Feuchte Wand hinter einem Schrank

12.05.2009 Schöni



Hallo,

wir wohnen in einem Fachwerkhaus (ca. 130 Jahre alt). Da wir nun nach 10 Jahren die Tapeten erneuern wollen ist uns aufgefallen, dass an einer Wand hinter den Schränken die Wand hinter den Sockelleisten und etwa 10-15 cm hoch feucht ist (Tapate ging leicht ab). Es ist aber kein Schimmel vorhanden. An der Wand ist eine Spanplatte angebracht ohne Hinterlüftung. Die Wand roch auch etwas modrig (wenn man mit Nase rangeht; also nicht der gante raum riecht.) Der Estrich unter dem Laminat ist trocken.

Nun da der Schrank weg ist trocknet das ganze ab und auch gestern (es regnete) blieb es trocken an der Wand.

Was macht man nun am besten (Außenwand aufbaggern Erde weg und Kies rein-oder läst man alles schön in Ruhe und sorg nur für mehr Luft hinter dem Schrank ?)

Die Außenwand wurde vor 13 Jahren (vom Voreigentümer) bis zum Boden gedämmt. Ich kann auch nicht direkt neben der Mauer mit dem Spaten Graben, da dort entwerder Beton ist (ca.30 cm breiter Sockel) oder runtergefallener Putz (denke ehr Beton). Das Wohnzimmer liegt etwa 30 cm über der Erdoberfläche. Ich möchte ungern den alten Sockel Freilegen und Abdichten (ist ein Gewölbekeller mit Lehmboden drunter; der ist natürlich feucht) und ev. noch größere Probleme bekommen.

Bringt freigraben (ev. 1 m = halbe fundamenttiefe) und Schotter rein und fertig schon etwas ?

Vielen Fragen
Danke
Thomas Schönberger



Man läßt es in Ruhe



"oder läst man alles schön in Ruhe und sorg nur für mehr Luft hinter dem Schrank ?"

Man läßt alles schön in Ruhe und sorgt für mehr Belüftung hinter dem Schrank.

Gruß
Alexander Zima



Das



klingt verdächtig nach einer Wärmebrücke. Da hat der Vorbesitzer wohl nicht ordentlich gedämmt. Deshalb hat sich hier Kondenswasser gebildet, das durch die schlechte Belüftung durch den Schrank nicht ausreichend abtrocknen konnte.
Wenn die Spanplatte bereits modrig riecht, wird dort wahrscheinlich ein Schimmelbefall vorliegen. Diese Platte auf jeden Fall austauschen.
Und dann den Schrank mit ausreichend Abstand zur Aussenwand aufstellen, damit dürfte das Problem erledigt sein.
MfG
dasMaurer



Schrank zu dicht an der Wand



Ich denke, der Schrank stand einfach zu dicht an der Wand, sodass sich der Taupunkt auf die Innenseite der Wand verschoben hat. Den Schrank mit ausreichend hinterlüftung augstellen sollte eigentlich ausreichen.
Auf keinen Fall würde ich ohne "Fachmann an der Seite" auch nur teile des Sockels freilegen - zumindest nicht auf größerer Länge, da man nie weiß, wie lange die alten Fundamente wirklich ohne den Erdruck standhalten! Dürfte aber eigentlich auch nicht notwendig sein.
MfG Wolf





vielen Dank.

So gestern war nun unser Maler da, der nächste Woche tapezieren soll (Vliestapete; ist die geeignet ?).

Dieser stellte erst mal fest, dass es keine Spanplatte an der Wand ist sondern Lehmputz. Ich denke das ist schon mal ein guter Werkstoff. sollte man nun bevor ich den Schrank natürlich mit mehr Abstand davorstelle noch eine Ständerwand davor setzen (natürlich mit Lüftungsschlitzen) oder einfah die Lehmwand offen lassen tapezieren und den Schrank mit mehr Abstand davorstellen ?

Der bisherige Schrank war unten geschlossen und an der wand war noch eine Sockelleiste. Wir wollen uns nun ein Highboard bauen lassen, dass auf Füßen steht und von der Wand 3-4 cm weg ist und ohne Sockelleiste hinstellen (die Platte des Schrankes soll überstehen oder soll besser ein Spalt oben zur Wand sein ?)

Danke
Schönberger

Aufgraben wäre auch nicht nötig sagte der Mahler. Die Wand ist auch nur ganz leicht feucht und kein Schimmel.



Wenn



da Lehmputz auf der Wand ist, kann ich von Tapeten nur abraten. Auch sollten Dispersionsfarben und Tiefgrund von dieser Wand ferngehalten werden. Mein Vorschlag: auf den alten Lehm einen Lehmfeinputz aufbringen und mit kalkbasierter Farbe streichen. Wenn dann der Schrank mit ausreichend Luft (5-10cm) aufgestellt wird, kann die Feuchtigkeit sicher abtrocknen.
MfG
dasMaurer





vielen Dank.

Da ja eh ein Schrank davor kommt würde ich an der Wand gar nichts machen und nur den Schrank davor stellen (da brauch ich nicht mal den Feinputz)

Ist es zur Vorbeugung gegen Pilz ect. besser die Wand zu streichen (Kalkfarbe) oder einfach unbehandelt zu lassen hinter dem Schrank.

Danke
Thomas Schönberger



Ein Kalkanstrich



wirkt auf jeden Fall als hervorragende und preiswerte Schimmelprophylaxe.
MfG
dasMaurer





geht auch silikatfarbe. die hat mein Maler noch rumstehen. Ich brauch nur 3 m².



Reine Silikatfarbe ja,



aber keine Silikatdispersion.
Silikatfarbe ist immer zweikomponentig und muss spätestens am Tag nach dem anrühren verarbeitet sein. Also kann er die nicht rumstehen haben.
MfG
dasMaurer





Wasserglasfarben im Innenbereich ? Nur weils hinterm Schrank ein wenig eng war ?
Ulrich, laß bitte die Kirche im Dorf wie es so schön heißt. :-)
Als erstes würd ich den Maler kräftig schimpfen, weil er auf feuchten Untergrund tapezieren will, oder soll ? Da freun sich die Schimmeltierchen ganz sicher ! Dann entscheiden ob Kalk oder Silikatdispersion.



Ey, ich hab



die Kirche nich weggeschleppt ;-)).
Ich hab nur von Silikatdispersion abgeraten, weil die gegen Schimmel nicht viel bewirkt. Die hohe Alkalität, die den Schimmel verhindert, ist bei Kalk oder Silikatfarben gegeben. Sinnvoll und am preiswertesten wär hier ein halbes Pfund Weisskalkhydrat.
MfG
dasMaurer





vielen Dank an dieser Stelle nochmals für die für uns wertvollen Hinweis...
Im Übrigen haben wir noch einen Sack Kalkhydrat im Keller stehen. Wie mischt man diesen denn richtigerweise an (Verhältnis Wasser-Kalk ??) ?
Sollte man beim Anbringen etwas beachten ??

Vielen Dank



Schrank-Wand-Abstand



Versuche haben gezeigt, dass nur ein Vergrößern des Schrank-Wand-Abstandes wenig bringen. Große Lüftungsöffnungen bei einem Wandabstand (3-5cm) bringen dagegen gute Wand-Temperaturerhöhungen.

Grüße,
Peter



Den Kalk in



Wasser einrühren, bis man die gewünschte Konsistenz hat.
Die Fläche gut vornässen, zwei- bis dreimal überstreichen und danach ein paar Tage feucht halten.
MfG
dasMaurer