Bad unter dem Dach

19.03.2021 Solo

Bad unter dem Dach

Liebe Fachwerkgemeinde,

auf der Suche nach einem Raum für unser Bad fiel die Wahl auf das im folgenden beschriebenen Zimmer mit Dachschräge und einer Aussenwand. Das bisher ungedämmte Dach soll mit Holz faser- Dämmung auf dem Dach und zwischen den Sparren versehen werden. Nach einer Dampfbremse sollen Gipsfaserplatten folgen. So soll auch die Drempelwand verkleidet werden, da dieser durch das dahinter liegende gedämmte Dach nicht gedämmt werden muss.

Um einen Überblick zu bekommen wie unter den alten Dielen die Abflüsse gelegt werden können, wurden die Dielen samt aufgeklebtem Teppich entfernt. Darunter offenbarte sich eine sehr staubige und schwere Schüttung aus Sand, Asche, Getreidereste ihr wisst schon.... Um das ganze zu entfernen wäre der Aufwand ergeblich, daher die Frage: Kann man das Zeugs dort lassen wo es die letzten 100 Jahre gut aufgehoben war? Geplant ist der Neuaufbau des Fussbodens mit 24er OSB-Platten die nach einer Entkopplung gefließt werden sollen.

Unter den aufgeklebten Styropor-Rigipsplatten der Aussen- und Giebelwand kam eine auf Schilfmatten aufgebrachte Gipsputzwand zum Vorschein die wie auf dem Bild zu erkennen ist teilweise sehr uneben und bröselig ist. An dieser Wand soll die Installation einer Dusche erfolgen. Welcher Aufbau wäre hier sinnvoll? Dazu möchte ich erwähnen, dass die Aussenwand noch von außen mit Holzfaser gedämmt und das Fenster zugemauert werden soll. Sind wegen der Spritzwasserbelastung Wedi-Platten hier sinnvoller wegen deren diffusionsdichteren Eigenschaften gegenüber Rigips-Platten? Oder wäre wegen der geplanten sanitären Installationen eher eine Vormauerunng mit zb. Multipor-Steinen praktischer? P.S. Im Spritzwasserbereich werde ich in jedem Fall unter den Fliesen zu einer streichbaren Abdichtung greifen. Zum Zumauern des Fensters welches zwischen Gefachbalken eingebaut ist, würde ich Ytong-Steine mit Leichtbaumörtel verwenden, weil dieses Thema in Bezug auf das "Arbeiten" des Fachwerks und der Eignung des Porenbetons kontrovers diskutiert wird, wäre ich auch über Erfahrungen/Anregungen dazu sehr dankbar!



Schüttung


Schüttung

staubig und schwer erhalten?



Badausbau



Zur Schüttung: die kann drin bleiben. Was meinst Du mit Entkopplung? Ich würde auf OSB nicht fliesen, sondern auf die OSB noch eine Trockenstrichplatte bringen.
Zum Giebel: Wenn irgend möglich, und das stelle ich mir bei Gips auf Schilfmatte machbar vor, würde ich das Gipszeugs entfernen. Je nachdem was dann zum Vorschein kommt wahrscheinlich einen Kalkputz aufbringen, die übliche Abdichtung mit Lastogum o.ä. und dann fliesen. Über die Diffusionsdichtigkeit musst Du Dir keine Gedanken machen, einerseits kann ja Feuchte bei Deiner geplant Außendämmung raus, andererseits ist die Abdichtung und die Fliesenlage eh dampfdicht.



Danke für die schnelle Antwort!



Unter Entkopplung verstehe ich das Einbringen einer Entkopplungsmatte zwischen OSB-Platte und Fliesen, welche die Bewegungen bzw. Schwingungen des Untergrundes ausgleichen soll(4qm). Ein Trockenestrich kommt bei mir nicht in Frage wegen dessen Aufbauhöhe, oder meinst du eine andere Platte als Ersatz für OSB?
Wenn ich den Gips an der Giebelwand abtrage kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fachwerk zu Tage. Hier stellen sich mir die Fragen:

- Der alte Gips ist durch das Entfernen der Klebeschicht der alten EPS- Verbundplatten beschädigt worden. Mal vorrausgesetzt der alte Gips haftet noch stark genug am Fachwerk, kann ich dann nicht nach dem zuspachteln der Leitungen den Rest Verputzen und anschließend Ausbauplatten wie Wedi, Rigips oä. davorkleben?

- Wozu die ganze Wand von neuem mit Kalkputz aufbauen, wenn im folgenden nahezu die ganze Wand mit Abdichtung gestrichen wird wg. des Spritzwasserbereichs? Die Ausgleichende Wirkung des Kalks käme ja in dieser Situation nicht zum Tragen.

- Wäre es nicht praktisch auch in Hinsicht auf die Verlegung der Wasserzuleitungen der Dusche wie erwähnt eine Vormauerung mit Multipor bzw. Ytong vorzusehen? Diese könnten dann im Bereich wo keine Fliesen vorgesehen sind mit Kalkputz verputzt werden.



Giebelwand



Beide von Dir benannten Varianten, also sowohl Wedi-Platte aufbringen als auch Ytong-Vormauerung ( hohlraumfrei !), sind möglich. Ich habe geschrieben, was ich machen würde und meine Erfahrungen mit Gips sind halt nicht gut, deshalb würde ich ihn entfernen. Wo würde denn die Vormauerung aufgesetzt werden?
Und Kalkputz ist halt ein Baustoff und ich setze ihn ein, wo ich Putz haben will, unabhängig von der ausgleichenden Wirkung, ich vermute mal Du meinst hinsichtlich der Feuchteregulierung, die wird ohnehin von vielen überschätzt.
Zum Bodenaufbau kannst Du ja noch dieses anschauen:
https://www.knauf-integral.de/de/sortiment/gifafloor/altbausanierung/index-2.html



Tolle Sache



diese Presto-Platten, sehen nach einer soliden Sache aus. Dachte immer Estrichplatten bräuchten eine flächige Auflage. Bin wegen der Leitungen an der Giebelwand die aus statischen Gründen nicht in das Fachwerk gelegt werden sollten etwas ratlos, wie ich diese "verstecken" kann. Wie würde dein Aufbau nach dem Entfernen des Gipses aussehen, nachdem die Installationsleitungen auf dem Fachwerk angebracht sind? Ist Trockenbau in Ständerbauweise auf die Presto-Platten aufgestellt, noch ne Mögkichkeit?



Trockenbau geht



aber nicht mit Hohlraum, sondern wenn, dann mit flexibler Holzfaser ausgedämmt und zwar absolut hohlraumfrei. Das geht aber nur, weil Du eine diffusionsoffene Außendämmung hast, als Wandaufbau im Sinne einer Innendämmung an normalen Fachwerkwänden ist das nicht empfehlenswert.



Alternative zu GK-Platte



Eine gipsfreie und absolut wasserfeste Alternative zu den grünen GK-Platten sind die "Aquapanels" von Knauf: https://www.knauf.de/profi/sortiment/produkte/aquapanel-cement-board-indoor.html
Damit könntest du eine Montagevorwand bauen, hinter der die Installationen verschwinden.

Da ein Fachwerkhaus sich mehr "bewegt" als ein massiv gemauertes Haus, würde ich nie eine Naßzelle vor eine verputzte Fachwerkwand bauen. Sprich, niemals eine Fw-Wand nur verputzen und darauf direkt fliesen.
Mir wäre das Risiko zu groß, dass Fliesenfugen undicht werden und dadurch Wasser in die Fw-Wand eindringt, auch wenn der Putz mit den üblichen Abdichtungsanstrichen versiegelt werden würde.

Zum Bodenaufbau:
Statt einer 24mm-OSB-Platte würde ich 2 Lagen 15mm-OSB stoßversetzt verlegen, da die Stöße immer eine Schwachstelle sind, die sich eher mal durchbiegen. Durch den Versatz der beiden Lagen werden die Stöße der ersten Lage überbrückt und Punktbelastungen besser verteilt.
Darauf kann man entweder eine Entkopplungsmatte Kleben und darauf dann die Fliesen mit einem guten Flexkleber kleben.
Auf OSB-Platten in trockenen Räumen (keine Bäder) habe ich mit der Entkopplungsmatte von Schlüter gute Erfahrungen gemacht: https://www.schlueter.de/ditra_25.aspx
In Bäder würde ich auf die OSB eine Trockenestrichplatte verlegen.
Deren Vorteil ist, dass man zum Einen unter diese noch eine Trittschall-Dämmmatte legen,
zum Anderen darauf direkt die Abdichtungsebene Streichen und kleben kann.
Auf die dann direkt gefliest wird. (z. B.: https://www.sopro.com/de-de/produktdetails/garten-und-landschaftsbau/abdichtungen-3/525-flaechendicht-flexibel/ )
Die Bodenabdichtung sollte man an den Wänden ein paar cm hoch ziehen, um eine Art Wanne auszubilden, damit kein Wasser an den Bodenränder in die Decke laufen kann. (z. B.: https://www.sopro.com/de-de/produktdetails/fliesentechnik/abdichtungen-fliesentechnik/641-aeb-dichtband/)



Danke, das bringt mich weiter!


Danke, das bringt mich weiter!

@Pope: Dein Vorschlag den Trockenbau auf die Presto-Platten aufzubauen gefällt mir, weil die Leitungen direkt auf dem Fachwerk angebracht bzw. im alten Gipsputz gelegt werden können und dadurch ein schlanker Aufbau zu stande kommt. Auch dürfte der Aufwand das zu tun deutlich geringer sein als vorzumauern. Könnte man die Decke auch mit Trockenbauplatten ausführen? Müsste auch hier der Gips ab? Der Aufbau ist folgender: Dachlatten auf die Deckenbalken, darunter Schilfmatten als Putzträger, Gips. (siehe Fotos)

@Karl-Heinz: Das leuchtet mir ein, dass die Wand sozusagen eine Einheit mit dem Boden bilden sollte, um keine Spannungen aufzubauen, danke für den Hinweis. Wie könnte Deiner Ansicht nach so eine Montagevorwand aussehen, um möglichst wenig Aufbau zu haben? Vorgesehen sind an bzw. hinter der Wand 2 x Heizungs- , Warm- u. Kaltwasserleitungen. Ich denke es macht Sinn an der Decke, der Dachschräge, am Drempel und der Giebelwand möglichst die gleichen Platten zu verbauen in Hinsicht auf Spachelmasse und um im System zu bleiben.


Dein Vorschlag die Osb-Platten mit versetzten Stößen zu verlegen scheint der einfachen Version in Bezug auf Biegefestigkeit überlegen zu sein. Osb war aber nur so ne Idee von mir als Schreiner. Die von Pope empfohlenen Prestoplatten scheinen von den Eigenschaften her wie geschaffen für einen schlanken und dennoch sehr steifen Aufbau. Auch sollen Fließen ohne weitere Hürden verlegt werden können, daher sind sie klarer Favorit. Das im Vergleich höhere Gewicht ist dabei nebensächlich da mein Bädle nur knapp 9qm misst.



Deckenaufbau



und wie geht es nach den Latten, die unter die Deckenbalken genagelt sind weiter in Richtung ...? Ja, in welche Richtung ? Beheizter Raum, ungedämmter Dachraum mit welcher Füllung zwischen den Deckenbalken und welchem Aufbau als Dachbodenfußboden.



Über dem Raum der zum Bad werden soll



befindet sich ein windig-kalter Dachboden der auch weiterhin als kalter Dachboden genutzt wird. Im Zwischenboden befindet sich Schlacke und darüber alukaschierte Glaswolle soweit man das vom Dachboden aus durch die Fugen zwischen dem Dielenboden sehen kann. Es scheint so als ob die alukaschierte Glaswolle das Wasser abhalten sollte, welches bei Sturm zwischen den Dachziegeln durch auf den Zwischenboden geregnet ist. Der ganze Schutt liegt zu meiner Überraschung auf zu Rieselschutz umfunktionierten alten Teppichen und Papiersäcken. Alles in allem ist das ganze als oberste Geschossdecke nicht mehr zeitgemäß. Da stellt sich nur die Frage, ob die in die Jahre gekommene Dämmung entfernt werden soll? Würde mir die Sauerei gerne sparen, vorallem weil das Dach darüber eh noch gedämmt wird. Ansonsten kann man die Ausbauplatten welchen Typs auch immer, nur von unten gegen die Dachlatten schrauben?



Wie nun - 2 Zitate



Zitat: "... der auch weiterhin als kalter Dachboden genutzt wird." vs.
Zitat: " ... vorallem weil das Dach darüber eh noch gedämmt wird. "
Die Mineralwolle ist da eigentlich verkehrt herum eingebaut, wenn die Alukaschierung oben liegt. Da kann sich an der Unterseite des Alus Kondensat sammeln, was die Miwo auffeuchtet. Wahrscheinlich hat es ( ja wie lange schon?) nur deshalb funktioniert, weil die Miwo nicht so dicht gelegt ist, sodass sich keine dichte geschlossene Aluschicht ergibt und durch die sommerliche Hitze auf dem Dachboden die Feuchte verdunsten kann.
Deiner Beschreibung entnehme ich, dass die Dielung auf den Dachboden noch nicht so alt ist. Ist sie genagelt oder geschraubt. Könntest Du ermitteln, wie hoch die Schlackeschicht und wie dick die Miwo ist. Diese müßte eigentlich umgedreht werden, also mit der Kaschierung nach unten auf die Schlacke.
Zur Decke: Es sieht aus, als wäre der Putz auf eine Heraklithpaltte aufgezogen und die Fläche nicht so groß. Ließe sich die Gipsdecke nicht mit einer Spachtel überarbeiten z.B. Uniflott



OSB vs. Gipsfaserplatten als Boden



Wenn du nur die Gipsfaserplatten direkt auf Lagerhölzer (Deckenbalken) für den Bodenaufbau verwenden willst, dann solltest du mal die techn. Datenblätter zu den jeweiligen Platten lesen.
Ich kenne die Knauf Presto nicht, habe mir aber mal auf die Schnelle deren Datenblatt angeschaut:
Die muss bei einem Achsmaß 30 - 60 cm schon 25 mm dick sein. Kostet dann irgendwas zwischen 35 - 40 €/m² und hat nur eine Punktbelastbarkeit von 1 kN (ca. 100kg). Ein großer dicker Mensch sollte darauf nicht gerade tanzen..... (max. Durchbiegung <= L/500)
Dazu kommt das die Presto N+F-Stöße hat. Gem. Datenblatt müssen diese Platten wohl auf den Lager gestoßen werden (sieht man allerdings nur in den Zeichnungen). Kriegst du das Rastermaß der Platten mit deinen Deckenbalken als Auflager hin?
Die Fermacell Estrichplatten (nur 20 mm dick) werden ca. 10 cm breit überblattet (statt N+F). Die Überblattung wird verklebt. Das halte ich in sich schon für wesentlich stabiler und die Platten kosten nur die Hälfte der Presto.
Da kannste zum Preis der Presto noch 1-2 Lagen OSB und eine Trittschalldämmmatte drunter legen und musst nicht auf ein passendes Auflageraster achten. Bei wesentlich höherer Belastbarkeit.

Was die Montagevorwand angeht fehlt uns noch deine Aussage zu den Abwasserrohren.
DIE sind mit ihrem großen Durchmesser das "Problem", nicht die dünnen Heizungs- oder KW-/WW-"Röhrchen".
Aber im Prinzip ist eine Montagevorwand nix anderes als eine Trockenbauwand, die so stabil ist, dass man ein Waschbecken oder Hänge-WC dran hängen kann. Und in die z. B. auch der UP-Spülkasten und die UP-Duscharmatur integriert ist.
Dazu gibt es verschiedene "Installationssysteme" (z. B. https://www.geberit.de/produkte/installationssysteme/geberit-gis/).
Man kann solche Wände auch mit "normalen" Trockenbauprofilen bauen. Allerdings sollte, bzw. muss man dann die dickwandigeren Aussteifungsprofile (UA-Profile) verwenden.
Im Übrigen kann man z. B. auch eine Trockenbau-Zwischenwand oder eine Trempelwand zur Montage/Installation von Sanitärelementen verwenden. Wenn es von der Raumaufteilung passt, muss es ja nicht unbedingt eine Aussenwand sein. (bei Fachwerk würde ich es wenns irgendwie geht vemeiden)

Letztendlich führen viele Wege nach Rom.
Was in deinem zukünftigen Bad im Detail wie und mit welchem Materialien gemacht werden kann/soll/muss, können wir dir hier nicht planen. Es kommt ja auch darauf an was du in deiner Gegend ohne großen Aufwand beschaffen kannst. Und zu welchen Preisen.
Speziell zum Thema Montagevorwand, bzw. was die eigentliche Installationen angeht, rede einfach mit dem Installateur deines Vertrauens (der macht sowas jeden Tag). Denn auch davon hängt es ab wie du die Installationen anschließend einbauen/verkleiden kannst.

Denke nur daran, am Ende ist allein schon aus Versicherungsgründen wichtig dass du mind. 2 Abdichtungsebenen (1. Ebene = Flächenabdichtung unter den Fliesen, 2. Ebene = Silikonfugen in den Ecken und an Sanitärobjekten) eingebaut hast, damit deine Gebäudeversicherung auch zahlt wenn mal der worst case eintreten sollte und es zu einem Wasserschaden kommt.



Das Dach meiner Doppelhaushälfte



ist sanierungsbedürftig. Die Sparren die in Richtung Fürst konisch zusammenlaufen haben nicht mehr viel tragfähige Substanz, deutliche Wurmspuren, vorallem im damals mitverbauten Splintholzbereich. Es besteht also statischer Seits Handlungsbedarf. Zimmermann schlägt vor durch Anlaschen der Balken Stabilität ins Dach zu bringen. In diesem Zug sollen auch die Balken die eher rund wie rechteckig sind, in eine Form gebracht werden um dazwischen dämmen zu können. Den Dachboden darf ich nicht bewohnen wegen Auflagen die Raumhöhe und Brandschutzthemen betreffend. Also Pope zu meinem von Dir zitierten Zitat: Dachboden bleibt Dachboden ohne Heizung aber vorraussichtlich gedämmt. Vorraussichtlich weil ich mir Gedanken mache, nur die oberste Geschossdecke neu zu Dämmen ansonsten im Dachbereich des Dachbodens keine oder nur eine Aufsparrendämmung anbringen zu lassen. Da mein Dach sehr steil ist und der Fürst bei 12m liegt ist der Dämmstoffbedarf für das Dach mehr als doppelt so hoch im Vergleich zu der Fläche der obersten Geschossdecke.



Die Decke aus Stroh und Gips


Die Decke aus Stroh und Gips

gibt nach wenn man mit der Hand dagegen drückt-->mulmiges Gefühl! Ich weiß nicht ob mir die Sache mit drüberspachteln noch 20,30 Jahre hält. Mal angenommen der Gips ist einfach zu alt und zu spröde was würdest Du dann machen im meinem Fall? Ach ja falls es bei der Entscheidung hilft, die elektrische Installation sollte in diesem Raum auch überholt werden, da offensichtlich in diese Etage des Hauses nur zwei Leiter verbaut sind.



Der Gipsputz in der Dachschräge


Der Gipsputz in der Dachschräge

hatte seinen Halt an einer Heraklithplatte die zum einen den Putz hielt und auf der andern vom Dachboden aus eingeschobene Styroporplatten.



Hier das ganze von Oben


Hier das ganze von Oben

vom Dachboden aus.



Zum Bodenaufbau,



die Lagerhölzer sind bei mir im 30cm Abstand gelegt, ein Stoßen bei Nut und Feder der Prestoplatten wäre also kein Problem. Auch habe ich bei knapp 9pm Badboden keine Bedenken bei dem Preis für die Platten, wenn es die sichere und langlebigere Lösung ist. Dein Einwand bezüglich der punktuellen Belastungsgrenzen ist allerdings ein Grund weitere Alternativen zu verfolgen. 32mm Prestoplatten eventuell, aber da bin ich ja dann schon bei einem enormen Gewicht. OsB und Fermacellplatten scheinen auch zum Fliesen eine bewährte Kombination zu sein. Spannend wöre jetzt zu wissen ab welcher Osb-Stärke diese Kombination funktioniert.



Die Abflussrohre von Dusche und Badewanne



werden von meinem Spezi zwischen den Lagerhölzern zu dem Fallrohr geführt. Aus Raumgegebenheitsgründen ist ein Waschbecken, eine Dusche und eine Badewanne im dem Raum geplant. Ich reiche hierzu noch eine kleine Skizze nach.



Wenn ich ehrlich bin



stoße ich hier an meine Grenzen. So nach und nach kommen immer weitere bauliche Details, die immer wieder neue Entscheidungen fordern. Bei einer nachgebenden Decke brauchst Du doch gar nicht über eine Aufbringen von Deckenplatten nachdenken, da muss die Stabilität der gesamten Konstruktion überprüft und wieder hergestellt werden. Das kann ich zumindest aus der Ferne einfach nicht mehr leisten.
Also, da muss einer vor Ort ran.



An dieser Wand ist die Dusche gepant,


An dieser Wand ist die Dusche gepant,

desshalb wird das Fenster aus Platzgründen zugemauert.



Noch eine Ansicht


Noch eine Ansicht

von dem Raum von dem einer nach der Abtrennung das Bad wird.



Fange nochmal von vorne an



Lieber Solo,
nachdem du mittlerweile scheibchenweise kund getan hast dass
- das Dach so marode ist, dass es schon aus statischen Gründen "angefasst" werden muss,
- sich in/auf/unter der Decke, oder wo auch immer, ein Mischmasch aus alukaschierter Mineralwolle,
Styroporplatten, Heraklithplatten, Stroh, Dreck und losem Putz befindet,
- noch allerlei Rohre und Kabel verlegt werden müssen,
- überall eine ordentliche Dämmung eingebaut werden soll,
- und du anscheinend sowieso erst am Anfang dieses "Bauabschnittes" bist,
solltest du dir überlegen und recherchieren ob es nicht sinnvoller und am Ende vielleicht sogar kostengünstiger ist, wenn du den alten Sch...ß komplett weg reißt und das Ganze grundlegend "runderneuerst".
Es macht m. E. wenig Sinn auf alten, mehr oder weniger defekten/losen/vergammelten Unterbau Neues "irgendwie" drauf zu bauen. Drehe lieber jetzt das große Rad als dich in ein paar Jahren über deinen eigenen Pfusch zu ärgern.
Reiße lieber jetzt die Deckengefache komplett raus (die Balken natürlich nicht, wenn sie noch fit sind, was du jetzt auch noch nicht weißt) und baue sie von unten nach oben neu auf, als dass du versuchst den losen Putz irgendwie zu retten.
Frage den Zimmerer nach dem Preisunterschied zwischen einer Ertüchtigung des alten Dachstuhls und einer kompletten Erneuerung (mit winddichtem Unterdach). Meinetwegen unter Verwendung der vorhandenen Dachziegel.
Erst wenn das Gröbste gemacht ist, solltest du dir Gedanken über den Innenausbau des zukünftigen Bades machen.
Anders gesagt, wenn du so denkst und planst wie du bisher deine Beiträge/Infos schreibst, gehst du m. E. die ganze Sache von hinten an.
Das verkompliziert das Ganze nur unnötig.
Und wie gesagt, es kann am Ende sogar teurer werden, als wenn du gleich strukturierter ran gehst.



Weil das ganze nicht ohne ist,



war der Anlass mir bei euch erfahrenen Fachwerkern Rat zu holen. Bei vielen Fragen haben sich bisher auch sehr brauchbare Antworten ergeben. Allerdings ergeben sich aus manchen Fragen auch neue Fragen. Dachte das überrascht hier niemanden. Die Struktur die du vermisst, ist meiner Absicht nach gegeben. Angebote in Bezug auf statische Etüchtigung, Neueindeckung und Dämmung bei Zimmerern sind eingeholt. Doch auch hier ist mir zeitweise eine Zweitmeinung wichtig. Ein Beispiel beim Thema Dämmung: Es war an Empfehlungen dieses Thema betteffend alles dabei von EPS bis Holzfaser. Ich behaupte jetzt einfach mal, hier einmal zu wenig um Rat zu bitten kann in 10 Jahren auch jede Menge Geld kosten. Zu Struktur gehört ohne Zweifel auch, dass manche Arbeiten erledigt sein sollten, bevor die Fassade gedämmt wird. Dazu gehört das Zumauern des Fensters, wozu mir mittlerweile viele Ratschläge geholfen haben die richtige Vorgehensweise zu finden. Danke nochmal für den Ratschlag es lieber einmal richtig zu machen um hinterher nicht enttäuscht zu sein.
@Pope: Wenn zu der Decke weitere Fragen auftauchen, werde ich diese selbstverständlich einem Fachmann vor Ort stellen, auch weil das Thema nicht mehr in die Kategorie Bad passt.



Um einen Überblick zu bekommen,


Um einen Überblick zu bekommen,

wie es in der Decke des zukünftigen Bads aussieht habe ich einige Dielen die im Dachboden verlegt sind herausgenommen. Nachdem der Blick in die Balkenzwischenräume frei war fand ich wie bereits vermutet verschiedene Dämmmaterialien aus der Zeit vor als:

- die Giebelwand eine Eternitfassade mit dahinter eingelegter 6 cm Steinwolle bekam,

- in die Decke über dem Keller Schlacke und Styropor eingebracht wurde.

Der Aufbau der oberen Geschossdecke von unten kann man also wie folgt beschreiben: Gipsputz auf Schilfmatten, im Daumenabstand auf die Balken genagelte Dachlatten, Bretter aufgelegt auf die Dachlatten, Schlackeschicht ca. 3cm, Mineralwolle bzw. Styropor 6cm, Luftschicht 15cm, Dielen mit großzügigen Fugen genagelt. Weil bei jedem Schritt im Dachboden undefinierbarer Staub durch die Fugen der Geschossdecke tritt, habe ich mich entschlossen den alten Dreck aus der Decke zu holen.
Wäre es in der Folge sinnvoll auf der warmen Seite unterhalb der Dachlatten eine Dampfbremse vorzusehen, welche verhindert dass feuchte Luft aus dem Bad in die neue Dämmung (Zellulose) gelangt? Weil der Dachstuhl wie schon erwähnt, nicht zum Wohnraum werden soll/darf/kann stellt sich mir die Frage wozu dann noch dessen Dach zu Dämmen und nicht belüftet zu lassen. Ist diese Überlegung abwägig? Schließlich könnte so auf eine Dampfbremse verzichtet werden, und die Dämmung von selbst nach oben austrocknen. In Bezug auf eine Förderung steht dieser Variante auch nichts im Weg, denn der Platz in der Geschossdecke ist ja ausreichend für die geforderte Dämmstoffstärke.

Bei einer fachkundigen Begutachtung der Decke durch einen Stukkateur von unten stellte sich heraus, dass diese an manchen Bereichen nachgibt. Nach Meinung des Stukkateurs liegt dies an der Schilfmatte, deren Drahtgeflecht teilweise den Geist aufgibt. Weil Raumhöhe ein Thema ist und eine Dauerhafte Lösung angestrebt wird, spricht für mich nun alles für das Entfernen der losen Schilf-Gips-Schicht. Die Dachlatten würde ich sofern nur genagelt und nicht im Wasser mit Spax bzw. Justierschrauben zusätzlich befestigen um nach dem Anbringen der Konterlattung und Installation der Elekrik, Farmacellplatten als neue Decke anbringen.



Dachboden,


Dachboden,

Dielung und Giebelwand über dem geplanten Badezimmer



Viel Platz für Dämmung,


Viel Platz für Dämmung,

in der oberen Geschossdecke



Neuer Deckenaufbau



Hallo Solo,

bleiben wir jetzt mal bei deinem letzten Eintrag zur Decke.
Du schreibst einerseits dass du den losen Put, das Schilf und den ganzen Dreck auf den Einschubbretter entfernen willst, andererseits fragst du nach einer Dampfsperre auf der warmen Seite der Dämmung.
Mein Vorschlag ist, baue alles zurück, bis auf die nackten Deckenbalken, Schraube 18mm-OSB-Verlegeplatten (die mit Nut + Feder) unter die Deckenbalken, verklebe die Stöße und die Ränder/Anschlüsse zu den Wänden, luftdicht mit entsprechendem Klebeband ab, damit hast du eine Dampfbremse UND eine Auflage für die Dämmung UND, von unten gesehen, eine durchgängige Fläche für die Unterkonstruktion der Trockenbaudecke.
Kabel für Deckenlampen kannst du in der Ebene der Unterkonstruktion verlegen. So brauchst du die Dampfbremse nicht zu durchlöchern.
Von oben gesehen, kannst du direkt auf die OSB-Platten eine Dämmung legen/schütten. Da der Dachboden nicht bewohnt wird, brauchst du auch nicht besonders auf Schallschutzmaßnahmen zu achten. Wenn du bis Deckenbalken-Oberkante mind. 25 cm Höhe hast, reicht das als Dämmdicke.
Falls die Deckenbalken flacher sind, kannst du vorm Einbringen der Dämmung an die Deckenbalken seitlich z. B. normale 4- 4,5 cm dicke Baudielen als neue Auflage für den Boden des DG dran schrauben, diese dabei auf die 25 cm Dämmhöhe und waagrecht justieren.
Über die Dämmung und die Deckenbalken/neuen Lagerhölzer verlege eine diffusionsoffene Folie (z. B. eine Dach-Unterspannbahn), damit in Zukunft kein Dreck mehr in die Dämmung fällt. Zum Schluß verlege wieder die Bodenbretter, oder z. B. neue Rauspunddiele. Aber keine OSB-Platten mehr, da die die kalte Seite zu machen und an deren Unterseite Kondensat entstehen kann.
Ich denke, das ist am Ende die einfachste und schnellste Lösung.



Klasse...so mach ich's!



Alles raus, denn Raum für Dämmung gibt es bei lichten gemessenen 34cm genügend in der obersten Geschossdecke. Die alte MiWo entsorge ich selbst auf der Deponie. Die Schlacke kann man sich hier von einem Unternehmen im Raum Stuttgart absaugen lassen, die Entsorgung gibt es dann auch inclusive. Dein Ratschlag mit den OSB-Platten klingt nach dem Motto innen diffussionsdichter (OSB) als außen (Dielenboden) plausibel in Bezug auf Kondensat. Denke auf diese Weise auch das meiste an Raumhöhe rausholen zu können. Danke



Brandschutz



Ein Thema habe ich in meiner Antwort vergessen: Brandschutz.
Aktuell gibt es einen Beitrag dazu: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/296377$.cfm
Eine "Brandschutzschicht" könntest du dir mit der noch vorhandenen Schlackefüllung einbauen, indem du nach Ausbau aller Gefachfüllungen ca. 3 cm über UK Deckenbalken seitlich Leisten annagelst, dann wie beschrieben die OSB von unten an die Deckenbalken schraubst und darauf eine 6-8 cm dicke Schlackebetonmischung rein schüttetst (die vorhandene Schlacke einfach mit Zement mischen, erdfeucht anrühren, in die Gefache füllen und so verdichten, dass sich die Masse an den seitlich angenagelten Leisten verkrallt und im Prinzip daran hängt), darauf dann die Dämmung.
Dieser "Brandschutz" ist mit Sicherheit alles andere als normgerecht, aber immer noch besser als gar nix.
Zumal du dann auch weniger Schlacke zu entsorgen hast.
Wenn du die alte Schlacke lieber los werden willst, kannst du das Ganze natürlich auch sinngemäß mit jedem anderen nicht brennbaren Dämmstoff machen (Perlite, Blähton, o. ä.)




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