Badausbau unterm Dach – Isolation/Dampfsperre?

18.11.2019 beatcruiser


Badausbau unterm Dach – Isolation/Dampfsperre?

Hallo Fachwerk-Community,

ich wohne in Hamburg, bin sonst eher in Autoforen zugange und bei einer Googlesuche auf dieses Forum gestoßen – in der Hoffnung, hier Rat zu finden. Wir haben zwar kein Fachwerkhaus, dafür einen Rotklinker aus den 30er Jahren gekauft. Aktuell steht die Renovierung an und beim Bad komme ich gerade ans Ende meines googlebaren Lateins. ;-)

Ausgangssituation: Das Bad liegt unter dem Dach, der Kniestock endet ca. auf halber Raumhöhe. Das Dach ist ungedämmt und noch aus Baujahr, es soll im nächsten Jahr komplett erneuert und dann mit einer Aufsparrendämmung versehen werden. Die Außenwände sind ebenfalls ungedämmt und werden es wohl auch bleiben.
Nach Entfernung der alten Fliesen sind wir im Badezimmer auf eine Vorbauwand aus Holz gestoßen. Diese Vorwand hat ca. 30 cm Abstand zur Außenwand/Kniestock.

Die Idee ist, die alte Vorwand zu behalten und den Zwischenraum als Installationsebene zu nutzen: Spülkasten für Wand-WC und Leitungen (letztere sind bisher auch schon dort verlegt). Ggf. wollte ich die Außenwand innen mit Silikatplatten etwas dämmen. Dann diesen grünen Feuchtraum-Rigips auf die alte Lattung (oder diese entfernen und die Platten an den Trägern befestigen), dann Dichtanstrich auf die Platten und darüber Fliesen. Die Decke (die ebenfalls ein paar cm Luft zum Dach hat) würde ich nach Möglichkeit so erhalten – natürlich ebenfalls mit Dichtanstrich sowie Fliesen über der Dusche.

Die Frage, die mich umtreibt: Baue ich mir damit eine hübsche kleine Schimmelfarm, zumindest bis das Dach abgedichtet ist? Oder gerade dann, weil der Zwischenraum dann nicht mehr hinterlüftet ist? (Dass ich, wenn in 10 Monaten das Dach neu kommt keine allzu große Lust habe, nochmal ans Bad zu gehen, muss ich vermutlich nicht extra erwähnen... ;-))

Was sagen die Experten? Kann das so funktionieren? Gibt es eine bessere Lösung? Wie stelle ich es am schlauesten an, dass das nachher mit dem neuen Dach eine funktionierende Lösung ohne Feuchtigkeitsfallen wird? Einfrierende Leitungen sowie eine eiskalte Wand in der Dusche würden wir natürlich gerne ebenfalls vermeiden...

Vielen Dank für jeglichen Input im Voraus und viele Grüße aus Hamburg
Tobias



Weitere Infos ?



wie ist die Dachform, ein Satteldach ? Das Dach läuft also über den Drempel hinaus, bzw. der Drempel ist innenliegend. Eine Skizze mit Schnitt vom Dach und Dachgeschoß wäre gut.



ciao a tutti vengo dall Italia



Ciao a tutti vengo dall'italia / itawero



Es handelt sich um ein Satteldach


Es handelt sich um ein Satteldach

Anbei eine Schnittzeichnung.



Hm, Bauabfolge,



eigentlich fängt man oben mit dem Dach an und baut nach unten aus. Ich weiß ja jetzt nicht, wie Euer Zeitdruck aussieht.
Ein paar Fragen habe ich noch:
- Wie stark ist das Mauerwerk, insbesondere die Drempelmauer ?
-Wie ist der Dachaufbau jetzt ? - Dachschalung mit welcher Deckung?
- Ist die halbrunde Verkleidung des Kniestocks im gesamten Dachraum zu finden?
- Wie sind die Pläne für die anderen Räume ?
- Wie dick soll die Aufsparrendämmung werden und aus welchem Material?
- existiert der Dachkasten von der Traufkante schräg nach unten zur OG-Decke, wie auf der Zeichnung dargestellt, noch ?

Ihr werdet nur mit der Aufsparrendämmung energetisch nicht hinkommen. Also gibt es die Möglichkeit, die Hohlräume hinter der Verkleidung und den Dachkasten mit Isofloc auszublasen oder die Verkleidung abzubauen, zusätzlich zur Aufsparrendämmung eine Zwischensparrendämmung über den gesamten Dachraum einzubringen und den Kniestock mit einer Innendämmung zu versehen.
Warum ist keine Außendämmung geplant? Wie sieht die Außenfassade jetzt aus.



Antworten und Bild von außen ;-)


Antworten und Bild von außen ;-)

Moin Pope,

danke, dass du dich mit unserem Problem befasst. Ich versuche mal, deine Fragen zu beantworten:

- Wie stark ist das Mauerwerk, insbesondere die Drempelmauer ?
Die Außenmauern sind zweischalig. Stärke jeweils vielleicht 12-15 cm, dazwischen ca. 5 cm Luft. Evtl. kommt da nächstes Jahr eine Einblasdämmung rein. Generell können wir es uns leider nicht leisten, das Haus erstmal "brachliegen" zu lassen und dann im nächsten Jahr komplett fertig zu stellen, wenn Handwerker verfügbar sind (Dach aktuell ca. 10 Monate Vorlauf).

-Wie ist der Dachaufbau jetzt ? - Dachschalung mit welcher Deckung?
Balken, darüber Ziegel. Alles aus den 30ern.

- Ist die halbrunde Verkleidung des Kniestocks im gesamten Dachraum zu finden?
Du meinst diese Holzbretter? In den anderen Räumen sind unter dem Dach so "Bettnischen" bzw. Einbauschränke. Auch alles aus Baujahr, sporadisch gedämmt mit, ich kann es nur so beschreiben, "Säcken mit Steinwolle" drin.

- Wie sind die Pläne für die anderen Räume ?
Die genannten Nischen und Einbauschränke sollen bleiben. Dämmung dahinter könnte man überarbeiten, wenn das Dach runter ist.

- Wie dick soll die Aufsparrendämmung werden und aus welchem Material?
Kann ich dir zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten. Würde mich da vom Dachdecker beraten lassen. Denke, so 20 cm Dämmung mindestens.

- existiert der Dachkasten von der Traufkante schräg nach unten zur OG-Decke, wie auf der Zeichnung dargestellt, noch ?
Der exisitiert noch, siehe Bild.

- Ihr werdet nur mit der Aufsparrendämmung energetisch nicht hinkommen. Also gibt es die Möglichkeit, die Hohlräume hinter der Verkleidung und den Dachkasten mit Isofloc auszublasen oder die Verkleidung abzubauen, zusätzlich zur Aufsparrendämmung eine zwischensparrendämmung über den gesamten Dachraum einzubringen und den Kniestock mit einer Innendämmung zu versehen.
Wie gesagt, Einblasdämmung halte ich für sinnvoll . Den Kniestock von innen zu dämmen ist eine Überlegung für's Bad, in den anderen Räumen will ich nur äußerst ungern alles aufreißen.

- Warum ist keine Außendämmung geplant? Wie sieht die Außenfassade jetzt aus.
Außenfassade ist Rotklinker. WDVS fällt also aus, eine neue Außenwand vor eine Dämmung zu mauern scheidet aus wirtschaftlichen Gründen aus.

Generell ist es nicht das Ziel, aus der Bude ein Niedrigenergiehaus zu machen. Ich pfeife auch auf eine KdW-Förderung und baue "nur" doppelverglaste Fenster ein. Eine Einblasdämmung fände ich, falls möglich sicher sinnvoll. Aktuell geht es mir darum, das Bad bzw. den Wandaufbau zum Kniestock so zu gestalten, dass ich dort kein Schimmelproblem bekomme. Bislang war an der Bretterwand ein Putz-Schilf-Gemisch aus Baujahr, teilweise mit einer halbhohen Ytongmauer davor, alles gefließt bis zum Übergang in die Dachschräge. Es sind keine Schimmelspuren erkennbar.

Vielen Dank und viele Grüße
Tobias



Badausbau



ein schmuckes Häuschen habt Ihr da. Ganz klar, dort eine Außendämmung aufzubringen wäre Frevel, zumal es sich um eine kleine Siedlung im einheitlichen Baustil zu handeln scheint.
Wie das Bad ausgebaut werden soll, ist natürlich von Eurem Geschmack abhängig. Ob Euch die rundgezogene Dachschräge gefällt wird ausschlaggebend sein, ob Ihr sie lassen und wie sie gestaltet werden soll ( Fliesen?). Möglich sind verschiedene Ausbauformen. Entscheidend ist ein kapillaraktiver, wenns geht homogener Wandaufbau der Dach/Drempelkonstruktion.
Eine Möglichkeit wäre, die Verkleidung rauszunehmen, eine Zwischensparrendämmung aus flexibler Holzfasermatte einzubringen, auf einer UK Heraklithplatten aufzubringen und mit Lehmputz zu verputzen. Die Heraklithplatte kann dann gleich über den Drempel nach unten, wenns geht durch die Dielung durch bis auf die Decke des EG gezogen werden. Damit ist gleich eine Wärmebrücke im Deckenaufbau minimiert. Eine preiswertere Variante wäre anstelle der herkalithplatte incl. Putz den grünen Rigips aufzubringen. Generell, und das trifft auf alle Ausbauvarianten zu, ist natürlich klar, dass die im Bad entstehende Feuchte weggelüftet werden muss, entweder durchs Fenster nach Benutzung oder durch eine Anlage. Die Geschichte mit dem Feuchteausgleich ( in Bad und Küche) über die Wände und den Putz ist ein Märchen.
Eine zweite Möglichkeit, die gerundete Verkleidung wird dabei erhalten, wäre, dort einen Putzträger ( Schilfmatte) aufzubringen und auch mit Lehm oder Kalkputz zu verputzen. Vorher den Hohlraum zwischen Verkleidung und Drempel ausdämmen. Im Zuge des Dachneubaus sollte in jedem Fall die Ausdämmung des Dachkastens ( also zwischen Traufkante und Kniestock) von außen erfolgen.
Was mir auf dem Foto vom zukünftigen Bad aufgefallen ist: Wo ist das Fenster? Zudem wäre es sinnvoll, das zweischalige Mauerwerk mit einer Kerndämmung zu versehen, wenn es das Budget zuläßt. Wie wird der obere Bereich mal beheizt bzw. wie sieht das Heizkonzept überhaupt aus ? Sollte die Rundverkleidung bleiben sollen, wäre, je nach Nutzungsvorstellung eine Wand/Deckenheizung dort oben interessant.



Neuer Plan



Hallo und sorry für die lange Funkstille, hier war nicht nur im Haus, sondern auch beruflich die Hölle los...

- Eine Möglichkeit wäre, die Verkleidung rauszunehmen, eine Zwischensparrendämmung aus flexibler Holzfasermatte einzubringen, auf einer UK Heraklithplatten aufzubringen und mit Lehmputz zu verputzen. Die Heraklithplatte kann dann gleich über den Drempel nach unten, wenns geht durch die Dielung durch bis auf die Decke des EG gezogen werden. Damit ist gleich eine Wärmebrücke im Deckenaufbau minimiert.

Das Haus besitzt tatsächlich keine Dielen, sondern Betondecken zwischen Stahlträgern. Ich habe auch gestaunt.


- Eine preiswertere Variante wäre anstelle der herkalithplatte incl. Putz den grünen Rigips aufzubringen. Generell, und das trifft auf alle Ausbauvarianten zu, ist natürlich klar, dass die im Bad entstehende Feuchte weggelüftet werden muss, entweder durchs Fenster nach Benutzung oder durch eine Anlage. Die Geschichte mit dem Feuchteausgleich ( in Bad und Küche) über die Wände und den Putz ist ein Märchen.

Die – neue – Idee ist gerade, die Holzlattung bis zum Übergang in die Dachschräge zu entfernen, und eine Ytongmauer an die Außenmauer zu setzen, auf die dann grüner Rigips und Fliesen kommen. Das sollte doch hinreichend dämmen und keine Kondenswasserprobleme aufkommen lassen?


- Eine zweite Möglichkeit, die gerundete Verkleidung wird dabei erhalten, wäre, dort einen Putzträger ( Schilfmatte) aufzubringen und auch mit Lehm oder Kalkputz zu verputzen. Vorher den Hohlraum zwischen Verkleidung und Drempel ausdämmen. Im Zuge des Dachneubaus sollte in jedem Fall die Ausdämmung des Dachkastens ( also zwischen Traufkante und Kniestock) von außen erfolgen.

So war das ursprünglich. Also Putz auf Schilfmatte und im Hohlraum Säche mit Dämmstoff (augenscheinlich aus Baujahr). Denke, so ähnlich wird der Aufbau in den anderen Zimmern sein.


- Was mir auf dem Foto vom zukünftigen Bad aufgefallen ist: Wo ist das Fenster?

Fenster ist rechts, gerade so nicht mehr im Bild.


- Zudem wäre es sinnvoll, das zweischalige Mauerwerk mit einer Kerndämmung zu versehen, wenn es das Budget zuläßt.

Wird nächstes Jahr passieren.


- Wie wird der obere Bereich mal beheizt bzw. wie sieht das Heizkonzept überhaupt aus ?

Es gibt eine gasbefeuerte Zentralheizung. Teilweise mit alten Gussheizkörpern, teilweise mit neueren Konvektoren. Im Bad kommt ein neues Fenster, dann wieder eine Heizung unters Fenster. Die alte Heizungsnische wird zugemauert.


- Sollte die Rundverkleidung bleiben sollen, wäre, je nach Nutzungsvorstellung eine Wand/Deckenheizung dort oben interessant.

Klingt erstmal kompliziert, oder? Ich denke, wenn das Dach erstmal erneuert und gedämmt sowie die Außenwand ebenfalls einblasgedämmt ist, sollte das doch halbwegs warm und damit auch trocken bleiben, oder?

Danke und viele Grüße
Tobias

PS: Heute hat mir der Elektriker erstmal erklärt, dass er den zweiten und bislang ungenutzten Zug des Kamins als Kabelschacht verwendet hat. Nachdem ich meinte, dass dort ein Ofen angeschlossen werden soll. Arrrgh.



Tja, Kommunikation ist alles



wie so oft ich das auch schon festgestellt habe: Man sollte dauernd mit den handwerkern reden, auch wenn das nervig ist. Offensichtlich war die Kabelführung nicht sauber abgesprochen.
Zum neuen Plan: Das sollte so funktionieren.



Handwerker...



Danke für dein schnelles Feedback! Dann werden wir das mal so machen.

Was die Handwerker angeht: Ich bin schon mehrmals die Woche vor Ort und rede mit den Jungs, öfter schaff ich gerade nicht, siehe oben. Alle haben meine Handynummer.
Aber dass der einfach ohne Rücksprache in einen Kamin geht ... das erscheint mir kaum, wie man so schön sagt, sach- und fachgerecht. Ich frag morgen mal den zuständigen Schornsteinfeger, was der davon hält. ("Der Elektriker hat vorgeschlagen...")