Alle Aussenwände mit 4 cm Styropor Dämmung

14.06.2010



Hallo,

gestern haben wir uns wieder ein Haus angeschaut und die Eigentümer erzählten uns, das ganze Haus, also alle Aussenwände seien mit Styropor 4 cm dick gedämmt.
Ich dachte eigentlich, dass Styropor so ziemlich das Schädlichste für ein Fachwerk ist....ist das so oder bilde ich mir nur ein, das mal gelesen zu haben?????
Vielen Dank für Eure Meinungen dazu!!!

Liebe Grüße,
Moni



Hallo Moni,



schon mal darüber nachgedacht, Dir eine eigene Meinung zu diesem Thema zu gönnen?

Styro muß nicht tödlich sein, aber richtig geht anders...

Gruß...J.



Nicht verzagen , --



-- Jürgen fragen !



Das ist



so ziemlich wumpe, ob das Zeug von innen oder aussen drangebastelt wurde. Es sollte schleunigst entfernt werden.
Bei Fachwerkhäusern gibt es bauphysikalische Besonderheiten, die mit diesem Material Probleme vorprogrammieren.
MfG
dasMaurer



Styropor



Bekommt man bei so einer Schichtstärke einen Energieausweis?
Wenn es ein Fachwerkhaus ist runter damit..GGf.Fachmann vor Ort bestellen.

Lg Peter Schneider



Hallo!



Danke für die Beiträge!

Meine Meinung habe ich bereits geäussert. Ich bin der Meinung, Styro nicht bei Fachwerk. Aber ich kann mich immer irren, aus diesem Grunde gönne ich mir die Frage nach der Meinung anderer, die sich damit besser auskennen....

Die Dämmung wurde 1998 von den Eigentümern in Eigenleistung angebracht und darüber wurde eine Holzverkleidung "verlegt".
Herr Warnecke, könnten innerhalb dieser 12 Jahre bereits grosse Schäden entstanden sein?
Besten Dank und liebe Grüße,
Moni



Energieauweiss



Hallo,

den Energieausweiss wollte der Makler mir noch zufaxen, ich gehe also davon aus, dass es auch einen gibt.
Ja, es ist ein Fachwerkhaus, 1998 komplett saniert (allerdings alles in Eigenleistung, von der Dämmung bis zum DG Ausbau, Fassade usw.).

Besten Dank und liebe Grüße,
Moni



12 Jahre



sind eine lange Zeit. Da können wirklich ausgedehnte "Biotope" entstanden sein. Muss man sich vor Ort mit einem fachwerkerfahrenen Planer anschauen. Wenns nicht das absolute Traumhaus ist, würd ich es aus der Liste Streichen ;-)).
Am besten nach einem Gebäude schauen, an dem möglichst wenig "saniert" und ver"schlimm"bessert wurde. Man findet dort viel laienhaftes Heimwerkergebastel, dass erst teuer mitgekauft wird, anschliessend entsorgt werden muss, und dann fängt man doch wieder von vorn an. Dann das Geld lieber beim Kauf sparen und gleich richtig machen.
MfG
dasMaurer



Am Donnerstag...



....haben wir einen Termin im Haus mit einem Zimmermann.
Die verwendeten Materialien hat uns der Eigentümer erst nach mehrmaligem Nachfragen benannt und auch dann erst eröffnet, dass er alles alleine und "nach eigenem Ermessen" saniert hat.
Nochmal besten Dank für Ihren Beitrag, der uns wieder ein Stück weiter gebracht hat!
Besten Dank und liebe Grüße,
Moni



Energieausweis



So wie ich weiß ist die Mindestanforderung gemäß EnEv 14 cm für eine Wärmedämmung und nicht 4 cm. Den Ausweis würde ich gerne mal sehen.

LG.Peter



Welcher



Energieausweis wurde hier ausgestellt?

verbrauchsorientierter Energieausweis
oder bedarfsorientierter Energieausweis

Grüsse



Energieausweis



Steht zumindest oben im Beitrag....
Würde mich mal intresieren wer den ausgestellt hat..

lg.Peter



Info Energieausweis



Für Nichtfachleute kurz ein Hinweis

Der Verbrauchsausweis:

Bei diesem Ausweis wird nur die Brennstoffmenge pro Jahr in kWh witterungsbereinigt umgerechnet und im Ausweis dargestellt. Zusätzlich werden noch einige Gebäudeparameter z.B. Baujahr, Anzahl der Wohnungen, Gebäudewohnfläche usw. aufgenommen. Der Verbrauchsausweis ist zwar preislich günstiger, aber wenig aussagekräftig, da die Werte sehr nutzerabhängig sind und somit wenig Rückschlüsse auf den energetischen Zustand des Gebäudes geben
Eine Vor- Ort Aufnahme ist nicht erforderlich.


Der Bedarfsausweis:

Bei diesem Ausweis wird die komplette Gebäudehülle und Heiztechnik aufgenommen. Es werden die U-Werte für Dach, Wand, Fenster und Bodenplatte oder Kellerdecke ermittelt. Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient und beschreibt wie viel Wärme durch das Bauteil verloren geht, je niedriger der Wert umso besser das Bauteil. Die Einheit ist W/m²K.(Watt pro m² bei 1Kelvin Differenz). Dieser Ausweis ist aussagekräftig über den energetischen Zustand. Eine Gebäudeaufnahme ist unbedingt erforderlich, da die Baupläne oftmals nicht mit der Ausführung übereinstimmen bzw. Änderungen gemacht wurden und auch die Bauteilschichten aufgenommen werden müssen. Es können auch Schwachstellen sofort erkannt und besprochen werden. Dieser Ausweis ist qualitativ höherwertig.
Vorteil: Man kann auf die Rechenwerte zurückgreifen, wenn Sanierungsmaßnahmen gemacht werden.
Eine Vor- Ort Aufnahme ist erforderlich.



Bei Nichteinhaltung droht Bußgeld

Wenn der Eigentümer dem Käufer oder dem Mietinteressent keinen Energieausweis vorlegen kann, liegt eine Ordnungswidrigkeit nach § 27 Abs.2 EnEV vor. Die Höhe des Bußgeldes kann von 5000,00 € bis zu 15000,00 € betragen.

LG.P.Schneider



Info Energieausweis



Für Nichtfachleute kurz ein Hinweis

Der Verbrauchsausweis:

Bei diesem Ausweis wird nur die Brennstoffmenge pro Jahr in kWh witterungsbereinigt umgerechnet und im Ausweis dargestellt. Zusätzlich werden noch einige Gebäudeparameter z.B. Baujahr, Anzahl der Wohnungen, Gebäudewohnfläche usw. aufgenommen. Der Verbrauchsausweis ist zwar preislich günstiger, aber wenig aussagekräftig, da die Werte sehr nutzerabhängig sind und somit wenig Rückschlüsse auf den energetischen Zustand des Gebäudes geben
Eine Vor- Ort Aufnahme ist nicht erforderlich.


Der Bedarfsausweis:

Bei diesem Ausweis wird die komplette Gebäudehülle und Heiztechnik aufgenommen. Es werden die U-Werte für Dach, Wand, Fenster und Bodenplatte oder Kellerdecke ermittelt. Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient und beschreibt wie viel Wärme durch das Bauteil verloren geht, je niedriger der Wert umso besser das Bauteil. Die Einheit ist W/m²K.(Watt pro m² bei 1Kelvin Differenz). Dieser Ausweis ist aussagekräftig über den energetischen Zustand. Eine Gebäudeaufnahme ist unbedingt erforderlich, da die Baupläne oftmals nicht mit der Ausführung übereinstimmen bzw. Änderungen gemacht wurden und auch die Bauteilschichten aufgenommen werden müssen. Es können auch Schwachstellen sofort erkannt und besprochen werden. Dieser Ausweis ist qualitativ höherwertig.
Vorteil: Man kann auf die Rechenwerte zurückgreifen, wenn Sanierungsmaßnahmen gemacht werden.
Eine Vor- Ort Aufnahme ist erforderlich.



Bei Nichteinhaltung droht Bußgeld

Wenn der Eigentümer dem Käufer oder dem Mietinteressent keinen Energieausweis vorlegen kann, liegt eine Ordnungswidrigkeit nach § 27 Abs.2 EnEV vor. Die Höhe des Bußgeldes kann von 5000,00 € bis zu 15000,00 € betragen. Wie hoch in der Praxis die Strafe ausfällt, wird sich erst nach den ersten Bußgeldern zeigen.


LG.P.Schneider





Hallo Moni,

bei 4 cm “Dämmung“ würde ich mehr davon ausgehen das bereits vorhandene Mängel oder gar Schäden abgedeckt wurden als das eine energetische Sanierung Sinn und Zweck der Maßname war.
Müsste schon ein Traumhaus mit Traum Grundstück sein wenn ich ernsthaft über den Erwerb einer solchen Bude nachdenke.



Grüße aus Schönebeck





Abenteuerliche Eigenleistungen dieser Art

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Grüße aus Schönebeck





Oder hier

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Grüße aus Schönebeck



Alles verklebt....



wir hatten nun doch schon gestern den Termin im Haus. Dabei kam folgendes zu Tage.
Der Energieausweis ist nicht vorhanden - es ist eine Auswertung über den energetischen Zustand aber der Ausweis wurde nicht erteilt.
Das Styropor wurde auf die Wand geklebt. Ja, DIREKT auf die Wand. Es ist natürlich an etlichen Stellen gerissen und deutliche Schimmelbildung klar zu erkennen, was durch die Holzverkleidung kaschiert wurde.
Der Zimmermann und unser Architekt waren sprachlos.
Also wieder einmal ein zerstörtes Objekt......Schade, schade, schade.....ich verstehe wirklich nicht, warum niemand prüft, wie ein Eigentümer ein Denkmal saniert.....





Wer bei der Sanierung seines Fachwerkhauses Fehler macht, bekommt das Resultat unter Umständen sehr schnell: Fäulnis und Pilze, die das Holz zerstören. Manche Experten behaupten, in den letzten Jahrzehnten seien mehr Fachwerkhäuser zerstört worden als in den Jahrhunderten zuvor durch Feuer oder Krieg. Als Ursache nennen sie mangelhafte Sanierungen. Mit dieser Meinung könnten sie sogar recht haben. Beim Sanieren und Modernisieren von Fachwerkhäusern kann man nämlich einiges falsch machen. Denn unsere Vorfahren haben die Häuser nach anderen Standards gebaut, als wir sie heute kennen. Die Energieeinspar-Verordnung gab es damals noch nicht, ebenso wenig die ausgeklügelten Dämmverfahren der heutigen Zeit. Und aus einem alten Fachwerkhaus lässt sich eben nicht einfach so ein energiesparendes Passivhaus machen.
LG.P.Schneider



Noch ein Beispiel ...



... was man hinter Styropor entdecken kann, auch wenn es hier nicht um Dämmung geht. Der Vorbesitzer meines Hauses hatte die an das Bad angrenzende Küchenwand mit Styropor verkleidet. Ich habe mich gefragt wieso und das Ganze entfernt. Darunter sah die Wand eigentlich in Ordnung aus. Bald jedoch zeigten sich Salzausblühungen in ca. 40 cm Höhe. Gestern hat sich mein Verdacht bestätigt: Hinter den Fliesen im Bad liegt eine poröse Wasserleitung. Im Bad merkte man davon wegen der Fliesen nichts, in der Küche war es aber feucht und da wurde dann einfach Styropor vorgeklatscht. Die Backsteine, aus denen mein Haus besteht, haben das unbeschadet überstanden, aber man stelle sich vor, da wären Holzbalken zwischen Fliesen und Styropor gewesen ...

Grüße