Zugluft durch undichte Dielen

05.02.2012



Hallo zusammen.

So unangenehm kalt der Winter auch gerade ist, das hat auch ein paar Vorteile.
So kommen die Schwachstellen eines Hauses gnadenlos zum Vorschein.

So habe ich nun endlich den Grund für die Zugluft in meinem Wohnzimmer ausmachen können.

Es zieht durch die Ritze zwischen den Dielenbrettern!

Das Fachwerk im Erdgeschoss wurde irgendwann vor vielen Jahren schon mal durch ein massiv gemauertes Geschoss ersetzt.
Der erste Stock und das Dachgeschoss sind aber schon rund 200 Jahre alt und bestehen noch so.

Wie alt der Boden ist, kann ich nicht sagen. Aber uralt ist der auf jeden Fall schon.

Vermutlich durch das Austrocknen und Schrumpfen des Holzes sind zwischen den Dielenbrettern Fugen von machmal 1-2 mm entstanden.
Optisch ist das nicht störend, der Boden sieht sehr hübsch aus.
Dadurch entsteht aber - vor allem im Bereich von ca. 30-40 cm. von der Aussenwand entfernt - eine extrem kalte Zugluft durch die Fugen.
Unter der Couch konnte sogar winzige Sand-/Staubhäufchen ausfindig gemacht werden.
Hier wurde während eines stärkeren Windes offenbar das Schuttmaterial unter den Brettern durch die Fugen gepustet.

Lange Rede kurzer Sinn:
Macht es Sinn, die Fugen zu verschliessen?
Falls ja, welche Möglichkeiten habe ich?

Mir kam die Idee, das mit transparentem Silikon abzuspritzen.

Beste Grüße
Rolf





Hallo Rolf,
die Dielenfugen zu verschließen macht gar keinen Sinn. Im Frühjahr und Sommer wenn die Luftfeuchtigkeit wieder steigt, dehnen sich die Dielen wieder etwas aus. Im Zweifelsfall wölbt sich dann dein Boden bzw. beult sich an der schwächsten Stelle nach oben.
Dein Problem ist eher die Zwischendecke des Geschosses und da die fehlende Isolierung nach außen. Solange man zudem nicht weiss, was sich genau unter dem Boden befindet, ist das eher ein Rätsel. Den richtig ausgearbeiteten Lösungsansatz gibt es durch genaue Untersuchung !



?



Ich dachte immer, die Luftfeuchtigkeit sinkt im Sommer,
wenn es weniger regnet, und die Sonne brennt.... ?

Egal -- wegen der beweglichen Fugenbreite bin ich ja auf die Silikonvariante gekommen ;-)



Zugluft



Messe einmal die momentane Luftfeuchte. Warme Luft hat schon immer besser Wasser transportieren können als Kalte! Das ist knallharte Physik. Die Wahrscheinlichkeit einer hohen Luftfeuchte ist daher in der warmen Jahreszeit eher höher.

Da wo was ist kann nichts anderes sein - und wenn da eben Silikon ist, fehlt zwangsläufig der Platz.

Auch wenn Holz gut isoliert, bleibt doch die Kältebrücke nach wie vor. Nur weil man die Zugluft nicht mehr spürt (Silikonmethode angewandt), bleibt es doch kalt in der Zwischendecke. Wo kommt das her, heißt nach wie vor die Frage! Kosmetik statt Ursachenforschung ist eben keine Lösung auf Dauer.



Die Fugen haben einen Sinn



Wie schon richtiger weise geschrieben worden ist, sollte man keinesfalls die Fugen mit Silikon oder anderen Dichtstoffen verschließen.

ggf die Dielen aufnehmen und eine diffusionsoffene Unterspannbahn drunter setzen.

Anderer Ansatz - wo kommt die Luft her ?
Ist es gff einfacher zu verhindern, das die Luft überhaupt von unten in dem Maße in die Decke eindringt ?



Das ist so...



...als ob Sie auf glatte Reifen ein Profil malen... sinnlos.

Die Zugluft kommt ja nach Stand der Dinge wohl von außen, und an der Dichtigkeit des Baukörpers wird zu arbeiten sein.

Andersherum wäre auch ein Kondensateintrag im undichten Bereich Fachwerk - Gefachung möglich, mit Schadenspotential für die Holzkonstruktion. Da ist leider mit Silikon nicht viel getan.

Grüße

Thomas



Dielen.



Die Dielen lassen sich wohl nicht rausnehmen, ohne diese zu zerstören.
Da ich die aber erhalten möchte, wird das eher nicht mein Weg sein.

Ich muss also den Eintritt der Zuglauft hrausfinden.

Gestern habe ich in einer ersten optischen Kontrolle
das äussere Gebälk auf sichbare Schäden, Risse, Löcher, etc. kontrolliert.

Durch diese Sichtkontrolle kam aber nichts verdächtiges zum Vorschein. Das sieht alles gesund aus.

Lediglich an einer Ecke stehen die beiden Schwellen
direkt am 90-Grad-Stoß ein wenig auseinander und bilden dadurch eine kleine Lücke. Das sind maximal 5-10mm.

Ob das schon des Rätsels Lösung ist, kann ich nicht sagen.
Ist zwar der gleiche Raum, aber an einer völlig anderen Ecke.
An dieser Stelle ist im Innenraum keinerlei Zugluft festzustellen.

Sobald die Aussentemperaturen eine Verarbeitung zulassen,
will ich diese Lücke verschliessen.

Wie ich eine weitere Suche nach dem Lufteintritt gestalten kann, weiss ich noch nicht.

Vielleicht hat da ja jemand eine Idee oder einen Tip für mich.

Gruß und Danke
Rolf



Rauchröhrchen



ggf für den Laien auch anwendbar : Dräger Rauchröhrchen

einfach mal die alte Tante Google fragen.



Ich würde...



...über eine moderate Innendämmung der Außenwände in dampfoffener und kapillaraktiver Ausführung bis unter die Dielung nachdenken. Mit dem Ausstopfen von sichbaren Spalten wird's nicht getan sein.

Grüße

Thomas



Danke



Danke für den Tip mit den Röhrchen,
danach werde ich mal Ausschau halten.
Am WE habe ich mir innen mit einem Teelicht beholfen;
das hat zumindest behelfsmässig auch geholfen. :o))

Vom Geschoss darunter kann das glaube nicht kommen;
das ist alles massiv gemauert und mit modernen Fenstern ausgerüstet.
Ich glaube, da kann eine Innendämmung nicht weiterhelfen.

Vom logischen würde für mich (als Leihe) nur eine Öffnung/Beschädigung in der äusseren Schwelle unterhalb der Dielendecke und über dem ruhigen Erdgeschoss in Frage kommen.


Hier werde ich ansetzen und mich weiter auf die Suche begeben.

Grüße
Rolf



Eine Innendämmung...



...dämmt Außenwände von Innen und ist winddicht.



Besteht vllt. die Möglichkeit



dass der Übergang von Mauerwerk EG zu Balkenlage OG undicht ist?
Ist die Balkenlage gedämmt?
genauso könnte ein undichter Deckenanschluss vom EG zum OG für den Luftzug verantwortlich sein.

Und in der Tat würde eine Innendämmung, wie Herr Böhme schon geschrieben hat, evtl. Abhilfe schaffen.

Grüsse



Balkenlage



Das mit der Balkenlage und der Dämmung ist ein sehr wertvoller Hinweis, vielen Dank dafür.
Das werde ich auf jeden Fall versuchen zu überprüfen.

Das mit der Innendämmung versteh´ ich ehrlich gesagt nicht.

Unten ist ja alles massiv gemauert und mit modernen Fenstern versehen. Da ist alles dicht.
Wie kann mir da eine Innendämmung noch weiterhelfen?
Das mit der Dämmung der Balkenlage etc. leuchtet mir da eher ein.


Grüße
Rolf



Wird die Innendämmung



bis auf die Unterkante der EG Decke angebracht, haben Sie somit die Wärmebrücke in der Balkenlage mit abgedeckt.
Man könnte aber auch nur die Decke dämmen und somit die Wärmebrücke ausschalten. Diese muss aber mit grosser Sorgfalt geschehen.

Grüsse Thomas



Wenn Seepferdchen bauen wollen :-)



Die kalte Luft kommt offenbar von Außen,
also durch die Außenwand.
Die undichte Außenwand (des Obergeschosses) kann man auf Ihrer Innenseite durch eine zusätzliche Schicht (Dämmung, Stampflehm etc.) Abdichten und gleichzeitig thermisch verbessern. Das geht auch Außen (mit anderen Materialien), dann wird das Sichtfachwerk aber blind. Mit Ritzenstopferei allein werden Sie keinen Erfolg haben.

Steht alles schon da, wo ist denn nun das Problem?

Grundsätzlich sollten Sie bei der Spielerei mit Teelicht oder Rauchbombe beachten, daß der Wind nicht immer den kürzesten Weg durch das Mauerwerk nimmt.



:o))



Seepferdchen sind schlaue Gesellen :o)

Darum kleb´ ich nicht einfach alles mit Silikon zu,
sondern frage vorher die Spezialisten um ihre Meinung.


Um das Problem anständig zu lösen, muss ich es aber erst mal verstehen.
Von Wärmebrücken, Balkenlagen etc, habe ich bisher wenig bis gar nichts gehört [..oder verstanden :o)]

Da habe ich sicher noch einiges an Lesebedarf.

Meine Problemlösung ist also erst mal die vernünftige Suche nach der Ursache, und anschliessend eine sinnvolle Lösung.

Um´s richtig zu machen, hab´ ich erst gefragt,
und nicht einfach nur zugeklebt..... :o))

Das mit dem kürzesten Weg hab´ ich schon befürchtet.
Ist wie beim Wasser.
Das kommt auch selten da raus, wo es reinregnet...