Außenwand Feuchtigkeit / Regenwasser

17.06.2019



Hallo und wieder einmal benötige ich Rat von Euch!

Eigentlich wollte ich nur „Unkraut“ aus den Fugen des verlegten Pflasters vor der Mauer entfernen. Jedoch, wie so oft hier, bemerkte ich, dass da mal wieder mehr zum Vorschein kommt, als ich wollte :)

So weit, so gut. Das die Mauer, welche an die Betonpflastersteine anschließt, Feuchtigkeitsprobleme hat, war immer wieder zu beobachten. Besonders an kalten regnerischen Tagen bildeten sich an den selben Stellen dunkle Flecken. Vor zwei Jahren dachten wir zwar das Problem gefunden zu haben: Der Elektriker (?) hatte bei der Montage einer Lampe in dem sich dahinter befindlichen Bad vor ca. 25 Jahre (!) ein Wasserrohr leicht angebohrt, so dass nur Tröpfchenweise über Jahre das Wasser vor sich hintröpfelte.
Die feuchten Flecke wurden zwar kurzfristig weniger aber blieben und wurden immer noch bei Regen sichtbar.

Nun, beim teilweise Ausbauen der Pflastersteine, entdeckte ich, dass sofort unter dem Splitt eine Betonschicht folgte und darunter noch eine ältere und auch teilweise Teerschichten :)
Diese dienten wohl als „Gehwege“, waren jedoch zum Teil gebrochen und hatten eine Neigung zum Haus. Sprich Regenwasser floss bisher teilweise Richtung Hausmauer, was die Feuchtigkeit für mich erklärt. Die "Sanierung" vom Vorgänger mit Pflastersteine und Splitt darauf, war wohl nicht sonderlich geeignet :)

Da das Mauerwerk Bruchsandstein ist und hier alles auf „Sand gebaut“ ist, ist eine gewisse Grundfeuchte unumgänglich. Der Verputz ist wohl Kalkzement und wurde vor ca. 6 - 7 Jahren erneuert und scheint noch intakt zu sein.
Die Mauer ist Wetterseite und die Dachvorsprünge sind hier in der Gegend grundsätzlich sehr gering gehalten, sodass das Mauerwerk nicht gegen Schlagregen geschützt ist.

Bevor ich nun hier weiter in die Tiefe buddle, würde mich Eure Meinung interessieren, wie ihr weiterverfahren würdet!?

Freue mich über alle Meinungen, Ideen, Vorschläge!!!



auf jeden Fall



würde ich mir mal die Regenentwässerungsrohre ansehen. Also weiter Graben und eventuell neue Rohre verlegen. Bei der Gelegenheit eventuell eine Noppenbahn setzen - je nachdem, ob die Feuchtigkeit durch den Regen von oben entstanden ist oder Grundfeuchte ist. Ferner mit Kies verfüllen und dann die Pflastersteine o.ä. mit Gegengefälle (vom Haus weg) in Splitt verlegen.

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Wie tief ...



Hallo und Danke für die Rückmeldung!

Wie tief würdest du mit der Noppenfolie gehen?



Noppenfolie



Moin,
Noppenfolie würde ich nur dann nehmen, wenn die Feuchtigkeit vom Fußweg zum Keller/Haus gedrückt hat.
In dem Fall hat eigentlich so eine 1 m breite Folie immer ausgereicht. Oben lässt du sie 5 cm rausschauen und unter L-förmig unter das Regenwasserrohr. Dann vorsichtig mit Kies auffüllen, wenn das Gefälle vom Rohr überprüft wurde. Also ruhig mal einen Eimer Wasser hinein gießen und schauen, dass es gut abläuft. In der Regel reicht 0,5 bis 1 cm Gefälle pro Meter Leitung. Ich habe im Boden 125 er Rohre verlegt, weil es hier manchmal kräftig regnet. Diese orangenen Rohre kann man sich im Internet bestellen - es gibt Baumärkte, die das alles liefern. Wenn du dann gepflastert hast, kannst du zum Haus hin 10-15 cm ungepflastert lassen und mit grobem Kies auffüllen und damit die Noppenfolie an die Hauswand drücken. Den überstehenden Rest der Folie habe ich dann abgeschnitten. Das hat dem Haus sehr gut getan.



Erstmal Danke!



Werde nachher sofern Wetter zulässt aufbudeln und mich überraschen lassen. Sicher ergeben sich dann noch Fragen :)

Danke nochmals!



Vorsicht!



… beim Aufschachten! Niemals eine Wand komplett Aufschachten und schon gar nicht bis an das Fundament ran, sonst besteht die Gefahr massivster Bauschäden bis zum Totalverlust. Also vorher lieber doch mal den Statiker dazu holen.



Danke für den Hinweis



Aber nach aktueller Lage werde ich nicht so tief gehen. Das Regenrohr verläuft nicht an der Mauer entlang sondern wird nach außen abgeführt.
Und nach den gestrigen Beobachtungen bei Regen werde ich nicht so tief gehen und trotzdem nur Stück für Stück machen!
Wichtigste war die Betonplatten, die zum Haus führen bzw. bzw. für "stehendes" Wasser sorgen, zu entfernen.

Ich erhielt die von einem Nachbar den Tipp, dass ich die Betonreste (klein gehauen) auch aus "Gestein" zur Drainage verwenden kann, anstatt Schotter zu holen. Müsste gehen - oder?



Wasser abführen



Schütten sie den Bereich zur Wand mit Kies oder groben Sand auf, kann natürlich das Wasser schneller versickern. Je nachdem, ob ihr Haus an einem Hang liegt, führt dies natürlich auch dazu, dass andere Bereiche ihres Gartens zu ihrem Haus hin entwässert werden. Es muss aber dann auch entsprechend per Dränage abgeführt werden. Je nachdem, wie ihr Untergrund beschaffen ist und bei stark Niederschlägen ein Interflow/ Schichtenwasser auftritt, führen Sie so das Wasser direkt zu ihrem Haus.

Einfacher ist es die Wand neu abzudichten, anschließend mit Lehm, der ordentlich verdichtet wird, den Bereich bis zur Oberkante der neuen Betonplatte beziehungsweise Pflasterung aufzufüllen. Und alles andere dann wie gehabt, also : Oberflächengestaltung mit Gefälle weg vom Haus.



Aktueller Zwischenstand



Danke für Eure Antworten!

Habe hier noch ein wenig gestöbert und an der Mauer etwas gebuddelt und bin auf folgende, „vorläufige“ Gedanken gekommen:

Keine Noppenfolie (! ), sondern einfach in Richtung Fundament (nur ca. 10 cm davon freigelegt) Schotter, der oben hin größer wird, und darauf als „Spritzwasserschutz“ große Kieselsteine in einer Breite von ca. 20 cm.

Ziel wäre, dass bei starkem Regen das Wasser - welches gegen die Außenmauer bzw. in der Nähe der Mauer zu Boden prasselt - schneller abfließen bzw. versickern kann. Eine Ableitung mittels Noppenfolie (natürlich voreilig schon gekauft) erscheint mir nicht unbedingt erforderlich.

Hintergrund:
- Das bisherige meiner Meinung nach große Übel - die Betonplatten mit Gefälle zum Haus - ist entfernt.
- Schlagregen würde auch am Putz entlang hinter die Noppenfolie fließen.
- Durch den „Spritzwasserschutz“ ist der Außenputz nicht mehr wie bisher auf Höhe des Pflasters verdeckt und kommt somit kaum noch in Verbindung mit Regenwasser (siehe auch Bild, wo man die Moosablagerungen der bisherigen Pflasterhöhe erkennt). Ich gehe davon aus, dass der Kalk-Zempent-Putz das Wasser aufgesogen hat.
- Es besteht kein „landschaftliches“ Gefälle Richtung Haus, sodass kein Wasser gegen die Wände drückt. Der kleine Gewölbekeller liegt auf der anderen Seite des Hauses und ist eher zu trocken und sollte ja nicht trockengelegt werden.
- Mauer ist Bruchsandstein und den möchte ich nicht „trockenlegen“
- das Fundament wurde wohl vor Jahrzehnten nach außen mit Beton aufgegossen/ausgebessert und scheint intakt bzw stabil. Was dahinter steckt, weiß nur der liebe Gott ... aber aktuell besteht m. E. kein Bedarf, dies zu erforschen.

Denkt ihr, diese Vorgehensweise ist so sinnvoll?

PS @ Holger: Verstehe ich dich richtig?! Mit Lehm im unteren Bereich eine Art Gefälle errichten, dass Wasser vom Haus wegführt?



Bilder



leider lassen sich die Bilder nicht drehen, erhalte immer eine Fehlermeldung



Begrünung des Streifens möglich?



Noch so ein Gedanke: Wäre eine "sanfte" Begrünung des Spritzschutzstreifen auch möglich und wenn ja, welche Pflanzen würden sich eignen?

Danke an Euch!



Sie müssen sich entscheiden!



bloße Fehlerkorrektur (bisheriges Gefälle des Altbetons zum Haus hin)?
Versickerung verbessern?
Spritzschutz verbessern?

Kies an der Oberfläche ist Spritzschutz (Regentropfen platschen nicht mehr so stark die Hauswand voll). Ähnlichen Effekt hätten niedrige Pflanzen, z. B. Rasen. Allerdings "halten" Pflanzen die Bodenfeuchte und behindern ggf. die gewollte Lufttrocknung der Wand.

Versickerung und Wasserabführung verbessern Sie durch Drainage (aber: Gefahr durch Grundbruch, nicht selbst losbuddeln!). Die Entfernung des Sickerhindernisses (Betonplatte) ist schon erfolgt. Jetzt sollten Sie noch oberflächennah dafür sorgen, dass (mindestens) kein Wasser zur Wand hin läuft und (bestenfalls) anfallendes Wasser von der Wand weggeleitet wird. Ein "bischen" den Bereich vor der Wand zu verbessern (Kiespackung mittlerer Stärke) trägt die Gefahr, dass das Wasser von den angrenzenden Flächen in die "Sickergrube" läuft, weil es auf der übrigen Fläche eben schlechter sickern kann. Will heißen: Sie müssten dann konsequent die übrige Fläche mit einer gleichwertigen, am besten noch besseren Kiespackung versehen - damit sich der Effekt umkehrt. Bei gut durchlässigem Sandboden dürfte sich dieses Problem aber nur in geringerem Ausmaß stellen.

Die Einbringung von Lehm ist quasi das Gegenteil. Lehm dichtet. Das Wasser sickert also nur wenig bis zur Lehmschicht und "fließt" dann unterirdisch auf dieser ab, bis es wieder gut sickern kann. Deshalb müsste die Lehmschicht eine gewisse Mindestdicke haben und ein Gefälle vom Haus weg. Denselben Effekt erreichen Sie mit untergelegter Noppenfolie - allerdings kann unter der dünnen Folie das soeben abgeführte Wasser "zurückfließen". Bei Sandboden dürfte sich das allerdings auch in Grenzen halten.

Persönlich würde ich experimentieren und im ersten Schritt "nur" den Spritzschutz verbessern. Also einen 10 -15 cm tiefen, 20-30 cm breiten Kiesstreifen anlegen. Vielleicht drunter noch etwas Noppenfolie mit Gefälle vom Haus weg. Allerdings würde ich die Noppenfolie nicht an der Wand bis zur Oberkante des Kieses hochziehen, sondern nur 5 cm. So kann in Trockenzeiten die Außenwand noch besser ablüften. Dann würde ich das Ganze mal zwei Jahre beobachten.

Frohes Schaffen!

P.S.: Wenn Sie Borde für den Kiesstreifen setzen o.ä., bitte auf diese Weise keine Wanne bauen.



Vielen Dank für ...



... die ausführliche Antwort!!! Hat mir sehr weitergeholfen und entspricht auch meinen Vorstellungen!

Besonders für den Hinweis, dass ich da keine "Sickergrube" bilde. Daran hätte ich nicht gedacht - obwohl ja logisch!