Innendämmung vs deckenanschluss

23.09.2012



hallo zusammen,

ich plane noch vor dieser heizsaison die Giebelwand meines hauses von innen zu dämmen, da von aussen nicht erreichbar (scheune des nachbarn direkt davor). die oberste Geschossdecke habe ich bereits gedämmt. nun meine frage. der raum darunter ist mit einer abgehängten Decke versehen mit einem Zwischenraum von ca. 30 cm zwischen abhangdecke und oberster geschossdecke. kann ich die Innendämmung (ytong multipor) an der abhangdecke enden lassen, oder sollte diese bis an die oberste geschossdecke geführt werden ??



Innendämmungen ...



... sind immer ein heikles Thema.

Gerade im Bereich von in die Außenwände eingebundenen Innenwänden, Böden und Decken können nicht nur Wärme- / Kältebrücken sondern auch undichte Stellen entstehen, durch die Luft unkontrolliert strömen und punktuell zu erheblichem Kondensatausfall führen kann.

Von daher würde ich prinzipiell empfehlen, die Dämmung immer bis an die v. g. Bauteile heranzuziehen und keine Lücken zu lassen.
Unter Umständen kann es auch erforderlich sein, die Dämmung noch "um die Ecke" zu führen, um Kälte- / Wärmebrücken zu vermeiden. Einige Hersteller / Anbieter von Innendämmungsbaustoffen liefern diesbezügliche Informationenhaben und führen auch spezielle Bauteile / Dämmkeile in ihrem Programm.

Da jedes Vorhaben aufgrund der individuell doch sehr unterschiedlichen baulichen und konstruktiven Randbedingungen im gewissen Sinn eine Premiere ist, kommt man in jedem Einzelfall nicht um eine fundierte Bestandserfassung und -bewertung sowie eine ordentliche Konzeption zur Ausführung m. E. nicht herum.
Speziell sollte immer auch besonderes Augenmerk auf ggf. vorhandene Lufträume in Decken, z. B. zwischen Deckenputz und Fehlboden, gerichtet werden, denn diese können sich nach Innendämmungen zu echten Problemzonen entwickeln.



Holz wird sich rächen …



Hallo

Das "Einpacken" von Bauteilen in Innendämmpaketen vor allem wenn sie aus Holz sind, wird sich unbarmherzig rächen, da die Situation nicht besser sondern schlechter wird und gar keine Erwärmung oder Abtrocknung" von Innen erfolgen kann.

Was als "toller Trick" der riskanten Innendämmerei in Betonburgen evtl funktionieren kann (rechnerisch anhand lobbyistischer Werte und Berechnungen) wird sich in jedem Bau, in dem Holz in Aussenbauteile einbinden zum kostspieligen Bumerang!

Leichgläubigkeit von Bauherren wird dadurch immer bestraft - auch wenn er dann sagt: Damals war es "Stand der Technik"! und er vor einem Berg von nochmaliger Arbeit und Abruch und Kosten steht!

DANN ist jegliche Gewährleistung hin und weg!

ALso: Gut überlegen was man tut und oder lässt!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Wandaufbau beschreiben



Bevor hier eine Antwort möglich ist, braucht es eine Beschreibung des derzeitigen Wandaufbaus.

Klar ist, dass auch der Bereich der abgehängten Decke gedämmt werden müßte ... aber muss das wirklich sein?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Wie Herr Lipfert schon schreibt: Woraus besteht die Wand? Gemauert oder Fachwerk?
Bei Fachwerk scheiden die meisten Plattenwerkstoffe dieser Art eigentlich aus.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Im Multipor-Onlinematerial gibt es eine Darstellung, die die Einbindung eines Deckenbalkens zeigt. Da wird die Dämmplatte direkt bis an den Balken gebaut mit einem schmalen Hanfstreifen dazwischen.

Was heißt das aber für eine Holzbalkendecke?

Die Dämmkeile werden durchweg nur für die Einbindung massiver Decken dargestellt.

Für den Fall, dass der erste Deckenbalken unmittelbar parallel zur Außenwand verläuft, gab es keine Darstellung.

Baut man bei einer Holzbalkendecke die Dämmplatte nur bis an den Deckenputz ran, dann hat man oberhalb des Deckenputes und der Sparschalung direkt wieder die ungedämmte Außenwand. Was wäre davon zu halten? Tatsächlich eingepackt wären die Deckenbalken dann ja nicht. Frage wäre, ob der ungedämmte Wandbereich in der Decke anderweitig ein Problem hervorrufen könnte?





Ja, kann es durchaus. Wenn eine Innendämmung verbaut wird, "wandert" der Taupunkt automatisch tiefer in das Bauteil hinein. Ist das gewählte Produkt – wie gern beworben – diffusionsoffen, wandert die Feuchtigkeit aus der Raumluft wie bisher in die Wand, kondensiert aber im Winter tiefer im Bauteil als zuvor.

Eine Innendämmung muss geplant und berechnet werden. Irgendein Material in irgendeiner Stärke an irgendeine Wand zu montieren kann daneben gehen.
Nicht jedes Dämmmaterial ist für jedes Bauteil geeignet. Mineralschaumplatten sind beispielsweise sehr spröde und eignen sich kaum zur Montage an Fachwerkwänden.

Zur Frage: Wenn eine Innendämmung ausgeführt wird sollte diese bis zur Geschossdecke durchgeführt werden und nicht an einer abgehängten Decke enden.

Erwin: Genau diese Bereiche werden in Beispielzeichnungen ausgeklammert, da diese sehr komplex sind. Kein Hersteller wird sich im Schadensfalle hier festnageln lassen wollen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



das ging



aber schnell hier...danke erstmal !

also die giebelwand selbst ist kein fachwerk sondern eine Mauer aus Bimsstein (augenscheinlich zweischalig) an die ich von aussen leider nicht rankomme, daher die idee der innendämmung.das mit dem "freilassen" der dämmung ab OK abgehängter decke bis zur gedämmten geschossdecke (etwa 30 cm) war eben der grundgedanke bzgl. der balken die in die aussenwand eingebunden sind.

gruß
jaloma



Theorie und oder Praxis



Hallo

Den Satz:
Eine Innendämmung muss geplant und berechnet werden.
kann ich nicht so stehen lassen.

Viele Konstruktionen werden hin und her gerechnet und im Nachhinein kommen Schäden, die dann die Spezialargumentiker den Handwerkern oder dem "Lüftungsverhalten" ankreiden.

Eine Dämmung (wo auch immer) muss:
1. wirtschaftlich sein - ENEV
2. nachhaltig sein - Gesetz
3. schadensfrei sein - Gesetz 2 oder bis 5 Jahre oder nach Gewährleistung

Lieber Bauherr: Überlegen Sie sich das wirklich GUT!

Rechnen kann jeder

Ausbaden müssen Sie es!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Innendämmung und abgehängte Decke



Hallo,

bei der zuvorbeschrieben geplanten Innendämmung gab es anscheinend noch keine Feuchteschäden im Anschlussbereich Giebelwand / Deckenanschluss.

Es ist davon auszugehen das in diesem Bereich keine Konvektion durch Undichtigkeiten wie Risse / Fugen vorhanden sind.

Feucheschäden entstehen nur durch Konvektion.

""Deshalb ist es wichtig Bauteile, die später verkleidet werden ebenso von Innen zu Verputzen bzw. abzudichten um die Luftdichtigkeit zu gewährleisten und spätere Feuchteschäden durch Konvektion auszuschließen""

Wenn sichergestellt ist das, das die bestehende abgehängte Decke weiterhin "Dicht" ist und keine weiteren Leckagen entstehen wie Durchdringungen für Elektro oder Einbaustrahler usw. , kann die Innendämmung hier geplant "Ytong multipor" bis Unterkannte abgehängte Decke ausgeführt werden.

Grüße aus Aidlingen
www.Reselw.de



Wunschdenken, das nicht gelingen wird ...



".... das, das die bestehende abgehängte Decke weiterhin "Dicht" ist und keine weiteren Leckagen entstehen wie Durchdringungen für Elektro oder Einbaustrahler ..."

Das kann nicht gut gehen - auf Dauer jedenfalls nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Die "Leerbücher" …



… sind voll von solchem "Wunschdenken"!

Das ist ja das grosse Problem.

Das Grössere jedoch ist, dass Bauherren an diese Versprechen glauben

und das Grösste ist, dass viele "Fachleute" diese Bibeln nachbeten ohne zu hinterfragen … wie auch die DIN, die nicht unhinterfragt angewendet werden DARF, wenn man nicht in Regress genommen werden will: siehe Rechtsverbindlichkeit von DIN Normen

Florian Kurz
www.slow-house.de