Hauskauf schwere Entscheidung




Hallo,

endlich ist es soweit, nach langer Suche haben wir, meine Frau und ich 2 Objekte in die nährere Auswahl genommen:

1. kleines Stadthaus mit kleinem Hof, hier wäre die Decke aufzumachen und ein Kaminofen (Kachelofen) über 2 Etagen zu bauen. Das wäre die wichtigste Arbeit, um das Haus bewohnbar zu machen. Ein Kamin ist schon drin, das Haus ist sehr solide gebaut und sehr gut gedämmt, hat dicke Wände und vermutlich dicke Balkendecken, die nirgendwo durchhängen, z.T. sind Stahlträger untergezogen.

Eine WarmW. Heizung wäre Overkill, es gibt part. eine kleine Küche, einen mittleren Raum und ein Bad. Der Kamin steht im mittleren Raum in der Mitte des Hauses an der Wand zum Nachbarhaus. Die 1. Etage ist eine geräumige Stube mit Diele und ein Schlafzimmer. Treppe geht außen am Haus.

Ausbaufähig ist das Dachgeschoss, der Dachstuhl ist sehr gut erhalten und das Dach ist dicht. Krüppelwalm, ca 80 qm.

Zum Bau des Ofens wäre also die Decke aufzumachen und ein Teil der Küchenwand zum mittleren Raum wegzunehmen.

2. Objekt: Ein Hauch von unendlicher Freiheit weil das Grundstück sehr groß ist, aber absolut ländliche Gegend. Vom Anschaffungspreis wie 1., hier jedoch wäre das Dach aufzumachen und zu dämmen. Wg. dem Dach habe ich eben mit der Firma gesprochen, es ist ein Dach mit Mittelpfetten, an denen der Giebel vorn und hinten (Fachwerk) verankert ist, die Zimmerer würden die Sparren komplett erneuern, richten und decken, so dass ich als Eigenleistung die innenseitige Dämmung (Zwischensparrendämmung und Dampfbremse) übernehme.

Es wird eine schwere Entscheidung, vom Einstiegspreis sind beide Objekte etwa gleich, beim ersten ist der Ofen, beim 2. ist das Dach ist zu machen. Bei 2. sind 500 qm verlockend, ein großzügiger Garten, ein Hof, eine ausbaufähige Scheune und ein schnuckeliger Fachwerkschuppen nebenan.

Bei 1. ist die Nähe von FFM evntl. interessant, es ist eine Kleinstadt die natürlich auch sehr schön ist, verlockend der Ausbau Dachgeschoss mit Schrägfenstern und Blick zum Odenwald und zum Taunus.

Wie würdet Ihr denn entscheiden, bitte mal um Hilfestellung.

Horst



Hmmm..



Bei Objekt 2) würde ich keine Zwischensparrendämmung machen. Das ist immer mit Fehlern behaftet. Wenn dämmen nötig ist, dann eher eine Dämmung auf den Sparren. Da sowieso das ganze Dach runterkommt, ist es ein Aufwasch.

Allerdings würde ich wenn es irgend geht nicht das Dach, sondern den Dachboden dämmen und das Dachgeschoss nicht ausbauen. Grund: alles bleibt kontrollierbar, und Fehler können beseitigt werden, bevor sie schwere Schäden verursachen.

Sind die 500 qm die Wohnfäche?

Ich würde die Entscheidung dahingegen festmachen, wie ich den grossen Garten und die Nebengebäude nutzen kann. Wenn man keine Lust auf Nutzung hat, ist so etwas nur Last, sonst nix.

Und im Alter ist es angenehmer, in der Stadt zu Fuss schnell alle Besorgungen machen zu können.

Viele Grüße

Wolfgang





Ich würds grad andersrum machen ... Platz und Ruhe und viele Nebengebäude: die Möglichkeit, Obstbäume zu pflanzen und eventuell Kleintiere zu halten.
Finanziell spielt es keine Rolle, wie ihr Euch entscheidet - Ihr werdet es bereuen :-))
Bitte beachtet mögliche versteckte Nebenkosten (z.B. Abwasserentsorgung) sowie Lärmquellen, die Euch jetzt gerade nicht aufgefallen sind.

Sehr es doch so: Andere suchen jahrelang verzweifelt, ohne auch nur etwas zu finden, und Ihr habt die Wahl zwischen zwei sehr guten Möglichkeiten. Also einmal drüber schlafen, dann entscheiden und nie mehr drauf zurückkommen. Sonst geht es Euch wie dem Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert ist.



Schwere Entscheidung, Landhaus



Hallo,

vielen Dank für bisherige Antworten. Natürlich sind die 500 qm _nicht_ die Wohnfläche, das Haus selbst ist sehr klein und hat eine niedrige Decke. Der Dachausbau ist da schon notwendig um ein bischen mehr Platz zu kriegen. Im EG gibt es eine kleine Stube, eine kleine Küche, ein kleines Esszimmeer, ein kleines Bad und einen kleinen Waschraum.

Die Variante mit der Zwischensparrendämmung ist eine Preisfrage. Die Sparren an dem Pfettendach sind z.T. zerfressen und das Dach hängt durch. Es sind 9,20 m Firstlänge bei etwa 5,50 m Haus-Beite.

Die Zimmerer würden alle Sparren erneuern und neu eindecken, die Dämmung würde ich dann als Eigenleistung erbringen (von innen her). Mit neuen Sparren stimmen dann auch die Fluchten innenseitig, die alten Sparren sind Schrott und z.T. wurde da auch schon angeschult über der Kehlbalkenebene.

Die große Freiheit ist schon verlockend, der Arbeitsaufwand ist mir klar, der noch ins Dach gesteckt werden muss. Der Charakter des kleinen Bauernhauses bliebe erhalten, die Wertsteigerung ist jedoch gering, es ist schwer zu verkaufen und so wird es auch bleiben mit einem neuen Dach.

Also ich tendiere mehr zum Stadthaus....

Horst





Die Wertsteigerung ist bei selbst bewohnten Immobilien unwichtig und lästig. Man bezahlt nur mehr Steuern, und es freuen sich die Erben.
Kriterien sind: Mir gefällts, und ich kann es bezahlen. Rest ist wirklich egal.
Renovieren im Hinblick auf fiktive Käufer lohnt sich in der Regel nicht, ausser man erwirbt gezielt Immobilien für diese Absicht. Solche Objekte werden vorweg von den Profis weggekauft und erscheinen nicht oder nur sehr kurz am Markt. Die überlegen sich nicht, was ihnen persönlich gefällt, sondern nur, mit welch geringstem Aufwand sich die grösste Marktpreissteigerung erzielen lässt.
Egal wie schön das vorhandene Haus ist: Wenn sich mit einem Neubau mehr herausholen lässt und der Bebauungsplan das zulässt, wird es gnadenlos platt gemacht.
Kulturvandalismus? Egal, "der Markt generiert die Nachfrage und wir befriedigen ein Kundenbedürftnis"



Augen auf beim Immobilienkauf



Ich gebe Herrn Paulsen uneingeschränkt recht. Auch eine Abwägung zwischen groß/klein, viel Grund/wenig Grund, Heizung/Dach ist zwischen verschiedenen Gebäuden beim Hauskauf nicht ausreichend. Es gibt noch einige andere Faktoren, die Sie nicht außer acht lassen sollten.

Gerade im Rhein-Maingebiet sind die Immobilienprofis sehr aktiv und als Käufer muss man manchmal schon aufpassen wie ein Luchs.
Manche problematischen Objekte sind bereist lange am Markt, werden von Makler zu Makler gereicht ("Ich habe das gerade neu ins Programm bekommen ...") während die Haussuchenden kommen und gehen und dies gar nicht wissen können. Gerade in den Stadtnähen zu FFM und WI sowie im Landbereich MTK und MZ gibt es da einige Hauskandidaten die bereits jahrelang auf Ihre unbedarften Opfer warten.

Bei Bedarf einfach mal melden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer