Backstein Wand mit Kalkmörtel verfugen

19.05.2014



Hallo Forum,

als erstes möchte ich meinen Dank ausdrücken, denn durch die kompetenten Forumsbeiträge weiß ich im Vorfeld um die größten Stolpersteine und konnte auch schon dem Verfuger klarmachen, was ich wünsche.

Nun kurz zum BV und meinen noch übrig gebliebenen Fragen:
Es soll die Westwand meines 120 Jahre alten Holsteiner Bauernhauses neu verfugt werden. Das Haus ist mit roten Ziegeln und Kalkmörtel gebaut worden und sicherlich schon mehrere Male Reparaturverfugt worden, jedenfalls an dieser Wand. Hinzu kommen noch Stellen, die komplett mit Zementmörtel gemauert wurden, weil es in den 70er schick war, das Fensterformat von Hochkant auf quer zu ändern.
Da jetzt überall die Zementfuge anfängt herauszufallen, habe ich mich entschieden, die komplette Wand mit Kalkmörtel (Fels WKH b/12 CL90, Sand, Wasser) verfugen zu lassen.
Der Handwerker hat heute nach mehreren Telefonaten eine kleine Stelle probeverfugt und ich bin erstmal zufrieden.

Nun zu den Fragen:
1. Ist es ok, wenn ich nach der Arbeit mit dem Sprühstrahl die Wand stündlich befeuchte?
2. Muss ich gegen Sonne abdecken? (Am Wochenende soll es heiß werden, aber woher nehme ich 70qm Abdeckung?)
3. Ist ein Abfegen mit einem groben Besen direkt nach den Verfugen ausreichend aufgerauht?
4. Sind 24h Befeuchtung ok oder lieber 48h?
5. War es richtig den Sand zu wählen, der nicht nur ganz feine Körner, sondern eine offensichtlich größere Bandbreite an Steinchen enthält (max ca. 3mm)

Vielen Dank schon im Vorfeld für die Antworten.

Gruß
Miguel



Kalkmörtel



Sie können fertigen Kalkmörtel zum verfugen als Sackware kaufen, dort sind wasserrückhaltende Zusätze drin die das Verarbeiten sicherer machen. Bei Selbstmischungen genügt ein gründliches Vornässen der Fugen bzw. Steine und nur bei Bedarf ab und an mal mit einem Sprühnebel nachfeuchten (z.B. wenn die Wand den ganzen Tag in der prallen Sonne steht). Zum verfugen scharfen Sand der Körnung 0-2 nehmen, Mischung 1:2 bis 1:3 mit Kalk.



Mischung



Hallo Herr Böttcher,

bisher bin ich von 1:4 ausgegangen, und es soll vor Ort gemischt werden. So wie sie schreiben, klingt das deutlich entspannter als die bisherigen Beiträge, oder das, was zB Herr K.Fischer auf seinen Seiten schreibt.

Scharfer Sand bedeutet gebrochener Sand, oder?



Verfugmörtel



"Scharf" bedeutet wenig Mehlkornanteil, also gewaschener Sand; eckiges Korn ist günstig.
Deshalb auch der relativ hohe Kalkanteil, der Mehlkornanteil muß ersetzt werden. Die Fuge sollte nicht tiefer als das 1,5 fache der Fugenbreite ausgeräumt sein. Wenn tiefer dann in einem ersten Arbeitsgang ausstopfen, abbinden lassen, dann verfugen.



Gewaschen



ist der Sand, dann schau ich mal, dass der Kalkanteil auf 3:1 kommt. Preislich ist das ja eher überschaubar. Den Faktor 1,5 bei der Fugentiefe sollte wir ebenfalls einhalten können.
Danke für die Antworten.

Gruß
Miguel