Innenraumdämmung

16.12.2011



Guten Tag,
ich bin seit kurzem der Besitzer eines Erbstückes / Fachwerkhauses Baujahr ca. 1880. Ich habe das Problem das im Flur des Hauses in der Umgebung der Haustür Feuchtigkeit auftritt (Innenwandseite oben neben der Tür).
Dies begründet sich vermutlich, soweit ich die Problematik bisher verstehe in der verschlimmbesserten bzw. versuchten Innenraumdämmung im Türbereich die nicht diffusionsoffen ist.

Stand ist das von aussen keine Dämmung besteht. Da der Flur nicht bezeizt und sonst nicht genutzt ist, auch meiner Meinung nach, nicht zwingend notwendig. Innen ist wohl soweit ich das sehe, eine Gipskartonständerwand mit dahinterliegender Dämmung (Glaswolle(?)) hingestellt wurden. Die Gipskartonwand wurde mit Rauputz verputzt.
Die eigentliche Aussenwand besteht aus einem Stroh/Lehm?/Natursteingemisch.

Soweit wäre auch für mich erklärt warum die Wand Feuchtigkeit zieht.

Mir geht es jetzt darum primär die Entstehung von Feuchtigkeit in der Wand und Schimmel soweit noch nicht vorhanden zu verhindern.

Ich wäre daher für jeden Tipp dankbar.

1. Schritt wäre für mich: Raus mit der Ständerwand und der Glaswolldämmung.
2. Damit die Optik nicht ganz zugrunde geht, mit Lehmputz neu verputzen.
Alternative wäre Dämmung (Welche -> Stopfhanf? / Woher bekomme ich das?) und hinterher Holzfaserplatten anbringen. Darauf eine Art Gewebe und Lehmrauputz (?). Da ich auf Baumarktware angewiesen bin, wäre ich auch hier für einen Tipp dankbar was ich als Putz bzw. als Dämmung nutzen könnte, bzw. was Als Ständerwand verwendet werden kann.

3. Allgemein noch die Frage ob es Lehmrauputz gibt? Oder bleibt nur die Variante normalen Lehmputz und ggf. weiss mit entsprechender Farbe anstreichen?

Ich wäre sehr sehr Dankbar für jede Hilfe.

Viele Grüße,
Volker





Hallo Volker,


grundsätzlich ist die geplante Vorgehensweise richtig. Vermutlich kommt es neben der Tür zu Kondensatausfall, dies ist häufig anzutreffen. Meist ist hierfür eine nicht zugluftdichte Tür verantwortlich, die in manchen Bereichen die Laibung auskühlt. Durch die herabgesetzte Temperatur kann es zum Kondensatausfall in diesen Bereichen kommen.

Eine Kontrolle / Ersatz / Einbau einer Türdichtung, sowie Einbau einer Laibungsdämmung können diesen Bereich entschärfen.

Bilder wären gut um die Situation besser einschätzen zu können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Die Tür...



Die Tür ist tatsächlich alles andere als dicht und steht mittelfristig auf der Liste. Das heisst ich wollte diese sowieso austauschen.

Meine Frage wäre jetzt, ist es denkbar, das es schon ausreichen würde die Tür auszutauschen um weitere Feuchtigkeitsbildung zu verhindern?

Was würde für mich erheblich weniger Arbeitsaufwand dastellen...





... das kann schon sein das es ausreicht. Trotzdem ist die innenliegende Dämmung aus Glaswolle und Gipskartonwand als alles andere als gut zu bewerten. Wenn Feuchtigkeit aus der Raumluft hier eindringt (Bodenfuge, Deckenfuge, Schalter, Steckdosen, ...) kann es zur Schimmelbildung im Kontaktbereich der alten Natursteinwand kommen.
Wenn eine neue Tür kommt sollte zumindest sofort der Laibungsbereich richtig ausgebildet werden. Hierbei kann man einen Blick auf die alte Außenwand bekommen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Glaswolle und der GK raus sollten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Volker,



Das mit der undichten Tür kann ich nachvollziehen, würde mir das ganze auch gern mal ansehen, vieleicht kann ich dir auch helfen. Ich bin nächste Woche Dienstag auf dem Weg nach Heldrungen( Artern, Bad Frankenhausen) könnte mal vorbeischauen.
denn so macht es sich immer schwer einen guten Tipp abzugeben.
Melde dich einfach wenn ich dir helfen kann mach ich das gern.
MfG
die Lehmschwalbe aus der Uckermark





Erstmal danke für die schnellen Antworten!

Vorbeikommen ist ein supernettes Angebot. Ich bin leider nur am Wochenende zu Hause und zur Weihnachtszeit ist das schon sehr viel Stress. Daher vielen lieben Dank für das Angebot, aber das wird denke ich bei mir zeitlich nicht passen. :( leider

Ich wollte das ganz zwischen den Jahren in Angriff nehmen, aber vor dem 26. werde ich sicher keine Zeit haben. (natürlich nur insofern das ich entsprechende Materialien überhaupt im Baumarkt bekommen kann)

Sollte natürlich "nur" der Türtausch ausreichen, würde ich ganz anders planen.

Ich versuche heute bzw. am Wochenende ein paar Bilder zu machen. Vielleicht könnt Ihr dann ehr etwas dazu sagen.

Nichtdestotrotz:
Kann mann passende Dämm- und Putzwerkstoffe (Lehmputz), welche für Fachwerkhäuser geeignet sind in Baumärkten beziehen?
Ich habe leider doch sehr schlechte Erfahrungen mit der Beratung der netten Herren aus den örtlichen Baumärkten gemacht :( ....

Welche Putz und Dämmprodukte von dort kann man denn nutzen?



Moin Volker,



deine Zielvorgabe "ich will das zwischen den Jahren mit Baumarktprodukten hinkriegen" ist genau das, wo sich mir erstmal die Fussnägel hochrollen...;-)

Überleg doch mal: Wenn es seit Jahren durch den Türspalt pfeift, ist die Ecke dauerkalt = Kondenspunkt Nr.1.

Mein Vorschlag:

Du könntest Testweise da erstmal soviel Dichtband draufkleben, dass es nicht mehr zieht und gucken ob's abtrocknet.

Oder gleich Tür wechseln, Stelle mit Heizlüfter abtrocknen und gucken, ob's trocken bleibt.

Vielleicht wars das schon und du kannst die Flurneugestaltung entspannter angehen (ohne Baumarktkram).

Gruss, Boris

P.S. Kalkputz wäre auch noch eine Möglichkeit