Bad im Keller mit Bruchsteinmauerwerk

21.05.2014 Mitch



Hallo, ich möchte in einem Kellerraum welcher an drei Seiten (2 davon Außenwand)aus grobem Bruchsteinmauerwerk besteht ein Bad einrichten. Das Bruchsteinmauerwerk wurde überwiegend aus Granit und Sandsteinen errichtet. Die Dicke beträgt ca. 50 cm. Die andere Wand besteht aus normalen Ziegelsteinen. Von den Wänden habe ich den alten Putz abgeschlagen und loses Fugenmaterial entfernt. Die Wände sind sehr uneben und ich frage mich nun wie ich darauf am besten Fliesen anbringen kann. Die Kellerwände befinden sich oberhalb des Geländeniveaus, also nicht am Hang oder im Boden so das kein Erdreich von außen ansteht. Bin für jeden Tipp dankbar, vielleicht hat der ein oder andere hier im Forum sowas schonmal realisiert. Danke



wenn



Du massive und kalte Wände (Keller!) mit Fliesen massiv verkleidest, wird Dein Bad arschkalt ! Da müsste man sich überlegen, ob man das mit Wandheizung ausgleichen kann. Ich selber würde alle Wände nur putzen und ausschließlich den Spritzwasserbereich mit Fliesen belegen. Das spart Kosten, erhöht aber den Pflegeaufwand (Farbe). Bei mir selber sind die restlichen Wandflächen mit Kork beklebt. Eigentlich sehr warm vom Gefühl obwohl unser Bad nicht beheizt wird (Kosteneinsparung....). (und für die Lästerer: kein Schimmel!)



Die Ausdrucksweise



vom Olaf ist etwas irritierend, natürlich wird ein Raum nicht direkt "wärmer" oder "kälter" durch Anbringen einer wie auch immer gearteten Wandbeschichtung...
Grundsätzlich möchte ich, ebenso wie Olaf, empfehlen, die Außenwände nicht vollflächig durch Fliesen zu versiegeln, ansonsten könnte man durchaus die Wände weitgehend mit z.B. Kalkputz egalisieren, anschließend GK-Platte mit Ansetzbinder davor kleben, je nach Unebenheit kann der Egalisierungsputz evtl. auch entfallen, so 3-5cm kann man schon ausgleichen.
Wenn hier irgendjemand aufjault, von wegen GK und Anhydrit, dann möge er/sie bitte Argumente vorbringen statt Vorurteile zu nennen/zitieren. Richtig gemacht schafft das einen (weitgehend) vollflächigen diffusionsoffenen Verbund mit der Bestandswand...



Badwandputz oder so



Hallo

die Wände würde ich mit Kalkputz (hier den Solubel SP 50) nehmen und eigentlich nur dem Wandverlauf folgend Verputzen … also nicht alles auffüttern bis es "lot- und fluchtgerecht" wird … muss 1. nicht sein … und 2. verschlingst viel Putz … schlecht ist es aber nicht wenn man ein bisschen mehr von dem Putz an der Wand hat … 

Wenn Sie dann noch ne Temperierung integrieren haben Sie m.E. schon gewonnen … 

Falls Ihnen Fliesen zu gerade sind (könnten Sie auch auf einen unebenen Putzuntergrund mit kleinem Mosaik arbeiten … (so als Idee) … oder als Spritzschutz ein paar Glasplatten (Drahtglas, Drahtspiegelglas, oder oder … )

Wie schauts denn in dem Bad mit einem Fenster aus? (Be- und Entlüftung)

Gutes Gelingen

Florian Kurz



@ Sebastian



mit dem schlechten Wärmeübergangswert von Fliesen kühlt ein Raum schneller aus als mit Kalk oder Kork - das ist damit gemeint (sicherlich bauphysikalisch besser zu beschreiben). Ich hatte in Unkenntnis in meiner 2. Wohnung glücklich mit 6 m2 Fliesen an der Außenwand gekachelt als Bad in Küche-Lösung - danach bekam ich die Küche nie wieder warm.



Mehr Infos



Hallo, herzlichen Dank an alle für die vielen Antworten. Echt Klasse hier im Forum und ich hab auch schon ne Menge gelernt. Nun zum Keller-Bad :-) Also der Raum hat eine Fußbodenheizung. Eine Wandheizung haben wir nicht gemacht, da an den Wänden viele Installationen (Toiletten, Spültische, Urinal) gemacht werden sollen. Der Raum hat 3 Fenster. Durch die dicken Außenwände hat der Raum das ganze Jahr über eine relativ gleichbleibende Raumtemperatur. Die obere Hälfte der Wände (außer im Duschbereich) möchte ich verputzen und hatte durch das Forum auch einen Kalkputz im Sinn. Die untere Hälfte der Wände und komplett der Duschbereich sowie natürlich der Boden sollen klassisch gefliest werden. Wäre es sinnvoll vor/an das Bruchsteinmauerwerk eine 2. Wand zu mauern z.B. aus Ziegelsteinen oder dünnerem Material wie Porenbeton? Ist eine diffusionsdichte Isolierung z.B. durch Wediplatte sinnvoll? Mosaikfliesen also eine unebene Fliesenfläche möchten wir nicht, wir haben die Fliesen auch schon gekauft. Ich stelle auch mal noch Fotos vom Raum ein.



die



Idee, WEDI-Platten als diffusionsdichte Untergrund unter Fliesen anzubringen ist doppelt gemoppelt - die Fliesen sind schon diffusionsdicht. Aber als thermische Entkopplung macht das natürlich Sinn - und würde meinen Bedenken entgegenkommen. Kalkputz oberhalb - meinerseits keine Einwände, jedoch mußt Du mit Mehrstärken rechnen wegen der Wediplatten oder aber Du führst einen Absatz aus.



Badausbau



Eine Wediplatte macht an der Außenwand Sinn da die Oberflächentemperatur etwas angehoben wird- das ergibt weniger Kondensat. Im Zusammenhang mit der recht trägen Fußbodenheizung ist das von Vorteil. Wedi- Platten können aber nur vollflächig auf die Außenwand angebracht werden, das bedeutet vorher einen Ausgleichsputz aufbringen. Vollflächig heißt Aufkleben im Buttering-Floatingverfahren, damit kann ich Ebenheitsunterschiede von max. 10 mm ausgleichen.
Diffusionsoffenheit sollte im Bad nicht das Ziel sein, die kurzzeitig auftretende hohe Luftfeuchte ablüften statt in den Wänden einzulagern ist besser.