Wie wird eine Ziegelsteinwand von innen sinnvoll verkleidet?

06.04.2012



Hallo zusammen,

wir haben vergangenes Jahr ein Haus BJ 1938 gekauft. Nun, nach dem ersten Winter, hat sich an einigen Wänden Schimmel gebildet (besonders in der Nähe der Fenster (Alu mit Isolierverglasung), an denen übrigens häufig Wasser kondensiert).

Daraufhin haben wir eine Wand in einem Raum - der sowieso neu gestaltet werden sollte - freigelegt (siehe Foto).

Der ursprüngliche Aufbau war wie folgt:

von AUSSEN
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10 cm Klinker (ca. 1985 vorgesetzt)
5 cm Glaswolle
20 cm Ziegelsteinwand
dünne Rotband(?) Schicht
3 cm Glaswolle (zur Wand hin mit Papierkaschierung)
1,25 cm Gipskartonplatte (auf Konterlattung)
Tapete
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nach INNEN

Obwohl wir immer gut geheizt und auch Stossgelüftet haben, scheint sich durch diesen Aufbau Kondenzwasser in irgendeiner Ebene festzusetzen und nicht mehr verdunsten zu können wodurch die Tapete schimmelt.

Leider ist in den Kinderzimmern die Tapete lackiert ...(ich denke, der Verkäufer wusste warum er Lack benutze)

Wir benötigen nun dringend Hilfestellung für eine gute Wandsanierung, dass nicht wieder alles schimmelt.

Meine Idee ist, den vorhandenen Putz zu entfernen, die Fugen mit Kalkmörtel auszubessern, eine Lattung zur Begradigung aufzubringen und 1 Lage OSB-Platten und 1 Lage Gipskarton daranzuschrauben.

Diese Idee oder andere Vorgehensweisen würde ich gerne hier im Forum diskutieren. Bin für jeden Hinweis dankbar. Auch wäre eine fachliche Beratung vor Ort denkbar.

P.S. Wir legen mehr Wert auf ein gutes Raumklima als auf eine gute Wärmedämmung!



Ziegelmauerwerk verputzen



... ich würde die Außenwand auf der Innenseite nur mit Kalkputz versehen. Die Idee mit den Platten wäre ein ähnlicher Fehler, wie die Lösung mit der Glaswolle und der Gipskartonplatte.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



noch ein Foto der Wand



So sah die Wand vor der Öffnung aus.
(wie es nicht wieder werden soll)



Vorsatzschale



Ein schönes Beispiel für eine "Wandbewässerungsanlage".



Dipl.-Bau-Ing. Georg Böttcher



ich dachte eher daran hier konstruktive Hilfestellung Ihrer (Aus-)Bildung oder Ihres Wissens entsprechend zu erhalten. Das scheint jedoch weder tief noch breit zu sein.

Hämische Kommentare über den IST-Zustand sind absolut entberlich und sicherlich nicht Ziel diese Forums.



Glaswolle



Hallo zuidzande ,

Ist die vorgemauerte Klinkerschale be--entlüftet?
Berührt die Glaswolle beide "Wände"?
Ich frage wegen der kapillaren Anbindung.

Ist auf dem 2. Foto ein Holzbalken zu sehen (Strebe)?

Innen sollten Sie die Glaswolle und die Latten entfernen.
Bei der Neubeplankung bitte keine Hohlräume einbauen.
In Hohlräumen ensteht ein Kleinklima: Nebel, Regen , leider keine Sonne ;-))

Ich rate Ihnen zu einer moderaten Innendämmung aus Mineralschaumplatten und einem Kalk-oder Lehmputz.
Viele Grüße


PS Die Steinformate (20er Wand) , die Sie nennen sind nicht aus Deutschland??



Beitrag gelöscht - da ursächlicher Bezug auch gelöscht wurde



-/-



Sorry,



vielleicht etwas überreagiert.
@Frank Lipfert:
Natürlich schätze ich den Fleiss und die fachkundigen Ratschläge der Forumsmitglieder! Aber die Zeit für einen solchen Kommentar hätte Herr Böttcher sich sparen können.

Aber man darf auch die Situation der Ratsuchenden nicht ausser Acht lassen. Ich habe ernste Sorgen um die Gesundheit meiner Familie und erhoffe mir einfach nur ein paar hilfreiche Lösungsansätze.

Würde ich (Dipl.-Ing. Maschinenbau und Projektmanager IT) einem Klienten eine solche Antwort geben, würde ich mich unglaubwûrdig machen und einen Kunden verlieren.

@Robert Göbel:
Vielen Dank für Ihren Lösungsansatz. Hier Antworten auf Ihre Fragen:
- Die vorgemauerte Klinkerschale soll (laut "Bouwkundige" aus NL) hinterlüftet sein. Im unteren Bereich (ca. 20 cm über dem Boden) ist in einer Steinreihe jede 3. senktechte Fuge nicht verfugt. Jedoch kann man mit einem Zollstock nicht in jede Öffnung tief eindringen. Im Dachbereich kann ich solche Öffnungen nicht ausmachen.
- Ob die Glaswolle beide Wände "berührt" lässt sich von mir nicht ermitteln, da ich weder von oben noch von der Seite in den Hohlraum einsehen kann. Die Dimensonen habe ich durch eine Bohrung und Prüfung mit einem Draht ermittelt.
- Das auf dem Foto sichtbare Holz ist sie vertikale Lattung der Gipsplatten.
- Das Haus steht in Zuidzande (Holland) 5km von der Nordsee und von Belgien entfernt.

Vielen Dank und herzliche Ostergrüsse
Andreas Kürten

P.S. wie sieht denn eine "moderate Innendämmung" aus? (Aufbau, Materialien, Bezugsquellen)



Moin Andreas,



unter www.u-wert.net kannst du ja mal deinen bisherigen Wandaufbau eingeben - vielleicht verstehst du dann besser, wovon Georg spricht und was rein rechnerisch in deiner Wand passiert ist.

Mögliche Dämmaufbauten findest du z.B. unter Gutex.de, steico.de, hofatex.net.

Unter dem Sichwort "Innendämmung" kannst du hier im Forum ein paar Tage rumlesen, vielleicht passt eine der Lösungen ja zu deiner Situation.

Gruss, Boris



Wandaufbau



Bei Innendämmungen -bauphysikalisch anspruchsvoller und schadensträchtiger als Aussendämmungen- gilt immer, für alle Bauteilkonstruktionen: hohlraumfrei, kapillaraktiv, diffusionsoffen.

Also: alle -auch die "hinterlüfteten" Innenwand-Vorsatzschalen herausreissen, bis zum ursprünglichen Mauerwerk. Eventuell vorhandenen Schimmel entfernen. Mauerwerk ggf. neu verfugen.

Keine Lattung, kein OSB, keine Gipskartonbauplatte. Auch keine Dampfsperren oder -bremsen oder sonstigen Folienzauber. Sonst bauen Sie genau die gleiche schadhafte Konstruktion nach, die Ihnen gerade den Schimmel beschert hat.

Neue Innendämmung mit Mineralschaumplatte oder Caciumsilikatplatten im System oder mit Holzfaserplatten in Kalk- oder Lehmmörtel.

Die Kerndämmung zwischen den MW-Schichten ist garantiert nicht hinterlüftet, wenn nur 5 cm Hohlraum zwischen den Wandschichten verbleiben.

An der Innenseite der äußeren MW-Schale kondensiert dann spätestens die Raumluftfeuchte und durchnässt die Mineralwolle. Also im Grunde bleibt nichts anderes, als die Hohlraumdämmung zu entfernen, die Vormauerschale zu erneuern -ohne "stehende Luftschicht", sondern als homogenes Mauewerk mit einem ggf. hochwärmedämmenden Ziegel, der eine weitere, separate Aussendämmung überflüssig macht. Sollte auch in Holland mittlerweile erhältich sein , z.B. von Poroton.Dann können Sie sich auch die Innendämmung sparen.

Und wirklich: keine Hohlräume belassen, weder belüftet, noch unbelüftet. Und kein Rotband verwenden, wenn mit Feuchtebelastung in irgendeiner Form zu rechnen ist. Rotband ist ein Gipsputz. Gips und Feuche vertragen sich überhaupt nicht.

Viel Erfolg.



Innendämmung



Hier in diesem Forum gibt es bereits Dutzende von Anfragen zu diesem Problem- was man gegen Schimmel tun kann- und noch mehr Antworten dazu.
Außerdem ist das nicht Ihre erste Anfrage zum Problem Außenwand. Die Sanierung der Risse bedingt ein Entfernen der vorgesetzten Innendämmschale, das sollte ihnen wohl klar geworden sein falls Sie meine erste Antwort ernst nehmen.
Dann haben sie bereits vor meinem Beitrag einen sinnvollen Tipp bekommen: Verputzen.
Dazu noch ein wohlgemeinter Rat:
Eine Innendämmung sollte im Zusammenhang mit der zukünftigen Nutzung und den weiteren Modernisierungsmaßnahmen konzipiert werden. Vor allem die Abstimmung auf das Heizsystem ist von eminenter Bedeutung. Der aufgetretene Schimmel sollte ihnen doch dafür als Beispiel reichen was passiert wenn man munter und ohne Gesamtkonzept draufloswurschtelt.
Zuletzt noch eine Bemerkung, die ich mir nicht verkneifen kann:
Ich bin nicht verpflichtet, Ihnen eine Antwort bzw. eine Lösung auf Ihre Frage zu geben. Manchmal nehme ich mir wie viele andere die Freiheit heraus, statt dessen einfach einen Kommentar oder eine Anmerkung abzugeben, hier zu einem Foto.

Viele Grüße



Wandsanierung



Das mit dem "ahnungslosen Schwätzer" ist ein echter Höhepunkt in meiner Arbeit hier im Forum.
Schön wie Sie mich animieren, Ihnen mit Ratschlägen zu helfen.

Das Ding drucke ich mir ausnahmsweise mal aus.



Ratschläge?



welche Ratschläge meinen Sie denn?
Ich habe zumindest von Ihnen nichts verwertbares bekommen.

P.S. vergessen Sie nicht, Ihrem Print auch Ihren unqualifizierten Kommentar beizufügen.



Einen brillianten Fachmann , --



-- der hier seit vielen Jahren Fragestellern wertvolle
Ratschläge und Tipps - Kostenlos - gibt, als einen
" ahnungslosen Schwätzer " zu bezeichnen, ist eine
Unverschämtheit OHNEGLEICHEN ! --
Grunzende Frischlinge sollten sich einfach einmal die Mühe machen, alle wertvollen Beiträge von Georg Böttcher aufmerksam durchzulesen und so gut es geht auch verstehen zu wollen !!
---
Lieber Georg Böttcher, Weiter so !!-
-
Andreas Milling



Nu mal langsam mit den jungen Pferden!!



Vorab: ich kann nichts zum Thema beitragen!

Andreas, du bist seit "satten" zwei Tagen Mitglied im Forum. Du stellst fachlich relevante Fragen, dazu ist dieses Forum ja auch da. Natürlich!

Nun kann ich mir den Hinweis mit dem "Ruf in den Wald" und dem was darauf folgen kann nicht verkneifen.

Ich jedenfalls habe den Georg als kompetenten Fachmann erlebt. Nicht nur hier im Forum, nein auch persönlich beim letzten Fachwerktreffen.

Also bitte: Kontenance meine Herren. Das schadet keinem!

Und letztendlich sei der Hinweis erlaubt, dass jeder ausgewiesene Fachmann hier unentgeltlich Ratschläge erteilt. Ob das lediglich der Akquise dient, wage ich mit meiner doch mittlerweile langjährigen Erfahrung hier, zu bezweifeln.

Grüße
Martin

UUUPPPS, da ist mir der Milling doch zuvor gekommen. Sowas aber auch!



Ein gutgemeinter Rat...



Hier opfern (Fach-)Leute ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Derartig patzige Antworten werden deren Hilfsbereitschaft bestimmt nicht steigern. Ich kann also meinen beiden Vorschreibern nur beipflichten.

Auch ich als Laie sehe Risse auf den Bildern, man wird also erst die Wand an sich in Stand setzen müssen, bevor man über eine Innendämmung nachdenkt. Innendämmung ist ein komplexes Thema, das lässt sich nicht mal eben so übers Internet lösen. Ich würde (bzw. werde bei meinem Haus) das Projekt "Innendämmung" nicht ohne Hilfe angehen.



Beitrag gelöscht - da auch die Ursache gelöscht wurde



Anscheinend wurden vom Moderator die persönlichen Angriffe gelöscht - somit hat meine Kritik hier auch keinen Bezug mehr.

Frank Lipfert



Eine Krähe hackt der anderen natürlich kein Auge aus.



@Andreas Milling, Martin Wittwar: keinen Beitrag zur Sache abgeben, aber sich echauffieren. Sie müssen ja viel Zeit und wenig Ahnung haben.

@die Anderen, die sich an meinen Kommentar zu Herrn Böttcher beteiligt haben: bitte ERST chronologisch lesen, dann schreiben und nicht einfach den Beitrag als Regelverstoss melden.

Ich zitiere hier mal aus den Forumsregeln:
"Viele haben das mit der Demokratie nicht so richtig begriffen. Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muß aber nicht. Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten. Ist mir ganz wichtig, daß sich das mal rumspricht." Dieter Nuhr, Kabarettist

Hätten Herr Böttcher und ich uns mal eher zu Herzen nehmen sollen.

Können wir jetzt wieder zurück zur Fragestellung und Problemlösung kommen?



Sie sollten...



...die zitierte Forumsregel mal Ernst nehmen.

Wenn sie ernsthaft Antworten erwarten, gehört eben auch etwas Etiquette und auch Anstand dazu.

Und wovon ich Ahnung habe und wovon nicht, überlasse ich dann lieber doch nicht Ihrem Urteilsvermögen.

Da liegen Sie ja schon bei anderen hier im Forum deutlich daneben.



Ein durchaus...



infantiles Anspruchsverhalten. Da weigert sich einer mitzudenken und setzt sich in sein bröckelndes Nest mit offenem Schnabel. Und wenn dann der herbeigezwitscherte Wurmbrei nicht gut genug durchgekaut ist, schimpft der Rohrspatz.

Wer etwas kostenlos haben möchte, sollte sich nicht als erstes über die Form der Antwort mokieren. Sich auch 'mal über die Suchfunktion schlau machen. Georgs guten Rat mit dem "Gehirn einschalten" befolgen. Und im Zweifelsfall höflich nachfragen.

Dann funktioniert das Forum für den Fragesteller wesentlich besser.

Grüße

Thomas



Wandaufbau



Der vorhanden Wandaufbau mit zwei Dämmebenen kann nicht anders als schief gehen.
Wie schon beschrieben wurde, kondensiert die Feuchtigkeit an der inneren Seite des 10 cm Klinkermauerwerks und durchfeuchtet die Mineralwolle. Diese verliert somit ihre Dämmwirkung.
Auf der Rauminnenseite fehlt die geeignete Feuchtigkeitsausgleichschicht (Rotband ist hier ungeeignet weil dieser mit der anfallenden Feuchtigkeit nicht klar kommt). Die Dämmung zwischen Gipskarton und Ziegelwand durchfeuchtet systematisch und führt zu Schimmelbildung auf der Gipskartonplatte.

Abhilfe schafft

Innenwände komplett Freilegen bis auf Ziegelmauerwerk
Mauerwerk mit Luftkalkmörtel satt Verputzen und auf Innendämmung verzichten.

eine zusätzliche Maßnahme wäre (wie oben schon beschrieben) das entfernen der Dämmung zwischen Klinker und Ziegelwand.
Hier besteht dann die Möglichkeit, den Hohlraum mit Perlite zu dämmen.

österliche Grüsse Thomas





Na, hier hat ja jemand einen äußerst "lockeren" Zeigefinger was das Wiedersprechen der Forumsregeln anbelangt.

Nun gut, wenn es mit den Umgangsformen nicht klappt, ist die linke Maustaste ein willkommener Ausgleich, gell?