badezimmer in fachwerkhaus

20.01.2015



Ich möchte gerne in einem uralten Fachwerkhaus ein Raum in ein Badezimmer umbauen. Die Wände bestehen aus Holzgeflecht und Lehmbewurf, deswegen haben wir die Sanitärrohre vor die Wände montiert. Über den Holzbalken -und Dielenboden wurde eine ca. 7-10cm dicke Estrichbewehrung verlegt.
Nun meine Frage:
1) Da die Sanitärrohre 3-5 cm vor der Wand stehen, bräuchte ich ein Material um die Wand eben wirken zu lassen bzw. zu ebnen. Welches Material könnte ich hier verwenden?
Könnte ich 7,5 cm dicke Ytong Steine verwenden? Gibt es noch andere Materialien, die in Frage kommen würden?
2) Für einen wasserdichten Putz dachte ich an Tadelakt, jedoch würde das erstmal nicht in Frage kommen, da sich da eventuell nicht jeder Meister auskennt.
Gibt es hier Alternativen?
3) Für den Boden, dachte ich an die 2 komponentige Epoxyharzbesichtigung :
„Sikafloor (Sika)“
Ich denke, dass dieses Material eher für Terassen verwendet wird, wäre das für ein Badezimmer auch denkbar?





Hallo,
zu 1) Wahrscheinlich ist Ytong vor ihrer Holzgeflecht/Lehmwand keine so gute Idee – zumindest wenn es sich um eine Außenwand handelt. Alternativ könnte ein Holzständerwerk, mit Platten oder – etwas rustikaler – mit Brettern beplankt davor gestellt werden (falls kein direkter Spritzwasserbereich).

Zu 2) Zu Tadelakt kann ich nichts sagen, aber Fliesen sind wohl die bekannteste Alternative ;-)

Zu 3) Wir haben beste Erfahrung mit „Lastogum“, einem Flächenabdichtungsmittel. Wird in zwei Schichten aufgetragen, auf Boden und Wand im Naßbereich (z.B. Dusche). Darauf kann gefliest o.a. werden.



Lehm wird heute



offensichtlich auch exakt deshalb in Badezimmern eingesetzt weil es die Feuchtigkeit bindet. Was spricht dagegen Leichtlehmbausteine zu verwenden die man dann mit Kalkfarbe streicht. Oder bei 5 cm geht es ja auch mit mehrlagigem verstärkten Lehmputz.



warum ist Ytong nicht geeignet?



Hallo, können sie mir erklären warum ist Ytong nicht geeignet - sie haben richtig vermütet, es handelt sich genau um Außenwand. Soll ich dann lieber Multipor platten oder ganz normale Ziegeln?



Kapillare Leitfähigkeit



Ich lasse mich gerne von Fachleuten eines besseren belehren, weil ich gerade versuche mich in die Thematik einzuarbeiten. Das große Problem ist die Feuchtigkeit. Ich habe das Modell gerade mal eingegeben. In wie weit das valide ist kann ich schwer beurteilen.
http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?&d0=0.5&L0=1565731387&mid0=75&d1=11.5&L1=2&mid1=872&d2=2&L2=1&mid2=86&d3=14&L3=306856951&mid3=774&x3=50&d4=14&L4=306856951&mid4=36&x4=14&bt=0&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0

Bei Vormauerung hat man eine Luftschicht zwischen den Mauern in der Wasserdampf kondensieren kann. Bei einer kapillaren Leitfähigkeit kann dagegen Feuchtigkeit langsam diffundieren, also auch in beide Richtungen wieder abtrocknen. Dabei ist eine Verklebung mit Lehmsteinen oder Holzweichfaser mit Lehm wohl geeigneter. Das wird in jedem Fall die Methode die ich versuchen werde. Dabei verteilt sich die Feuchtigkeit im gesamten Bauteil.



Bitte kein Ytong



Ytong-Steine reagieren ganz anders als Lehm. Sie sind für Fachwerk nicht geeignet, erst recht nicht für Außenwände Fachwerk. Sie speichern eher die Raumfeuchtigkeit, aber können sie nur schwer abgeben an die Raumluft. Deshalb kann in wenigen Jahren das Fachwerk geschädigt sein.

Wenn Sie wissen wie Tadelakt hergestellt wird, so kann das für Badwände eine gute Alternative sein. Eine spezielle Ausbildung ist dafür hilfreich.

Gutes Gelingen wünscht
D.Fr.