Feuchtigkeit im Lehmfachwerkhaus




Hallo,

wir sind dabei ein Lehmfachwerkhaus zu sanieren.

Da wir neue Fenster einbauen und auch das Dach isolieren, fürchten wir nun, eine Feuchtigkeitsproblematik zu bekommen. Die Außenhaut Isolieren wir nicht, es handelt sich um ein Lehmfachwerk, das von sich aus schon eine relativ gute Isolation aufweisen soll.

angedacht ist die Installation einer hygomatisch gesteuerten Trocknungsanlage, die mit einem Wärmetauscher ausgestattet ist, somit die Wärme im Haus zu lassen, die Feuchtigkeit aber konstant zu halten.

Kann jemand etwas zu der Problematik beisteuern - welche Feuchtigkeit im Haus passt und eingehalten werden sollte, ohne Schimmel zu bekommen und Trockenschäden?

Gruß Hans



Ich darf die...



... "hygRomatisch gesteuerten Trocknungsanlage" mal als KWL mit Wärme- und Feuchterückgewinnung interpretieren...
Die "künstliche" Einstellung einer konstanten Luftfeuchtigkeit in einem engen Toleranzbereich ist im vernünftig belüfteten Altbau (Undichtigkeiten durch Fugen) i.d.R. unnötig. Das schwankt "gesund" zwischen 30 und 75% jahreszeit- und witterungsbedingt.

MfG,
sh



Feuchtigkeit



Hallo,

danke auch für Deine Antwort auf diese Frage.

Wie ich das verstehe sollten keine Schimmelprobleme auftauchen, wenn wir die Luftfeuchtigkeit auf etwa 50 % einstellen?

Die Klimaelemente tauschen die Luft über den Wärmetauscher ständig mit der Außenluft aus, vielleicht hat jemand damit Erfahrung, die Dinger sind angeblich noch recht neu im Markt und verhältnismäßog teuer (aber sicherlich noch billiger als ein Haus, das langsam kaputtgeht).

Wie sieht es dann überhaupt bei einem Lehmfachwerk aus, das soll ja für sich schon viel Wasser speichern. Kann man das zerstören, wenn die Luft zu trocken wird?

Gruß Hans



Gib doch mal...



... eine Info zurück, was Dir da vorschwebt...

MfG,
sh



Informationen



....werde ich posten, sobald ich die vom Klima und Heizungsbauer in der Hand habe, werde ich in den nächsten Tagen bekommen.

Gruß Hans



Lüftungsanlage



Das Vorhaben finde ich per se für ein Fachwerkhaus nicht angebracht. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist eine notwendige -wenn auch prinzipell fragwürdige- technische Installation in einem Passiv- oder einem sog. Plus-Energiehaus. Einem Dämmstandard, den Sie in einem Fachwerkhaus nie erreichen werden und auch nicht sollten.

Ihr Vorhaben, neue Fenster in eine nicht gedämmte Fachwerk-Außenwand einzubauen, ist bauphysikalisch problematisch, da sich Kondensat und Schimmel am ehesten am kältesten Teil der (nicht gedämmten) Aussenwandfläche bildet. Ihr Problem ist dann nicht die Luftfeuchtigkeit, sondern der schlechte Wärmedämmwert der Außenwand.

Was spricht gegen eine Außenwanddämung - auch als Innendämmung? Eine Lehmfachwerk in der traditionellen Form ohne jegliche Zusammdämmung hat einen ausgesprochen schlechten Wärmedämmwert von etwa U= 1,82 W/m2K und steht damit einer ungedämmten Betonwand gleicher Stärke in nichts nach. Ihr Problem ist nicht die Luftfeuchtigkeit, sondern der schlechte Wärmedämmwert der Außenwand

Wenn Sie Ihr Haus energetisch sanieren wollen, gehört die Dämmung der Außenwand dazu. Auf jeden Fall, wenn Sie darüber nachdenken, neue Fenster einbauen zu lassen.

Sind die Maßnamen im Zusammenhang des gesamten Hauses konzipiert worden?



Außwnwanddämmung



Hallo,

die Außenwanddämmung ist problematisch, da die Außenwände verschiefert sind und kaum ohne einen extremen Aufwand gedämmt werden können. Grundsätzlich wäre das natürlich die erste Wahl, wenn nicht.....

Bei einer Innenwanddämmung habe ich die Befürchtung, dass die Außenwände nicht mehr abtrocknen können (auch hier Kondensat, da keine Wärme mehr von Innen an die Wand gelangt) und auch die Feuchtigkeit des Lehms nicht mehr abgegeben wird. Resultat könnte dann sein, dass das Fachwerk in kurzer Zeit verfault.

Das sind die Gründe, warum wir uns zunächst für eine Regelung der Feuchtigkeit entschieden haben um wenigstens dem Kondensatniederschlag über eine Zwangsbelüftung entgegenzuwirken.

Gibt es denn sinnvolle und diffusionsoffene Innenisolationen, die einem Verrotten des Fachwerkes entgegenwirken?

Gruß Hans



Aussenwanddämmung



Innenwanddämmungen werden für FAchwerkbauten in den Dämmstärken 4-6 cm bauphysikalisch hohlraumfrei, diffusiuoinsoffen und kapillaraktiv in Lehm aufgemörtelt und mit Lehm oder Kalk verputzt.

Dieser Aufbau ermöglicht eine Pufferspeicherung der Raumluftfeuchte und eine Rücktrocknung in den Raum.

Es geht hierbei auch nicht in erster Linie um die maximale Heizkostenersparnis, sondern um eine Erhöhung des Nutzwertes und der Behaglichkeit für Sie als Bewohner, da kalte Innenseiten von Außenwänden physiologisch für Sie unbehaglich sind und die Gefahr der Taupunktunterschreitung für die Raumluftfeuchte besteht.

Die Innendämmung als "Winddichtung" verhindert auch ungewollte Konvektion durch den hohen Fugenanteil zwischen Gefache und Fachwerk, durch die sonst auch verstärkt san diesen Stellen warme Raumluft in die kalte Konstruktion gelangt und dort kondensiert.

Sie sollten allerdings den Aufbau der Verschieferung auch prüfen und sicher sein, das sich auf der Außernseite keine Folie oder dünne Mineralwolle/Styroporplatten des Vorbesitzers befinden, die eine dampfdichtigkeit auf der falschen Seite herstellen.

Wie gesagt: für das sog. "Feuchtemanagement" ist eine Lüftungsanlage in einem FW-Haus ungeeignet. Die Installation und der Betrieb inkl. Wartung ist auch ein Kostenfaktor, der nicht unterschlagen werden sollte.

Wenn Sie Ihre Dämm- und Sanierungsmaßnahmen einmal im Kontext des gesamten Gebäudes besprechen oder planen wollen oder den Bestand einmal begutachten lassen wollen, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Wollen Sie die Maßnahmen in Eigenleistung ausführen?

Ich saniere z.Zt. ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus in der Nähe von Gummersbach und komme regelmäßig in Ihrer Region vorbei



Besichtigung



Hallo,

danke, können wir gerne einmal vereinbaren.

Dann benötig ich noch die Kontaktdaten, am besten per Mail.

gruß

Hans