du sprichst glaube aus Erfahrung, deswegen ist dein Rat mir sehr viel wert.

Eins der Gründe den Glasschaumschotter mit Lagerholzer und Dielenboden zu nehmen war weil wir dann keinen Estrich benötigen - kein Feuchtigkeitseintrag, keine lange Wartezeiten, kein langsames Anheizen. Magerbeton - ist die Feuchtigkeitseintrag mit einem Estrich vergleichbar? Wie lange müssen wir warten, bis wir weiter darauf aufbauen können? Wie viel günstiger als Estich, oder genauer was kostet sowas ungefähr pro qm?

Mit 40 cm SGS verdichtet hatte ich mir gehofft zusätzlich kosten für Dämmung zu sparren. Auch hier lässt das SGS Prinzip "alle Funktionenen in einer Schicht" doch in der Praxis enttäuschen, oder bist du von einer dünneren Dämmschicht ausgegangen? Ist die Holzweichfaserplatte auch dazu da, das alles ruhig aufliegt und nicht rumklappert beim begehen des Fertigfußbodens?

Der Hersteller meint, man könnte einfach ein dickes Geofließ zwischen SGS und Lagerhölzer nehmen, so würden die Hölzer dann ruhig drauf liegen. Würde ein solches dickes Fließ nicht die reisfeste PE Folie auch ausreichend schützen?

Gruß,

Matt



Fußbodenaufbau



Hallo Matt,
wenn man einen Unterbeton o.ä. einbaut, dann verhindert die Abdichtung auf der Schicht das Ausdiffundieren von Restbaufeuchte bzw. Bodenfeuchte. Deshalb spielt das keine Rolle beim darauf einzubauenden Belag, wie feucht der Beton noch ist.

Viele Grüße



@Matt



" SGS Prinzip "alle Funktionenen in einer Schicht"

Das ist doch Unsinn. Eierlegende Wollmilchsäue gibt's nicht auf dem Bau. Dampfdicht ist das Ganze eben nicht. Meine Unterbau-Empfehlung ändere ich auch mit dem Flies darunter nicht, und pflichte im übrigen Georg bei.

Die HWPL liefert eine vollflächige Auflage für den Dielenboden mit perfekter Lastverteilung. Lagerhölzer auf SGS werden sich bewegen, ggf. die Sperrbahn durchreiben, können sich auch in das zerreibbare Material einarbeiten. Eine solche Konstruktion ist nicht historisch bewährt, aber sie bietet ein hohes Fehlerpotential.

Grüße

Thomas