Backsteinmauer sanieren



Backsteinmauer sanieren

Hallo!

Wir haben kürzlich eine kleine, alte Schmiede erworben. Nun würde ich gerne die Backsteinwände sanieren. Der Stein scheint sehr weich zu sein, die Fugen sind ausgewaschen.

Gegen die Weichheit der Steine lässt sich wohl nicht viel unternehmen (der Anstreicher vom Ort riet dazu sie mit Tiefengrund einzulassen, was mir wenig fachgerecht erschient). Welches Vorgehen würdet Ihr empfehlen?

VG
Roman



Backsteinmauerwerk sanieren



welchen Anspruch hättest Du denn an Deine Sanierung ? Ein ursprüngliches Erscheinungsbild incl. Wiedereröffnung des Fensters herzustellen? Nur Sanierung der Fugen? Erhaltung und Schutz der Bausubstanz nötigerweise unter Veränderung des Erscheinungsbildes ( Herstellen eines Sockelputzes zum Schutz der geschädigten Steine im unteren Bereich?



Nachtrag



Guten Morgen!
Berechtigte Frage. Der Einbau des ursprünglich vorhandenen Fensters ist nicht geplant. Mein Ziel wäre es aber die Bausubstanz zu erhalten und wenn notwendig auch optisch zu verändern wenn es zum Erhalt notwendig ist.
Das Dach ist übrigens vor ca. 5 Jahren neu gedeckt worden. Feuchtigkeit von oben ist also kein Problem.



Backsteinmauerwerk sanieren



kannst Du mal ein foto vom unteren Bereich machen, wo die Steine so geschädigt scheinen. Der oberen Bereich würde ich neu verfugen, evtl bis zum Fenstersims einen Sockelverputz herstellen, um die Steine vor weiterem Verfall zu bewahren. Wie ist der Spritzwassereintrag in den Sockel durch die unmittelbar angrenzende Einfahrt.? Dort wird wahrscheinlich auch eine Tausalzbelastung vorliegen.



Weitere Fotos


Weitere Fotos

Hallo,

anbei zwei weitere Aufnahmen der Mauer, einmal aus dem unteren, einmal aus dem oberen Bereich.
Die Steine sind stellenweise sehr weich.

Welches Fugenmaterial empfehlt Ihr denn?



Fugenmörtel und putzmörtel



schau Dir mal das Datenblatt von Solubel 20-50 an. So schlecht scheinen die Ziegel auch im unteren Bereich nicht zu sein. Ein Sockelputz würde aber die Feuchte und Salzbelastung verringern. Ich würde ihn anbringen.



Backsteinmauer sanieren



Du hattest ja schon mal einen Beitrag verfasst, der dem Servercrash zum Opfer gefallen ist. Auch ich kann mist seit dem nicht mehr im Profil einloggen.

Den wichtigsten Punkt hatte ich sber schon angebracht. Als Minimalvariante muss unbedingt eine ordentliche Verfugung her. Nicht das Steinmaterial ist das Problem sondern die fehlende oder mangelhafte Verfugung. Der Stein ist selbst an den Kantenflächen nicht geschützt und der Verwitterung preisgegeben.



Backsteinmauer sanieren



Soweit Steinmaterial statisch relevant beschädigt ist kann es ausgetaust werden. Optische Mängel können mit Steinersatzmörteln behoben werden.

Für die Verfugung muss auch nicht unbedingt ein speziell vergüteter Luftkalkmörtel angeschafft werden. Man kann auch nach dem Vorbild eine Ladung Rheinsand und einen passendes Kalkbinder disponieren.

Die solide Verarbeitung wäre für Bestand und Haltbarkeit weitaus bedeutsamer.


In der Spritzwasserzone wird wohl auch der sockelberührende, dichte Bodenbelag ein Problem sein. Das musd man mal gucken inwieweit die instandgesetzte Dachentwässerung die Situation im Traufbereich entschärft.

Wenn man da einfach einen Sockelputz draufsetzt, wird dieser Anschlussbereich, gezwängt und weiterhin Oberflächenwasser aufnehmen. Da ist jedes Sockelputzsystem empfindlich.

In jedem Fall würde aber eine wiederhergestellte Verfugung auch hier eine wesentliche Entlastung bringen.



Anleitung



Hallo,
danke für die informativen Antworten.

Lässt sich das in Eigenarbeit machen oder ratet Ihr dazu das machen zu lassen?
Bei ersterem: Gibt es zufällig irgendwo eine Anleitung wie man die Verfugung ordentlich und fachgerecht durchführt?

Viele Grüße
Roman



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Die Ausführung in Eigenleistung wäre empfehlenswert. Ich kenne mehrere Objekte wo das Bauende selbst in guter Qualität bewerkstelligt haben.

Für den Kalkmörtel sollte man örtlich verfügbaren Mauersand und ein leicht natürlich hydraulisches Kalkbindemittel beschaffen.

Da muss man mal nach dem Bestandsmörtel gucken, wegen Körnung und Festigkeit. Das Mauerwerk wurde bauzeitig zumeist in recht mageren hydraulischen Kalkmörtel gesetzt, der im Alter zum Aussanden neigt. Das ist auch kein grundsätzliches Problem.

In groben Zügen kann man sich hier einen Überblick über die erforderlichen Arbeitsschritte verschaffen.

https://youtu.be/ltFRjpRcbWQ