Innenwand aufmauern – Garage zu Wohnzwecken

14.04.2010



Hallo,

ich möchte unsere Garage (Stein-Massivbau aus den Sechzigern ) als Wohnraum nutzen. Z.z einschaliges Mauerwerk, 2 Steine ohne Luftschicht. Da ich von aussen nicht dämmen kann und will, überlege ich von Innen eine 2. Wand hoch zumauern und die Aussenwand mit Lüftungsschlitzen zu versehen.
Die Außenwand und die Innenwand würde ich dann im Dachbereich (einfaches Dach, Eternit-Wellplatten, Wolle, Rigips, keine Dampfsperre)
verbinden (schließen)

Dann hätte ich doch, genau wie beim Haupthaus (Bj.49), ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht. Wobei durch die Zweistein-Aussenmauer sogar noch dicker. Das würde mir reichen.
Aber (Frage) Kann man das "so einfach" machen?
Und wenn ja, mit welchem Stein? Und wo liegen ggf. Taupunkte?
Über Antworten freue ich mich!!!!



Garage dämmen



Wozu eine Luftschicht?
Mauern Sie z.B. 10 cm Poroton oder Porenbeton von innen vor die Wand und füllen Sie die Fugen mit Mörtel kontinuierlich auf.
Lassen Sie das jetzige Dach als Kaltdach und setzen Sie eine gedämmte Unterhangdecke darunter.
Tor ausbauen, zumauern, dabei Fenster nicht vergessen, Durchbruch zum Haupthaus setzen, Fußboden dämmen und vorher dran denken die baurechtlichen Fragen abzuklären!

Viele Grüße



Luftschicht und Baustoff



Danke für die Antwort.
Luftschicht, dachte ich um Kältebrücke zu verhindern.
Und als Hinterlüftung, um etwaige Feuchtigkeit abzutransportieren.
Ein Punkt, der mich auch beim Porenbeton stören würde, da dieser
ein schlechtes Feuchtigkeitsverhalten hat.
Poroton klingt gut. Die Fugen auffüllen? Meinen Sie die Löcher in den Steinen?
Bei Poroton entstehen doch keine Fugen. Die werden doch eher mit 2mm
dünnbettmörtel geklebt, dachte ich.



Die Fugen auffüllen...



Hallo,

hier meint Herr Böttcher ganz sicher den Zwischenraum zwischen alter- und neuer Wand.

Grüße aus Schönebeck



Innenwand



Mit einer hinterlüfteten Luftschicht haben Sie genau das, was Sie verhindern wollen:
Eine Wärmebrücke.
Die bestehende Wand dämmt dadurch nicht mehr.
Also noch mal:
KEINEN LUFTSPALT!
Deshalb mit Mörtel auffüllen.
Das im Poroton sind keine FUGEN, sondern HOHLKAMMERN.
Ich habe nichts davon geschrieben, diese Kammern aufzufüllen.
Was meinen Sie mit schlechtem Feuchtigkeitsverhalten von Porenbeton?
Ich persönlich finde Porenbeton besser für Ihren Zweck geeignet.

Viele Grüße





Ja, laienhafte Unwissenheit, ich geb's zu.
Nu is klar.
Ich las mal irgendwo, dass Porenbeton wegen Porigkeit Gefahr von Bauschäden durch Feuchtigkeitsaufnahme und bei eindringendem Wasser ungünstiges bauphysikalisches Verhalten im Vergleich zu anderen Massivbaustoffen hat. Aber das trifft wohl nur auf die Aussenanwendung zu.
Vielleicht wirkt es als Innenwand sogar positiv für das Raumklima (Wasser aufnahme/abgabe) Was ist mit Schimmelanfälligkeit?
Und mit der geringen Punktbelastbarkeit, Probleme z. B. beim Verankern schwerer Elemente (Heizung, Fenster)?
Das würde mir noch zu denken geben.
Ist das mit der Belastbarkeit bei Poroton nicht so problematisch?



Garage



Hallo Tom,
wenn Sie sich noch ein wenig anstrengen, fallen Ihnen sicher noch weitere Argumente gegen Porenbeton ein.
Versuchen Sie zur Abwechslung mal daran zu denken wie Sie Ihr Bauvorhaben ordentlich in die Reihe kriegen und nicht wie es nicht geht.
Bauen Sie Ihre Fenster bündig zur Innenwand ein?
Was machen eigentlich die armen Menschen, die sich ein ganzes Haus aus Porenbeton bauen?
Mit der einen Hand halten sie die Fenster fest, mit der anderen wischen Sie den Schimmel von der Wand und mit dem Fuß wird der Heizkörper gestützt?
Wenn Sie Schimmel züchten wollen (ohne zu Lüften und mit heruntergedrehter Heizung schaffen Sie das spielend in einer Heizperiode) dann hat das nichts mit dem Wandmaterial zu tun. Schimmel wächst auf Oberflächen, das sind Anstriche und Tapeten, er ernährt sich von Staubablagerungen und organischem Substrat wie der Zellulose der Tapete.
Was IN der Wand steckt, ist dem Schimmel so was von egal.
Wenn Sie wissen wollen wie Sie etwas an einer Wand befestigen wollen, dann sollten Sie erst einmal wissen, was Sie da dran hängen und wieviel das wiegt. Dann können Sie in den Unterlagen der Hersteller des Wandmaterials nach Lösungen suchen (stehen auch im Internet).
Für Porenbeton gibt es vom jeweiligen Hersteller zugelassene Nägel und Dübel für verschiedene Rhodichteklassen, Verwendungszwecke und Belastungen.

Viele Grüße



Mörtel in die Fugen?



Okay, sie haben ja recht:-)
Trotzdem noch zwei Skeptiker-Frage, auch wenn der Entschluss
zu Porenbeton bereits gefallen ist.
Sie schreiben, die Fugen zur Wand sind mit Mörtel zu füllen.

1. Ist es nicht besser hier einen offenen Baustoff, wie z.B. Lehmmörtel zu benutzen, um die kapillare Verbindung zur Außenwand halbwegs aufrecht zu erhalten?

Und 2. Sollte auf den Fensterlaibungen auch Porenbeton aufgesetzt werden?



Innenwand aufmauern



Was ist ein "offener" Baustoff?
Warum ist Lehm ein "offener" Baustoff?
Vielleicht ist ja Kalkmörtel auch ein "offener" Baustoff?
Oder Wärmedämmmörtel?
Warum machen Sie es einfach nicht so wie ich es ihnen geraten habe?
Wenn Sie kein Vertrauen haben, dann haben Sie nur die Möglichkeit sich selbst mit der Materie zu befassen.
Selber denken und nicht kostenfrei im Forum andere denken lassen (für dieses "denkenlassen" bezahlt man mich normalerweise).
Natürlich kann man die Laibungen des Bestandsmauerwerkes im Zuge des Umbaues mit dämmen, wenn man will. Dafür eignen sich am besten Laibungsplatten aus Mineralschaum.
Porenbeton geht aber auch.

Viele Grüße

p.s. Ehe das hier wieder ausufert:
Wasserdampf- Diffusionswiderstandszahl von:

Putzmörtel aus Kalk, Kalkzement und
hydraulischem Kalk: 15/35

Mauermörtel: 15/35
Zementmörtel 15/35
Normalmörtel 15/35
Leichtmörtel 15/35

Porenbeton 5/10
Lehm: 5/10

Hauptsache die Fuge ist aufgefüllt und es gibt eine kraftschlüssige! Verbindung zwischen beiden Schalen.
Mit Lehm geht das nicht so gut.
Durch die geringen Schichtdicke der Fuge ist es übrigens diffusionstechnisch völlig egal, ob 5/ 10 oder 15/35. Die Zahlen sind ohnehin nur grobe Näherungen.



Der Ton macht Musik



Lieber Herr Böttcher,

ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie auf meine Fragen antworten.
Aber ich habe sie doch in keiner Form dazu gedrängt und kann daher auch ihren Ärger (zumindest liest es sich in ihren letzen 2 Antworten so) über meine Fragestellungen nicht nachvollziehen.
Vertrauen? Wenn ich auf jeden Rat von allen "Fachleuten", die ich bislang konsultiert habe einfach vertraut hätte, wäre das dabei rausgekommen, was solche Foren wie dieses verhindern sollen, nämlich Pfusch und Elend.
Insbesondere zum Thema Dämmung/Sanierung ist es geradezu absurd, wie viele unterschiedliche Meinungen vorherrschen. Und in einem Forum hat man zumindest die Chance, den goldenen Mittelweg zu finden oder gar das Nonplusultra.

Natürlich beschäftige ich mich längst mit der Materie. Sonst wäre ich ja nicht hier. Und glauben sie mir oder auch nicht, ich will mir hier garantiert keine Beratungsleistungen erschleichen oder Geld sparen. Natürlich kann man irgendeinen Bausachverständigen beauftragen und dann auf dessen Meinung vertrauen. Das Problem ist nur, dass mir bereits 4 Sachverständige (sie eingeschlossen) bislang 4 verschiedene Lösungen vorgeschlagen haben.
(gedämmte Leichtbau-Vorschalung, Klima-Platten, Dampfsperre, Lehm...)
Von denen jeder behauptet, seine wäre die einzig richtige/beste und die anderen völlig daneben.

Und da ich davon überzeugt bin, dass sich die Bauindustrie auch unter den Sachverständigen ahnungslose Komplizen ranzüchtet, die dann unwissend wissend nicht die richtige, sondern die lukrativste Lösung empfehlen (Sie selbstverständlich ausgenommen), liegt mein Vertrauen in den Foren. Und in ebensolchen teile ich übrigens auch mein Wissen (ja, es gibt auch Dinge, die sogar ich besser weiß als viele andere) kostenlos mit anderen. Das Schöne daran ist, jemandem helfen zu können. Und: dabei selbst etwas zu lernen. Auch wenn es manchmal nur der richtige Unterton ist.

Ich bin Ihnen, wie gesagt, sehr dankbar und werde nicht zögern Sie oder das Forum mit weiteren Fragen zu foltern. Sofern man mir nicht das Gefühl gibt, ein schnorrender Vollidiot zu sein:-)

Übrigens: dieses dämliche :-) mag ich auch nicht, hilft aber manchmal ungemein..

Beste Grüße!!!