auflösende Backsteine

25.06.2007



Hallo zusammen. Wir haben uns vor kurzem ein Haus ersteigert und waren nun dort um es zu räumen, da es bis vor kurzem Vermietet war. Leider ein absoluter Fall von übermäßigem Korngenuß, der sich um wirklich überhaupt nichts gekümmert hatte. Er hatte die Wände mit Platikfolie abgeklebt, darüber teilweise Nut/Feder, Paneel und nochmal drüber Holzplatten (die konnte ich jetzt wenigstens verwenden um die Fenster zu vernageln). Ich habe alles rausgerissen und man merkte schon, alleine 3 Tage Luft waren für das Haus schon fast wie eine Frischzellenkur. Hinter dem teilweise schimmeligen Putz ( zum Glück nicht sehr großflächig) habe ich Bachsteine entdeckt, die sich sozusagen auflösen. Die rieseln so als feinstes Pulver aus der Wand, wobei das Pulver anscheinend nicht feucht ist. Kann mir das evtl. jemand erklären womit ich es wahrscheinlich zu tun habe? Soviel ich weis, soll ja bei Salpeter ein weißer Belag sein, der war dort aber nicht. War zwar auch da, aber an anderer Stelle. Danke erstmal und viele Grüße. Ralf



auflösende Backsteine



Nicht nur Salpeter, also Nitrate,
schädigen Mauerwerk. Auch Magnesium- und Natriumsulfate können durch ihren Kristallisationsdruck poröses Mauerwerk zerstören. Beim Verdunsten von Wasser auf bzw. unter der Steinobefläche bleiben die Salze in den Poren zurück.
Die auskristallierenden Salze haben ein mehrfach größeres Volumen als die Salzlösung, dieser Sprengdruck kann dem von gefrierendem Wasser entsprechen.
Übrigens, auch Kondenswasser hinter der diffusionsdichten Verkleidung und ein paar Tage nicht Heizen bei strengem Frost können zur Eisbildung im Ziegel und damit zu Frostschäden führen!

Viele Grüße
Georg Böttcher



Ergänzung



Hr. Bötcher hat es wieder mal gesagt. Ich möchte noch folgendes ergänzen:
Gerade der "echte" Mauer-Salpeter Ca(NO3)2 blüht oft nicht an der Oberfläche aus. Oft erzeugen Salzbelastungen Ausblühungen, es kann aber auch sein, dass ein Mauerwerk salzbelastet und salzgeschädigt ist, ohne dass Ausblühungen sichtbar sind.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold