Backsteinhaus BJ 1907 neu ausfugen




Hallo zusammen,

ich habe nun alle Fugen unseres Backsteinhauses (Baujahr 1907) ausgeräumt ... nun möchte ich ab dem kommenden Wochenende mit dem Ausfugen beginnen.
Wir möchten auf jeden Fall wieder einen (rot-)bräunlichen Fugenmörtelton wie ursprünglich verbaut war umsetzen. Die Backsteine sind mittelhart gebrannt.
Es stehen noch zwei Vorgehensweisen zur Auswahl:

1. Mörtel selbst anmischen (roter Sand wäre in der Nähe verfügbar).
Welches Mischungsverhältnis ist zu verwenden (Unterschied im Sockelbereich / Wetterseite, etc.)

2. Fertigmörtel z.B. von Otterbein (da regional verfügbar) HISTOCAL® Historischer Mauer- und Fugenmörtel MG IIa (fein oder grob) verwenden.
Da der Mörtel farblich beige ist müsste ich hier Pigmente / Farbpulver beimischen um den bräunlichen Ton zu erhalten.

Ich würde vor allem von der Kostenseite her Variante 1 bevorzugen, da ich ca. 3,5-4,5t Fugenmörtel benötige. Spricht von der Haltbarkeit etwas dagegen.
Könnte mir zudem noch jemand ein Mischungsverhältnis und die entsprechenden Zutaten nennen?

Dieses Mischungsverhältnis habe ich im www entdeckt:
4 Teile Sand (scharfer Sand), 1 Teil Kalk. Dem Kalk 10% reines Trassmehl zugeben

Im Voraus vielen Dank für Eure Unterstützung!!!

Gruß, Christian



Bin aktuell dabei



und habe ein paar Erfahrungen gemacht.

Roter Wesersand 0-2 mit Kalk 3:1 --> viel zu weiß!

Roter heimischer Sand mit Lehmanteil aus dem Bruch mit Kalk und Ziegelmehl --> passt

Gelber heimischer Sand, gewaschen mit Kalk und Ziegelmehl --> passt auch!

Hilft nur ausprobieren! Hab diverse Fotos, die ich per whatsapp senden könnte.



Bei



mir wurden diverse Materialien genommen bei Scheune, Stall und Wohnhaus, gemein haben sie die rote Farbe und dass im Mörtel absolut kein Zement drin ist. Ist sogar eine Art geflügelter Spruch hier im Dorf, dass bei unserem Haus kein Sack Zement verwendet wurde. Allerdings ist die Kellerdecke aus Beton (1928).
In der Sandkuhle hier im Wald findet sich auf engstem Raum Sand in 3 Farben, rot, gelb und grau, denke dass das Ziegelmehl immer eine Rolle spielt.
Ist aber auch Lehm mit drin in manchen Bereichen.



Hatte einmal das Vergnügen...



...eine historische Fassade (ca. 700 m²) mit einer profilierten Fugenausbildung zu verfugen.
Viele Lösungen erwiesen sich als ungeeignet.

Hatten dann auf erin Verfugungsmaterial der Firma Remmers vertraut, welches sogar farblich dem Bestandsfugenmaterial ziemlich genau angepasst hergestellt wurde und wir in einem Verfahren, ähnlich der des Fliesenverfugens dies ausführten.
Über 20 Jahre nun bereits mängelfrei im Bestand.
Die Tiefe der Fuge wurde vorher mit einem sehr weichen Kalkfugmörtel vorgefüllt.

Auch kommt bei dieser Lösung auf den Backsteinbefund an.



@ Struve



Ja, das kann man!
Werde ich dir aber nicht erzählen, geschweige denn, fachlich erklären!!
Mussten uns damals selbst Gedanken machen, weil die vorgegebenen Verfahren ganz einfach nicht funktionierten.

...deine miesen Kommentare sind wirklich langsam unterste Schublade und von totaler eigener Arroganz geprägt.
Wenn es dich interessieren sollte, dann fahre nach Görlitz und schaue dir das dortige Amtsgerichtsgebäude und das Ergebnis an.
Dieses Projekt wurde durch ein Bauforschungsbüro begleitet und unter den denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ausgeführt!

Wenn du keine Ahnung hast und nur motzen willst, dann bist du hier leider in der falschen Plattform.
Ich berichte von eigenen und durchgeführten Erfahrungen.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!!!



Mal wieder



nur peinlich die persönliche Ebene!



@ Gerd



Wie recht du doch hast.
Ich sage immer, entweder aus der Praxis heraus zitiert oder nur klug gephaselt!
Vieles führte früher nach Rom





Hallo zusammen,
es wäre schön wenn sich der ein oder andere zu meiner Ausgangsfrage äußern würde. Ist ein reines Kalk, Sand und Ziegelmehlgemisch aus Festigkeits- Haltbarkeitssicht ausreichend?? Oder zusätzlich noch Trassmehl, Trasszement hinzugeben?
Danke & Gruß, Christian



Verfugmörtel



Im Prinzip schon, wenn Sie in Abhängigkeit von der Bewitterungssituation den Mörtel so hinkriegen das er eine Druckfestigkeit zwischen 2,5 und 10 N/mm² aufweist, eine diffusionsäquivalente Luftschichtdicke kleiner als 3 m hat und über einen Wassereindringwiderstand zwischen W1 und W2 verfügt.
Wenn Sie sich dessen nicht sicher sind und was die Einfärbung betrifft große Schwierigkeiten haben werden bei jeder Mischercharge den richtigen Farbton zu treffen dann greifen Sie lieber zu einem Fertigmörtel.





Eine ausreichende Druckfestigkeit bekommst du mit einer Baustellenmischung schon hin.

Was die Art und Menge von latent hydraulischen Zuschlägen zum Kalkhydrat anbelangt, solltest du mal Wolfgang Kenter (stuck-kalk.de)anrufen.

Der arbeitet viel mit Trass- und Ziegelmehl, der muss es wissen.

Mit der richtigen Farbe ist das natürlich so eine Sache, die Weisskalk-Mischungen werden schon sehr hell.



Abdecksand Körnung 0-4mm geht?



Hallo,

schonmal danke für die Tipps. Regional bekomme ich schönen rötlichen Abdecksand mit einer Körnung von 0-4mm. Ist dieser für einen Kaltmörtel verwendbar ...

Hat jemand von Euch Erfahrung bzgl. Verwendung von Mörtelspritzen zum Ausfugen versus Fugeisen? Funktioniert das Verspritzen auch mit Kalkmörtel ggf. bei Zugabe von Mischöl?



Mörtelspritze



kannst du komplett vergessen! Habs probiert, saut rum, verstopft, probiers gar nicht erst! Schau mal Profi-Verfugern über die Schulter, wenn die so einen neuen ALDI verfugen!



... ok dann bleibt noch die Frage bzgl. dem Abecksand 0-4mm



...



Werkzeug



ich wußte früher auch vieles besser und lachte darüber, wie Althandwerker eingekürzte Fugeisen benutzten.
Bis ich selber dahinter kam und nunmehr seit über 20 Jahren nur noch abgesägte Fugeisen verwende.

Würde aber trotzdem auf einen fertigen Mörtel zurückgreifen, denn die Sieblinien und auch die Mörtelkonsistenzen sind da viel geschmeidiger einzustellen.



Ist ja



witzig, hab grad am Wochenende ein Fugeisen abgeflext. Hab ich mir an der ALDI Baustelle abgeschaut! Eigentlich für die Stoßfugen, aber das geht sogar bei den Lagerfugen besser.





Na, du solltest das mal bemustern. 0-4 mm kann man schon nehmen, dass ist eher eine optische Frage.

Die Verarbeitung mit der Fugenkelle muss schon sein. Der kraftschlüssige Verbund an den Ziegelkanten entsteht erst bei sorgfältigen, ggf. mehrlagigen Auffüllen, der Fugen und dem späterem Verdichten des angestreiften Mörtel.

Das ist für die Qualität fast so entscheidend, wie die Materialauswahl.

Wobei immer auch die Fugenoberfläche zur Gesamtoptik der Fassade eine wichtige Rolle spielt, wie auch ein Rücksprung der Fuge zur Schattenbildung führt.



Fertigmörtel



... wäre es denn möglich z.B. Dem Otterbein Fertigmörtel z.B. Ziegelmehl beizumischen um den rötlichen Farbton zu erreichen?



Der Fertigmörtel



kostet halt das siebenfache! Und befreit dich trotzdem nicht vor der Gefahr von Fehlern.





Na hast du mal den Wolfgang Kenter angerufen. Ich hatte da auch schon mal wegen Fugenmörtel aus Baustellenmischung angerufen. Der kennt sich gut aus.





Die Sieblinie kannst du ja mit Feinsand verbessern. Ich habe mit trockengelöschten Kalkmörtel verfugt.

(3,5 RT Sand, 0-2 mm + 1 RT Kalk + 0,3 RT Ziegelmehl)

Das hat gut funktioniert. Die Fuge ist halt nur fast weiß.



Vorher


Vorher

Vorher



Nachher


Nachher

Roter lehmiger Sand, Kalk, Ziegelmehl



Die



Fuge ist auf dem Foto noch feucht, ist noch heller geworden!
Vom Gefühl her härtet der Mörtel viel schneller aus als ohne Ziegelmehl. Nichts ist gerissen o.ä. Immer schön nachgefeuchtet und vor Sonne geschützt!



Nächste Ecke vorher


Nächste Ecke vorher

vorher



Nachher


Nachher

Hier mit gelbem Sand, rest wie vor!



Und hier


Und hier

hinten der gelbe Sand, im Vordergrund reste vom roten Sand!



Der TE



kennt die Bilder zum Teil schon...