Badezimmer Fußbodenaufbau mit FBH auf Holzbalkendecke




Hallo Zusammen,

nachdem dies mein Erstbeitrag in diesem Forum ist möchte ich mich zunächst kurz vorstellen.
Mein Name ist Matthias und ich bin bereits seit einigen Jahren mit der Renovierung meines Fachwerkhauses beschäftigt.
Als bisher stiller Leser dieses Forums habe ich schon einige gute Ideen umsetzen können.
Bei der Sanierung des Badezimmers konnte ich jedoch trotz intensiver Recherche noch keine wirklich zufriedenstellende Lösung finden. Da ich an einer anderen Stelle im Haus mit dem echten Hausschwamm konfrontiert war fällt mir die Entscheidung um so schwerer.
Mit der Erstellung dieses Beitrags hoffe ich auf gute Vorschläge. Insbesondere Lösungen mit Fußbodenheizung interessieren mich dabei.
Da ich mir schon viel zu viele Gedanken gemacht habe wird der Text leider recht lang. Wem das Weiterlesen ab hier zu lang ist kann ich das gut nachsehen. Gerne nehme ich auch jeden Vorschlag zum funktionierenden Fußbodenaufbau im Obergeschoss auf einer Holzbalkendecke entgegen der ohne Bezug zum nachfolgende Text entsteht.

Grundsätzliches zum Raum:
Das Badezimmer befindet sich im 1. Obergeschoss. Der Raum darunter wird regulär beheizt. Arbeiten an der Decke im unteren Raum sind nicht mehr möglich.
Die Gesamtfläche des Raumes beträgt ca. 25m2. In einer Ecke des Raumes ist eine Sauna eingebaut - hier bleibt der Bodenaufbau unangetastet.
Der bisherige Bodenaufbau besteht aus einer Holzbalkendecke (Auf den Balken raumlange Dielen - ca. 22 mm stark; wenig Einschub bestehend aus Stroh und Lehm; unten Holzgattung + Schilfmatten als Putzträger.
Die Holzbalkendecke wurde vor ca. 30 Jahren mit Verlegeplatten V100 in Stärke 25 mm belegt und verschraubt. Auf die Verlegeplatten wurden anschließend Korkplatten 300x300x5mm verklebt und lackiert.
Die Wände sind mit senkrechten Massivholzpaneelen (Fichte unbehandelt) verkleidet. Die Decke besteht aus weiß lackierten Holzpaneelen. (Wände und Decke sollen unverändert bleiben)
Im Raum soll wie bisher lediglich eine Badewanne eingebaut werden.
Unter der bisherigen Eckbadewanne befinden sich keine Dielen. Hier wurde in einem Quadrat von 1,5 m ein Estrich oder ähnliches eingebracht. (Endhöhe gleich wie Dielen).
Die bisherigen Dielen will ich nicht ausbauen. Die Gesamthöhe ab den Dielen sollte 40 mm nach Möglichkeit nicht überschreiten. Eine Aufbauhöhe von 60 mm wäre notfalls noch zu verschmerzen.
Trittschall oder Schalldämmende Maßnahmen nach unten sind nicht erforderlich.

Bisher erfolgte Arbeiten:
Aufgrund eines Wasserschadens wurde ca. 1/3 der Verlegeplatten bereits entfernt um das Abtrocknen zu beschleunigen und gravierende Schäden zu vermeiden.
Die vorgefunden Dielen befinden sich in gutem stabilen Zustand. Eine Aufarbeitung der Dielen ist jedoch aufgrund der Qualität, Holzart sowie insbesondere der Fugengröße nicht gewünscht.


Weitere Vorgehensweise:
Prinzipiell hat die Lösung mit den Verlegeplatten und Korkoberbelag funktioniert. Allerdings bin ich auch auf der Suche nach gleichwertigen oder besseren Lösungen. Gewünscht ist ein möglichst heller pflegeleichter Belag. Dieser sollte die nächsten 25 Jahre überstehen. Gewünscht sind praxiserprobte Lösungen die den aktuellen Normen nicht zwangsläufig gerecht werden müssen. Fußbodenheizung wäre bevorzugt.

Fußbodenheizung:
Bei der Auswahl spielt die Kombinationsmöglichkeit mit einer Fußbodenheizung eine nicht unerhebliche Rolle.
Da ich bereits in zwei anderen Räumen (jedoch im Erdgeschoss) sehr gute Erfahrungen mit einer Fußbodenheizung im Trockenbau gemacht habe würde ich dies auch gerne im Badezimmer realisieren.
Vorgesehen wären hier nach jetzigem Stand EPS Grundelemente (30 mm Dicke) mit Wärmeleitblechen die aufgrund der geringen Aufbauhöhe jedoch direkt auf die Dielen befestigt werden müssten.
Alternativ gäbe es um den Einsatz von Styropor zu vermeiden auch noch Grundelemente aus Holzfaser. Angesichts der verwendeten Bindemittel bin ich mir jedoch nicht sicher ob dies wirklich besser ist.
Die Grundelemente aus Holzfaser hätten jedoch noch den Vorteil des höheren Eigengewichts und sind eventuell etwas stabiler.?
Zum Problem werden könnte das die Dielen nicht über eine komplette Planheit verfügen. Dieses Risiko müsste ich aufgrund der fehlenden Aufbauhöhe eingehen. Der Oberbelag sollte geringe Unebenheiten daher nicht übel nehmen.
Erste Testversuche mit lose ausgelegten EPS Grundelementen stimmen mich jedoch bisher noch positiv.
Die Tragfähigkeit der Dielen ist in jedem Fall ausreichend.
Als Lastverteilschicht hatte ich neuerdings Strongboard-FL-Elemente in die engere Auswahl aufgenommen. (Im Erdgeschoss habe ich gute Erfahrungen mit Blanke sowie aber auch Schlüter Entkopplungsmatten gemacht - hier wurden jedoch Fliesen verlegt.)
Die verklebten Strongboard-Elemente sollten nach Herstellerempfehlung im Badezimmer noch mit einer kunststoffvergüteten zementiert Dichtschlämme versehen werden.
Höhenproblematik: Um meine Höhenvorgabe von 40 mm nicht zu überschreiten kommt bei dieser Variante eigentlich nur noch PVC mit max. 5mm Stärke als Oberbelag in Frage.
Ein separater Heizkreis für die Fußbodenheizung ist ohnehin vorhanden.


Lösung 1:
PVC Oberbelag (Bahnenware oder Vollvinyl-Boden mit Klickverbindung)
Trotz großer Skepsis bezüglich PVC Bodenbelägen und insbesondere deren Einsatz in einem Fachwerkhaus bin ich immer noch hin und hergerissen.
Leider ist der große Vorteil des PVC auch ein großer Nachteil sobald sich die Feuchtigkeit unter dem Belag befindet und nicht entweichen kann.
Kann hier jemand aus eigener Erfahrung mit geglückten oder auch missglückten Projekten eine Rückmeldung geben?
Vorgesehen wäre es den Boden entweder auf die Verlegeplatte zu verkleben oder aber eine Fußbodenheizung im Trockenbau zu realisieren (siehe oben).
Vorteile:
- einfache Verlegung
- Feuchtigkeitsbeständig
- Fußwärme
- geeignet für Fußbodenheizung
- optisch mittlerweile recht ansprechende Varianten verfügbar
- niedriger Aufbau
Nachteile:
- evtl. Gesundheitliche Risiken
- Unklar ob es bei Setzungen/ Bewegungen zu Rissen kommt - keine Langzeiterfahrung für die Lastverteilschicht vorhanden
- Feuchtigkeit von unten kann nicht entweichen
- Unklar wie lange die Abdichtungsebene aufgrund von Bewegungen und Setzungen intakt bleibt
- Angst vor Langzeitschäden

Lösung 2:
Massivholzdielen
Sicher werden viele hier den Einsatz von Dielen aus durchaus nachvollziehbaren Gründen empfehlen.
Nachfolgende Gründe halten mich bisher davon ab:
Nachteile:
- Empfindlichkeit (Kinder + insbesondere Hund mit langem Fell) - Habe aus diesem Grund in der Küche den Dielenboden durch Naturstein ausgetauscht und bin damit sehr glücklich.
- Hätte gerne einen möglichst fugenlosen Boden der auch fugenlos bleibt
- Wollte bei dieser Gelegenheit gleich die Wasserleitungen auswechseln und diese auf den Dielen im Bodenaufbau Verlegen - dies scheidet bei Dielen ohne zusätzlichen Unterbau aus.
- Fußbodenheizung nicht sinnvoll.
- Decke und Wand sind schon aus Holz - nochmal Holz auf dem Boden wird vielleicht zu viel.
- Die alten Dielen sind recht feuchtigkeitsempfindlich - habe Angst vor Feuchtigkeitswanderung nach unten
Vorteile:
- Diffusionsoffener Aufbau
- Fußwärme
- bewährter Aufbau im Fachwerk
- Langlebiger Boden (Abschleifbar)
- Habe vom Erdgeschoss wo ursprünglich ein Dielenboden geplant war noch Massivholzdielen aus Sibirischer Lärche übrig - Wäre Optisch jedoch nicht die beste Lösung
Wenn Holzboden dann in welcher Umsetzung?
- Dielen direkt auf alten Dielen quer verlegt und verschraubt?
- Spanplatte auf alten Dielen verlegen und darauf die neuen Dielen?


Lösung 3:
Kombination von zwei unterschiedlichen Böden (Dichter Bodenaufbau im Bereich der Badewanne - evtl. mit Podest für Badewanne und Bodenablauf) - Konventioneller Aufbau im restlichen Bereich
Nachteil:
- Optisch nicht unbedingt mein Fall (Position der Badewanne durch bestehende Wandfliesen in diesem Bereich sowie Abwasseranschluss festgelegt)
- Durch die Raumgeometrie und den Sporn den die Sauna ausbildet lässt eine Bodentrennung den Raum noch Schlauchförmiger wirken.
- Nach langen Spaziergängen im Winter dürfte mein Hund nicht mehr in das Badezimmer (Schneeklumpen im Fell)
Wirkliche Vorteile sehe ich bei dieser Lösung daher nicht.


Alternativen:
1. Linoleum (ähnliche Nachteile wie PVC jedoch zusätzlich Feuchtigkeitsempfindlich)

2. Korkbelag (Da es mittlerweile eine sehr große Auswahl an Klebekorkplatten gibt und dieser auch endlich in hellen Farben verfügbar ist will ich Kork nicht ganz von der Liste nehmen. )
Nachteile:
- Sollte gemäß Herstellervorgabe im Feuchtraum lackiert werden. (Was passiert mit Feuchtigkeit von unten sofern vorhanden??)
- Einkaufspreise von bis zu 40 € / qm finde ich im Vergleich zu Dielen zu hoch
Vorteile:
- Der alte vorhandene Korkboden war auch nach ca. 25 Jahren noch in gutem Zustand
- Fußwarm
- Lässt sich wenn auch nicht ganz optimal mit Fußbodenheizung kombinieren
Zusätzliche Fragen:
- Wer hat bereits einen Korkboden in Kombination mit Fußbodenheizung im Trockenbau und flachem Aufbau realisiert? (Bewegung/ Dehnung des Unterbaus)
- Wer hat bereits Erfahrungen mit großformatigem Klebekork
- Empfehlung im Feuchtraum - lackieren oder lediglich Ölen
- Ist prinzipiell eine Verlegung von Klebekork auf den alten lackierten Korkplatten möglich - müsste dann lediglich die bereits entfernten Verlegeplatten neu legen + Höhenausgleich

3. Korkbelag mit Digitaldruck Dekor und Oberflächenbehandlung
Vorteile:
- gemäß Hersteller Feuchtraumgeeignet
- relativ einfache Verlegung
Nachteile:
- Preis
- ökologischer Aspekt (besseres Laminat?)
- Empfindlichkeit des Dekors

4. Thermoholz mit Gummifuge
Scheidet aufgrund der aufwendigen Verarbeitung und hohen Preise aus. Umbau sollte prinzipiell in Eigenleistung möglich sein.

5. weitere Alternativen???



Lieber gleich richtig...



Was spricht dagegen, den gleichen Naturstein wie in der Küche zu verwenden ? Was ist das Format der Platten ? Lieber nicht zu gross.

Wenn die Aufbauhöhe nicht reicht: Verlegeplatten und Holzdielen weg, 25 mm OSB zwischen den Balken. Darüber ein Bodenaufbau mit Trockenestrich und einer guten Abdichtung.



Dielen müssen leider bleiben...



Prinzipiell hätte ich nichts gegen die Entfernung der Dielen einzuwenden. Da die Dielen jedoch raumlang ebenfalls unter der Sauna weiterlaufen ist mir dieser Schritt zu heikel.
Der maximale Bodenaufbau ist hauptsächlich durch die niedrigen Türen (insbesondere Sauna) stark begrenzt.
Allerdings sehe ich durchaus ein, dass eine Kompromisslösung nicht erstrebenswert ist.
Bin daher zwischenzeitlich sogar am überlegen, ob eine Kombination von Dielenboden im unkritischeren Bereich und dichtem Boden (Fliesen oder ähnliches) im Bereich der Badewanne einen guten Kompromiss darstellen würde. (evtl. sogar mit bewusstem Höhenunterschied)
Zur Erhöhung der Stabilität im Bereich der Badewanne habe ich als Unterbau unter den EPS-Grundelementen der Fußbodenheizung Siebdruckplatten in Erwägung gezogen. Gibt es diesbezüglich Erfahrungen?
Evtl. wird die Dichtheit des Bodens von mir überbewertet da die Wandanschlüsse aufgrund der verbauten Holzverkleidung ohnehin nicht fachgerecht abgedichtet werden können.
Leider nur viele neue Fragen...



Ich würde Dielen bevorzugen...



..weil es auf Grund der Gesamtkonstruktion zum Haus passt, der Aufbau diffusionsoffen ist, Dielen sich einfach gut anfühlen (warm, spart Fußbodeneizung) und, so finde ich, sehr schön sind. PVC hört sich nicht gut für das Holz an.
Sibirische Läche, Eiche oder märkische Kiefer geölt, meiner Meinung nach ein Traum. Dielen immer gegen den jetzigen Verlauf legen ( vorher bei alten knarzenden Dielen die Nut/ Federverbindung mit Tauchsäge kappen und mit Korkmatte unterfüttern). Für die Fugen gibt es verschieden Lösungen:
Fugen gleichmäßig ausfräsen ( max. bis zur Feder) und passende Leisten einkleben, oder mit einem speziellen Flexkleber (sika) schließen, oder Fugenkitt, auch selbst gemischt mit Schleifstaub (z.b. Bona Mix&Fill , wenn der Boden nicht federt). Den Boden danach immer nochmal Schleifen und dann mehrfach Ölen ( z.B. Livos - Kunos- Naturölsiegel - gibt es sogar in verschiedenen Farbtönen). Sonst einfach so lassen und regelmäßig mit Handdüse absaugen - fertig. Nur unter dem WC, da wird´s kritisch. Hier ist Fliese oder z.b. in Acryl gegossener Kiesel, hygenischer.
Soll es Fliese sein, kann man eine Ausgleichsschüttung nehmen (z.b. Fermacell) und darin die Fußbodenheizung verlegen, darauf Trockenestrich.