LEHMPUTZ fürs Bauernhaus

24.04.2008



Hallo,

wir haben uns ein kleines Bauernhaus gekauft und sind fleissig am renovieren. Hierzu ein paar kurze Daten:

Baujahr: ca. 1900
Keller: NEIN, Mauerwerk steht auf Erdreich
Mauer: Erdgeschoss ca. 60 cm Rauhstein (wird nicht gedämmt)
Obergeschoss ca. 20 cm Vollziegel (wird gedämmt)
Bodenaufbau: Schüttung (Rollkies)/Drainagebeton

Wir würden gerne im ganzen Haus Lehmputz verwenden und werden von allen Seiten mit Nachteilen bombadiert. Die meisten wissen wir schon, bzw. sind nicht ernst zu nehmen, aber bei einigen wollten jetzt mal nach Euren Erfahrungen
diesbezüglich fragen.

1) In feuchten Räumen soll es eventuell zum Ablösen des Lehmputzes kommen können?

2) In trockenen Räumen soll der Lehmputz sprichwörtlich von der Wand abbröseln?
(Gerade mit der von uns geplanten Kachelofen/Wandheizung haben wir hier etwas Sorge)

Vielen Dank im voraus für Eure Infos und Erfahrungen.

Nette Grüße
Volker



Sanierung



Hallo Volker,
ich hoffe, das Ihr bei Eurem Renovieren auch fachliche Unterstützung vor Ort habt, alles kann man aus der Ferne nicht klären.
Was ist eigentlich Drainagebeton?
Eine Außenwand von ca. 20 cm ist ungewöhnlich.
Falls die Dicke stimmt, sollte die Wand genauer untersucht werden.
Die geäußerten Ängste zum Lehmputz sind unbegründet. Niedrige oder hohe Luftfeuchte Schaden Lehmputz nicht, nur direkter Wasserangriff.

Viele Grüße



lehmputz



hallo volker, kann mich obiger aussage nur anschließen: wenn die voraussetzungen stimmen (mauerwerk) und der lehmputz fachmännisch verarbeitet wird -es gibt hier genug ansprechpartner-, nur empfehlenswert, die gründe sind ja bekannt. habe bei mir weder in sehr "trockenen" räumen (zusätzliche holzbefeuerung) noch in bädern probleme, kein abbröseln, kein "schmieren" oder gar wegbrechen, bei richtiger Mischung (hier selbstgemischt vom lehmbauer) auch keinerlei risse (üblicher wandaufbau: mauer,innendämmung u. wandheizung,lehmputz). lassen sie sich hier beraten und wagen sie´s ruhig!viele grüße! carmen riedl



Nachtrag



Erstmal danke für die schnelle Reaktion.

Mit Drainagebeton meine ich Beton, der etwas "atmungsaktiver" ist und zugleich einwenig als Dämmung dient.

Die 20 cm im Obergeschoss kommen daher, weill es ursprünglich nur ein Dachboden war, der mit dem damaligen Stall verbunden war.
Wir werden hier mit Schilf/Lehmplatten innen ca 7 cm / und aussen herkömmlich etwa 12 cm aufstocken, so dass eine vernünftige Aussenwand entsteht.



Lehm geht fast überall einzusetzen



Die Vorrednerschaft hat einiges bereits aufgezeigt, denen wir uns anschließen.
Trotzdem bedarf es einiger weiterer Informationen bzw. Objektbesichtigungen.

Wenn Wände von Grund auf feucht sind, ist Lehmputz ungeeignet.
Aber auch andere Putze neigen da zu Schadbildern (Ursache beseitigen!).
Wandheizsysteme sind da aber in gewissem Maße wiederum gut unterstützend.
Wir setzen Lehmputze auch großflächig in Feuchträumen ein, aber eben nicht im unmittelbaren Spritzwasserbereich.
Zu weiteren Fragen stehen wir gern bereit.

Grüße Udo Mühle



Lehmputz



Hallo Volker,
diesen Aberglauben von atmenden Baustoffen kannst Du weglassen. Baustoffe atmen nicht, das machen nur Lebewesen.
Als Bodenaufbau ist wasser- und gasdurchlässiger Beton unnötig und kontraproduktiv.
Wärmedämmender ist schon eher geeignet.
Wenn Du einen wärmedämmenden und tragfähigen Beton willst, geht das mit Leichtbeton; das ist aber nichts für Laien.
Bleib bei dem bewährten Bauweisen wie:
Unterbeton,
Abdichtung,
Dämmung,
Nutz/ bzw. Tragschicht wie Estrich oder Dielen.

Viele Grüße



Lehmputz im Fachwerkhaus



Guten Tag Volker !
Ich möchte mich dem bisherigen positiven Äußerungen den Lehmputz betreffend nur anschließen .
Ich verarbeite seit Jahren Lehmputz - nicht nur in Fachwerkhäusern - und das Ergebnis ist immer gut . (Natürlich auch noch Jahre später ! )
Auch selbstverständlich im Bad !
Die Produkte von Claytec sind sehr gut .
Wenn sich andere negativ über "Lehmbaustoffe" äußern , dann ist es oft aus mangeldem Wissen , oder weil Sie nur mit Lehm in Kontakt gerieten , der durch Wasserschäden eben zum "Brösellehm " wurde , oder wo von Anfang an die Mischung bestenfalls "suboptimal" war.
Bei weiteren Fragen stelle ich mich gerne zur Verfügung .
MfG. Gregor Hill



Und ich verweise



einfach mal auf diesen Thread: Lehmputz und Innendämmung - kann bestimmt nix schaden.

Viel Erfolg!

Konrad Fischer

PS. Was die Dämmung betrifft,würde ich einfach mal nachrechnen:

Kosten und Ersparnispotential. Die jährliche Ersparnis mal Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis Faktor 12 nehmen - schon hat man das Investitionslimit. Wollen wir wetten, daß auch mit dieser Dämmerei unheimlich Geld rausgeschmissen wird?



Toller Meinungsaustausch...



...rund um den Lehm auch hier:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/listForumSplitt/0,90779$.cfm

Gruß, Pauli Börner



Aber das ist



doch genau der selbe Beitrag wie auf meinen "drückfähigen" Link oben.

Doch auch zweimal lesen kann nix schaden ;-)

Glück auf!

Konrad Fischer



Oh, ja, ...



...das ist ein richtiges Link oben, habs nur nicht gemerkt.
Hoffentlich wirds denn nun auch wirklich gelesen :).

Gruß, Pauli Börner



Lesen und



Verstehen und Anwenden sind drei paar Schuhe ... ;-)



Wohl wahr, wohl wahr...



…aber irgendwo muss man ja mal anfangen (mit den ersten paar Schuhen)… :).

Gruß vom fleißigen Mitleser,
Pauli Börner



DANK an alle



Vielen Dank für Eure Einträge.
Wir haben uns nun für den Lehmputz entschieden und hoffen,
das es bald soweit ist, das wir Verputzen können.

Also nochmals Dank an alle