Expertenmeinung über Wandaufbau

08.09.2009



Hallo!Möchte nächstes Jahr mit meinem Bauvorhaben in Eigenregie beginnen und habe mir schon seit etlicher Zeit Gedanken über diverse Bauweisen gemacht und würde gern mal Expertenratschläge dazu hören.
Basis soll eine Art Winkelbungalow mit Satteldach werden,ca 12x12m - 5x5m Winkel,ein Dachschenkel sollte durchgehend über die ganze Hausbreite gehen und erhöht sein da in diesem das Dach zur Hälfte ausgebaut wird.Der andere angesetzte Dachschenkel sollte niedriger werden und alle nichtausgebauten Dachflächen wohnraumseitig offen.Bodenplatte ohne Keller,Dämmung mit Glasschotter,Fußbodenheizung direkt unter Fliesen/Polygonalplatten wegen schnellerer Auf-Abheizung da auch Funktion als Klimaanlage.Heizungsanlage:2000 Liter Speicher,Kamineinsatz mit Wasserführung ca. 20-30kW,Vacuumröhrenkollektoren ca.15-20qm,zur Sicherheit Flüssiggasbrennwertgerät da Tank für Autobefüllung gedacht.Eigendliches Kernproblem ist Wandaufbau.Angedacht ist von I. nach A.:Rigips/Verblender - 250mm Porenbeton statisch - 5mm Noppenbahn - 80mm Styrodur - ca. 200mm Sandstein nicht statisch(Sandstein und Styrodur vorhanden).Porenbeton sollte einige Entlüftungslöcher oben und unten zur besseren zirkulation haben da Noppenbahn luftdicht ausgeführt werden soll.Ferner 2-3 kleine Wandlüftungstauschanlagen.Dachdämmung 180mm Styropor 035er.Dachstuhl Leimholzbalken.Knackpunkt Ringanker/Dachbalken da ca. 1m Dach und Giebelüberhang sein sollte und ich etliche raumhohe Fenster verbauen möchte.Alternativ zum Ringanker habe ich schon H-Stahlträger in Betracht gezogen wegen der Bauhöhe,natürlich mit Styrodämmung.Was haltet ihr als Experten von dieser Bauweise?



Wandaufbau



Was ich nicht verstehe ist die Noppenbahn in der Wand.
Was soll ein Anfüllschutz für Kellermauern mitten in einer Außenwand?
Einen Ringanker mit Stahlprofil im Wechsel halte für teuer, statisch unglücklich gewählt und wärmetechnisch bedenklich. Ich sehe da keine Höhenprobleme bei Stahlbeton.
Was ist ein Giebelüberhang?
1 Meter Dachüberstand, warum? (Zumindest kann man die Dachrinne mit der Hand reinigen)
Bei z.B. 45°Dachneigung liegt die Traufe 2 m tiefer als der Durchstoßpunkt.
Über 500 mm Wanddicke ist schon sehr heftig. Das frißt viel Platz.

Wenn ich mir das alles so überlege, dann sollte dieses Konzept noch mal gründlich überdacht werden. Als Aufgabenstellung für einen Architekten ist es etwas abenteuerlich.
Ich empfehle Ihnen deshalb, sich einen guten Planer zu suchen, ihm als Aufgabenstellung keine technischen Details, sondern ihre Anforderungen an die Nutzungseigenschaften Ihres zukünftigen Hauses zu nennen.
Deren technische Umsetzung kann er besser als Sie.

Viele Grüße





Also Noppenbahn ist gedacht um 200%ige Sicherheit vor irgendwelchen Feuchtigkeitsproblemen zu bekommen.Gedacht habe ich mir eine frei zirkulierbare Innenwand die gut Wohnraumfeuchte annehmen und ebendsoschnell wieder abgeben kann aber trotzdem umhüllt von einer Thermoskannenauswand ist.Ebendso eventuelle Schlagregen-,Staunässe- oder Druckwasserundichtigkeiten wären damit kein Problem.
Die Dachneigung sollte so hoch wie nötig aber so niedrieg wie möglich sein,Richtung Landhausstil.Optik steht dabei an erster Stelle und für uns ausreichend zweckdienlich.Deshalb sollte auch der Dachüberhang rundum begehbar sein und Mit Giebelüberhang meine ich einen rausgezogenen Giebel.Für diesen müsste ich ja zwangsläufig auch Dachbalken ausserhalb der Grundmauern haben und da ich den Ringanker natürlich nicht rausziehen kann um die Dachbalken aufzulegen benötige ich dafür einen Längsbalken.Milchmädchenrechnung:250mm Ringanker+250mm Längsbalken+180mm Dachbalken im Vergleich zu 200mm H-Träger mit evtl. eingekehlten Dachbalken von 80mm.Könnte die Fenster dann ca.300-400mm höher ziehen.Und so duselige H-Träger kosten auch nicht die Welt.Hätte ja dafür Balken und Ringanker gespart und hätte die gewißheit das sich da mal garnichts verzieht.Wärmetech.lägen die Träger größtenteils innen und ließen sich nach außen ebensogut dämmen wobei die Ringanker wärmetech. auch nicht der Brüller sind.
Wanddicke ergibt sich leider aus den Sandsteinen aber da diese vorhanden sind werde ich keine teuren Sandsteinverblender kaufen die mir eh nicht gefallen.
Wohlgemerkt,das ganze Projekt ist sowieso unüblich und weicht gänzlich von den Standartbauweisen ab und ist auf meinem Mist gewachsen durch Recherchen und meiner schmalen Denkweise.Es sollte eine Art Landhausbungalow mit Naturstein und hochwärmegedämmter Innenhülle in Verbindung mit einer betriebskosten günstigen Heiz -und Klimareglung sein.Die anderen Fakten sind:Ich wohne 10m weiter.Zeit spielt also keine Rolle.Grundstück ist vorhanden(in ausreichender Menge).Also ob 200,500,1000mm Wandstärke ist egal.Bager ,Natursteine ,Styrodur und diverse andere Baumaterialien sind vorhanden und den Rest bekomme ich so was von billig,da bietet sich das an seinen ungewöhnlichen Traum zu verwirklichen.



Wandaufbau



Hallo Frank,
ich empfehle Ihnen dringendst über die Suchfunktion im Forum einen unserer Architekten zu kontaktieren und mit ihm über Ihr Vorhaben zu reden. Es würde jetzt den Rahmen des Forums sprengen, hier Grundlagenwissen über Wandaufbauten und Entwurfslehre vermitteln zu wollen.
Ohne dieses Wissen, das man sich nicht über Fernseh- Dokusoaps aneignen kann, ist eine ordentliche Planung leider nicht möglich.

Viele Grüße



Wasserfall



Hallo Frank,
Da wird sich im Winter die warme gesättigte Luft aber freuen,wenn sie an der luftdichten Noppenbahn endlich eine kältere Stelle findet.
Hier wird sich der Aggregatzustand des Wasserdampfes ändern.
Lassen Sie die Noppenbahn unten bitte in einer Rinne enden.

Also mal im Ernst: Die Noppenbahn gehört da nicht hin.

Das mit dem Ringanker, dem rausgezogenen Giebel und dem begehbaren Dachüberüberstand habe ich nicht verstanden.

viele Grüße





Vielen Dank für die Kritik.Das regt immer zum nachdenken an.Nichts anderes sollte dieser Artikel ja bezwecken.Anhand der bisherigen Abrufungen denke ich mal das es auch einige andere interessiert.Als erstes möchte ich mal erwähnen das ich kein Dr,Ing.,oder Archi bin(auch diese Gattung kocht nur mit Wasser)aber dennoch über einiges Wissen verfüge über Konstruktion,Fahrzeugbau und schon selber Industriesolarabsorber beruflicherseits gebaut habe.Da mich dieses Thema schon seit Jahren beschäftigt und ich alle Variationen der beheitzung und der Hauskonstruktion in Erwägung gezogen habe bin ich halt nach meiner Logik zu diesem Schluß gekommen.Und diese resultieren mit Sicherheit nicht aus Dokusoaps.
1.Diese Weberknecht,Okal und weißdergeier Pappschachteln lasse ich jetzt mal außen vor,bleibt jedem selbst überlassen wie er baut.Ich rede von vernünftigen Steinkonstruktionen.Dabei unterscheide ich grundsätzlich in atmungsaktiv und Thermowand,also hermetisch dicht.Ist ja auch der Zankapfel der Experten.Für mich ist klar:alles was HOCH diffusionsoffen ist(und diffusionsoffen ist jedes Material) und dazu zähle ich Lehm,Porenbeton bis zum Ziegel nimmt Feuchtigkeit auf aber das sowohl von innen wie von außen.Da diese Wandaufbauten größtenteils naß,klamm,kühl sind stinke ich mit meiner Heizung ständig dagegen an.Selbst eine Vorhangfassade kann die Feuchteaufnahme von außen nicht verhindern.Klar,man kann natürlich ein Wdvs aufbringen(blöder gehts nimmer)vorallem auf Lehm und Porenbeton.Zur Verdeutlichung:Ich hänge einen nassen Teppich über die Leine,der Wind,die Luftzirkulation,trocknet diesen mehr oder minder schnell.Logisch.Das gleiche macht mal wenn auf der Unterseite des Teppichs eine Folie dicht aufgebracht ist wobei diese das Wdvs darstellt.Die Trocknung dauert ein vielfaches.Und jetzt besprüht die Teppichseite,vergleichbar mit der feuchten Raumluft,mit Wassernebel.Wo und wann bitte soll das Wasser das raus?Kommt also garnicht in Frage.
Nun zum Einwand von Herrn Göbel.Für mich stellt sich die Sache so dar:200er Sandstein außen puffert die größten Temperaturschwankungen über mehrere Tage ab,80er Styrodur ist wasserundurchlässig und wird innenseitig niemals Außentemperatur erreichen(selbst eine Styroporplatte über mehrere Tage im Schnee fühlt sich noch angenehm an).Die Noppenfolie danach überträgt die Temperatur noch geminderter durch die geringere Auflagefläche.Gleiches gilt für die Temperaturübertragung von den Noppen zum Porenbeton.Sollte sich bis dahin wieder erwarten die Kältebarriere duchschlagen dürfte die Konfektionsströmung der Fußbodenheizung,ähnlich der Strömung an Fenstern die feuchtigkeit zwischen Noppen und Porenbeton wieder abtrocknen da sich einige Entlüftungslöcher im Porenbeton unterhalb und oberhalb befinden und die Luft dahinter frei zirkulieren kann.
Aber vermutlicherweise wird sich die Warm-Kaltfront in dem immensen Wandaufbau homogenisieren wobei sich dann keine größeren lokalen Wassermengen ansammeln dürften.Zudem sei noch erwähnt das wir ein 2 Personenhaushalt haben,keine geschlossenen Räume außer Schlafzimmer und Küche und diese separate Wandkreuzstromlüftungstauschanlagen haben,Küche noch Dunstabzugshaube,2/3 der Räume bis zum Giebel offen sind und wenn wirklich nötig die Lüftungst.a. mit Feuchtesensoren gesteuert werden.Wo sollte sich da feuchtegeschwängerte Luft bilden?
2. Mit Ringanker meine ich die obere Auflagefläche der Außenmauer auf der die Dachbalken befestigt sind(U-Schalung,innen Draht mit Betonausguß,wie auch immer das fachlich heißen mag).Kann die Dachbalken ja unmöglich auf so`n Porenbetonlabberstein befestigen.
Das Dach sollte halt umlaufend 1m über den Außenwänden ragen.Ist für mich als Laie halt ein Dach- und Giebelüberhang.
Wohlgemerkt,Statik und Berechnungen erstmal außen vor.Ist alles Theorie wobei für mich die vereinfachung,verwirklichung und der Preis im Vordergrund stand.



Ähhhh,



das hier ist "Fachwerk.de" und da in deiner neuen Behausung ausser im Dack kein Stück Holz drin ist, versuchs dochmal bei "bau.de" oder vielleicht gibts im Netz so ne Art Architeketenstammtisch....

Gruss, Boris





Das mag teilweise zutreffen nur die Experten hier verstehen wahrscheinlich mehr von Nässe,Bautenschutz und Erhaltung als in irgenwelchen anderen Foren(du gehst auch nicht nach Aldi und erkundigst dich nach Delikatessen) und Grundlagen dieser Themen betreffen uns ja alle.Davonab ist aber mein Ursprungshaus aus Sandstein von 1837 was im Prinzip neu aufgebaut wird aber eine Thermoinnenhülle gekommt.



Dampfdruckgefälle



Hallo Frank,
Wenn Sie nicht wollen, dass in Ihrer Aussenwand ein Dampfdruckgefälle entsteht, müssen Sie INNEN eine Dampfsperre einbauen.
Oder dafür sorgen,dass Innen und Aussen immer die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen.
Das ist aber ummöglich.
Der Motor des Dampfdruckgefälles ist die Temperaturdifferenz und verläuft immer von der warmen zur kalten Seite.
Auch wenn Sie das Fenster aufmachen, ist das Dampfdruckgefälle nicht weg.
Egal,wie gut gedämmt wird: Bei einem delta t von zb.30 grad wird es immer ein Dampfdruckgefälle geben.

Viele Grüße