Austausch von Schwellbalken und teilweise den Ständern

16.06.2015 Kitti120



Hallo
Ich bin schon seit längeren stiller Mitleser hier im Forum.
Wir haben uns unseren Traum von Eigenheim erfüllt, der nun immer mehr zum Albtraum wird.
Gestern war ein Baugutachter da, der uns bei den Sanierungsarbeitenzur seite stehen soll und hat ein vernichtendes Urteil gesprochen.
Aber erstmal zu unsere Situation. Gekauft haben wir einen Resthof. Das Haus ist ein Fachwerkhaus, welchen in den 70er jahren verklinkert wurde. Es befindet sich aber keinen Dämmung im Zwischenraum. Wurde also nur fürs Auge gemacht. Fundament ist Kalksandstein. Innnen wurden die Wände mit Regipspatten verkleidet und zum Fußboden hin wurde an den Wänden ein Betonsockel hochgezogen.
Die Rehgipsplatten haben sich durch die Feuchtigkeit schon nach außen gewellt und die Tabettel hat sich auch von allein gelöst.
Das wir es hier mit Feutigkeit zu tun haben, dass haben wir schon geahnt, aber dass es so schlimm wird....

Beim Freilegen der Balken kam das Übel nun zum vorschein. samtlich Schwellbalken sind feucht, teilwesen vergammelt und an einigen Stellen garnicht mehr vorhanden. Sodass wir uns fragen wie steht das Haus eigentlich noch. Eine Eckverbinung von der Außenwand existiert sogar garnicht mehr.
Wir vermuten zwei Feuchtigkeitsquellen.
Bei den Inneren Schwellbalken könnte die Feuchtigkeitsquelle die sein, dass keine Sperrschicht zwischen dem Fundament und dem Holz gibt. Es befinden sich zwar in allen Räumen Betonfußboden, der auch trocken ist, nur wurde dies anscheint nur halbherzig gemacht, sodass weiterhin die Feutigkeit übers Fundament eintreten kann.

Bei den äußern Schwellbalken dürfte das auch zutreffen nur kommt hier noch dazu, dass der Fundamentsockel unterhalb des Außengeländes liegt und somit der Balken von erdreich eingefasst ist. Und an der Stelle wo es keine Verbindung mehr von Schwellbalken und Ständer gibt. kommt das ganze Regenwasser vom Dach runter, welchen von dem einigen Fallrohr auf der ganzen Fläche nicht bewältigt werden kann und an dem Rohr vorbeiläuft.

Unsere Plan sieht jetzt erstmal so aus:
Wir werden alle Wände von Regipsplatten und Beton etc befreien, damit wir das ganze Ständerwerk beurteilen könnten.Hier zu lassen wir zwei Fachfirmen von einander kommen, die sich das ganze mal angucken sollen.
Aus Kostengründen können wir aber leider nicht alle Balken erneuen.
Mein Mann hatte es sich so gedacht, dass wir vom Fundament hoch neu Mauern und da die Feutigkeit auch die Balken der ersten Gefache betreffen, diese auch alle wegnehmen und Ausmauern. Bis zum ersten Riegel, der dann zusammen mit den Ständern und Riegeln auf dem Ausgemauerten aufliegen würde.
Sperrschichten in Form von Teerpappe würden wir zum einen zwischen den Übergang vom Kalksandstein und den Ziegeln und von den Ziegeln zum Holz machen.

Die inneren Schwellbalken/Ständerbalken würde ich eigendlich gerne durch neue/alte Balken ersetzen um den Fachwerkcharakter zu erhalten.

Was meint ihr zu diesem Plan. Ist dieser von der Statik gesehen umsetzbar oder müssen wirklich alle kaputten Schwellbalken durch neue ersetzt werden, damit alles hält.
Reicht als die Horizontale Sperrschicht aus Teerpappe oder sollte auch eine Vertikalesperrschicht vorgenommen werden.

Wir werden hierzu auch die Zimmerleute befragen, aber die sind ja eigendlich dadrauf bedacht was zu verdienen und mit unserem Plan, verdienen sie ja nicht wirklich viel. Deswegen wollte ich mir von euch ein paar Meinungen hierzu einholen.

Ps Hohes Grundwasser können wir ausschließen, da wir zwei Kellerräume im Anbauhaben, die trocken sind

Viele Grüße
A. Erim



Fachwerk sanieren



hallo
hattet ihr vor dem Kauf keinen Gutachter dabei?

Gerade bei außenseitiger Verblendung und innenseitiger Rigipsverkleidung wäre größeres Mißtrauen angesagt gewesen.

Ohne zumindest Bilder zu sehen ist das kaum zu beurteilen.

Da wohl kein Denkmalschutz besteht und das Außenfachwerk auch nicht als Sichtfassade vorgesehen ist könnt ihr entweder alles mauern bis zum 1.OG oder als Holzkonstruktion errichten.

Ich würde von den Firmen ggf überprüfen lassen wie hoch die Kosten sind wenn die in der Werkstatt eine komplette Wand-ggf aus 2 Teilen bauen und die dann komplett anliefern und einsetzen.
Dabei muß natürlich die alte Fassadenkonstruktion abgerissen und unterstützt werden- ihr habt dann aber die Möglichkeit die Fundamente gut anpassen zu können.

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß die neue Wand komplett fertig wäre, einen heutigem Stand entsprechenden Wärmeschutz aufweisen könnte und teure Baustellenarbeiten reduziert würden.

Die EnEv müßte wohl ohnehin eingehalten werden bei einer derart umfangreichen Sanierung.

Wieweit das bei euch möglich ist oder eine Stück-für Stück Reparatur besser ist kann ohne weitere Infos nicht gesagt werden.

Feuchtes Holz an sich ist noch kein Drama, sofern es nicht geschädigt ist- es muß nur die Ursache gefunden werden und für Trocknung gesorgt werden.

Was aber verrottet ist komplett entfernen, sodaß nur noch gesundes Holz verbleibt.

Andreas Teich





Schwellbalken haben auch eine lastabtragende Funktion zur Verteilung von Punktlasten. Fehlen diese kann es zum Wandern ganzer Wände kommen und schlimmstenfalls Einsturz des Hauses.

Sind die Schwellen hin, warum auch immer, sollten diese erneuert werden. Statt mühsam auch alle verfaulten Ständer am Fußpunkt instandzusetzen, ist zu überlegen ob man nicht wandweise diese soweit zurückschneidet, dass die meisten Ständer wieder i.O. sind und die neu einzubauende Schwelle außerhalb des Spritzbereichs liegt. Auf dem Weg lassen sich auch gleich eine oder mehrere horiz. Feuchtesperren einbauen und die Streifenfundamente ertüchtigen oder erneuern.
Die Feuchtesperren nicht direkt unter den Balken legen, besser mind ein oder 2 Ziegelreihen dazwischen mauern.
Generell sollte ein Fachwerkbalken in Erdbodennähe immer luftumspült sein und niemals einseitig oder beidseitig von Beton oder anderen abdichtenden Materialien eingeschlossen sein, es sei, man möchte die Kompostierung beschleunigen. Seit den 50er Jahren ist vielwisse um die Besonderheiten von FW-Bauten verloren gegangen. Man hat Schwellen zugeschüttet, einbetoniert, mit Bitumen angestrichen, mit Ytong zum Erdreich hin untermauert, mit Karickedraht und Zementputz überputzt, Fußböden im Inneren neu aufgebaut ohne darauf zu achen dass die Schwellen oder andere Fachwerkbalken auf einmal unterhalb des neuen Fußbodenniveaus liegen. Beliebt sind bis heute z.B. Innendämmungen mit MIWO oder begradigende Verkleidungen aus Rigips und insbsondere mit Hohlräumen zur Außenwand hin, niemals funktionierenden Dampfsperren. Allen o.g. Konstruktionen gemein ist ihre zerstörerische Wirkung auf das Fachwerk und und Schaffung idealer Bedingungen für Schimmelpilze und holzschädigende Pilze.

Gut zum Selbststudium ist Fachwerkhäuser
restaurieren - sanieren - modernisieren von Lenze. http://www.fachwerkhaussanierung.de

Fragen sie mehrere Zimmereibetriebe, vielleicht hilft auch eine Vermittlung durch die IG-Bauernhaus. Als Mitglied haben sie auch weitere Vorteile (z.B. Unfallversicherung für die Familie).

Fotos sind hier hilfreich.

Gruß
Selle



Wo



in der Hildesheimer Börde befindet sich die Baustelle denn? Ich habe das hinter mir und wohne im LK Hildesheim. Vielleicht kann ich vor Ort ein paar Tipps geben



Danke



schonmal für die Antworten.Bei uns in der Nähe wird gerade ein Fachwerkhaus abgerissen, da haben wir die Mögichkeit Balken und Ziegel zu bekommen.
Wir werden jetzt wahrscheinlich alle beschädigten Schwellbalken gegen neue/alte austauschen und das Fundament hochmauern, damit die Balken keinen Kontakt mehr zum Erdreich haben und damit sie nichtmehr permanent der Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
Mache aber die Tage nochmal Fotos und werde sie einstellen.
Am Freitag kommt der erste Zimmermann um sich ein Bild zu machen. Nächste Wochen kommt dann noch einer, damit wir eine zweite Meihnung haben.


MFG



Fotos



nun bin ich endlich mal dazu gekommen Fotos zu machen.

Wir sind uns aber nun einig dass wir das ganze professionell von einen Zimmermann wieder in Stand setzen lassen werden.

Ich danke für eure Anworten, die uns sehr weiter geholfen haben