Baddecke / Aufbau / Hinterlüftung




Hallo,

folgende Frage: Das Bad soll bis auf den direkten Nassbereich mit Lehm verputzt werden (Gefache aus Lehmsteinen, Holzbalken rundherum). Einige Probleme bereitet mir die Baddecke. In dieser befinden sich noch die alten (aufgedoppelten) Deckenbalken, der Deckenaufbau aus Einschubhölzern, einem Rieselschutzflies und Lehmschüttung, darauf Spanplatten, darauf dann später Dielung, als Deckenaufbau.

Ich habe vor, die Baddecke mit Gipskarton od. OSB-Platten von unten zu verschließen, der dabei entstehende Hohlraum innerhalb der Balkenlage kann tatsächlich komplett hinterlüftet werden. Reicht eine solche Hinterlüftung zum Abtransport der entstehenden Feuchtigkeit oder ist es sinnvoller, die Holzbalkendecke selbst nochmal mit einer dampf- bzw. diffusionsoffenen Folie, bspw. entsprechender Unterspannbahn gegen die im Badebetrieb entstehende Feuchtigkeit zu schützen?

Die Hinterlüftung selbst wollte ich über Lüftungslöcher zw. Rähm und Brustschwelle realisieren, wie man das oft bei alten Fachwerkhäusern sehen kann. allerdings kann die Decke in dem Fall nicht komplett bewittert werden, da die zweite Außenwand für deartige Öffnungen nicht geeignet ist. Dem geschuldet könnte ich die Zwangsbelüftung für die Heizung über diese Lüftungsöffnungen realisieren und hätte so zumindest in der Heizperiode einen regelmäßigen Luftaustausch innerhalb der Decke.



Deckenaufbau im Bad



Bei oberseitig ziemlich dichtem Spanplattenbelag ist eine unterseitige Dampfbremse/-sperre problematisch.

Unkontrollierbare Belüftungen sind ebenfalls kritisch, da womöglich lange unbemerktes Kondensat entstehen kann.

Die Vorgehensweise hängt auch von der Nutzungsart des darüberliegenden Raumes ab- bei einem Wohnraum ist allenfalls eine moderate Dampfbremse unter der Baddecke empfehlenswert- dann aber nach oben möglichst diffusionsoffen-
also Spanplatte entfernen und geölte Holzdielen verlegen, kapillaraktive Dämmstoffe hohlraumfrei verwenden etc.

Unter der Decke eine Dampfbremse/Luftdichtung Verlegen und an den Wänden gut abdichten.
Darunter zB eine Gipsfaserplatte- Fermacell, Rigidur verwenden oder Powerpanel H2O oä.
darauf mineralischen Putz aufbringen und mit Rein-Silikatfarben oder mit Kalkfarben streichen.

Die Luftfeuchtigkeit reduzieren durch regelmäßiges Lüften oder durch Installation eines (möglichst feuchtegesteuerten) Ventilators

Andreas Teich



Vielen Dank...



..für die Informationen.

Vllt. noch ein paar Informationen zum Bad selbst. Der Raum wurde vermutl. bis zur Wende als Stall genutzt. In den 30er Jahren wurde ein Teil der hofseitigen Außenwand durch eine Ziegelwand ersetzt, zu DDR-Zeiten die komplette Giebelwand durch Betonhohlblocksteine. Erst nach der Wende wurde durch den Vorbesitzer der Stall rückgebaut und der Raum als Bad genutzt und mittels Gipskartonständerwänden vom restlichen Mauerwerk getrennt.

Im Zuge der Restaurierung wurde sowohl die Ziegelwand als auch die Hohlblocksteinwand wieder durch Fachwerk ersetzt und mit Lehm ausgemauert. Zumindest durch die Stallnutzung (ich weiß von einer Kuh und mind. einem Schwein, Ziegen) läßt sich der relativ schlechte Zustand der originalen Deckenbalken erklären (Wärme und Feuchtigkeit der Tiere, durch die Umbauerei fehlende Belüftung).

Um die Diffusion innerhalb der Decke zu erhöhen, könnte ich die Spanplatten gelegentlich mit dem Forsterbohrer bearbeiten. Die Spanplatten selbst liegen nur auf Stoß und erfüllen die Aufgabe des ebenen Bodens. Im Raum über dem Bad habe ich auf 3m Raumbreite etwa 12cm (!!!) Gefälle aufgrund eines alten Schadens, vermutlich im Zusammenhang mit dem Ersetzen der Badaußenwand durch die Ziegelwand in den 30er Jahren. Der Schaden ist repariert, gebrochenen Deckenbalken, Rähm, Brustschwelle und der Unterzug wurden instand gesetzt.