Aussenwandgefache mit Holzfaserdämmmatten ausmauern (Holzständerwand-Aufbau)

14.05.2021 solocan

Aussenwandgefache mit Holzfaserdämmmatten ausmauern (Holzständerwand-Aufbau)

Hallo zusammen,

wir sanieren gerade ein Fachwerkhaus Bj. 1909. Es werden einige Fenster ausgetauscht/ vergrößert. Deshalb wurde auch das Gefache neben den Fenstern ausgeklopft. Zudem gab es an einer Ecke über dem Keller Feuchtigkeitsschäden, weshalb dort das gesamte Tragwerk ausgetauscht wurde.

Nun müssen diese Flächen eben wieder ausgefüllt werden. Geplant habe ich nach Anraten von Zimmermännern einen modernen Holzständerwandaufbau von außen nach innen:

1. Außenputz: Mineralisch 1-2cm
2. Fassadendämmung: 16-18cm Holzfaserdämmplatten
3. Außenbeplankung: Wand-Unterdeckplatte Pavatex Holzfaserplatten 3,5cm
4. Tragwerk/Zwischensparrendämmung: Steico Flex Holzfaserdämmmatten 036 14cm
5. OSB3-Innenbeplankung 1,2cm
6. Rigips/Lehm-Anputzplatten ~1cm
7. Innenfeinputz: Mineralisch 1cm

Siehe Bild vom geplanten Wandaufbau. Nun ist es aber auch so, dass die Schwellbalken unten und Rähm oben baujahrbedingt nicht perfekt glatt sind und mit dem Ständerbalken perfekt im Lot sind. D.h. Wenn man die OSB-Beplankung Balkenrahmen anbringt, gibt es bei den Übergängen immer wieder kleine Lücken von 0,5-1cm. Die Frage ist, ob es nötig ist, diese Beplankung im Gefache abzudichten - um Dampfsperrschicht zu gewährleisten. Im Gefache werden ja eigentlich Holzfaserdämmmatten sitzen.

Alternative wäre zwar wieder mit einem ähnlichen Gefache wie das alte auszumauern (Porige Kalkziegel+Lehm?) Da wäre wiederum lange Austrocknungszeit etc. das Problem. Damit wären einigermaßen alle "Lücken" geschlossen. Die Balken würden Lehm berühren als Holzfaserdämmplatten.

Soll man hierbei unbedingt zur Gefacheausmauerung mit Lehm/Kalkziegeln greifen oder sollen wir beim Holzständerwandaufbau bleiben?

Wie seht ihr das?

LG Can



Alte Ausfachung


Alte Ausfachung

sieht so aus. Das ist ein poriger, relativ leichter Ziegel mit vmtl. Lehmmörtel. Oder was meint ihr, was das ist?



Innenbeplankung


Innenbeplankung

So sieht die Innenbeplankung aus.



Ich weiß nicht



warum meine Bilder gedreht werden...



Keiner



hat eine Idee?



Ausmauerung



eine weitere Möglichkeit wären Leichtlehmziegel mit Lehmmörtel zu verwenden.
Bei der angedachten Variante könnten die Spalten zwischen Ständerwerk und OSB-Platten mit Stopfhanf geschlossen werden und mit Dichtband z.B. Rissan abgeklebt werden.



Re: Aussenwandgefache mit Holzfaserdämmmatten ausmauern (Holzständerwand-Aufbau)



Siehe deine zweite Anfrage zum gleichen Thema:
https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/298702$.cfm



Danke für die Antwort



Hier wollte ich tatsächlich fragen, ob die Holzfaserausfachung und -beplankung auch eine Option dazu ist. Das wollen meine Zimmermänner so machen.

Gibt's dazu Bedenken? Oder wäre das auch ein gangbarer Weg?



2. Re: Aussenwandgefache mit Holzfaserdämmmatten ausmauern (Holzständerwand-Aufbau)



Ich würds so nicht machen, lieber die beiden Gefache ausmauern, aber man kann es so machen. So geht moderner Holzständerbau.
Was ich allerdings nicht verstehe ist der Sinn der 3,5cm-HWF-Beplankung direkt außen auf dem Fachwerk.
Die gehört eigentlich ganz nach außen, als Putzträger. Dahinter kommt erst die (weichere) 16 -18cm-Holzflex-Dämmung. Die sich wiederum, weil flexibel, an die unebene Fachwerkwand anschmiegen und die leeren Gefache gleich mit füllen kann.

Auf der Innenseite wird an der Fuge zwischen OSB-, bzw. Rigips-Platte und altem Putz ein Riss entstehen, wenn du die OSB direkt auf das Fachwerk schraubst. Da nützt auch ein eingespachtelter Gewebestreifen nichts.
Lasse besser die Rigips-Platte weg, montiere statt dessen ein Putzträgergewebe (Schilf, Ziegeldrahtgewebe) auf die OSB bis mind. 10 cm auf den alten Putz (den vorher dem entsprechend "dünner" schleifen/fräsen) unter verputze die Fehlstelle auf der OSB-Platte stattdessen. Bette auf den Unterputz zusätzlich noch ein Armierungsgewebe ein, das nochmal ca. 10 cm weiter über das Putzträgergewebe hinaus auf den alten Putz ragt. So hast du die kritische Fuge zweimal überbrückt.

Du schreibst: "......6. Rigips/Lehm-Anputzplatten ~1cm 7. Innenfeinputz: Mineralisch 1cm......"
Lehmbauplatten kann man nur mehrlagig einen cm dick verputzen, mit entsprechenden Trocknungszeiten zwischendurch, um nicht zu viel Feuchtigkeit in die Platte zu bringen, und Rigips-Platten nach Herstellervorgaben gar nicht. Die quellen auf und/oder verformen sich.
Bitte lies einfach erst mal die Datenblätter zu den Materialien die du zum Verbauen planst!



Danke



für ausführliche Antworten und Gedankenstöße!

"Was ich allerdings nicht verstehe ist der Sinn der 3,5cm-HWF-Beplankung direkt außen auf dem Fachwerk."

Die ist im Prinzip da, um fehlenden Außenputzstellen an der Fassade auszugleichen..Wird aufs Tragwerk außenseitig montiert. Dann kommt nochmal HF-Dämmplatten als Putzträger darauf.

Ach so ja, wegen der Rigipsplatten innen: Damit war eigentlich nur irgendwelche Putzträgerplatten gemeint und nicht unbedingt Rigips. Deine Empfehlungen werde ich aber berücksichtigen wegen der Ausführung. Es klingt alles sinnvoll.