Dielenboden ausspanen - aber wie?

15.10.2011



Im Dachgeschoss eines 101 Jahre alten Mehrfamilienhauses wollen wir jetzt den Speicher ausbauen.
Es liegen sehr breite (unterschiedlich, ca. 20-25cm) Dielen - Nadelholz - mit stark unterschiedlichen Fugen. Die Fugen sind sehr breit manchmal nur 5, größtenteils aber ca. 10mm, maximal aber auch bis 20 mm.
Die Dielen sind ohne Nut+Feder, teilweise auch "angestückelt".
Uns gefällt das Rustikale (im Geschoss darunter haben wir schmälere Dielen mit Fugen bis 6mm und können sehr gut damit leben) - aber bei den ganz breiten Fugen haben wir Bedenken, dass dann doch zu viel Schlacke und Staub nach oben kommt.

Nach vielen Stunden, die ich hier im Forum bereits gelesen habe, kommen folgende Lösungen zum Schließen der Fugen in Betracht: Ausspanen, mit Hanfwolle ausstopfen, Korkmasse einfüllen.
Am sympathischsten ist mir dabei das Ausspanen- dazu nun meine Fragen:

Ich habe gelesen, dass altes Holz für das Ausspanen gut ist. Stimmt das?
wir haben noch jede Menge "Altholz" aus dem Speicher (gleiches Haus) in Form von Brettern. Macht es tatsächlich Sinn diese für das Ausspanen zu benutzen?

Die Dielen sind 35mm dick. Müssen die "Späne" die gleiche Höhe haben, oder kann ich die auch weiter oben 'anleimen' (einseitig).

Noch besser: kann mir jemand einen Tipp geben, welcher Handwerker das im Raum Karlsruhe machen kann? (oder uns zur Hand gehen kann..)

Außerdem ist hier recht oft schon erwähnt, dass es zum Thema "Ausspanen" hier so viele Beiträge gibt. Leider kann ich keinen der wirklich ausführlichen Posts finden. Ich vermute ich sehe den Baum vor lauter Wald nicht mehr....
Vielleicht weiß jemand einen Link?

Ich glaube das sind vorerst genug Fragen!
Danke fürs lesen.
Escalade



Hanfwolle und Kork?



Das ist einfach Quatsch. Das hat jemand irgendwo abgeschrieben und dann weiterverbreitet. Bei näherer Betrachtung stimmen wir sicher überein, daß das Ganze, insbesondere bei stumpf gestoßenen (und somit stärker schwingenden) Dielen keine lange Halbwertszeit haben kann.

Die Leisten werden leicht (2-3 Grad) keilförmig geschnitten. Die Fuge muß sehr sauber gekratzt werden, oder mit einer Handoberfräse an der Schiene auf gleiche Breite gebracht werden. Die Feder darf nur einseitig mit einer der beiden Dielenflanken verklebt werden. Der besseren Leimfläche wegen sollte die feder schon eine gewisse Höhe haben. Ob nun 25 oder 30mm ist unwichtig.

Grüße

Thomas



Dielenboden ausspanen



Überstehende eingeleimte Holzleisten ,nach dem trocknen
eben hobeln.
Wenn sie altes Holz verwenden ist der Farbunterschied nicht
so groß.
Soll der Boden geschliffen werden ?

Viele Grüße
Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur





vielen Dank schon mal für beide Antworten.

Ja, der Boden soll geschliffen werden.
Was bedeutet "Nach dem Trocknen" (eben schleifen)...
muss ich dafür die Holz-Feuchte messen?

Farbunterschied fände ich eigentlich nicht so schlimm - der Boden "lebt", das darf man ruhig sehen.

Dann noch eine Frage: ich habe gelesen, dass man nur die letzten Schleif-Gänge mit den neuen Leisten machen soll.
Stimmt das?
Wenn ja, warum nicht erst die Leisten einsetzen und dann alle Schleifgänge schon mit den angeleimten Leisten durchführen?



Das soll...



...nach dem Trocknen des Klebers passieren (24h).

Die Farben passen sich schnell an.

Ich würde nach dem 60er Schliff die Leisten einsetzen.

Grüße

Thomas



Bericht zum aktuellen Stand



ich wollte einfach mal Rückmeldung geben, was seit meiner Anfrage passiert ist:

Wir haben teile der Fugen (im abgetrennten Gäste-WC und eine der breitesten Fugen im Laufbereich) selbst ausgespant.
Wir haben dazu vorhandenes altes Holz genommen und die Fugen vorher ausgekratzt, aber nicht auf gleiche Breite gefräst.
Wir mussten die Späne, weil die Fugen nicht durchgängig gleich breit sind anpassen, was sehr lange gedauert hat. Deshalb haben wir letztendlich auch beschlossen, das nicht selbst für alle Fugen zu machen (auch nicht für alle breiten), weil wir dann nicht mehr fertig werden.

Wir haben nun letzten Samstag grob geschliffen, der Feinschliff kommt aber noch. Die ausgespanten Bereiche sehen gut aus.

In die restlichen Fugen werden wir Hanffilzdämmstreifen stopfen -auch wenn ich hierfür hier im Forum gesteinigt werde. Diese sollen nur verhindern, dass Staub nach oben kommt und Kleinteile für immer im Boden verschwinden.
Die Filzstreifen kommen allerdings erst nach dem Ölen rein.
Zu Not können wir die dann auch recht zügig wieder entfernen. Wir haben die Optik und Funktionalität allerdings an einem Muster ausprobiert, und für uns sah das gut aus.

Danke an alle, die mir hier geholfen haben.
Wenns fertig ist, gibts dann auch noch Bilder :-)



Eine ganze Menge Arbeit...



... für einen zweifelhaften Nutzen. Vor einem ähnlichen Problem standen wir auch, haben aber beschlossen, es vorerst so zu belassen.

Was ist eigentlich davon zu halten, bei einem alten, trockenen Dielenfußboden die Dielen abzunehmen und mit weniger bzw. mimimalstem Abstand wieder neu zu verlegen?

Was wäre dann der kleinstmögliche Abstand?
Ginge eine Verlegung auch direkt auf Stoß, oder könnten sich die Dielen bei Feuchtigkeit wieder so sehr ausdehnen, dass es Aufwerfungen gäbe?





@Christian Bisping

Ich habe nun nicht ganz verstanden, auf was sich der "zweifelhafte Nutzen" bezieht. Auf das Ausspanen? Warum zweifelhaft?

Was das aufnehmen der Dielen und neuverlegen angeht: ja, das ist natürlich eine Alternative in vielen Fällen.
Bei uns hatten wir das verworfen, weil:
- einige Dielen durchgängig in die Nachbarwohnung reichen
- die meisten Dielen dabei sicherlich zu Bruch gegangen wären (wir mussten für die Bauarbeiten einige entfernen, wovon wir keine zum Einbau mehr verwenden konnten).Das Holz ist teilweise sehr brüchig gewesen.
- das "Verlegemuster" entsprechend einem Speicher bei uns ist: Kreuz und quer. Das hätte man niemals so wieder hingebekommen.

Wenn Du für deine Frage bezgülich des Abstandes Antworten benötigst, dann solltest Du diese Frage evtl. als neue Frage im Forum platzieren.



zweifelhaft weil...



... (gefühlt) viel Feinarbeit und Aufwand bei evtl. doch nur geringer Dauerhaftigkeit der Maßnahme und letztendlich noch ein paar evtl. unverschlossener oder nur zugestopfter Fugen.
Naja, letztendlich kann ich, zumal als Laie, die Situation nicht wirklich genau einschätzen. Aber nachdem ich sowieso schon ein paar Böden neu machen musste und gesehen habe, dass es kein Teufelswerk ist, scheint es mir einfacher, als dieses Lückenstopfen.



Fußboden



Wenn einige Dielen in die Nachbarwohnung reichen hat der Eigentümer des Hauses ein ernstes Problem, da er gegen geltende Bauvorschriften hinsichtlich Brand- und Schallschutz verstößt.

Viele Grüße





Die Behörde hat bereits ihre Besichtigung durchgeführt. Das wurde nicht beanstandet.
Ich vermute das fällt unter "Bestandsschutz".
Der Boden war vorher, die Wand kam hinterher - die muss Brandschutzvorschriften genügen.
Der Schallschutz ist dann unser Problem ;-)

Eigentümer sind im übrigen wir - in Eigentümergemeinschaft mit anderen. (u.a. denen in der Nachbarwohnung).



Danke für die HIlfen!



inzwischen bewohnen wir den damals angefragten Boden.

Hier: http://community.fachwerk.de/index.cfm?ly=1|0|forum|a|showForum|203701
habe ich nochmal zusammgenstellt, wie es nun geworden ist.

mit Bildern :-)