Schwindrisse im balkensichtigen Ständerwerk

20.12.2006



Moin und frohe Feiertage samt gutem Rutsch in´s neue Jahr!
Wer bisschen Zeit und Lust hat, den bitrte ich um Hinweise, womit ich bis 1cm klaffende Schwindrisse im Ständerwerk DAUERHAFT d.h. dauerelastisch schließen kann.
Ausspanen ist die mir bekannte Triviallösung, vielleicht geht es weniger mühsam mit irgendeiner "Paste"!
Die denkmalgeschützte Fassade ist in Südwestlage extrem
temperatur- und wetterbelastet. Das Holz MUSS lt. Auflage farbig nachbehandelt werden (Dickschicht"lasur").
ALDIquark mit Weisskalk + Dammarfirnis steht bis 2mm
Spaltweite hervorragend- darüberhinaus läuft dieser Kitt aus, gibt es hierzu ein Fixativ?
Die plausibelste Lösung honoriere ich mit einer Pulle "krimskoje" und bin im übrigen dankbar für jeden
Liefernachweis (bei WESTFALIA gab`s 2000 einen Kitt aus der Schweiz- jetzt leider nicht mehr, der sehr gut steht- da hatte ich zu wenig bestellt). Acryl bröselt und fällt aus, Silicon versprödet durch UV und fällt streifenweise aus. Verweise auf ältere Beiträge sind bedingt willkommen, da ich gern das Neueste vom Fass hätte! Mit freundlichem Gruß M. Lüdicke



Lassen Sie's einfach!



lassen Sie das mit den Dauerkittdichtungen - das schadet mehr als es hilft - das Wasser muss wieder rauskönnen ...!

die Dickschicht - Lasur -von wem kommt die Auflage? Wenns vom Denkmalamt kommt -einenA4 Zettel vorbereiten, dass das Amt für die nachfolgenden Schäden aufkommen wird, wenn Dsch-Lasuren hergenommen werden (und nicht nur bis 5 Jahre danach - sondern länger)

Nur mit Waidfarben oder Leinölfarben arbeiten - von anderen Chemiüberzeugungen rate ich dringend ab...

Die Flasche bis zum 30.12. liefern - danke!
:-)

FK



Ausspänen oder gar nichts



Guten Tag, bei den Stellen, wo sonst Wasser in Knotenpunkte usw. eindringen kann würde ich ausspänen. Die anderen Stellen entweder auch ausspänen oder, wie Hr. Kurz sagt, nichts machen. Jeder Kitt/Dichtmasse/Mörtel/... wäre hier fehl am Platz. Ich empfehle auch dringend die Magerquark-Mörtel-Füllungen wieder herauszulösen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
PS:
"Harz, Süd-Westen, extrem temperatur- und wetterbelastet" Das hört sich an, als wäre Sichtfachwerk ohnehin nicht angebracht, sondern eine Wetterschutzbekleidung.





Guten Morgen,

Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Diese Auskittlösungen haben sich nicht bewährt.
Kann mich noch an die Zeit meiner Ausbildung im westf. Freilichtmuseum in Detmold (1990) erinnern.
Dort wurde auch mit allerlei Mittelchen rumgeopert, hat sich jedoch alles nicht bewährt. Vielmehr wurde nach Jahren ein Schadensbild am Fachwerk sichtbar. Die Kinder haben außerdem immer versucht, sämtliche Dichtungskitts aus den Anschlüssen zu pulen.
Deswegen greifen Sie zur „Triviallösung“, weil bewährt:
"Risse in klaffenden Fugen der Holzverbindungen zwischen 0,3 und 2,5 cm Breite und Holzstärken bis 20 cm durch sauberes Ausspänen mit Holz der gleichen Holzart, Holzfeuchte unter 12%, auf die volle Tiefe der Fugen schließen. Die Aussänungen sind gekeilt und stramm einzuschlagen........"

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Schluss der Debatte!



Moin- und hoffe, Ihr seid gut reingekommen!
Danke für die Beteiligung, wenn auch nichts Neues für mich
dabei ist; deshalb auch keine Pulle ... schade!
Die Direktantwort vom Fachbetrieb QLB möchte ich abschließend veröffentlichen; Herr Knop schrieb mir:
Risse bis 10 mm mit Lehm+Dachshaar+Leinöl verstopfen;
alles Größere wird ausgespant. Gruß M. Lüdicke



Nach Annahmeschluß...



Nicht daß ich der Meinung wäre, Risse im Fachwerk müssten geschlossen werden. Da Sie das Thema aber nachhaltig beschäftigt, hier mein Tip: einfacher Leinöl-Fensterkitt. Der sollte keine Schäden am Holz verursachen, da er Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Damit er nicht so versprödet, könnte man feines Sägemehl oder Holzschleifstaub einarbeiten. Unter der Lasur wird er eine Weile etwas elastisch bleiben, jedenfalls lange halten. Sollte er später rausfallen, kann er problemlos ergänzt werden, falls Sie nicht inzwischen der Meinung sind, es bleibenzulassen. Sollte das noch nicht genug Elastizitär bringen (den Kitt muß man durch Pigment- und Holzzugaben ohnehin strecken) sollte man ein weniger oder nicht trocknendes Öl zugeben, also Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Der helle Kitt würde störend wirken, also besser mit Pigmenten abtönen.

Damit der Kitt gut haftet, mit einer Imprägnierung auf Leinölbasis (z.B. Naturhaus Imprägnierung für Außen, ggf. mit Bläueschutz, oder Imprägnierung von Scheele) vornässen. Da Sie in die Fugen mit dem Pinsel nicht so gut kommen, besser sprühen. Die selbe Imprägnierung sollten Sie für das gesamte Fachwerk verwenden, damit die nachfolgende Lasur nicht ins "Bodenlose" versickert. Und bitte, wie schon Florian Kurz schrieb, nur mit Produkten auf Leinölbasis arbeiten.

Meine Frau stammt aus der Ukraine, gefälschten "krimskoje" erkennt sie durch das Packpapier :-)

C priwetom

Thomas