Badezimmer in Backsteinaltbau / Abdichtungen Boden

11.02.2022 Samuel


Hallo Fachwerker,

wir planen gerade die Sanierung unseres Badezimmers im Obergeschoß eines typischen Backsteinhauses von 1910.
Das Bad wurde vor 25 Jahren mal gemacht: Holzboden weg, Spanplatte auf die Holzbalken aufgeschraubt und dann auch direkt gefliest. Abdichtungen gab es keine, nichtmal im Duschbereich...

Der Boden muss nun also raus und letztendlich soll ein neuer Echtholzboden rein.
Ich bin mir nun unschlüssig bezüglich des Aufbaus:

Vermutlich wird der Aufbau in Richtung: Trockenestrich oder OSB und darauf Trittschall und letztendlich der Holzboden gehen.
Wie sieht es allerdings mit Abdichtungen aus? Muss wirklich das komplette Badezimmerboden inkl. Wandeinschlüsse abgedichtet werden oder reicht es aus nur die direkten Nassbereiche (freistehende Badewanne, Dusche...) entsprechend abzudichten?


Bisher habe ich immer einen "offenen" Aufbau bevorzugt, aber das waren auch alles keine Feuchträume.
Ich bin für Ratschläge dankbar.

Gruß,
Samuel



welcher boden soll rein ?



wir dichten Bäder immer vollflächig ab.....weil wir es müssen....regeln des Fachs...u.s.w

letztendlich kommt es drauf an wie man sich im Badezimmer in sachen Wasser verhält.
stehen Pfützen auf dem Boden wenn man aus der Dusche kommt oder nicht...planschen kinder in der Badewanne...u.s.w

das sind wichtige Faktoren.
grundsätzlich würde ich wenn es das Budget zulässt vollflächig Abdichten (oder zumindest rund um den Nassbereich) und vollflächig den Boden verkleben !! das ist leider die teuerste Variante, aber auch die Beste.

bei schwimmender verlegung haben silikon-anschlußfugen zu dusche oder Fliesen da nix verloren....die werden schon nach Tagen/ wochen nicht mehr dicht sein.

gruß
thomas



Holzfußboden / Statikerempfehlung?



Als Boden soll hinterher ein Holzboden rein. Vermutlich ein Parkett, welches schwimmend auf dem Untergrund und in sich komplett verleimt wird, damit durch die Ritzen nichts durch kommt. Fliesen möchten wir nicht.

Bei einer Abdichtung würde das also für z.B. Balken seitlich Aufdoppeln um eine Ebene Fläche zu bekommen, Knauf Gifafloor Presto (oder OSB) + Abdichtung + Parkett sprechen.

Liest hier ein Statiker mit, der (gerne auch kostenpflichtig) einmal die Decke grundsätzlich bewerten könnte, bezüglich möglicher Gewichtsbelastung, Gewicht des Bodenaufbaus und Badewanne auf dieser Decke?
Die Eckdaten lauten:
- klassischer Backsteinbau, doppelschaliges Ziegelmauerwerk
- betroffene Decke ist im 1. Stock. Darüber ist ein weiteres Stockwerk, darunter Erdgeschoß und Keller
- Haus ist unterkellert, Keller (mit Kappendecke, Stahlträger) und Erdgeschoß komplett gemauert - ohne Holz. Zwischenwände im ersten Stock alle als Fachwerk ausgeführt

- Holzbalkendecken mit Fehlboden aus Schwartenbrettern mit Lehmschüttung (ca. 5cm Lehmschüttung)
- Unter der Decke Holzbretter mit Putz (vermutlich Kalkputz)
- Lichte Weite der Balken ca. 80cm
- Balken 16x20cm
- Balken sind insgesamt ca. 10m lang mit 2 Auflagern (1xStahl-Unterzug und 1xgemauerte Wand bis zum Fundament) und inkl. der beiden Auflager in den Außenwänden. In dem Bereich des Bades ist der Unterzug. Leider ist die genaue Position des Unterzugs erst nach Öffnung der Decke möglich. Da bis zum nächsten Auflager "Wand" 5m sind wird das vermutlich bei 2,5 - 3m liegen.
- eine ca. 3,70m breite Backsteinwand steht auf dieser Decke (als Fachwerk ausgeführt) steht auf dieser Decke, eine zweite auf der Decke stehende Wand wurde entfernt und es steht davon nur noch ein Teil des Fachwerks um die darüber liegende Decke zu tragen

Konkrete Fragen zur Statik:
- Welche Verkehrslasten sind möglich?
- Badewanne möglich?
- wie viel zusätzliches Gewicht darf maximal durch die neue Fußbodenkonstruktion eingebracht werden?

Wenn jemand darin Kompetenz hat gerne mal Telefonnummer / Mailadresse geben, dann kann ich auch Bilder / Pläne zukommen lassen.

Gruß,
Samuel



schwimmend verlegtes parkett



im Bad finde ich eher ungeeignet....wir machen in Bädern nur fest verklebtes.

in Sachen Anschlußfugen wird man bei schwimmend verlegten Böden immer irgendwo auf Probleme stoßen.
man hat deutlich mehr Bewegung des Bodens und Silikonfugen ( duschtasse u.s.w) halten nicht lange.
Silikonfugen sind bei Schwimmenden Böden fehl am Platz....es muss zwingend mit An- Abschlußprofilen gearbeitet werden.

bei verklebten Böden sieht das schon anders aus....

gruß
Thomas



Parkett verkleben



@Thomas: Danke für den Hinweis, dann werden wir das vollflächig verkleben.
Mit den Dehn/Anschlußfugen muss ich mich eh noch einmal genauer befassen, haben Sie dafür Empfehlungen bzw. auch Empfehlungen was für Parkett im Bad gut hält?

Gruß,
Samuel



Es sollte...



...kein Mehrschichtparkett sein. Wenn überhaupt, dann massiv.

Ich halte aber auch Massivparkett für problematisch, und rate für das Bad zu einer Dielung. Optimal ist zum Beispiel Eiche. Parkett wird mehr arbeiten, wenn's 'mal etwas feuchter geworden ist, und die Querholzstöße sehen dann besonders störend aus. Dielen mit Fase stecken ein bisschen Wasser weitaus besser weg.

Damit sage ich nicht, daß Massivparkett im Bad nie funktioniert. Da, wo Kinder mit an Bord sind, ist die Schadenswahrscheinlichkeit aber immer sehr hoch.

Grüße

Thomas



Dielenboden



Danke für die Empfehlung.

Kinder im Grundschulalter sind dabei. Beim Baden müssten wir das Wasser zeitnah aufwischen, bzw. etwas entschärfen kann man das ja auch bei geplanten Badeaktionen mit Badteppichen vor der Badewanne.
Verstehe ich das richtig, dass der Nachteil beim Massiv-Parkett die größere Anzahl an Fugen ist im Vergleich zu raumlangen Dielen oder gibt es weiteres was für eine Diele spricht?

Aufbau wäre dann: OSB, Abdichtung und direkt darauf verklebt Dielenboden (z.B. Eiche oder ähnlich wasserrobusteres Holz)?

Da der Dielenboden meistens dicker ist als Parkett könnte die OSB Platte dann etwas dünner ausfallen (anstatt 25mm z.B. 18mm + 21mm Dielenboden)?

VG
Samuel



Es ist...



...die größere Anzahl von Fugen, richtig. Ferner die Hirnfugen. Über Hirnholz (also quer) dringt Wasser schneller ein. Außerdem sind die kleinen Parkettstäbe weitaus weniger formstabil als Dielen.

Der Boden sollte geölt werden, und auch mitunter nachgeölt. Aufpassen solltet Ihr natürlich trotzdem, und nasse Badvorleger sind tabu.

Eine 22er OSB sollte genügen. Solide verschraubt auf die Balkenlage. Dann könnte auch über eine Verschraubung der Dielen nachgedacht werden.

Grüße

Thomas



Danke!



Ja, Holz ist sicherlich mit Wasser etwas vorsichtiger zu behandeln.
Wobei ich mir das trotzdem einfacher vorstelle als Fliesen auf einer Holzbalkendecke langfristig zu haben... die jetzigen sind ein einziges Trümmerfeld. Selbst mit besserem Bodenaufbau wird es ja immer schwingen.

Gruß,
Samuel



Thema Abdichtung und Verschraubung / Verklebung



Guten Morgen,

ich habe noch mal eine Nacht drüber geschlafen und komme letztendlich wieder auf das Eingangsthema der Abdichtung...

Wenn ich Schraube kann ich auch direkt 30mm Dielen nehmen und mir OSB (welches ich eigentlich gar nicht mag) weglassen. Somit würde dann allerdings auch die Abdichtung entfallen.

Wenn ich OSB nehme und dadrauf Dielen schraube ist die Abdichtung auch hinfällig, wäre also ggf. nur vollflächiges verkleben denkbar oder zerstört dies auch die Abdichtung?

In einem anderen Thread hatten Sie empfohlen die Lehmschüttung durch Blähton empfohlen. Das wäre hier ggf. auch noch ein Thema...

Gruß,
Samuel



Ahoi,



ich bin mir ja nun mangels Ortskunde nicht sicher, warum die OSB - Platten eingebaut werden sollten. Dienen sie ausschließlich als Verlegebasis für Parkett, sind sie natürlich bei Einsatz einer vollwertigen Dielung überflüssig.

Und ja, der Lehm darunter wäre als Feuchtespeicher eher unwillkommen. Blähton wäre da die bessere Hohlraumschüttung. Ein eventueller Rieselschutz darunter sollte keine dichte Folie sein.

Grüße

Thomas



bei einer Dielung sollte


bei einer Dielung sollte

man aber auch darüber nachdenken das eine z.b. Eiche Massiv-Diele relativ Stark auf ungünstige Raumklimatische Bedingungen reagiert.....dementsprechende schwankende Fugenausbildung ist zu erwarten.
Lüften ist definitiv Wichtig !

Grundsätzlich solle man sich des Werkstoffes Holz im Bad bewusst sein das es sich niemals so unproblematisch verhält wie Fliesen oder ein PVC-Boden.

Holz quillt und Schwindet...ist Wasser (egal ob flüssig oder in der Luft) im Spiel ,umso mehr Arbeitet das Holz.
Wir Verarbeiten gerne Mehrschichtparkett weil es sich sehr Spannungsarm verhält ,, Relativ dünn ist (ca. 14mm) was im Übergang zu einer Fliesenfläche positiv sein kann, und man es in zig Farben und Oberflächenarten bekommt.
Anschlussfugen sind mit 4mm sehr klein , aber schon ausreichend...bei Massivdielen muss man da schon eher das doppelte machen.

bei einer Holzart mit Gerbsäure (wie die Eiche z.b. ) muss man aufpassen mit Fleckenbildung von metallischen Gegenständen die auf dem Boden stehen...nur das zur info.

Leider gibts wenige die Holz im Bad ohne Gewährleistung Verlegen wollen...es ist halt immer eine Frage vom Umgang damit.

es kann passieren das man 1x pro Jahr eine Pflege-ölung machen muss..kein großer akt, aber auch über so etwas sollte man informiert werden.
ebenso über Urinspritzer rund ums WC..kann es, wenn man pflegefaul ist , auch Flecken geben die man nur mit einer Intensivreinigung wieder wegbekommt.
Also gut Zielen ;-)

Auch wenn oftmals ein Produkt als " fertig Geölt" beworben wird , machen wir immer eine Erstpflege.


gruß
thomas



Ohne Lüften...



...ist es im Bad selbst ohne Holz problematisch. Ja, das sollte beachtet werden.

Massives Holz ist m.E. einfach stabiler. Klar arbeitet es mehr. Aber es kann auch keine Schichtenverklebung versagen, was bei seinerseits mit dem Unterboden verklebtem Parkett zum Totalabriss führt.

Der Hinweis mit der Einpflege ist richtig und wichtig. Dennoch bleiben es viele Hirnfugen, die auch mit Einpflege saugen wie ein Schwamm. Zudem sind manche "Öle" beim Fertigparkett eher dünne matte Lacke mit "Öloptik".

Für einen Dielenboden im Bad würde ich in einem definiertem Rahmen eine Gewährleistung geben. Für ein Parkett aus obigen Gründen nicht.

Ein Zwischending wäre eine raumlange Dreischichtdiele mit durchgehendem Deckblatt.

Grüße

Thomas



...



OSB kam nur aus dem Grund darauf dann eine vollflächige Abdichtung machen zu können und darauf dann einen Bodenbelag. Aber wenn man letztendlich das Holz vollflächig verklebt oder schraubt ist das mit Abdichtung ja eh schwierig.

Ich bin mir immer noch unsicher ob ich eher alles abdichte oder besser alles offen lasse (außer direkt Dusche / Badewannenbereich), damit das Wasser nicht nur rein, sondern auch überall wieder rauskommen kann. Problematisch ist nach meinem Verständnis doch eher eine dauerhaft leichte Eintragung von Feuchtigkeit, Taupunkt usw. als ein Wasserrohrbruch, bei dem eine Abdichtung auch irgendwann überläuft, spätestens an der Türschwelle und es sowieso ein Versicherungsschaden ist...

Was haltet ihr von Schlossdielen um die Fugenanzahl weiter zu verringern?

Mit Metall auf Eiche ist ein guter Hinweis, das wusste ich noch nicht.
Unsere Jungs haben wir inzwischen zu Sitzpinklern erzogen, da geht inzwischen eher nichts mehr daneben ;)

Gruß,
Samuel



Blähton



@Thomas Böhme:

Blähton ist doch relativ leicht oder? Der Lehm diente ja bisher als Gewicht für die Decke. Wie machst du das bei solchen Aufbauten? Gehwegplatten oder alte Estrichstücke zwischen den Blähton in den Fehlboden einbringen?

Gruß,
Samuel