Backhaus aktivieren

19.04.2018



ist ein neues Projekt.
Auf meinem Grundstück steht ein Backhaus, das 1675 zum erstenmal erwähnt wurde.
Zur Zeiten der DDR wurde das Gebäude als Hühner- und Kaninchenstall genutzt.
Jetzt habe ich das Gebäude instand gesetzt und möchte wieder ein Backhaus daraus machen.
Meine Frage dazu:
Hat schon einmal jemand so etwas gemacht und kann mit Hinweise geben, wie ich dieses Projekt umsetzen kann. Mein Schorni und auch die anderen Helfer und Fachleute haben keine Erfahrung mit so einem Häuschen und, um es vorsichtig zu umschreiben, schlagen die Hände über dem Kopf zusammen bei diesem Plan, aber ich will das machen.

Klaus



Backofen



So ein Backofen bewährt sich spätestens bei der nächsten Gartenparty. Da drückst du jedem zur Bewirtung einen Teigbatzen in die Hand zum selber belegen. Da brauchst du nur noch jemanden abstellen, der die Dinger eine Minute in den Ofen schiebt. Und trotz des geringen Aufwandes, bleibst du ewig im Gespräch.

Die Genehmigung von Feuerstätten ist Länderrecht je nach Bundesland ist das in der Bauordnung oder ergänzenden Verordnungen geregelt, dass müsste der Schornsteinfeger oder die Gemeinde wissen. Möglicherweise ist das auch antragsfrei.

Die Grenzwerte der BImSchV gelten für Backöfen nicht.

Ich hatte gerade in der Bibliothek ein recht neues Buch in der Hand. Bernhard Gruber, Handbuch Brotbacköfen selber bauen, Innsbruck, Löwenzahn, 2017.

Da wird das Thema recht umfassend dargestellt, auch größere traditionelle Öfen werden da mit Konstruktionsdetails erläutert.

Ansonsten schaue doch mal in der Umgebung nach Freilichtmuseen oder Heimat- und Brauchtumsvereinen, die sowas betreiben.

Mit Anleitung sollte sowas in jedem Falle umsetzbar sein.

Wenn du aufs bauen keine Lust hast, es gibt auch "Bausätze" aus Spezialbeton.

Beim Rezept für den Pizzateig hältst du dich am besten an Gabriele Bonci, dem Grossmeister der Pizzakunst.



Danke für die Hinweise



doch ein Buch ist das Eine, doch wer hat so etwas schon einmal real gemacht ist das Andere.
Den Ofen zu mauern ist kein Thema, gemauert habe ich schon genug und kann dies auch.
Daher die Frage:
Wer hat so etwas schon einmal gemacht und wie und wie funktioniert das im Ort.


Klaus



Backofen



Na, wenn die baulichen Sachverhalte für dich kein Problem sind, ist ja schon viel gelöst.

Was den Betrieb einer Bäckerei anbelangt, so ist das in Deutschland noch immer ein zulassungspflichtiges Handwerk, wo du einen Meisterbrief oder eine mehrjährige Berufspraxis als Geselle nachweisen musst.

Also wenn du da altverbriefte Backtraditionen wieder aufleben lassen möchtest, kann das nicht gewerbsmäßig laufen.



Bäckerei?



ist bestimmt nicht mein Ziel.
Morgens so früh aufstehen und dann warten bis je,amd ein Brötchen kauft?
Noch einmal:
Ich habe ein Backhäuschen und das soll so wie vor Jahren wieder genutzt werden.
Früher wurde in dem Häuschen zu Weihnachten von den Bewohnern des Dorfes Plätzchen gebacken oder einmal im Monat richtige Brote, so erzählen dies mir die Mitbewohner

Klaus





Na gut, die zarten Mürbeteigplätzchen bäckst du besser im Umluftofen. Auch Brot kannst du bei fallender Hitze mit Wasserdampf auch noch ganz gut backen. Den Steinofen improvisierst du mit so einem "Pizzastein" aus Schamotte den man im Internet recht preiswert bekommen kann.

Brot selber backen ist echt kein Problem. Ich habe das lange Zeit bis zu drei mal in der Woche gemacht. Auch von den Kosten ist es Interessant.

Die ersten Versuche gelingen halt nicht gleich perfekt, aber beim Dritten mal wird es gut und du kannst beständig die Qualität verbessern.

Es ist mehr eine Organisationsaufgabe mit Vorbereitungs- und Ruhezeiten. Je mehr Ruhe desto besser. Das passt halt alles nicht mehr in unsere Zeit und Vorstellungswelt.

Als erstes musst du dir eine Sauerteigführung anlegen. Ein Teil Roggenmehl ein Teil Wasser. Zum Start impfst du das mit einer Kultur an oder lässt den natürlich im Mehl vorkommenden Milchsäurebakterien einfach ihre Zeit.

Den Ansatz stellst du in den Kühlschrank und "fütterst" den jeden Tag mit einem Löffel Mehl und einem Löffel Wasser, wie ein Haustier. Je länger diese Sauerteigführung gepflegt wird desto besser das Ergebnis.

Für lange Brotfrische wird beispielsweise ein Teigstück aus frisch geschrotetem und gequollenem Getreide in den Brotlaib eingearbeitet.

Wie gesagt musst du den Backbetrieb als "Traditionspflege" im privaten bzw. nachbarschaftlichen Umfeld, also mit im persönlichen Kontakt stehenden Personenkreis betreiben, damit das bei den Behörden als Privatsache durchgeht und da keine Vorschriften gemacht werden.



Rezepte?



habe ich nicht gesucht.
Eigentlich brauche ich Hilfe, wie ich solch ein Backhaus neu installieren kann.
Der Ofenausbau fehlt und den möchte ich erneuern.
Und daher war und ist die Frage, wer hat schon einmal so etwas gemacht und kann Hinweise geben worauf zu achten ist, dass es nicht in Buxen geht.

Klaus





Mit einer "Vollkasko-Mentalität" kann man da nicht rangehen!

Für allgemeine Erfahrungssätze hatte ich ja das Buch empfohlen.

Damit am Ende nicht die Buxen voll sind, sollte man darauf achten, dass mit Feuer und heißer Asche kein Unfug getrieben wird. Das kann ich dir als ehemaliger Brandmeister raten.

Da haben die Leute überall Furcht vor Terrorgefahr, verbrennen aber jeden Tag, irgendwo ihre Kinder mit Benzin oder Spiritus am Grill.

Bei uns im Farbenkontor wurde letzten Sommer beim "Spinnerei-Rundgang", ein kleiner Backofen aus Lehmziegeln gemauert. Leider konnte ich dem Tagewerk nicht beiwohnen. Der Ofen steht aber noch auf einer Europalette zur Besichtigung und Gebrauch. Der mir bekannte Mitarbeiter, mit Vorbildung als Maurer hat das ebenso nach einer Skizze nachgebaut und gibt da gerne Auskunft.

Das einzig gewichtige ist der Unterbau mit Fensterstürtzen vom Baumarkt.

Das kann sich jeder in den Garten bauen. Im Freien braucht es halt noch eine Bedachung.

Der Ofen bekommt natürlich nach ein paar Betriebsstunden Risse im (Lehm-) Verputz, die pflegend wieder verschlossen werden müssen. Dieses Verständnis hast du dir sicher schon erworben.

Ansonsten passiert da nichts.

Wenn du halt 10 Brote oder 16 Pizzen mit einmal backen willst brauchst du das alles etwas größer.

Im Neolithikum haben Leute mal im Erdloch damit Angefangen und mit Sesshaftigkeit , Brot und Bier eine Revolution der Menschheitsgeschichte begründet.

Die Verfahren wurden über die Jahrhunderte hinweg nur "leicht" verbessert und man ist im Wesentlichen bei einfachen Aufbauten und irdenem Material verblieben.



Hab' ich!



Ich hab´ mir einen Holzbackofen im Garten gebaut, allerdings freistehend und nicht innerhalb eines Backhauses.
Das hier kann ich Dir diesbezüglich auf jeden Fall empfehlen:

https://www.youtube.com/watch?v=fuYPzFl5Lak

https://www.grillsportverein.de/forum/forums/holzbackofen.76/

http://www.steinbackofenfreunde.de/forum/index.php

Mein Ofen hat sich bisher schon bei einigen Festen/Partys mit Pizza, Eintopf Braten usw. bewährt. Die Mühe lohnt sich, auch wenn er leider zu selten genutzt wird.
Den Ofen zum neuen/alten Dorfzentrum zu machen war allerdings nicht mein Ansatz.

Der Sockel ist aus KS-Vollsteinen mit Ziegelbögen als Sturz, obendrauf eine Betonplatte.
Der Brennraum ist ein Tonnengewölbe mit weichen Ziegelsteinen und Lehm gemauert, außen mit Lehm verputzt und armiert mit Jute.
Drumherum rechteckig mit Ziegelsteinen und Trasskalkmörtel, obendrauf ein Dach.
Innerhalb des Brennraums ist auf der Betonplatte eine ca 5cm Schicht gebundenes Liapor, darauf eine Sandsteinplatte, die wunderbar zum Pizzabacken funktioniert.
Feuerfesten Mörtel, Spezial-Weltraum-Zement oder Schamotte hab ich übrigens nicht benötigt. Ok, dafür hab ich ein paar Risse.
Den Zwischenraum zwischen äußerer Hülle und Brennraum habe ich mit Liapor gefüllt.
Über der Brennkammer gibt es einen Fuchsgang aus Pleva Rechteckrohr, der Kamin ist vorne im Bereich der Tür aufgesetzt.
Funktioniert alles recht gut, Risse hats natürlich gegeben, allerdings habe ich auch noch keinen ohne gesehen.
Die Abmessungen und Hilfestellungen habe ich hier aus dem Forum und aus den anderen beiden, siehe Link oben.
Besonders Georg Böttcher hat mir hier einige gute Tips geben können, was ja nun leider nicht mehr geht.
Vieles ist aber im Forum konserviert, man nutze die Suche und findet unter anderem:

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/holzbackofen-feuerbeton-238226.html

Grüße



Backofen



Hi,

also mit Backofen kenne ich mich aus.
Soll´s ein Buschbackofen werden?
welche Größe soll denn der Ofen bekommen?
zur Anschauung mal ein Ofen, der vor kurzem entstanden ist:
Bei Bedarf kann ich gern Infos zum Aufbau geben.



Backofen



anbei Beispiel 2,

bei beiden Öfen wurden die Brennräume (Form einer Halbkugel) aus Vollziegeln (Abrissziegeln) gemauert. Als Mörtel wurde Kalkmörtel bzw. Lehm verwendet. Anschließend wurde über die Glocke mit einem Lehm/Strohgemisch ca. 25 cm dick bedeckt.